OERadio Wochenrundspruch KW 36/2026

Rundspruch

Kalenderwoche 36/2026 · Vorgelesen von Sarah, unserer KI-Stimme (ElevenLabs Multilingual v2).

OERadio Rundspruch KW 36/2026, vorgelesen von der KI-Stimme Sarah

Guten Tag, liebe Funkfreunde, und willkommen zum OERadio Wochenrundspruch, Kalenderwoche 36. Am Mikrofon Sarah. Diese Woche hat einen Termin, den man sich aufschreiben sollte, dazu eine Kärntner Station, die Mesh-Pakete sichtbar macht, eine internationale Plattform, die plötzlich Deutsch spricht, drei Technikbeiträge mit Zahlen aus der Praxis, einen Störsender über einen Mann, der alles fragt und einen einzigen Scherz nicht verträgt, und ein DX-Wetter, in dem wir uns offen gegen die NOAA-Tabelle stellen.

⭐ Ein Jahr im ewigen Eis: Vortrag am 20. September in Villach

Das Highlight der Woche ist ein Termin. Am Sonntag, 20. September, um 16 Uhr spricht Daniel Noll, DL1SU beziehungsweise OE8BCT, bei KÄRNTEN FUNKT in Villach über sein Jahr als Überwinterer auf der Neumayer-Station III in der Antarktis. Anmeldung ist verbindlich, für Mitglieder kostenlos, Tagesmitgliedschaft vor Ort 15 Euro.

Warum das für uns mehr ist als ein Reisebericht: Daniel hat dort unten mit zwei Kollegen die WSPR-Bake aufgebaut, die seit Jänner 2018 läuft. Ein Red Pitaya überwacht acht Bänder gleichzeitig, dazu sendet ein Fünf-Watt-Multibandsender an einer Vertikalantenne. Schon am ersten Tag kamen über 300 verschiedene WSPR-Aussendungen herein. Es geht dabei nicht um Rekorde, sondern um Ausbreitungsdaten aus einer Region, in der sich die Ionosphäre am unberechenbarsten verhält.

Für Kärnten hat die Station ohnehin Geschichte. Am 5. Mai 2023 saßen rund 160 Schülerinnen und Schüler in der Aula des BORG Hermagor, am Dach eine 85-Zentimeter-Schüssel, und um Punkt 11 Uhr ging der erste Ruf über QO-100 in die Antarktis hinaus. Organisiert hat das OM Chris, OE8CKK. Mit dabei war YL Anna-Maria, OE8YAK, heute mehrfache AOEE-Siegerin. Wer selbst so etwas plant: Schulkontakte zu DP0GVN koordiniert AMSAT-DL, möglich sind sie aber erst wieder, wenn die neue Besatzung eintrifft, etwa Mitte November.

LoRa im Wasserfall: Nötsch macht Mesh sichtbar

Wer wissen wollte, ob im eigenen Tal wirklich Mesh-Betrieb läuft, musste bisher einen Knoten aufstellen und warten. Auf WebRX.at, dem WebSDR von OE8YML in Nötsch, geht das jetzt im Browser: OpenWebRX+ dekodiert Meshtastic, MeshCore und MeshCom direkt aus dem Spektrum, samt Bandbreite, Coding Rate und Spreading Factor, und bei Meshtastic sogar dem Inhalt des offenen Kanals.

Der Punkt, an dem die meisten scheitern, ist die Version. Das originale OpenWebRX kann das nicht, es braucht den Fork OpenWebRX+, und dort mindestens 1.2.116. Nötsch läuft auf 1.2.123. Die Frequenzen: Meshtastic auf 869,525 MHz, MeshCore auf 869,618 MHz, beide mit 250 kHz Bandbreite, MeshCom dagegen auf 433,175 MHz im 70-Zentimeter-Band mit 125 kHz. Eine Stolperfalle steckt in der Oberfläche, wo die Bandbreitenliste auf kbps endet, obwohl Kilohertz gemeint sind.

Ausprobieren geht direkt über einen Link: MeshCore auf 869,618 MHz und Meshtastic auf 869,525 MHz, jeweils mit passendem Dekoder und weit offener Rauschsperre. Praktisch wird das bei drei Dingen: nachsehen, ob der eigene Solarknoten am Berg noch sendet, einen Standort bewerten bevor Hardware gekauft wird, und prüfen, ob ein Knoten tatsächlich mit den Parametern arbeitet, die er soll.

