<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"><channel><title>OERadio</title><description>Gemeinsam funken. Lernen. Entdecken.</description><link>https://oeradio.at/</link><atom:link href="https://oeradio.at/feed/" rel="self" type="application/rss+xml"/><lastBuildDate>Fri, 23 Oct 2026 10:03:38 GMT</lastBuildDate><language>de</language><sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod><sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency><image><url>https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/01/cropped-oeradiologoicon-150x150.webp</url><title>OERadio</title><link>https://oeradio.at/</link><width>32</width><height>32</height></image><item><title>Was sich ändert, wenn man CW-Lernmaterial auf Persisch und Arabisch schreibt</title><link>https://oeradio.at/was-sich-aendert-wenn-man-cw-lernmaterial-auf-persisch-und-arabisch-schreibt/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=90808</guid><description>&lt;p&gt;Ein Gastbeitrag von Mohammad Bahrololoum, ex EP2MHB Übersetzung des englischen Originals von Mohammad Bahrololoum. Zum englischen Original Morsetelegrafie wird oft als universelle Sprache bezeichnet. Ein Dah ist ein Dah in Wien, in Dubai und in Teheran. Doch das Material, mit dem man sie lernt, ist nicht universell. Fast alles ist auf Englisch geschrieben, das meiste [&amp;#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/was-sich-aendert-wenn-man-cw-lernmaterial-auf-persisch-und-arabisch-schreibt/&quot;&gt;Was sich ändert, wenn man CW-Lernmaterial auf Persisch und Arabisch schreibt&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Fri, 23 Oct 2026 10:03:38 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Gastbeitrag von Mohammad Bahrololoum, ex EP2MHB&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Übersetzung des englischen Originals von Mohammad Bahrololoum. &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/en/what-changes-when-you-write-cw-training-material-in-persian-and-arabic/&quot;&gt;Zum englischen Original&lt;/a&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Morsetelegrafie wird oft als universelle Sprache bezeichnet. Ein Dah ist ein Dah in Wien, in Dubai und in Teheran. Doch das Material, mit dem man sie lernt, ist nicht universell. Fast alles ist auf Englisch geschrieben, das meiste Übrige in anderen europäischen Sprachen. Wer Persisch oder Arabisch spricht und CW in der eigenen Sprache lernen möchte, findet sehr wenig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich betreibe einen kostenlosen Browser-Trainer, den CW Trainer (&lt;a href=&quot;https://cw.mikroutik.com&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;cw.mikroutik.com&lt;/a&gt;), und habe in diesem Herbst sein Handbuch in drei Sprachen geschrieben: Englisch, Persisch und Arabisch, insgesamt etwa 150 Seiten. Ich hatte erwartet, dass die Übersetzung die eigentliche Arbeit sein würde. Sie war der kleinere Teil. Im Folgenden geht es um die Probleme, die ich nicht kommen sah, in der Hoffnung, dass die nächste Person, die das tut, sie früher erkennt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Aus der Quelle übersetzen, nie aus einer Schwesterausgabe&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das englische Handbuch entstand zuerst, dann das persische, dann das arabische. Der arabische Text wurde, wie es sein soll, Kapitel für Kapitel aus dem Englischen übersetzt. Die persische Ausgabe war jedoch bereits fertig und gesetzt, daher diente sie als strukturelle Vorlage: Kapitelreihenfolge, Überschriften, das Muster jedes Kapiteltitels.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Vorlage brachte ein Wort mit hinüber. Im Persischen heißt ein Tab in einer Benutzeroberfläche &lt;span dir=&quot;rtl&quot; lang=&quot;fa&quot;&gt;زبانه&lt;/span&gt; (gesprochen Zabaneh), wörtlich „kleine Zunge“. Das ist korrektes Persisch. Das Muster der Kapiteltitel übernahm es unverändert ins Arabische als &lt;span dir=&quot;rtl&quot; lang=&quot;ar&quot;&gt;لسان&lt;/span&gt; (gesprochen Lesan), was ebenfalls „Zunge“ bedeutet und sonst nichts. Das arabische Wort für einen Tab in der Oberfläche ist &lt;span dir=&quot;rtl&quot; lang=&quot;ar&quot;&gt;تبويب&lt;/span&gt; (gesprochen Tabweeb).&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es kam 48-mal vor, in jeder Überschrift jedes Kapitels, in dem es um einen Tab ging. Es war das am häufigsten wiederholte Substantiv im Handbuch. Alle automatischen Prüfungen liefen durch: Die Datei wurde geparst, das PDF wurde gebaut, die Abbildungen waren nummeriert, und die Struktur stimmte Zeile für Zeile mit den beiden anderen Ausgaben überein. Aufgefallen ist es mir beim Lesen einer einzelnen Seite, als ich mich fragte, was „Zunge“ am Anfang jedes Absatzes zu suchen hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Lehnübersetzung aus einer früheren Übersetzung ist für den Übersetzer unsichtbar und für den Leser offensichtlich. Die Regel, die ich daraus mitgenommen habe, ist einfach: Aus dem Original übersetzen und eine Schwesterausgabe nur für das Layout verwenden, nie für die Wortwahl.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/cw-trainer-arabic-manual-page-orig-1024x1448.webp&quot; alt=&quot;Seite aus der arabischen Ausgabe des CW-Trainer-Handbuchs mit der Kapitelüberschrift, die das arabische Wort für „Tab“ neben dem lateinisch geschriebenen Namen Receive zeigt&quot; width=&quot;1024&quot; height=&quot;1448&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Abbildung 1. Eine Seite aus der arabischen Ausgabe des Handbuchs. Die Kapitelüberschrift lautet &lt;span dir=&quot;rtl&quot; lang=&quot;ar&quot;&gt;تبويب&lt;/span&gt; Receive: das korrigierte Wort für „Tab“, mit dem Namen des Bedienelements in lateinischer Schrift, wie er auf dem Bildschirm erscheint, und durchgehend westlichen Ziffern. Bild: Mohammad Bahrololoum&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Namen der Bedienelemente in lateinischer Schrift belassen, und dafür bezahlen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Ein Handbuch muss dem Leser sagen, welche Taste er drücken soll. Steht auf dem Bildschirm &lt;strong&gt;Receive&lt;/strong&gt; und im Handbuch  &lt;span dir=&quot;rtl&quot; lang=&quot;fa&quot;&gt;دریافت&lt;/span&gt; (gesprochen Daryaft), muss der Leser es zurückübersetzen, bevor er die Schaltfläche findet. Deshalb behalten die persische und die arabische Ausgabe jeden Namen eines Bedienelements genau so in lateinischer Schrift, wie er auf dem Bildschirm steht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Diese Entscheidung hat ihren Preis. Ein persischer oder arabischer Absatz läuft von rechts nach links. Setzt man ein englisches Wort hinein, muss der bidirektionale Unicode-Algorithmus entscheiden, in welche Richtung jedes benachbarte Zeichen gehört. Satzzeichen sind meist die Leidtragenden: Ein Punkt oder eine schließende Klammer neben einem englischen Wort kann auf der falschen Seite landen. Ein Rufzeichen oder ein Wert wie „20 WPM“ kann so umgeordnet werden, dass er falsch gelesen wird, obwohl er fast richtig aussieht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Lösung besteht darin, jedes Fragment, das von links nach rechts läuft, ausdrücklich zu isolieren, sodass der Absatz jedes als abgeschlossene Einheit behandelt, statt zu raten. Im Build des Handbuchs heißt das: Jeder Name eines Bedienelements, jede Tastaturtaste, jedes Code-Fragment und jedes Rufzeichen wird umschlossen und als isolierter Links-nach-rechts-Text markiert. Man sollte das von Anfang an für jedes Fragment tun. Sie einzeln zu beheben, wenn Beschwerden eintreffen, hört nie auf.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Schriftart ist wichtiger, als man denkt&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Persisch und Arabisch teilen sich ein Schriftsystem, daher liegt es nahe, beide in einer Schriftart zu setzen. Ich habe zunächst für beide Vazirmatn verwendet, eine hervorragende persische Schriftart. Sie stellt arabischen Text korrekt dar: Jeder Buchstabe ist da und jedes Wort verbindet sich richtig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aber sie zeichnet ihn mit persischen Buchstabenformen. Mehrere Buchstaben und die Ziffern sehen in den beiden Traditionen unterschiedlich aus, und ein arabischer Leser bemerkt das sofort. Die Seite wirkt wie persische Typografie, die arabische Wörter trägt. Die arabische Ausgabe ist jetzt in Noto Sans Arabic gesetzt, die persische bleibt in Vazirmatn. Ein Schriftsystem zu wählen genügt nicht; man muss eine Schriftart wählen, die für die Sprache gemacht ist.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Ziffern&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das Arabische hat eigene Ziffern, &lt;span dir=&quot;rtl&quot; lang=&quot;ar&quot;&gt;٠١٢٣٤٥٦٧٨٩&lt;/span&gt;, und das Persische hat einen verwandten, aber anderen Satz. Die naheliegende Wahl wäre, sie durchgehend zu verwenden. Die arabische Ausgabe tut das nicht. Sie verwendet westliche Ziffern, 0 bis 9.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens folgt es der Konvention technischer Texte am Golf, wo die Ausgabe am wahrscheinlichsten gelesen wird. Zweitens stehen Zahlen in einem CW-Handbuch fast nie allein. Sie stehen neben lateinischen Werten: 20 WPM, ein Rapport 599, ein Rufzeichen wie A61XX. Zwei Ziffernsysteme innerhalb eines einzigen Austauschs zu mischen ist schwerer zu lesen als eines. In technischem Material kann die Konvention des Fachgebiets schwerer wiegen als die Konvention der Sprache.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Darunter liegt alles andere: Morse ist unabhängig vom Schriftsystem, die Koch-Reihenfolge nicht&lt;/h2&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/cw-trainer-welcome-screen-orig-1024x750.webp&quot; alt=&quot;Startbildschirm des CW Trainers mit der Koch-Reihenfolge aus 40 Zeichen und dem Handbuch in drei Schriftsystemen&quot; width=&quot;1024&quot; height=&quot;750&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Abbildung 2. Der Startbildschirm des Trainers: die G4FON-Koch-Reihenfolge mit 40 Zeichen, und das Handbuch, das in drei Schriftsystemen angeboten wird. Bild: Mohammad Bahrololoum&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Das ist der Punkt, den ich den Leuten am meisten mitgeben möchte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Koch-Methode führt Zeichen einzeln ein, in vollem Tempo, in einer festen Reihenfolge. Mein Trainer verwendet die Reihenfolge mit 40 Zeichen aus G4FONs Koch-Trainer, die mit K, M, R, S, U beginnt; andere, darunter LCWO, verwenden eigene Reihenfolgen. Aber jede dieser Reihenfolgen ist eine Folge lateinischer Buchstaben, und auch die Austausche, für die man trainiert (Rufzeichen, RST, Q-Codes, Namen und QTHs), werden in lateinischen Buchstaben geschrieben.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Persisch und Arabisch haben eigene Morsealphabete. Der Amateurfunk verwendet sie nicht. Wer Englisch spricht und CW lernt, lernt also eine Sache: einen Code für Buchstaben, die er schon kennt. Wer Persisch oder Arabisch spricht, lernt zwei Dinge gleichzeitig: den Code und die lateinischen Buchstaben, für die er steht, samt der Gewohnheit, sie von links nach rechts zu lesen. Wenn jemand beim Lernen „K“ aufnimmt und es keinem Klang zuordnen kann, liegt das Problem vielleicht nicht am Morsen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nichts davon macht den Kurs schwerer zu bauen. Es macht die Erklärung wichtiger. Das Handbuch auf Persisch und Arabisch muss das Alphabet ebenso erklären wie den Code, und zwar ohne jemanden von oben herab zu behandeln, der vielleicht ein erfahrener Ingenieur ist und in einem zweiten Schriftsystem liest.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was ich der nächsten Person sagen würde&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Jede Ausgabe aus dem Original übersetzen, nie aus einer anderen Übersetzung.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Namen auf dem Bildschirm in dem Schriftsystem belassen, das der Bildschirm verwendet, und jedes Links-nach-rechts-Fragment von Anfang an isolieren.