Die POTA-Seite spricht Deutsch

Seit 31. August steht unter next.pota.app die neue POTA-Plattform als öffentliche Beta. Sie läuft parallel zur gewohnten Seite, greift auf dieselbe Datenbank zu, nimmt denselben Login, und wer nur Spots liest, braucht gar keinen Account.

Der auffälligste Unterschied zeigt sich, bevor man etwas anklickt: Die Oberfläche stellt sich auf die Browsersprache ein. Aus Spots und Activations werden Spots und Aktivierungen, die Filterzeile ist übersetzt, rund 27 Sprachen sind vorgesehen. Das klingt nach einer Nebensächlichkeit, ist aber genau die Hürde, an der Einsteiger bisher hängen geblieben sind.

Die praktischste Neuerung im Betrieb: Kommentare bleiben am Spot stehen. Bisher überschrieb der nächste Spot die Anmerkung des Aktivierers, wer also QSY oder Pause hinterlassen hatte, war zwei Minuten später wieder anonym. Dazu kommen Mehrfachfilter, eine Regionsspalte und eine richtige Parkseite. Am Beispiel Dobratsch, AT-0016: erstmals aktiviert am 6. Oktober 2014 von PA3FYG, inzwischen 24 Aktivierungen bei 27 Versuchen und 663 QSOs, in der Bestenliste OE8YML, OE8YAK und DL7PIA. Neu sind auch ausgewertete Frühschicht- und Nachtschicht-Zeiten, für den Dobratsch 1 bis 7 Uhr und 17 bis 1 Uhr UTC. Und zur Einordnung fürs ganze Land: 423 Referenzen mit AT-Präfix, davon 390 mindestens einmal aktiviert, zusammen gut 151.000 QSOs.

Meshtastic: was der Einstieg in Österreich wirklich kostet

Unseren Beitrag Meshtastic in der Praxis haben wir diese Woche gründlich überarbeitet, und zwar an zwei Stellen, an denen im Netz viel Halbwissen kursiert.

Erstens die Rechtslage. Meshtastic arbeitet in Europa nicht irgendwo bei 868 MHz, sondern in der Region EU_868 im Bereich 869,40 bis 869,65 MHz. Dort sind bis zu 500 mW ERP erlaubt, bei 10 Prozent Duty Cycle. Das ist deutlich mehr als die oft zitierten 25 Milliwatt, die für andere Teile des Bands gelten.

Zweitens die Preise, jetzt als Straßenpreise vom September 2026 bei EU-Händlern, inklusive Umsatzsteuer und Versand nach Österreich. Ein Heltec LoRa 32 V3 kostet 23 bis 30 Euro, eine brauchbare 868-MHz-Antenne 10 bis 17 Euro und ist praktisch nie dabei. Mit 35 bis 45 Euro ist der erste Knoten also komplett, das Handy dient als Bedienteil. Ein LILYGO T-Beam liegt ab 47 Euro, ein RAK WisBlock je nach Basisplatine bei 27 bis 47 Euro. Zwei Warnungen dazu: Beim Direktimport unbedingt die 868-MHz-Variante nehmen, die verbreiteten 915-MHz-Geräte sind hier nicht zulässig, und außerhalb der EU frisst die Einfuhrumsatzsteuer den Preisvorteil oft auf.

Baluns: warum der 49:1 warm wird

Baluns und Ununs verstehen sortiert ein Thema, bei dem viel geglaubt und wenig gemessen wird. Die unbequemste Zahl betrifft den beliebten 49:1 an der endgespeisten Halbwelle: Auf den oberen Bändern sind mit Ferritmischung 43 Verluste um 30 Prozent möglich. Genau deshalb wird das Kastl bei FT8 warm, und genau deshalb hilft ein größerer Kern mehr als jede Diskussion.

Zur Mantelwellensperre: Unter 1.000 Ohm Sperrimpedanz passiert wenig Nützliches, als Ziel gelten mehrere Kiloohm über den tatsächlich genutzten Bändern. Üblich sind 8 bis 12 Windungen Koax auf einem FT240-Kern. Die Mischung entscheidet über den Bereich: 31 für 160 bis 10 Meter, der Klassiker 43 mit Schwerpunkt zwischen 8 und 15 MHz, 52 und 61 ab etwa 10 MHz aufwärts. Und ein verbreiteter Irrtum steht auch drin: Mehr Kerne sind nicht automatisch besser, weil sie die Eigenresonanz nach unten schieben. Auf 10 Meter kann eine Sperre mit weniger Windungen die bessere sein.