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Eine Schriftart wählen, die für die Sprache entworfen wurde, nicht nur für das Schriftsystem.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ziffern nach der Konvention des Fachgebiets ebenso wie der Sprache festlegen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Daran denken, dass die Leserschaft vielleicht ein Alphabet ebenso lernt wie einen Code.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Und einen muttersprachlichen Operator finden, der es liest. Meine arabische Ausgabe wartet noch auf diese Lektüre, und ich würde mich über eine freuen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;CW Trainer ist kostenlos, hat keine Werbung und braucht kein Konto zum Üben. Der Quellcode ist offen (&lt;a href=&quot;https://github.com/ep3mhb/cw-trainer&quot; rel=&quot;noopener&quot;&gt;github.com/ep3mhb/cw-trainer&lt;/a&gt;), und das Handbuch gibt es in allen drei Sprachen über den Tab „Help“.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Passend dazu: &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/cw-lernen-2026-moderne-trainingsmethoden-mit-apps-web-tools-und-ki/&quot;&gt;CW lernen 2026: Moderne Trainingsmethoden mit Apps, Web-Tools und KI&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/was-sich-aendert-wenn-man-cw-lernmaterial-auf-persisch-und-arabisch-schreibt/&quot;&gt;Was sich ändert, wenn man CW-Lernmaterial auf Persisch und Arabisch schreibt&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Mohammad Bahrololoum | ex EP2MHB</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Technik</category></item><item><title>Winter VHF Simplex Challenge: 2 m auch im Winter lebendig halten</title><link>https://oeradio.at/winter-vhf-simplex-challenge-2026-2027/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=90790</guid><description>&lt;p&gt;Das 2-m-Band ist ruhiger geworden, viele Funkverbindungen laufen heute über Relais oder Internet-Links. Die Winter VHF Simplex Challenge der Initiative 145 Alive will das ändern: Von 1. Oktober 2026 bis 1. Februar 2027 zählt jede direkte Verbindung auf 2 m, in FM oder SSB. Mitmachen kann jede und jeder, vom Shack am Küchentisch bis zur [&amp;#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/winter-vhf-simplex-challenge-2026-2027/&quot;&gt;Winter VHF Simplex Challenge: 2 m auch im Winter lebendig halten&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Thu, 22 Oct 2026 08:40:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Das 2-m-Band ist ruhiger geworden, viele Funkverbindungen laufen heute über Relais oder Internet-Links. Die &lt;strong&gt;Winter VHF Simplex Challenge&lt;/strong&gt; der Initiative 145 Alive will das ändern: Von 1. Oktober 2026 bis 1. Februar 2027 zählt jede direkte Verbindung auf 2 m, in FM oder SSB. Mitmachen kann jede und jeder, vom Shack am Küchentisch bis zur Gipfelaktivierung.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was ist die Challenge?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;145 Alive ist eine internationale Initiative rund um das 2-m-Band, mit regionalen Koordinatoren unter anderem in Deutschland, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Die Winter Challenge ist ausdrücklich &lt;strong&gt;kein Contest&lt;/strong&gt;: Es gibt keine Ergebnislisten, jeder spielt gegen sich selbst. Wer ein Log hochlädt, bekommt ein persönliches Zertifikat mit seiner Punktezahl. Die Challenge läuft bereits, zum Zeitpunkt unserer Recherche waren 79 Teilnehmende registriert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Gedanke dahinter passt gut nach Österreich. Zwischen Tälern und Gipfeln sind Simplex-Verbindungen auf 2 m oft spannender, als man denkt, wie wir in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/alpenpropagation-wie-berge-vhf-uhf-ausbreitung-beeinflussen/&quot;&gt;Alpenpropagation: Wie Berge die VHF/UHF-Ausbreitung beeinflussen&lt;/a&gt; beschrieben haben.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/winter-vhf-simplex-sota-roter-knopf-1024x768.webp&quot; alt=&quot;SOTA-Station am Gipfel des Roten Knopfs mit Handfunkgerät, Transceiver und Vertikalantenne vor verschneiten Bergen&quot; class=&quot;wp-image-90799&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;SOTA-Aktivierung am Roten Knopf (Schobergruppe) auf KW und VHF/UHF. Foto: Ptolusque, &lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SOTA_Roter_Knopf.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Wikimedia Commons&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;CC BY-SA 4.0&lt;/a&gt;.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Regeln auf einen Blick&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Zeitraum:&lt;/strong&gt; 1. Oktober 2026 bis 1. Februar 2027, 23:59 UTC&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Band:&lt;/strong&gt; nur das 2-m-Band&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Betriebsarten:&lt;/strong&gt; FM und SSB, jeweils nur simplex&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Nicht erlaubt:&lt;/strong&gt; Relais, Internet-Links wie EchoLink oder AllStar, Satelliten, Crossband und digitale Betriebsarten wie FT8 oder DMR&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Leistung:&lt;/strong&gt; maximal 25 W am Senderausgang&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Anruffrequenzen:&lt;/strong&gt; 145,500 MHz FM und 144,300 MHz USB, nach dem Kontakt auf eine freie Frequenz ausweichen&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Austausch:&lt;/strong&gt; Rapport und sechsstelliger Locator (zum Beispiel JN66xp)&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Punkte:&lt;/strong&gt; 1 Punkt pro Station in FM, 2 Punkte pro Station in SSB, 10 Punkte pro neuem sechsstelligem Locatorfeld. Doppelte Verbindungen zählen nicht.&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Umschalt-Bonus:&lt;/strong&gt; +25 Punkte, wenn dieselbe Station in FM und in SSB gearbeitet wurde&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Log-Abgabe:&lt;/strong&gt; ADIF-Datei bis 14. Februar 2027, 23:59 UTC&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Den eigenen Locator findet man am schnellsten über eine Locator-Karte im Netz oder direkt im Logprogramm. Wer gerne SSB macht: Die &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/144-320-mhz-2m-ssb-runde-von-oe8ank-sei-dabei/&quot;&gt;2-m-SSB-Runde von OE8ANK auf 144,320 MHz&lt;/a&gt; ist ein guter Ort, um Gegenstationen für den Umschalt-Bonus zu finden.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Bonus für SOTA, POTA und kleine Leistung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Für Portabelaktivierer in Österreich gibt es zwei interessante Extras. Sie stehen im Regelwerk getrennt und lassen sich kombinieren:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;SOTA/POTA-Bonus:&lt;/strong&gt; +50 Punkte für eine Aktivierung von einem Gipfel oder aus einem Park mit mindestens fünf verschiedenen Simplex-Verbindungen. Die SOTA- oder POTA-Referenz muss im Log stehen.&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kleinleistungs-Faktor:&lt;/strong&gt; Die Gesamtpunktezahl wird mit 1,5 multipliziert, wenn man &lt;strong&gt;während der gesamten Challenge&lt;/strong&gt; mit höchstens 10 W gefunkt hat.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ein Handfunkgerät mit 5 W erfüllt die 10-W-Grenze automatisch, und ein Gipfel bringt auf 2 m oft erstaunliche Reichweiten. Wer im Winter ohnehin auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/sota-in-oesterreich-funken-von-gipfel-zu-gipfel/&quot;&gt;SOTA-Gipfel&lt;/a&gt; steigt oder &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/pota-in-oesterreich-funken-aus-parks-und-naturschutzgebieten/&quot;&gt;POTA-Parks&lt;/a&gt; aktiviert, nimmt mit einer kleinen &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/yagi-antennen-fuer-vhf-uhf-richtantennen-selbst-gebaut/&quot;&gt;2-m-Yagi&lt;/a&gt; im Rucksack gleich ein paar Bonuspunkte mit. Wie kalt so eine Aktivierung werden kann, zeigt unser Bericht &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/cq-sota-funk-frost-kalte-finger-und-ein-bellender-co-operator/&quot;&gt;Funk, Frost und kalte Finger&lt;/a&gt;. Achtung beim Faktor: Er gilt nur, wenn die ganze Challenge über nie mehr als 10 W im Spiel waren. Wer schon mit mehr Leistung gefunkt hat, bekommt ihn nicht mehr.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;So machst du mit&lt;/h2&gt;

&lt;ol&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Registrieren:&lt;/strong&gt; Auf &lt;a href=&quot;https://145alive.com/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;145alive.com&lt;/a&gt; mit Rufzeichen und Namen anmelden. Funken darf jeder, für das Zertifikat ist die Registrierung aber nötig.&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Funken und loggen:&lt;/strong&gt; Verbindungen mit Rapport und sechsstelligem Locator ins Log eintragen, bei SOTA oder POTA auch die Referenz.&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;ADIF hochladen:&lt;/strong&gt; Das Log als ADIF-Datei exportieren, etwa aus &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/wavelog-das-moderne-web-logbuch-fuer-funkamateure-einrichtung-mit-docker/&quot;&gt;Wavelog&lt;/a&gt; oder einem anderen &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/cloud-logging-2026-online-logbuecher-fuer-funkamateure-im-vergleich/&quot;&gt;Online-Logbuch&lt;/a&gt;, und über den Log-Upload auf 145alive.com hochladen. Die Punkte werden dort automatisch berechnet.&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Zertifikat:&lt;/strong&gt; Nach der Abgabe bis 14. Februar 2027 gibt es ein persönliches Zertifikat.&lt;/li&gt;&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Das vollständige Regelwerk mit Rechenbeispiel steht auf der Website. Einzelne Bonusregeln sind dort an zwei Stellen leicht unterschiedlich formuliert. Wer es genau wissen will, fragt am besten direkt bei den Organisatoren nach.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Links&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://145alive.com/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;145 Alive: Startseite und Registrierung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://145alive.com/events/11-winter-vhf-simplex-challenge-20262027&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Event-Seite der Winter VHF Simplex Challenge 2026/2027&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://145alive.com/winter-challenge-rules-document&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Regelwerk (englisch)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.facebook.com/groups/906901577214402&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Facebook-Gruppe der Challenge&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Danke an Romano IU3GMW für den Hinweis!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Titelbild: SOTA-Aktivierung am Roten Knopf, Foto: Ptolusque, &lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SOTA_Roter_Knopf.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Wikimedia Commons&lt;/a&gt;, Lizenz &lt;a href=&quot;https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;CC BY-SA 4.0&lt;/a&gt;, für die Website verkleinert.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein, wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/winter-vhf-simplex-challenge-2026-2027/&quot;&gt;Winter VHF Simplex Challenge: 2 m auch im Winter lebendig halten&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Funkbetrieb</category><category>SOTA</category><category>POTA</category></item><item><title>OE8JOTA 2026: Danke für drei Tage in der Luft und einen Samstag mit den Pfadfinderinnen</title><link>https://oeradio.at/oe8jota-2026-rueckblick-danke/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=90760</guid><description>&lt;p&gt;Von 16. bis 18. Oktober war OE8JOTA in der Luft, am Samstag waren wir vor Ort bei den Pfadfinderinnen. Es wurde gefunkt, gelacht, über Technik gesprochen und mit Radiacode und EMS-Messgerät gemessen. Ein Rückblick mit Dank an alle, die mitgemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/oe8jota-2026-rueckblick-danke/&quot;&gt;OE8JOTA 2026: Danke für drei Tage in der Luft und einen Samstag mit den Pfadfinderinnen&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Mon, 19 Oct 2026 06:20:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Wenn man am Samstagabend nach einem Tag wie diesem nach Hause fährt, ist man müde, ein bisschen heiser und rundum zufrieden. Das Sonderrufzeichen &lt;strong&gt;OE8JOTA&lt;/strong&gt; war von &lt;strong&gt;16. bis 18. Oktober 2026&lt;/strong&gt; in der Luft. Am &lt;strong&gt;Samstag, 17. Oktober&lt;/strong&gt;, waren wir außerdem vor Ort bei den Pfadfinderinnen. Dort wurde ordentlich gefunkt, viel gelacht, über Technik gesprochen und vor allem aktiv mitgemacht. Es war eine Freude.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor Ort bei den Pfadfinderinnen waren am Samstag &lt;strong&gt;OE8ASR André&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;OE8CXC Sergio&lt;/strong&gt; und ich, &lt;strong&gt;OE8YML Michael&lt;/strong&gt;. Das Programm kennt ihr schon aus der &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/oe8jota-2026-pfadfinderinnen-on-air/&quot;&gt;Ankündigung&lt;/a&gt;. Hier kommt, wie es wirklich war.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Ein kleiner Antennenpark im Garten&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wir haben hinter dem Haus einen richtigen kleinen &lt;strong&gt;Antennenpark&lt;/strong&gt; aufgebaut. Von der &lt;strong&gt;Multiband-Vertikal&lt;/strong&gt; über den &lt;strong&gt;Trapped-Dipol&lt;/strong&gt; und die &lt;strong&gt;Vertikal auf dem Magnetfuß&lt;/strong&gt; bis hin zur &lt;strong&gt;2-m/70-cm-Yagi&lt;/strong&gt; war alles dabei. Der Gedanke dahinter: Die Kinder sollen nicht nur ein Funkgerät sehen, sondern auch verstehen, was draußen am Mast hängt und warum verschiedene Antennen sich so unterschiedlich verhalten.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-antennenpark-haus-1024x768.webp&quot; alt=&quot;Antennenaufbau hinter dem Pfadfinderheim: André und Michael an den Holzmasten, dazwischen Drähte, Vertikal und Yagi&quot; class=&quot;wp-image-90761&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Antennenaufbau hinter dem Heim: André und Michael an den Holzmasten.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-yagi-dipol-1024x1365.webp&quot; alt=&quot;Yagi-Antenne am Mast, davor ein Dipol mit Traps und im Hintergrund eine Vertikal vor Herbstlaub und Bergen&quot; class=&quot;wp-image-90762&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Yagi, Trapped-Dipol und Vertikal im Zusammenspiel. Dahinter die Kärntner Berge.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Theorie zum Anfassen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Neben dem Funken kam die Theorie nicht zu kurz, und sie kam gut an. Es ging um die &lt;strong&gt;Ausbreitung elektromagnetischer Wellen&lt;/strong&gt;: warum ein Signal um die halbe Welt reisen kann und das nächste schon hinter dem Berg verschwindet. Die Pfadfinderinnen haben mitgedacht, nachgefragt und manchmal auch schlauer nachgehakt, als uns lieb war.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-vortrag-wellenausbreitung-1024x768.webp&quot; alt=&quot;Funkamateur erklärt Pfadfinderinnen vor einer Weltkarte die Wellenausbreitung&quot; class=&quot;wp-image-90763&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Wellenausbreitung vor der Weltkarte. Die Karte mit den Rufzeichen-Präfixen wurde noch oft gebraucht.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Messen statt glauben: EMS und Radiacode&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Besonders spannend war der praktische Teil. Wir haben gezeigt, wie sich &lt;strong&gt;EMS-Messungen&lt;/strong&gt; (elektromagnetische Felder) ganz einfach durchführen lassen. Und mit einem &lt;strong&gt;Radiacode&lt;/strong&gt; haben wir sichtbar gemacht, wie man &lt;strong&gt;ionisierende Strahlung&lt;/strong&gt; erkennt. Wenn das Gerät plötzlich tickt und die Kurve zuckt, sind alle Blicke auf dem Display.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-ems-messung-fenster-1024x1365.webp&quot; alt=&quot;Pfadfinderinnen und Pfadfinder stehen im Gegenlicht am Fenster, auf dem Tisch eine Loop-Antenne und Messgeräte&quot; class=&quot;wp-image-90764&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Im Gegenlicht am Fenster: Loop-Antenne und Messgeräte auf dem Tisch, alle schauen gespannt hin.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Dabei kamen die Fragen, die jede Gruppe irgendwann stellt: &lt;em&gt;Sind Handystrahlen gesundheitsschädlich? Und ab wann?&lt;/em&gt; Diese und viele weitere Fragen hat &lt;strong&gt;OE8CXC Sergio&lt;/strong&gt; geduldig, verständlich und ohne Panikmache beantwortet. Genau so soll es sein: Wer selbst misst und die Größenordnungen kennt, kann Gerüchte von Fakten unterscheiden.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-fragen-strahlung-1024x768.webp&quot; alt=&quot;Funkamateur steht vor einer Gruppe sitzender Pfadfinderinnen, im Hintergrund die Weltkarte und die Funkstation&quot; class=&quot;wp-image-90765&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Fragerunde zu Strahlung und Gesundheit. Hier wurde nichts ausgelassen.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;PMR, CB und MeshCore: Funk ohne Prüfung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Neben dem Amateurfunk haben wir vor Ort bewusst auch die Systeme erklärt, die man ohne Prüfung nutzen darf: &lt;strong&gt;PMR446&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;CB-Funk&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;MeshCore&lt;/strong&gt;. Was können sie, wie weit kommt man damit und wo liegen die Unterschiede? Wer den Vergleich nachlesen möchte, findet ihn in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/pmr446-vs-cb-funk-vs-freenet-welcher-jedermann-funk-passt-zu-dir/&quot;&gt;PMR446 vs. CB-Funk vs. Freenet&lt;/a&gt; und in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/cb-funk-im-jahr-2026-totgesagt-und-doch-lebendig/&quot;&gt;CB-Funk im Jahr 2026&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei &lt;strong&gt;MeshCore&lt;/strong&gt; geht es um ein Funknetz ganz ohne Handynetz, in dem Nachrichten von Gerät zu Gerät weitergereicht werden. Warum gerade jetzt ein guter Moment zum Einsteigen ist, steht in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcore-funken-ohne-handynetz-mach-mit/&quot;&gt;MeshCore: Funken ohne Handynetz&lt;/a&gt;. Und was für Kinder und Jugendliche in Österreich erlaubt ist, erklärt &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcore-fuer-kinder-und-jugendliche-rechtslage-oesterreich/&quot;&gt;MeshCore für Kinder und Jugendliche&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Auf den Bändern&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das Rufzeichen OE8JOTA wurde von &lt;strong&gt;16. bis 18. Oktober&lt;/strong&gt; in der Luft gehalten. Am Samstag vor Ort saßen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder selbst am Mikrofon, buchstabierten das Rufzeichen und bekamen Antwort. Dieses Gefühl, wenn aus dem Lautsprecher plötzlich eine Stimme aus einem anderen Land antwortet, lässt sich nicht erklären, man muss es erleben.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Das Logbuch in Zahlen&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Ein Blick ins Logbuch zeigt, was in diesen drei Tagen zusammengekommen ist:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;286 QSOs&lt;/strong&gt; mit 270 verschiedenen Stationen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;31 DXCC-Länder auf 4 Kontinenten&lt;/strong&gt;, von Kanada über Kenia bis in die Vereinigten Arabischen Emirate und den Libanon.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;8 Bänder&lt;/strong&gt;, von 160 m bis zum 2-m-Band. Am meisten los war auf 40 m und 80 m, dazu kamen 20 m, 15 m, 30 m und 60 m.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die meisten Verbindungen gingen nach &lt;strong&gt;Deutschland (70)&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Polen (31)&lt;/strong&gt; und in die &lt;strong&gt;Niederlande (27)&lt;/strong&gt;, gefolgt von Österreich, Frankreich und Italien.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Lagerfeuer und Funkerlatein&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Am Samstagabend gehört bei den Pfadfinderinnen natürlich das Lagerfeuer dazu. Die besten Gespräche über Antennen, Ausbreitung und das nächste Projekt finden bekanntlich nicht am Tisch statt, sondern mit warmem Gesicht und kühlem Rücken ums Feuer.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-blick-nach-oben-1024x1365.webp&quot; alt=&quot;Lächelnder Funkamateur lehnt am Holzmast und blickt nach oben zur Antenne&quot; class=&quot;wp-image-90768&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Blick nach oben: Hält die Antenne? Sie hat gehalten.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Danke, danke, danke&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Drei Tage in der Luft und ein Tag vor Ort funktionieren nur, weil viele mit anpacken. Deshalb ein ehrliches Dankeschön:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;An &lt;strong&gt;alle mithelfenden Hände im Hintergrund&lt;/strong&gt;, beim Aufbauen, Abspannen, Kabelziehen, Kochen und Aufräumen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;An &lt;strong&gt;alle, die auf den Bändern freundlich mit den Pfadfinderinnen gesprochen haben&lt;/strong&gt;. Ihr habt Geduld gehabt, Rufzeichen mitbuchstabiert und aus einem kurzen QSO ein Erlebnis gemacht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;An die Pfadfinderinnen und Pfadfinder selbst für Neugier, Fragen und gute Laune.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;An &lt;a href=&quot;https://kaernten-funkt.at&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;&lt;strong&gt;Kärnten funkt&lt;/strong&gt;&lt;/a&gt; für das &lt;strong&gt;Sponsoring des Rufzeichens OE8JOTA&lt;/strong&gt;. Das ist bei den heutigen Gebühren keine Selbstverständlichkeit, dass ein Verein diese Kosten übernimmt. Einfach top.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Digitale QSL-Karte selbst herunterladen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Alle, die mit OE8JOTA ein QSO hatten, können sich die &lt;strong&gt;digitale QSL-Karte&lt;/strong&gt; selbst holen:&lt;/p&gt;