C4FM: vier Stufen, 9600 bit/s, 26 Umsetzer

Auch Yaesu C4FM und System Fusion haben wir deutlich ausgebaut. C4FM heißt ausgeschrieben Continuous 4-Level FM: vier Frequenzstufen, jede codiert ein Bit-Paar, bei 4800 Symbolen pro Sekunde ergibt das 9600 bit/s in einem 12,5-kHz-Kanal. Diese 9600 bit/s sind der Kuchen, den sich Sprache, Fehlerkorrektur und Daten teilen. Im Standardmodus DN gehen rund 2450 bit/s an den Vocoder, viel Rest an die Fehlerkorrektur, weshalb DN am weitesten trägt und leicht digital klingt. In VW fließt fast alles in die Sprache, das klingt hörbar besser und bricht bei schwachem Signal früher ab.

Für Österreich zwei Zahlen: rund 26 C4FM-Umsetzer sind auf der Relaisliste geführt, der Großteil hängt am YCS232. Die Gruppenwahl läuft über die DG-ID, eine Zahl von 0 bis 99, die wie ein CTCSS-Ton für den Digitalbetrieb wirkt. DG-ID 32 ist die österreichweite Gruppe, und das ganz ohne Registrierung und ohne Codeplug.

Störsender: der Bergfex und die 2.400 Zeichen

Hansl Hohlleiter hat sich diese Woche einen Typus vorgenommen, den viele kennen. In Der Bergfex geht es um Dagobert Dauerträger, OE0DDT, der in vierzehn Gruppen ist, in jeder Runde, bei jedem Fielday, und der unentwegt fragt. Freundlich, interessiert, mit dem Satz „Ich kenn mich da ja nicht aus", auch bei Themen, zu denen er im Vorjahr einen Abendvortrag gehalten hat.

Die Pointe ist die Methode: Dagobert widerspricht nie selbst, er sammelt Antworten und zitiert dich Wochen später gegen dich. Und dann gibt es dieses eine Thema. SOTA ist seine Sache. Als ein Kollege einen kleinen Scherz darüber macht, mit Zwinkersmiley, vier Leute lachen, kommt die Antwort um 23:14 Uhr und ist 2.400 Zeichen lang. Wie immer bei Hansl gilt: Ähnlichkeiten sind rein zufällig, und wer sich wiedererkennt, darf das für sich behalten.

DX-Wetter KW 37/2026

Im DX-Wetter für die kommende Woche stellen wir uns offen gegen die NOAA-Tabelle. Die 27-Tage-Vorschau sagt für 7. bis 11. September 95 bis 100, sie stammt aber vom 31. August. Seither ist der Flux nicht gefallen, sondern gestiegen: 101, 102, 108, 110 und am 5. September 111. Die Fleckenfläche hat sich dabei fast verdreifacht, von 130 auf 380 Millionstel. Der Grund steht auf dem Titelbild links: Elf Regionen sind auf der Scheibe, die interessanten östlich der Mitte, dazu zwei frische über dem Ostrand. Unser Korridor liegt deshalb bei 105 bis 120, ab Mittwoch 110 bis 125.

Geomagnetisch wird es am Dienstag, 8. September, ungemütlich. Mehrere CMEs vom 5. September treffen laut Modell gemeinsam früh am Dienstag ein, SWPC erwartet Kp bis 4,67 und vereinzelt G1. Dazu gab es am 5. September ein kleines Protonevent, das erklärt, warum die Polarwege am Wochenende zäh waren. Praktisch heißt das: Montag ist der Planungstag, Dienstagabend lohnt das Zuhören auf 2 Meter wegen Aurora, und wenn der Norden zumacht, während 15 Meter noch nach Afrika geht, ist nicht die Station schuld.


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Guten Tag, liebe Funkfreunde, und herzlich willkommen zum OERadio Wochenrundspruch, Kalenderwoche sechsunddreißig, zweitausendsechsundzwanzig. Am Mikrofon: Sarah, eure OERadio-Stimme. Diese Woche hat einen Termin, den man sich aufschreiben sollte. Dazu eine Kärntner Station, die Mesh-Pakete sichtbar macht. Eine internationale Plattform, die plötzlich Deutsch spricht. Drei Technikbeiträge mit Zahlen aus der Praxis. Einen Störsender über einen Mann, der alles fragt und einen einzigen Scherz nicht verträgt. Und ein D-X-Wetter, in dem wir uns offen gegen die NOAA-Tabelle stellen. Fangen wir an.