&lt;ol&gt;&lt;li&gt;Auf &lt;a href=&quot;https://www.qrz.com/db/OE8JOTA&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;qrz.com/oe8jota&lt;/a&gt; gehen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;In der &lt;strong&gt;QSL-Sektion&lt;/strong&gt; nach dem eigenen Rufzeichen suchen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Karte herunterladen.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/oe8jota-2026-qsl-beispiel-1024x712.webp&quot; alt=&quot;Beispiel einer digitalen QSL-Karte von OE8JOTA mit erfundenem Rufzeichen OE0DEM, Lagerfeuerfoto im Hintergrund&quot; class=&quot;wp-image-90769&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;So sieht eure digitale QSL-Karte aus (Beispiel mit erfundenem Rufzeichen OE0DEM).&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr. Wer bis dahin die Funkbegeisterung bei Kindern und Jugendlichen weitertragen will, findet in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/jugend-und-amateurfunk-warum-das-hobby-gerade-fuer-junge-leute-spannend-ist/&quot;&gt;Jugend und Amateurfunk&lt;/a&gt; und in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/world-amateur-radio-day-2026-gebt-den-kindern-das-mikrofon/&quot;&gt;Gebt den Kindern das Mikrofon&lt;/a&gt; Anregungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 und bis zum nächsten Mal,&lt;br&gt;Michael, OE8YML&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) auf Basis von Michaels Angaben und Fotos verfasst und redaktionell geprüft. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein, wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/oe8jota-2026-rueckblick-danke/&quot;&gt;OE8JOTA 2026: Danke für drei Tage in der Luft und einen Samstag mit den Pfadfinderinnen&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Funkbetrieb</category><category>Newcomer</category><category>Veranstaltung</category></item><item><title>OE8JOTA ist wieder on air: 16. bis 18. Oktober, Pfadfinderinnen am Mikrofon</title><link>https://oeradio.at/oe8jota-2026-pfadfinderinnen-on-air/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=90747</guid><description>&lt;p&gt;Von 16. bis 18. Oktober ist OE8JOTA wieder in der Luft. Am Samstagnachmittag greifen Pfadfinderinnen selbst zum Mikrofon, auf Kurzwelle, UKW und allem, was geht. Und das Sonderrufzeichen gab es auch heuer wieder ohne Hürden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/oe8jota-2026-pfadfinderinnen-on-air/&quot;&gt;OE8JOTA ist wieder on air: 16. bis 18. Oktober, Pfadfinderinnen am Mikrofon&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Mon, 05 Oct 2026 09:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Das dritte volle Oktoberwochenende gehört seit 1958 den Pfadfinderinnen und Pfadfindern am Funkgerät. Heuer fällt es auf den &lt;strong&gt;16. bis 18. Oktober&lt;/strong&gt;, und Kärnten ist mit einem eigenen Rufzeichen dabei: &lt;strong&gt;OE8JOTA&lt;/strong&gt; ist an allen drei Tagen in der Luft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Höhepunkt steht am &lt;strong&gt;Samstag, 17. Oktober, am Nachmittag&lt;/strong&gt;. Dann sitzen die Pfadfinderinnen selbst am Mikrofon und führen die Gespräche, auf &lt;strong&gt;Kurzwelle, UKW und allem, was sich sonst noch anbietet&lt;/strong&gt;. Wer in der Zeit die Bänder absucht und OE8JOTA hört: bitte rufen. Für ein Kind ist nichts so überzeugend wie die Erfahrung, dass am anderen Ende tatsächlich jemand antwortet.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was JOTA-JOTI ist&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;JOTA steht für &lt;strong&gt;Jamboree on the Air&lt;/strong&gt;, JOTI für &lt;strong&gt;Jamboree on the Internet&lt;/strong&gt;. Die Idee stammt von Leslie R. Mitchell, &lt;strong&gt;G3BHK&lt;/strong&gt;, einem britischen Funkamateur: Wenn schon nicht alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder zu einem Weltlager reisen können, dann sollen sie einander eben über Funk treffen. Die erste Auflage lief 1958, seitdem jedes Jahr.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Aus der Idee ist die größte Veranstaltung der Weltpfadfinderbewegung geworden. 2019 zählte JOTA weltweit rund &lt;strong&gt;1,8 Millionen Teilnehmende an über 32.000 Standorten in 165 Ländern&lt;/strong&gt;. 2023 registrierten sich für JOTA-JOTI gemeinsam 600.000 Personen aus 149 Ländern. Das Motto für 2026 lautet &lt;strong&gt;„A Peaceful and Inclusive World&quot;&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Reiz ist seit fast sieben Jahrzehnten derselbe. Man dreht am Knopf, hört eine fremde Sprache, buchstabiert das eigene Rufzeichen, und am anderen Ende sitzt jemand im selben Alter in einem Land, das man vorher nur aus dem Atlas kannte. Kein Server dazwischen, kein Konto, keine App.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer tiefer einsteigen will: &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/jugend-und-amateurfunk-warum-das-hobby-gerade-fuer-junge-leute-spannend-ist/&quot;&gt;Jugend und Amateurfunk&lt;/a&gt; ordnet ein, warum das Hobby für junge Leute spannend ist, und &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcore-fuer-kinder-und-jugendliche-rechtslage-oesterreich/&quot;&gt;MeshCore für Kinder und Jugendliche&lt;/a&gt; zeigt den lizenzfreien Weg zum ersten eigenen Funkgerät.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Danke ans Fernmeldebüro&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Eine Sache, die nicht selbstverständlich ist: Das &lt;strong&gt;Sonderrufzeichen OE8JOTA wurde auch heuer wieder reibungslos erteilt&lt;/strong&gt;. Antrag eingebracht, Bescheid zurück, fertig. Dass eine Behörde eine Jugendveranstaltung so unkompliziert möglich macht, ist ein stiller, aber konkreter Beitrag zum Nachwuchs im Amateurfunk. Dafür ein ehrliches Danke.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Mitmachen und mithören&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Termin:&lt;/strong&gt; Freitag 16. bis Sonntag 18. Oktober 2026, Schwerpunkt mit den Pfadfinderinnen am Samstagnachmittag.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Rufzeichen:&lt;/strong&gt; OE8JOTA. Die Stationsseite mit allen Details und der QSL-Information steht auf &lt;a href=&quot;https://www.qrz.com/db/OE8JOTA&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;QRZ.com&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Bänder:&lt;/strong&gt; Kurzwelle und UKW, je nach Bedingungen. Ein Blick auf unser &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/bandblick/&quot;&gt;Bandblick&lt;/a&gt;-Dashboard zeigt, wo am Samstag etwas gehen sollte.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Für Funkamateure:&lt;/strong&gt; Wer OE8JOTA hört, möge bitte rufen, auch wenn das QSO kurz bleibt. Genau darum geht es.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Für Gruppen:&lt;/strong&gt; Wer selbst eine Pfadfindergruppe betreut und einmal eine Station aufbauen will, findet die Unterlagen auf &lt;a href=&quot;https://jotajoti.info/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;jotajoti.info&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Wir freuen uns auf das Wochenende. Und falls am Samstag eine etwas unsichere Stimme das Rufzeichen buchstabiert: Genau dafür machen wir das.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Quellen und Links&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.qrz.com/db/OE8JOTA&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;QRZ.com: Stationsseite OE8JOTA&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://jotajoti.info/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;jotajoti.info — offizielle Plattform von JOTA-JOTI&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.scout.org/event/jota-joti-2026&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;World Scout Bureau: JOTA-JOTI 2026, 16. bis 18. Oktober&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://en.wikipedia.org/wiki/Jamboree_on_the_Air&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Wikipedia: Jamboree on the Air, Geschichte seit 1958&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein — wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/oe8jota-2026-pfadfinderinnen-on-air/&quot;&gt;OE8JOTA ist wieder on air: 16. bis 18. Oktober, Pfadfinderinnen am Mikrofon&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Funkbetrieb</category><category>Newcomer</category><category>Veranstaltung</category></item><item><title>MeshCore für Kinder und Jugendliche: Was in Österreich erlaubt ist</title><link>https://oeradio.at/meshcore-fuer-kinder-und-jugendliche-rechtslage-oesterreich/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=90730</guid><description>&lt;p&gt;MeshCore braucht keine Lizenz und kein Mindestalter. Genau deshalb ist es für Kinder das niederschwelligste Funksystem überhaupt. Die Fallstricke liegen nicht im Funkrecht, sondern bei Standortdaten, Haftung und dem, was im Chat passiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcore-fuer-kinder-und-jugendliche-rechtslage-oesterreich/&quot;&gt;MeshCore für Kinder und Jugendliche: Was in Österreich erlaubt ist&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Fri, 02 Oct 2026 18:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Ein Zehnjähriger steckt ein Board für 30 Euro an den Laptop, klickt im Browser auf „Flash&quot;, koppelt das Handy per Bluetooth und schreibt eine Minute später eine Nachricht, die über drei Repeater quer durchs Tal läuft. Ohne Handynetz, ohne SIM, ohne Vertrag. Das ist keine Zukunftsmusik, das ist ein Nachmittag mit &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcore-funken-ohne-handynetz-mach-mit/&quot;&gt;MeshCore&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und genau hier kommt die Frage, die Eltern, Lehrkräfte und Jugendbetreuer sofort stellen: Darf das Kind das überhaupt? Die kurze Antwort lautet ja, ohne Prüfung und ohne Altersgrenze. Die lange Antwort ist interessanter, weil das Funkrecht hier gar nicht das Problem ist. Die Fallstricke liegen woanders.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Das Wichtigste in Kürze&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;MeshCore läuft auf &lt;strong&gt;869,4 bis 869,65 MHz&lt;/strong&gt;, einem generell bewilligten Frequenzbereich. &lt;strong&gt;Keine Lizenz, keine Prüfung, kein Mindestalter.&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Das ist der &lt;strong&gt;entscheidende Unterschied zum Amateurfunk&lt;/strong&gt;: Dort gibt es eine Bewilligung erst ab 14, hier gar keine.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Das eigentliche Risiko ist nicht der Sender, sondern die &lt;strong&gt;Standortfreigabe&lt;/strong&gt;. Sie ist optional und gehört bei Kindern aus.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Unter 14 haftet bei Schäden die &lt;strong&gt;Aufsichtsperson&lt;/strong&gt;, ab 14 das Kind selbst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die einzige &lt;strong&gt;praktische&lt;/strong&gt; Altersgrenze kommt vom App-Store: Apple-ID und Google-Konto gibt es erst ab 14. Über den Laptop geht es auch darunter.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;MeshCore ist kein Notruf.&lt;/strong&gt; 112 bleibt 112.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Warum MeshCore rechtlich völlig anders liegt als Amateurfunk&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Auf oeradio.at geht es meistens um Amateurfunk, und dort ist die Rechtslage für Jugendliche klar geregelt. Die Bewilligung setzt das vollendete 14. Lebensjahr voraus, so steht es in &lt;strong&gt;§ 38 Abs. 1 Z 1 TKG 2021&lt;/strong&gt;. Wer nicht voll handlungsfähig ist, braucht zusätzlich die Erklärung einer voll handlungsfähigen Person, die für die Gebühren haftet. Die Prüfung selbst hat kein Mindestalter, das Rufzeichen gibt es trotzdem erst mit 14. Details stehen in unserem Überblick zur &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunk-gesetzgebung-in-oesterreich-tkg-afv-und-was-man-wissen-muss/&quot;&gt;österreichischen Amateurfunkgesetzgebung&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was unter 14 erlaubt ist, wird oft großzügiger erzählt, als das Gesetz es hergibt. „Mitfunken unter Aufsicht&quot; steht in keiner Verordnung. Das TKG kennt dazu genau einen Fall: den kurzfristigen Betrieb einer &lt;strong&gt;Klubfunkstelle bei einer internationalen Amateurfunkveranstaltung&lt;/strong&gt;, unmittelbar beaufsichtigt von einer Funkamateurin oder einem Funkamateur und zwei Wochen vorher schriftlich beim Fernmeldebüro angezeigt (§ 28 Abs. 2 Z 2 und Abs. 3). Ein Nachmittag im Shack des Nachbarn ist das nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für MeshCore gilt davon nichts.&lt;/strong&gt; Kein einziger Satz. MeshCore ist kein Amateurfunk, sondern läuft im sogenannten SRD-Bereich, den Short Range Devices. Juristisch ist das eine völlig andere Schublade, und das Amateurfunkrecht greift schlicht nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Kette sieht so aus: Das &lt;strong&gt;Telekommunikationsgesetz 2021&lt;/strong&gt; sagt in § 28 Abs. 1, dass Errichtung und Betrieb einer Funkanlage nur zulässig sind, unter anderem „im Rahmen der technischen Bedingungen einer Verordnung nach Abs. 10&quot;. Abs. 10 ermächtigt die zuständige Ministerin, genau diese Verordnung für den Betrieb „ohne individueller Frequenzzuteilung oder Betriebsbewilligung (generelle Bewilligung)&quot; zu erlassen. Das ist seit 15. April 2026 die &lt;strong&gt;Generelle-Funkanlagen-Bewilligungsverordnung 2026 (GenBV 2026)&lt;/strong&gt;, BGBl. II Nr. 93/2026. Sie erteilt die Bewilligung unter anderem für Funkanlagen, die in unionsweit harmonisierten Frequenzbereichen betrieben werden dürfen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Übersetzt: Der Gesetzgeber hat die Erlaubnis einmal pauschal für alle erteilt. Niemand muss etwas beantragen, niemand bekommt ein Rufzeichen, niemand wird registriert. Und weil es keine persönliche Bewilligung gibt, gibt es auch keine Person, die ein Mindestalter erfüllen müsste.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Zahlen, die zählen&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die europäische Fassung der Regeln steht in der &lt;strong&gt;ERC-Empfehlung 70-03&lt;/strong&gt; und im EU-Durchführungsbeschluss zu Funkanlagen geringer Reichweite. Für den Bereich, in dem MeshCore in Europa läuft, gilt:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;869,4 bis 869,65 MHz:&lt;/strong&gt; maximal &lt;strong&gt;500 mW ERP&lt;/strong&gt;, maximal &lt;strong&gt;10 % Duty Cycle&lt;/strong&gt;. Das ist die Spielwiese von MeshCore.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Zum Vergleich, 865 bis 868 MHz: nur 25 mW ERP und 1 % Duty Cycle.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Und 863 bis 870 MHz allgemein: 25 mW ERP bei 0,1 % Duty Cycle.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Der MeshCore-Standard für Österreich ist das Preset &lt;strong&gt;EU/UK (Narrow)&lt;/strong&gt;: &lt;strong&gt;869,618 MHz&lt;/strong&gt;, Bandbreite 62,5 kHz, Spreading Factor 8, Coding Rate 8, Sendeleistung maximal 22 dBm. Alle österreichischen Knoten verwenden diese Einstellungen, sonst hören sie einander nicht. Die Community-Seite &lt;a href=&quot;https://meshcore.at/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;meshcore.at&lt;/a&gt; führt derzeit über 300 aktive Knoten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zwei Dinge, die man dem Kind erklären sollte, weil sie die einzigen echten technischen Pflichten sind:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;500 mW ERP sind inklusive Antennengewinn.&lt;/strong&gt; Wer eine 6-dBi-Antenne ansteckt, muss die Sendeleistung entsprechend zurücknehmen. In der Praxis: Finger weg vom Maximum, wenn eine gute Antenne dranhängt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;10 % Duty Cycle pro Stunde und Gerät.&lt;/strong&gt; MeshCore bleibt im normalen Chatbetrieb deutlich darunter. Problematisch wird es erst, wenn jemand automatisierte Dauersendungen baut.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/meshcore-jugend-lora-node-1024x768.webp&quot; alt=&quot;Selbstgebauter LoRa-Knoten mit Antenne und Gehäuse&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Ein LoRa-Knoten ist überschaubar: Board, Antenne, Gehäuse, Stromversorgung. Genau das macht ihn als Einstiegsprojekt so tauglich. (Bild: Fabian Horst, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Video-Tipp:&lt;/strong&gt; Vom Auspacken bis zum ersten Knoten, Schritt für Schritt.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=yXf5fmceUuA
&lt;/div&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Ab welchem Alter genau? Drei Antworten&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Frage klingt nach einer Zahl, hat aber drei Antworten, je nachdem, worauf man schaut.&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Senden und empfangen: keine Grenze.&lt;/strong&gt; Im ganzen Telekommunikationsgesetz 2021 steht das Wort „Lebensjahr&quot; genau einmal, und zwar beim Amateurfunk. Für 869 MHz steht nirgends ein Alter. Auch die GenBV 2026 kennt nur Geräte, keine Personen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Das Gerät kaufen: ab etwa sieben.&lt;/strong&gt; Kinder zwischen 7 und 14 dürfen nach dem Taschengeldparagrafen (§ 170 Abs. 3 ABGB) kleine Geschäfte selbst abschließen, wirksam sobald bezahlt ist. Ein Board um 30 Euro aus dem Taschengeld fällt darunter. Eine 300-Euro-Solarstation nicht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Die App installieren: faktisch 14.&lt;/strong&gt; Apple-ID und Google-Konto gibt es in Österreich erst ab 14. Darunter läuft es über Familienfreigabe oder Family Link, also über das Konto der Eltern.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Die 14 kommt also nicht vom Funk, sondern vom App-Store. MeshCore selbst ist inhaltlich für jedes Alter freigegeben: Altersfreigabe 4+ bei Apple, „Everyone&quot; bei Google Play.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Und es gibt einen Weg ganz ohne Konto.&lt;/strong&gt; Die Companion-App läuft nicht nur am Handy, sondern auch als Programm für Windows, macOS und Linux. Geflasht wird ohnehin im Browser. Ein Kind unter 14 kann den Knoten also per USB am Laptop bedienen, ohne dass irgendwer ein Store-Konto anlegt. Für Schulen ist das meist der einfachere Weg.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Beim Kauf zählt das CE-Zeichen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die generelle Bewilligung hängt an einer Bedingung, die man leicht übersieht: Sie gilt für Funkanlagen, die den Bestimmungen des &lt;strong&gt;Funkanlagen-Marktüberwachungs-Gesetzes (FMaG 2016)&lt;/strong&gt; entsprechen. Das Gerät braucht also eine ordentliche CE-Konformität, und seine Konstruktion muss den Betrieb auf die zulässigen Parameter beschränken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Praktisch heißt das: Ein Board von einem seriösen Händler mit CE-Kennzeichnung ist unproblematisch. Ein No-Name-Modul, das direkt aus Fernost kommt und sich auf beliebige Frequenzen stellen lässt, ist eine Grauzone, die man Kindern ersparen sollte. Der Preisunterschied liegt bei zehn Euro, das Risiko trägt am Ende die Aufsichtsperson.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die übliche Einstiegshardware kostet zwischen 25 und 80 Euro. Geflasht wird über den Web-Flasher im Browser, ganz ohne Installation. Wer lieber lötet, findet im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/lora-gateway-mit-amateurfunk-lizenz-bruecke-zwischen-funk-und-ip-netz/&quot;&gt;LoRa-Gateway-Artikel&lt;/a&gt; die aufwendigere Variante.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/10/meshcore-jugend-werkstatt-1024x576.webp&quot; alt=&quot;Lötstationen in einer Werkstatt während eines Workshops&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Für den Einstieg braucht es keinen Lötkolben. Für das zweite Projekt dann schon. (Bild: Dbrgn, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Der Standort ist das eigentliche Thema&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Hier wird es ernst, und hier ist das Funkrecht endgültig nicht mehr zuständig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein MeshCore-Knoten sendet in regelmäßigen Abständen ein sogenanntes Advert aus: &lt;strong&gt;Name, Position und öffentlicher Schlüssel&lt;/strong&gt;. Das Advert kann auf den Nahbereich beschränkt sein oder durchs ganze Netz geflutet werden. Die Positionsangabe ist &lt;strong&gt;optional&lt;/strong&gt;, sie wird nicht automatisch gesetzt, sondern bewusst eingetragen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei einem Repeater auf einem Berg ist das sinnvoll und erwünscht, sonst findet ihn die Karte nicht. Bei einem Kind, das den Knoten im Rucksack mit sich herumträgt, ist es das Gegenteil von sinnvoll. Ein geflutetes Advert mit Klarnamen und Koordinaten ist eine öffentlich mitlesbare Aufenthaltsmeldung, und zwar für jeden mit einem Empfänger in Reichweite.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Drei Regeln, die man einmal einstellt und dann vergessen kann:&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Keine Position bei mobilen Knoten.&lt;/strong&gt; Position nur bei fix montierten Repeatern, und auch dort nicht metergenau auf das Kinderzimmerfenster.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kein Klarname im Knotennamen.&lt;/strong&gt; „Max M., Villach&quot; ist schlecht. „OE8-Node-17&quot; ist gut. Repeater dürfen und sollen Ortsnamen tragen, persönliche Knoten nicht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Keine Adresse, keine Schule, kein Vereinsname&lt;/strong&gt; im Profiltext.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf öffentlichen Karten landet ein Knoten von selbst, sobald er ein Advert sendet.&lt;/strong&gt; Niemand trägt ihn dort ein, und niemand kann ihn für euch wieder löschen. Einwilligung ist deshalb der falsche Hebel, der richtige ist Vermeidung: &lt;strong&gt;Standortfreigabe aus, Name ohne Klarname, ohne Schule und ohne Adresse.&lt;/strong&gt; Was der Knoten nicht aussendet, steht auf keiner Karte.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Altersgrenze gibt es im Datenschutzrecht trotzdem, nur an anderer Stelle: Nach &lt;strong&gt;§ 4 Abs. 4 DSG&lt;/strong&gt; kann ein Kind in Österreich erst ab dem vollendeten &lt;strong&gt;14. Lebensjahr&lt;/strong&gt; selbst wirksam in die Verarbeitung seiner Daten bei Diensten der Informationsgesellschaft einwilligen, darunter müssen die Erziehungsberechtigten zustimmen. Das betrifft alles, wo sich das Kind &lt;em&gt;anmeldet&lt;/em&gt;: App-Store, Forum, Discord, Telegram. Das Senden auf einem lizenzfreien Funkband ist kein solcher Dienst, dort gibt es niemanden, gegenüber dem eingewilligt werden könnte.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Wer liest eigentlich mit?&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;MeshCore verschlüsselt. Das ist der zweite große Unterschied zum Amateurfunk, wo Verschlüsselung verboten ist. Im SRD-Bereich ist sie erlaubt, und MeshCore nutzt das.&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Direktnachrichten&lt;/strong&gt; sind Ende-zu-Ende verschlüsselt. Der gemeinsame Schlüssel wird per X25519-Schlüsselaustausch aus dem eigenen privaten und dem fremden öffentlichen Schlüssel abgeleitet. Repeater dazwischen leiten nur Geheimtext weiter, sie können nicht mitlesen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Öffentliche Kanäle&lt;/strong&gt; sind zwar auch verschlüsselt, aber mit einem Schlüssel, den jedes MeshCore-Gerät ab Werk kennt. Das ist &lt;strong&gt;keine&lt;/strong&gt; Vertraulichkeit, das ist Rauschunterdrückung. Was im Kanal &lt;code&gt;#austria&lt;/code&gt; steht, liest die halbe Republik.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Diesen Unterschied muss ein Kind verstehen, bevor es den ersten Knoten einschaltet. Die Faustregel ist simpel und sitzt schnell: &lt;strong&gt;Alles im Kanal ist öffentlich wie ein Aushang am Schwarzen Brett. Nur die Direktnachricht an einen konkreten Kontakt ist privat.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Technisch sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass auch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht makellos ist: MeshCore verwendet AES-128 im ECB-Modus, und ECB verrät Muster bei wiederholten Blöcken. Für Jugendchat völlig ausreichend, für Geheimnisse nicht. Wer Vertrauliches zu besprechen hat, nimmt Signal, nicht den Mesh.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Mithören, Weiterleiten, Loggen: wo die Grenze liegt&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Ein Mesh-Knoten tut per Definition etwas, das nach fremden Nachrichten klingt: Er nimmt Pakete von anderen entgegen und gibt sie weiter. Ist das Abhören?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nein, und das steht sogar ausdrücklich im Gesetz. &lt;strong&gt;§ 161 Abs. 3 TKG 2021&lt;/strong&gt; verbietet zwar „das Mithören, Abhören, Aufzeichnen, Abfangen oder sonstige Überwachen von Nachrichten und der damit verbundenen Verkehrs- und Standortdaten sowie die Weitergabe von Informationen darüber durch andere Personen als einen Benutzer ohne Einwilligung aller beteiligten Benutzer&quot;. Derselbe Absatz nimmt aber „eine technische Speicherung, die für die Weiterleitung einer Nachricht erforderlich ist&quot; ausdrücklich aus. Genau das ist ein Repeater. Store and forward ist erlaubt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was nicht erlaubt ist: den Verkehr systematisch mitschneiden, auswerten und veröffentlichen. Wer einen Knoten so baut, dass er alles protokolliert und die Logs ins Netz stellt, verlässt die Ausnahme. Im Strafrecht kommt dann &lt;strong&gt;§ 119 StGB&lt;/strong&gt; ins Spiel, die Verletzung des Telekommunikationsgeheimnisses. Wer eine Vorrichtung benützt, um sich vom Inhalt einer nicht für ihn bestimmten Nachricht Kenntnis zu verschaffen, riskiert bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Verfolgt wird nur auf Ermächtigung des Verletzten, aber darauf sollte man es nicht ankommen lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mithören und Weitergeben sind zwei verschiedene Dinge, und das Gesetz behandelt sie getrennt.