Das Highlight der Woche ist ein Termin. Am Sonntag, dem zwanzigsten September, um sechzehn Uhr, spricht Daniel Noll, D L eins S U, beziehungsweise O E acht B C T, bei KÄRNTEN FUNKT in Villach über sein Jahr als Überwinterer auf der Neumayer-Station drei in der Antarktis. Die Anmeldung ist verbindlich, für Mitglieder ist der Vortrag kostenlos, die Tagesmitgliedschaft vor Ort kostet fünfzehn Euro.

Warum das für uns mehr ist als ein Reisebericht: Daniel hat dort unten mit zwei Kollegen die W-S-P-R-Bake aufgebaut, die seit Jänner zweitausendachtzehn läuft. Ein Red Pitaya überwacht acht Bänder gleichzeitig, dazu sendet ein Fünf-Watt-Multibandsender an einer Vertikalantenne. Schon am ersten Tag kamen über dreihundert verschiedene W-S-P-R-Aussendungen herein. Es geht dabei nicht um Rekorde, sondern um Ausbreitungsdaten aus einer Region, in der sich die Ionosphäre am unberechenbarsten verhält.

Für Kärnten hat die Station ohnehin Geschichte. Am fünften Mai zweitausenddreiundzwanzig saßen rund einhundertsechzig Schülerinnen und Schüler in der Aula des BORG Hermagor, am Dach eine fünfundachtzig Zentimeter große Schüssel, und um Punkt elf Uhr ging der erste Ruf über Q O einhundert in die Antarktis hinaus. Organisiert hat das O M Chris, O E acht C K K. Mit dabei war Y L Anna-Maria, O E acht Y A K, heute mehrfache A O E E-Siegerin. Wer selbst so etwas plant: Schulkontakte zu D P null G V N koordiniert AMSAT-D-L, möglich sind sie aber erst wieder, wenn die neue Besatzung eintrifft, etwa Mitte November.

Weiter mit einer Kärntner Station, die etwas sichtbar macht. Wer wissen wollte, ob im eigenen Tal wirklich Mesh-Betrieb läuft, musste bisher einen Knoten aufstellen und warten. Auf WebRX punkt at, dem WebSDR von O E acht Y M L in Nötsch, geht das jetzt im Browser. OpenWebRX Plus dekodiert Meshtastic, MeshCore und MeshCom direkt aus dem Spektrum, samt Bandbreite, Coding Rate und Spreading Factor. Und bei Meshtastic sogar den Inhalt des offenen Kanals.

Der Punkt, an dem die meisten scheitern, ist die Version. Das originale OpenWebRX kann das nicht, es braucht den Fork OpenWebRX Plus, und dort mindestens die Version eins Punkt zwei Punkt einhundertsechzehn. Nötsch läuft auf eins Punkt zwei Punkt einhundertdreiundzwanzig. Die Frequenzen: Meshtastic auf achthundertneunundsechzig Komma fünf zwei fünf Megahertz, MeshCore auf achthundertneunundsechzig Komma sechs eins acht Megahertz, beide mit zweihundertfünfzig Kilohertz Bandbreite. MeshCom dagegen auf vierhundertdreiunddreißig Komma eins sieben fünf Megahertz im Siebzig-Zentimeter-Band, mit einhundertfünfundzwanzig Kilohertz. Eine Stolperfalle steckt in der Oberfläche, wo die Bandbreitenliste auf k b p s endet, obwohl Kilohertz gemeint sind.

Praktisch wird das bei drei Dingen: nachsehen, ob der eigene Solarknoten am Berg noch sendet. Einen Standort bewerten, bevor Hardware gekauft wird. Und prüfen, ob ein Knoten tatsächlich mit den Parametern arbeitet, die er soll. Die fertigen Links stehen im Beitrag auf oeradio punkt at.

Seit einunddreißigstem August steht unter next punkt pota punkt app die neue POTA-Plattform als öffentliche Beta. Sie läuft parallel zur gewohnten Seite, greift auf dieselbe Datenbank zu, nimmt denselben Login, und wer nur Spots liest, braucht gar keinen Account.

Der auffälligste Unterschied zeigt sich, bevor man etwas anklickt: Die Oberfläche stellt sich auf die Browsersprache ein. Aus Spots und Activations werden Spots und Aktivierungen, die Filterzeile ist übersetzt, rund siebenundzwanzig Sprachen sind vorgesehen. Das klingt nach einer Nebensächlichkeit, ist aber genau die Hürde, an der Einsteiger bisher hängen geblieben sind.