&lt;/strong&gt; Für das Aufzeichnen, Zugänglichmachen oder Veröffentlichen einer „nicht für ihn bestimmten&quot; Nachricht gilt &lt;strong&gt;§ 120 Abs. 2a StGB&lt;/strong&gt;: bis zu drei Monate Freiheitsstrafe oder 180 Tagessätze, ebenfalls nur auf Ermächtigung des Verletzten. Beide Normen haben dieselbe Voraussetzung, nämlich dass die Nachricht nicht für den Lesenden bestimmt war. Beim öffentlichen Kanal mit bekanntem Schlüssel ist sie das sehr wohl, er fällt damit aus beiden Tatbeständen heraus. Wer dagegen Direktnachrichten anderer mitschreibt, fällt in beide.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dreimal durchdekliniert:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Öffentlichen Kanal mitlesen:&lt;/strong&gt; kein Tatbestand. Der Schlüssel steckt in jedem Gerät, jeder Teilnehmer ist Adressat. Das ist der Zweck eines öffentlichen Kanals.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Direktnachrichten oder fremde private Kanäle aufbrechen:&lt;/strong&gt; § 119 StGB, bis zwei Jahre, nur auf Ermächtigung des Verletzten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Fremde Nachrichteninhalte weitergeben oder veröffentlichen:&lt;/strong&gt; § 120 Abs. 2a StGB, bis drei Monate oder 180 Tagessätze, nur auf Ermächtigung des Verletzten.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Für die Praxis mit Kindern heißt das zweierlei. Erstens: Einen Repeater betreiben ist völlig in Ordnung und sogar erwünscht. Zweitens: Den öffentlichen Kanal zu lesen ist erlaubt, das Weitertragen dessen, was dort steht, ist eine Frage des Anstands, bevor es eine des Gesetzes wird.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Haftung: die Altersgrenze 14 kommt durch die Hintertür zurück&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Im Funkrecht gibt es kein Mindestalter. Im Zivilrecht sehr wohl, und zwar an derselben Stelle wie beim Amateurfunk.&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Unter 14&lt;/strong&gt; sind Kinder deliktsunfähig. Verursachen sie einen Schaden, haftet nach &lt;strong&gt;§ 1309 ABGB&lt;/strong&gt; die Aufsichtsperson, allerdings nur, wenn sie ihre Aufsichtspflicht schuldhaft verletzt hat und das für den Schaden ursächlich war. Der Umfang der Aufsicht bemisst sich nach Alter, Eigenschaften und Entwicklung des Kindes.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Ab 14&lt;/strong&gt; sind mündige Minderjährige deliktsfähig und haften selbst, mit ihrem eigenen Vermögen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ab 14 beginnt auch die &lt;strong&gt;Strafmündigkeit&lt;/strong&gt;. Wer darunter liegt, ist strafunmündig.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Was kann bei einem 30-Euro-Board überhaupt passieren? Realistisch wenig. Ein Knoten auf dem Balkon richtet keinen Schaden an. Relevant wird es in zwei Situationen: wenn jemand eine Antenne auf dem Dach montiert und dabei etwas beschädigt, und wenn im Chat etwas passiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Letzteres ist der häufigere Fall. Ein Mesh-Netz ist ein Chat, und in Chats passiert, was in Chats eben passiert. &lt;strong&gt;§ 107c StGB&lt;/strong&gt; stellt fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation unter Strafe, umgangssprachlich Cybermobbing: bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe oder 720 Tagessätze, bei schweren Folgen bis zu drei Jahre. Dass das Netz technisch dezentral ist und niemand es betreibt, ändert daran nichts. Ein öffentlicher Kanal ist eine Öffentlichkeit.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;MeshCore ist kein Notruf&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der Punkt steht hier in einem eigenen Absatz, weil er der einzige in diesem Artikel ist, bei dem ein Missverständnis echten Schaden anrichten kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;MeshCore ist kein Notrufsystem.&lt;/strong&gt; Es gibt keine Betreiberin, keine Verfügbarkeitsgarantie, keine Leitstelle, die zuhört, und keine Verpflichtung von irgendjemandem, eine Nachricht weiterzuleiten. Ob ein Repeater gerade läuft, hängt davon ab, ob jemand anderer sein Solarpanel sauber gehalten hat. Das ist der Charme des Systems und gleichzeitig seine Grenze.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer mit Kindern über Mesh redet, sollte den Satz trotzdem hinschreiben, weil die Versuchung groß ist: „Funk ohne Handynetz&quot; klingt für ein Kind sehr nach Rettungsleine. &lt;strong&gt;Im Notfall gilt 112, und wenn kein Netz da ist, gilt 112 trotzdem&lt;/strong&gt;, weil der Notruf über jedes verfügbare Netz geht, auch ohne eigene SIM. Der Mesh ist die Ergänzung, nie der Ersatz. Wer echtes Notfunkinteresse hat, landet früher oder später beim &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/jugend-und-amateurfunk-warum-das-hobby-gerade-fuer-junge-leute-spannend-ist/&quot;&gt;Amateurfunk&lt;/a&gt;, und das ist eine gute Entwicklung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Video-Tipp:&lt;/strong&gt; Ein Repeater im Eigenbau auf 868 MHz, inklusive Gehäuse und Stromversorgung.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=aQTysCO3k4o
&lt;/div&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;In der Schule und in der Jugendgruppe&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Für Schulen und Jugendgruppen ist MeshCore fast zu gut geeignet, um wahr zu sein: kein Antrag, keine Gebühr, keine Prüfung, Hardware im Preisbereich eines Taschenrechners, und am Ende steht ein Netz, das die Gruppe selbst gebaut hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was man vorher klären sollte:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Montage am Gebäude&lt;/strong&gt; ist Sache des Schulerhalters, nicht der Lehrkraft. Ein Knoten am Fensterbrett ist etwas anderes als eine Antenne am Dach.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Die Aufsichtspflicht bleibt bestehen.&lt;/strong&gt; Ein Mesh-Projekt ist Unterricht, kein Freibrief für unbeaufsichtigtes Chatten.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Knotennamen vorher vereinbaren.&lt;/strong&gt; Schulkürzel plus Nummer, keine Schülernamen. Das ist in fünf Minuten geklärt und erspart später Diskussionen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Der öffentliche Kanal ist öffentlich.&lt;/strong&gt; Dieser Satz gehört an die Tafel, bevor das erste Gerät eingeschaltet wird.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Als Projektformat funktioniert das gut, weil es sich staffeln lässt: erste Stunde flashen und koppeln, zweite Stunde Reichweite messen, dritte Stunde Antennen vergleichen, vierte Stunde einen Repeater planen. Wie gut Funk als Schulthema trägt, haben die &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/aktivitaetstage-amateurfunk-htl-villach-2026/&quot;&gt;Aktivitätstage an der HTL Villach&lt;/a&gt; und der &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/funkparcours-funkspiele-fuer-alle-auch-mit-pmr-getestet-an-der-htl-villach/&quot;&gt;Funkparcours&lt;/a&gt; gezeigt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Vergleich: Was darf ein Kind womit?&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;MeshCore (869 MHz):&lt;/strong&gt; generell bewilligt, kein Mindestalter, keine Prüfung, Verschlüsselung erlaubt, Textnachrichten. Reichweite je nach Gelände 1 bis 20 km direkt, über Repeater deutlich weiter.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Meshtastic (868 MHz):&lt;/strong&gt; rechtlich dieselbe Schublade, andere Firmware, anderes Netz. Beide Welten koexistieren in Österreich, siehe &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshtastic-in-der-praxis-off-grid-messaging-mit-lora-mesh/&quot;&gt;unseren Praxisartikel&lt;/a&gt; und die &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/oeradio-meshmap-alle-meshtastic-nodes-auf-einen-blick/&quot;&gt;Meshmap&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;PMR446 und CB-Funk:&lt;/strong&gt; ebenfalls bewilligungsfrei und ohne Altersgrenze, dafür Sprache statt Text und deutlich weniger Reichweite. Der &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/pmr-vs-meshtastic-vs-cb-funk-drei-lizenzfreie-funksysteme-im-vergleich/&quot;&gt;Dreiervergleich&lt;/a&gt; ordnet das ein.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Amateurfunk:&lt;/strong&gt; Prüfung in jedem Alter ablegbar, eigenes Rufzeichen ab 14. Darunter sieht das Gesetz nur den eng begrenzten Fall der beaufsichtigten Klubfunkstelle vor. Dafür hohe Leistung, weltweite Reichweite und eigene Frequenzen. Welche Klasse wofür taugt, steht im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/welche-lizenzklasse-ist-die-richtige-fuer-mich-klasse-1-vs-3-vs-4-im-vergleich/&quot;&gt;Lizenzklassen-Vergleich&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;MeshCom:&lt;/strong&gt; die Amateurfunk-Variante des Mesh-Gedankens und damit lizenzpflichtig, siehe &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcom-vs-meshtastic-lora-mesh-netzwerke-fuer-funkamateure/&quot;&gt;MeshCom vs. Meshtastic&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Die ehrliche Einordnung: MeshCore ist der niederschwelligste Einstieg in Funk, den es derzeit gibt. Es ist kein Ersatz für den Amateurfunk, sondern die Rampe davor. Ein Kind, das versteht, warum ein Knoten auf dem Hügel mehr bringt als zehn Watt mehr Leistung, hat die wichtigste Lektion des Funkens schon gelernt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Checkliste für Eltern&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Gerät&lt;/strong&gt; von einem seriösen Händler mit CE-Kennzeichnung, kein Grauimport.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Preset EU/UK (Narrow)&lt;/strong&gt;, 869,618 MHz, Sendeleistung nicht höher als nötig.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Standortfreigabe aus&lt;/strong&gt;, solange der Knoten mobil ist.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Knotenname ohne Klarnamen&lt;/strong&gt;, ohne Adresse, ohne Schule.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Einmal gemeinsam erklären:&lt;/strong&gt; Kanal ist öffentlich, Direktnachricht ist privat.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Erklären, was offen ist und was nicht:&lt;/strong&gt; Den öffentlichen Kanal darf jeder mitlesen, das ist sein Zweck. Direktnachrichten anderer aufzubrechen ist strafbar. Und was man im öffentlichen Kanal liest, trägt man nicht weiter, das ist eine Frage des Anstands, bevor es eine des Gesetzes wird.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Einmal gemeinsam klarstellen:&lt;/strong&gt; Im Notfall 112, nicht der Mesh.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Bei Montage am Dach:&lt;/strong&gt; Eltern machen das, nicht das Kind.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Fazit&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;MeshCore ist für Kinder und Jugendliche in Österreich ohne Altersgrenze erlaubt. Es gibt kein Mindestalter, keine Prüfung und keine Meldepflicht, weil der Gesetzgeber die Erlaubnis über die GenBV 2026 pauschal für alle erteilt hat. Wer ein konformes Gerät kauft und das Standard-Preset verwendet, bewegt sich innerhalb der Grenzen, ohne darüber nachdenken zu müssen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Aufmerksamkeit gehört woanders hin. Die Standortfreigabe ist die eine Einstellung, die man bewusst treffen muss. Der Unterschied zwischen öffentlichem Kanal und Direktnachricht ist das eine Konzept, das ein Kind verstehen muss. Und die Haftung läuft ab 14 auf das Kind selbst über, davor auf die Aufsichtsperson.