Die praktischste Neuerung im Betrieb: Kommentare bleiben am Spot stehen. Bisher überschrieb der nächste Spot die Anmerkung des Aktivierers. Wer also Q S Y oder Pause hinterlassen hatte, war zwei Minuten später wieder anonym. Dazu kommen Mehrfachfilter, eine Regionsspalte und eine richtige Parkseite.

Am Beispiel Dobratsch, A T null null eins sechs: erstmals aktiviert am sechsten Oktober zweitausendvierzehn von P A drei F Y G, inzwischen vierundzwanzig Aktivierungen bei siebenundzwanzig Versuchen und sechshundertdreiundsechzig Q S Os. In der Bestenliste stehen O E acht Y M L, O E acht Y A K und D L sieben P I A. Neu sind auch ausgewertete Frühschicht- und Nachtschicht-Zeiten, für den Dobratsch von ein Uhr bis sieben Uhr und von siebzehn Uhr bis ein Uhr U T C. Und zur Einordnung fürs ganze Land: vierhundertdreiundzwanzig Referenzen mit A T-Präfix, davon dreihundertneunzig mindestens einmal aktiviert, zusammen gut einhunderteinundfünfzigtausend Q S Os.

Unseren Beitrag Meshtastic in der Praxis haben wir diese Woche gründlich überarbeitet, und zwar an zwei Stellen, an denen im Netz viel Halbwissen kursiert.

Erstens die Rechtslage. Meshtastic arbeitet in Europa nicht irgendwo bei achthundertachtundsechzig Megahertz, sondern in der Region E U achthundertachtundsechzig, im Bereich achthundertneunundsechzig Komma vier bis achthundertneunundsechzig Komma sechs fünf Megahertz. Dort sind bis zu fünfhundert Milliwatt E R P erlaubt, bei zehn Prozent Duty Cycle. Das ist deutlich mehr als die oft zitierten fünfundzwanzig Milliwatt, die für andere Teile des Bands gelten.

Zweitens die Preise, jetzt als Straßenpreise vom September zweitausendsechsundzwanzig bei E U-Händlern, inklusive Umsatzsteuer und Versand nach Österreich. Ein Heltec LoRa zweiunddreißig V drei kostet dreiundzwanzig bis dreißig Euro, eine brauchbare Antenne für achthundertachtundsechzig Megahertz zehn bis siebzehn Euro, und die ist praktisch nie dabei. Mit fünfunddreißig bis fünfundvierzig Euro ist der erste Knoten also komplett, das Handy dient als Bedienteil. Ein LILYGO T-Beam liegt ab siebenundvierzig Euro, ein RAK WisBlock je nach Basisplatine bei siebenundzwanzig bis siebenundvierzig Euro. Zwei Warnungen dazu: Beim Direktimport unbedingt die Achthundertachtundsechziger-Variante nehmen, die verbreiteten Geräte für neunhundertfünfzehn Megahertz sind hier nicht zulässig. Und außerhalb der E U frisst die Einfuhrumsatzsteuer den Preisvorteil oft auf.

Der Beitrag Baluns und Ununs verstehen sortiert ein Thema, bei dem viel geglaubt und wenig gemessen wird. Die unbequemste Zahl betrifft den beliebten neunundvierzig zu eins an der endgespeisten Halbwelle: Auf den oberen Bändern sind mit Ferritmischung dreiundvierzig Verluste um dreißig Prozent möglich. Genau deshalb wird das Kastl bei F T acht warm, und genau deshalb hilft ein größerer Kern mehr als jede Diskussion.

Zur Mantelwellensperre: Unter eintausend Ohm Sperrimpedanz passiert wenig Nützliches, als Ziel gelten mehrere Kiloohm über den tatsächlich genutzten Bändern. Üblich sind acht bis zwölf Windungen Koax auf einem F T zweihundertvierzig-Kern. Die Mischung entscheidet über den Bereich: einunddreißig für einhundertsechzig bis zehn Meter, der Klassiker dreiundvierzig mit Schwerpunkt zwischen acht und fünfzehn Megahertz, zweiundfünfzig und einundsechzig ab etwa zehn Megahertz aufwärts. Und ein verbreiteter Irrtum steht auch drin: Mehr Kerne sind nicht automatisch besser, weil sie die Eigenresonanz nach unten schieben. Auf zehn Meter kann eine Sperre mit weniger Windungen die bessere sein.

Auch Yaesu C vier F M und System Fusion haben wir deutlich ausgebaut. C vier F M heißt ausgeschrieben Continuous Four-Level F M: vier Frequenzstufen, jede codiert ein Bit-Paar. Bei viertausendachthundert Symbolen pro Sekunde ergibt das neuntausendsechshundert Bit pro Sekunde in einem Kanal von zwölf Komma fünf Kilohertz. Diese neuntausendsechshundert Bit sind der Kuchen, den sich Sprache, Fehlerkorrektur und Daten teilen. Im Standardmodus D N gehen rund zweitausendvierhundertfünfzig Bit pro Sekunde an den Vocoder, viel Rest an die Fehlerkorrektur, weshalb D N am weitesten trägt und leicht digital klingt. In V W fließt fast alles in die Sprache, das klingt hörbar besser und bricht bei schwachem Signal früher ab.

Für Österreich zwei Zahlen: rund sechsundzwanzig C vier F M-Umsetzer sind auf der Relaisliste geführt, der Großteil hängt am Y C S zweihundertzweiunddreißig. Die Gruppenwahl läuft über die D G-I D, eine Zahl von null bis neunundneunzig, die wie ein C T C S S-Ton für den Digitalbetrieb wirkt. D G-I D zweiunddreißig ist die österreichweite Gruppe. Und das ganz ohne Registrierung und ohne Codeplug.

Hansl Hohlleiter hat sich diese Woche einen Typus vorgenommen, den viele kennen. In Der Bergfex geht es um Dagobert Dauerträger, O E null D D T, der in vierzehn Gruppen ist, in jeder Runde, bei jedem Fielday, und der unentwegt fragt. Freundlich, interessiert, mit dem Satz: Ich kenn mich da ja nicht aus. Auch bei Themen, zu denen er im Vorjahr einen Abendvortrag gehalten hat.

Die Pointe ist die Methode. Dagobert widerspricht nie selbst, er sammelt Antworten und zitiert dich Wochen später gegen dich. Und dann gibt es dieses eine Thema. SOTA ist seine Sache. Als ein Kollege einen kleinen Scherz darüber macht, mit Zwinkersmiley, und vier Leute lachen, kommt die Antwort um dreiundzwanzig Uhr vierzehn und ist zweitausendvierhundert Zeichen lang. Wie immer bei Hansl gilt: Ähnlichkeiten sind rein zufällig, und wer sich wiedererkennt, darf das für sich behalten.

Zum Schluss das D-X-Wetter für die kommende Woche. Diesmal stellen wir uns offen gegen die NOAA-Tabelle. Die Siebenundzwanzig-Tage-Vorschau sagt für den siebenten bis elften September fünfundneunzig bis einhundert, sie stammt aber vom einunddreißigsten August. Seither ist der Flux nicht gefallen, sondern gestiegen: einhunderteins, einhundertzwei, einhundertacht, einhundertzehn, und am fünften September einhundertelf. Die Fleckenfläche hat sich dabei fast verdreifacht, von einhundertdreißig auf dreihundertachtzig Millionstel. Der Grund steht auf dem Titelbild des Beitrags links: Elf Regionen sind auf der Scheibe, die interessanten östlich der Mitte, dazu zwei frische über dem Ostrand. Unser Korridor liegt deshalb bei einhundertfünf bis einhundertzwanzig, ab Mittwoch bei einhundertzehn bis einhundertfünfundzwanzig.

Geomagnetisch wird es am Dienstag, dem achten September, ungemütlich. Mehrere C M Es vom fünften September treffen laut Modell gemeinsam früh am Dienstag ein, S W P C erwartet K p bis vier Komma sieben und vereinzelt G eins. Dazu gab es am fünften September ein kleines Protonevent, das erklärt, warum die Polarwege am Wochenende zäh waren. Praktisch heißt das: Montag ist der Planungstag. Dienstagabend lohnt das Zuhören auf zwei Meter wegen Aurora. Und wenn der Norden zumacht, während fünfzehn Meter noch nach Afrika geht, ist nicht die Station schuld.

Das war der OERadio Wochenrundspruch, Kalenderwoche sechsunddreißig. Schaut auf oeradio punkt at vorbei, und meldet euch für den Antarktis-Vortrag am zwanzigsten September an, solange noch Plätze frei sind. Dreiundsiebzig de OERadio!

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