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das klingt nach viel, ist aber ein Gespräch von zehn Minuten und drei Häkchen in den Einstellungen. Danach bleibt ein Hobby, das Technik, Geografie, Physik und ein bisschen Nachbarschaft in ein einziges Gerät packt, das in die Hosentasche passt. In Österreich sind derzeit über 300 Knoten aktiv. Einer davon kann der eures Kindes sein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Quellen und weiterführende Links&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=20011678&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;RIS: Telekommunikationsgesetz 2021 (TKG 2021) — § 28 Errichtung und Betrieb von Funkanlagen, § 161 Kommunikationsgeheimnis&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2026_II_93/BGBLA_2026_II_93.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;BGBl. II Nr. 93/2026: Generelle-Funkanlagen-Bewilligungsverordnung 2026 (GenBV 2026), PDF&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://docdb.cept.org/download/4635&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;CEPT ERC-Empfehlung 70-03: Short Range Devices, Annex h (863–870 MHz), PDF&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX%3A32025D0105&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Durchführungsbeschluss (EU) 2025/105 zu Funkanlagen geringer Reichweite&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/119&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;§ 119 StGB: Verletzung des Telekommunikationsgeheimnisses&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/107c&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;§ 107c StGB: Fortdauernde Belästigung im Wege einer Telekommunikation&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.dataprotect.at/dsg/4-dsg/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;§ 4 DSG: Einwilligung von Kindern ab dem vollendeten 14. Lebensjahr&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.dsb.gv.at/aufgaben-taetigkeiten/informationen-fur-teens-kids.html&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Datenschutzbehörde Österreich: Informationen für Teens &amp;amp; Kids&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.jusline.at/gesetz/abgb/paragraf/170&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;§ 170 ABGB: Handlungsfähigkeit des Kindes (Taschengeldparagraf)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://support.google.com/accounts/answer/1350409?hl=de&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Google: Mindestalter für Google-Konten nach Land&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://meshcore.at/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;meshcore.at — MeshCore Österreich: Einstellungen, Karte, Community&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://meshcoreeurope.org/en/repeater-guide/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;MeshCore Europe: Repeater Deployment Guide&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://github.com/meshcore-dev/MeshCore&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;MeshCore auf GitHub (Firmware, FAQ, Rollen)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://flasher.meshcore.io/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;MeshCore Web-Flasher&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;&lt;a href=&quot;https://www.fb.gv.at/&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Fernmeldebüro: Funkschnittstellen-Beschreibungen und Zuständigkeit&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Korrekturhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Korrektur vom 3. Oktober 2026:&lt;/strong&gt; Die Empfehlung zum Karteneintrag war auf die Einwilligung nach § 4 Abs. 4 DSG gestützt, die dort nicht greift, weil das Senden auf einem lizenzfreien Funkband kein Dienst der Informationsgesellschaft ist. Die Altersangabe beim Amateurfunk war zu knapp: Die Prüfung ist in jedem Alter ablegbar, nur das eigene Rufzeichen setzt 14 Jahre voraus. Beide Stellen sind berichtigt. Ergänzt wurde § 120 Abs. 2a StGB samt der Klarstellung, dass das Mitlesen eines öffentlichen Kanals mit bekanntem Schlüssel weder unter § 119 noch unter § 120 StGB fällt. Im Fazit steht statt „uneingeschränkt erlaubt&quot; nun „ohne Altersgrenze erlaubt&quot;, weil CE-Konformität, 500 mW ERP und 10 % Duty Cycle sehr wohl Einschränkungen sind.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nachtrag vom 3. Oktober 2026:&lt;/strong&gt; Eine Nachrecherche in den Volltexten hat ergeben, dass die Formulierung „darunter Betrieb unter Aufsicht&quot; zu weit war. Eine allgemeine Regel dieser Art gibt es weder im TKG 2021 noch in der Amateurfunkverordnung; das Gesetz kennt nur die beaufsichtigte Klubfunkstelle bei internationalen Veranstaltungen (§ 28 Abs. 2 Z 2). Die Stelle ist präzisiert. Neu hinzugekommen ist der Abschnitt „Ab welchem Alter genau?&quot; mit dem Taschengeldparagrafen und der faktischen App-Store-Grenze von 14 Jahren. Außerdem heißt es jetzt „handlungsfähig&quot; statt „geschäftsfähig&quot;, weil das TKG diesen Begriff verwendet.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Bildnachweise&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;&lt;li&gt;Selbstbau-LoRa-Gateway: &lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2018-08-15_-_DIY_LoRaWAN_Gateway_(1).jpg&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Fabian Horst&lt;/a&gt;, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons&lt;/li&gt;

&lt;li&gt;Lötstationen im Hackerspace: &lt;a href=&quot;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Soldering_stations_at_Coredump_Hackerspace.jpg&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;Dbrgn&lt;/a&gt;, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Videos: &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=yXf5fmceUuA&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;ShotokuTech&lt;/a&gt;, &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=aQTysCO3k4o&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noreferrer noopener&quot;&gt;AW Services&lt;/a&gt;. Einbettung über YouTube, die Rechte liegen bei den jeweiligen Kanälen.&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Das Titelbild wurde mit KI (ChatGPT, OpenAI) erstellt. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Er ersetzt keine Rechtsberatung: Gesetze und Verordnungen ändern sich, und die Beurteilung im Einzelfall obliegt den zuständigen Behörden, bei Funkfragen dem Fernmeldebüro. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein — wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcore-fuer-kinder-und-jugendliche-rechtslage-oesterreich/&quot;&gt;MeshCore für Kinder und Jugendliche: Was in Österreich erlaubt ist&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Jedermannfunk</category><category>Technik</category></item><item><title>Antennen und Mietrecht in Österreich: Wer muss zustimmen, und wie bekommt man es?</title><link>https://oeradio.at/antennen-und-mietrecht-in-oesterreich-darf-ich-eine-antenne-aufstellen/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=4630</guid><description>&lt;p&gt;Die Frage ist nicht, welche Antenne. Die Frage ist, wer zustimmen muss, was passiert, wenn niemand antwortet, und wie die Anzeige aussehen soll, damit das Schweigen für dich arbeitet. Mit § 9 MRG im Detail, der Zwei-Monats-Frist, OGH-Judikatur und einem Musterbrief zum Abschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/antennen-und-mietrecht-in-oesterreich-darf-ich-eine-antenne-aufstellen/&quot;&gt;Antennen und Mietrecht in Österreich: Wer muss zustimmen, und wie bekommt man es?&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Mon, 28 Sep 2026 07:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Die meisten Antennenprobleme in Mehrparteienhäusern sind keine Antennenprobleme. Sie sind Zuständigkeitsprobleme. Welche Antenne technisch in eine Wohnung passt und was Unsichtbarkeit an Leistung kostet, haben wir in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/stealth-antennen-fuer-wohnung-und-hoa-unsichtbar-funken/&quot;&gt;Stealth-Antennen für Wohnung und HOA&lt;/a&gt; aufgeschrieben. Hier geht es um die andere Hälfte: Wer muss zustimmen, was passiert, wenn niemand antwortet, wie eine Anzeige aussehen soll, damit die Fristen für dich arbeiten, und wohin man geht, wenn die Antwort Nein lautet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ist kein juristisches Beiwerk, sondern der Teil, an dem die Sache tatsächlich scheitert oder gelingt. Und es lohnt sich, weil das österreichische Recht an einer entscheidenden Stelle freundlicher ist, als die meisten glauben: Schweigen kann Zustimmung bedeuten.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Wie viele das betrifft&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Nach der Mikrozensus-Wohnungserhebung von Statistik Austria wohnen in Wien 78 Prozent der Privathaushalte in Miete, inklusive Untermiete. Österreichweit leben 36 Prozent der Haushalte im Hauseigentum. Für Funkamateure heißt das: Die Mehrheit verfügt nicht über ein eigenes Dach, über das sie allein entscheiden kann.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein generelles Antennenverbot gibt es in Österreich nicht. Ein ausdrückliches Recht auf eine Sendeantenne aber auch nicht. Was es gibt, sind drei getrennte Ebenen, die regelmäßig durcheinandergeworfen werden.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Drei Ebenen, die nichts miteinander zu tun haben&lt;/h2&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Amateurfunkrecht&lt;/strong&gt;: Die Amateurfunkbewilligung erlaubt dir, eine Funkstelle zu betreiben. Sie sagt kein Wort darüber, ob du an einer fremden Fassade bohren darfst. Was das Bewilligungsrecht regelt und was nicht, steht in unserem Überblick zur &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunk-gesetzgebung-in-oesterreich-tkg-afv-und-was-man-wissen-muss/&quot;&gt;Amateurfunk-Gesetzgebung&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Privatrecht&lt;/strong&gt;: Mietvertrag, Mietrechtsgesetz, Wohnungseigentumsgesetz. Hier entscheidet sich, ob Vermieter oder Miteigentümer mitreden.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Öffentliches Baurecht&lt;/strong&gt;: Die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Sie interessiert sich nicht dafür, wem das Haus gehört, sondern nur für Größe, Standort und Ortsbild.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Alle drei können unabhängig voneinander Nein sagen. Eine bewilligungsfreie Antenne nach der Bauordnung darf der Vermieter trotzdem ablehnen, und eine vom Vermieter genehmigte Antenne kann in einer Schutzzone baurechtlich unzulässig sein.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped&quot;&gt;&lt;figure class=&quot;wp-block-image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/antennenrecht-dachantennen-1024x702.webp&quot; alt=&quot;Antennen auf einem Hausdach in Bad Ischl&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Wenn alle drei Ebenen mitspielen, sieht es so aus. Dachantennen in Bad Ischl, Oberösterreich. (Foto: P e z i, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Mieter: § 9 MRG und die Zwei-Monats-Frist&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der zentrale Paragraf heißt § 9 MRG, Veränderungen durch den Hauptmieter. Sein Mechanismus ist für Funkamateure der wichtigste Satz im ganzen Wohnrecht: &lt;strong&gt;Du zeigst die Veränderung schriftlich an, und wenn der Vermieter nicht innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Anzeige widerspricht, gilt seine Zustimmung als erteilt.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Widerspricht er, ist damit nicht Schluss. Er darf die Zustimmung nur verweigern, wenn eine der Voraussetzungen des § 9 Abs 1 nicht erfüllt ist. Dort stehen sieben Punkte, unter anderem, dass die Veränderung dem Stand der Technik entspricht, einem wichtigen Interesse des Hauptmieters dient und nach Z 5 keine Beeinträchtigung schutzwürdiger Interessen des Vermieters oder anderer Mieter zu besorgen ist. Die Beweislast für eine solche Beeinträchtigung liegt nach der Judikatur beim Vermieter, nicht bei dir.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Der Haken, den wir selbst falsch dargestellt hatten&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;§ 9 Abs 2 MRG listet Veränderungen auf, bei denen die Voraussetzungen von Gesetzes wegen als erfüllt gelten. Z 5 nennt ausdrücklich Antennen, und genau hier wird es oft zu großzügig gelesen. Der Wortlaut umfasst die Anbringung der nach dem Stand der Technik notwendigen Antennen und sonstigen Einrichtungen &lt;strong&gt;für den Hörfunk- und Fernsehempfang sowie für Multimediadienste&lt;/strong&gt;, sofern der Anschluss an eine bestehende Einrichtung nicht möglich oder nicht zumutbar ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das ist ein Empfangsprivileg. Eine Amateurfunkantenne, mit der auch gesendet wird, fällt nicht darunter. Sie muss den allgemeinen Weg über Abs 1 gehen, also über das wichtige Interesse und die Abwägung. In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, die Argumentation der Sat-Judikatur lasse sich grundsätzlich übertragen. Das ist zu einfach, und die Unterscheidung ist wichtig, wenn ein Hausverwalter mit dem Gesetzestext in der Hand antwortet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die gute Nachricht: Die Zwei-Monats-Frist des Abs 1 gilt trotzdem. Sie hängt nicht am Privileg, sondern an der ordentlichen Anzeige.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Rückbau&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Bei Veränderungen, die nicht unter Abs 2 fallen, darf der Vermieter seine Zustimmung nach Abs 3 davon abhängig machen, dass du bei Ende des Mietverhältnisses den früheren Zustand wiederherstellst. Für eine Klemmmontage am Balkongeländer ist das kein Thema, für eine Fassadendurchführung schon. Wer den Rückbau von sich aus anbietet, nimmt dem Gespräch die Schärfe.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Der wichtigste Vorbehalt: gilt § 9 überhaupt?&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;§ 9 steht im Vollanwendungsbereich des MRG. Vereinfacht: Vollanwendung betrifft Wohnungen in Gebäuden mit einer Baubewilligung vor dem 1. Juli 1953, bei Eigentumswohnungen vor dem 9. Mai 1945. Freifinanzierter Neubau auf Basis einer Baubewilligung nach dem 30. Juni 1953 fällt nach § 1 Abs 4 MRG in die Teilanwendung, und dort gelten nur einzelne Bestimmungen, etwa zu Befristungen, Kündigungsschutz und Eintrittsrecht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für die Antenne heißt das: &lt;strong&gt;Im Neubau kannst du dich nicht auf § 9 und die Zustimmungsfiktion stützen.&lt;/strong&gt; Dann zählt, was im Mietvertrag steht, und daneben das allgemeine Zivilrecht. Bevor du also eine Anzeige mit Fristberechnung losschickst, lohnt der Blick auf das Baujahr und in den Vertrag. In der Altbauwohnung im Gründerzeithaus bist du in einer deutlich besseren Position als im Neubau von 2015, und das ist die einzige Stelle, an der Altbau wohnrechtlich ein Vorteil ist.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Wohnungseigentum: § 16 WEG&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wer eine Eigentumswohnung besitzt, hat innerhalb der eigenen vier Wände freie Hand. Sobald allgemeine Teile betroffen sind, also Fassade, Dach, Außenwand oder in der Regel auch die Balkonbrüstung, greift § 16 Abs 2 WEG 2002.&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;Die Änderung darf keine Schädigung des Hauses und keine Beeinträchtigung schutzwürdiger Interessen der anderen Wohnungseigentümer bewirken, insbesondere keine Beeinträchtigung des äußeren Erscheinungsbildes und keine Gefahr für Sicherheit.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Werden allgemeine Teile in Anspruch genommen, muss die Änderung entweder verkehrsüblich sein oder einem wichtigen Interesse des Wohnungseigentümers dienen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ist eine Beeinträchtigung möglich, brauchst du die Zustimmung aller anderen Wohnungseigentümer. Fehlt sie, kann das Außerstreitgericht sie ersetzen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Und die Falle, die viele erwarten: Die mit der WEG-Novelle 2022 eingeführte Zustimmungsfiktion des § 16 Abs 5, also Schweigen innerhalb von zwei Monaten gilt als Zustimmung, betrifft nur privilegierte Vorhaben. Aufgezählt sind unter anderem barrierefreie Ausgestaltung, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Photovoltaik einschließlich Balkonkraftwerk, harmonisch eingefügte Verschattung und einbruchsichere Türen. &lt;strong&gt;Antennen sind nicht dabei.&lt;/strong&gt; In der Eigentümergemeinschaft arbeitet das Schweigen also nicht für dich, anders als beim Altbau-Mieter.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Praktische Folge: In der Eigentumswohnung ist die Antenne, die gar keine allgemeinen Teile berührt, strategisch klar überlegen. Freistehend auf dem eigenen Balkon, Klemmmontage, keine Bohrung, kein Überstand über die Bauflucht.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was die Gerichte sagen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die einschlägige Judikatur stammt fast durchwegs von Satellitenantennen, und sie ist trotzdem nützlich, weil sie die Abwägungslinien zeigt. Der OGH hat in der Entscheidung 5 Ob 199/03f vom 21. Oktober 2003 mehrere Punkte geklärt:&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;Das Recht, eine Parabolantenne zu nutzen, ist im Licht des Art 10 EMRK grundsätzlich jedem zuzugestehen, auch im Mietverhältnis.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ein bestehender Kabelanschluss allein ist kein Grund, die Antenne zu verweigern.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;§ 9 MRG gibt aber keinen Anspruch auf einen bestimmten Montageort. Der Vermieter darf einen zumutbaren Alternativstandort verlangen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die Beweislast für die Beeinträchtigung schutzwürdiger Interessen nach § 9 Abs 1 Z 5 trägt der Vermieter.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ehrlich eingeordnet: Das EMRK-Argument trägt beim Empfang weiter als beim Senden. Informationsfreiheit schützt den Zugang zu Informationen, nicht die eigene Aussendung. Wer mit dieser Judikatur argumentiert, sollte deshalb den Teil betonen, der übertragbar ist, nämlich die Abwägungsmethodik und die Beweislastverteilung, und nicht behaupten, es gäbe ein Grundrecht auf die eigene Yagi.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped&quot;&gt;&lt;figure class=&quot;wp-block-image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/antennenrecht-satschuesseln-1024x768.webp&quot; alt=&quot;Wohnblock, an dessen Balkonen mehrere Satellitenschüsseln montiert sind&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Das stärkste Argument hängt meist schon an der eigenen Fassade: Wo Sat-Schüsseln geduldet werden, ist eine kleinere Antenne schwer als unzumutbar darzustellen. (Beispielfoto aus Polen: Krzysztof Popławski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Bauordnung: neun Länder, neun Antworten&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Baurecht ist Landessache, und die Unterschiede sind größer als die oft zitierte Zwei-Meter-Regel vermuten lässt. Drei belegbare Beispiele:&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-table is-style-stripes&quot;&gt;&lt;table&gt;&lt;thead&gt;&lt;tr&gt;&lt;th&gt;Land&lt;/th&gt;&lt;th&gt;Regelung&lt;/th&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/thead&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Wien&lt;/td&gt;&lt;td&gt;§ 62a Abs 1 Z 24 BO: Antennen-, Funk-, Solarthermie- und Parabolanlagen sind bewilligungsfrei, außerhalb von Grünland-Schutzgebiet, Schutzzonen und Gebieten mit Bausperre. In Schutzzonen dagegen bewilligungspflichtig, und das Stadtbild bleibt Maßstab.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Oberösterreich&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Antennenanlagen über drei Meter Höhe einschließlich Mast, gemessen vom Fußpunkt, sind im Wohn-, Dorf-, Kern- und Mischgebiet baubewilligungspflichtig. In anderen Widmungen, etwa Betriebsbaugebiet oder Grünland, nur anzeigepflichtig.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Niederösterreich&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Ein freistehender Antennentragmast ist als Errichtung eines Bauwerks bewilligungspflichtig, ebenso die Befestigung eines Tragmasts an einem Gebäude als Änderung. Antennen ohne Mast sind deutlich einfacher.&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Für die übrigen Länder gilt die gleiche Logik in anderer Verpackung: kleine, am Gebäude befestigte Antennen ohne wesentlichen Überstand sind meist frei, freistehende Masten und alles, was das Ortsbild prägt, ist genehmigungspflichtig. Die Auskunft beim Bauamt der Gemeinde ist kostenlos, dauert oft nur ein Telefonat und ist im Streitfall Gold wert. Wer plant, gleich richtig zu bauen, findet die technische Seite in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/masten-und-tuerme-antennentraeger-planen-und-aufstellen/&quot;&gt;Masten und Türme&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Der Musterbrief&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Anzeige nach § 9 MRG ist kein Formular, sie muss nur zugehen und verständlich beschreiben, was du vorhast. Genau daran scheitern die meisten Versuche, weil sie zu vage sind. Dieser Text deckt ab, was er abdecken muss, und startet die Frist:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote class=&quot;wp-block-quote&quot;&gt;
&lt;p&gt;Betreff: Anzeige einer Veränderung gemäß § 9 MRG, Wohnung Top 12, Musterstraße 1&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sehr geehrte Damen und Herren,&lt;br&gt;ich zeige Ihnen hiermit die geplante Anbringung einer Empfangs- und Sendeantenne für den Amateurfunkdienst an meinem Balkon an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausführung: runde Rahmenantenne, Durchmesser 90 cm, Gesamthöhe inklusive Stativ 1,6 m, freistehend beziehungsweise mit Schraubklemme am Geländer. Keine Bohrung in Fassade, Brüstung oder Mauerwerk. Das Antennenkabel wird über eine flache Fensterdurchführung geführt, ohne bauliche Veränderung. Die Antenne ragt nicht über die Balkonbrüstung hinaus und ist von der Straße aus nicht höher sichtbar als die vorhandenen Satellitenantennen im Haus. Eine Skizze und ein Foto der geplanten Situation liegen bei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich betreibe den Amateurfunkdienst auf Grundlage einer behördlichen Amateurfunkbewilligung, Rufzeichen OE0XYZ. Der Betrieb erfolgt mit geringer Leistung, die einschlägigen technischen Normen zu Erdung und Störungsminimierung werden eingehalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich sichere zu, die Antenne bei Beendigung des Mietverhältnisses rückstandsfrei zu entfernen und etwaige Schäden aus der Montage zu tragen. Meine Haftpflichtversicherung deckt Schäden durch die Anlage, eine Bestätigung kann ich vorlegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sollten Sie Einwände haben, bitte ich um schriftliche Mitteilung innerhalb von zwei Monaten ab Zugang dieses Schreibens. Für Rückfragen oder einen Termin vor Ort stehe ich gerne zur Verfügung.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Fünf Dinge machen diesen Brief wirksam. Er ist nachweisbar zugegangen, also per Einschreiben oder mit Zustellnachweis. Er nennt Maße statt Kategorien, denn „Rahmenantenne, 90 cm&quot; löst weniger Widerstand aus als „Kurzwellenantenne&quot;. Er sagt ausdrücklich, was &lt;em&gt;nicht&lt;/em&gt; passiert, nämlich Bohren. Er nimmt dem Vermieter zwei Ängste, Rückbau und Haftung. Und er erwähnt die Frist, ohne zu drohen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was nicht in den Brief gehört: Dezibel, Bandpläne, Leistungsstufen. Und keine Behauptung, es gäbe ein gesetzliches Recht auf die Antenne. Wer zu forsch auftritt, bekommt ein schriftliches Nein, und ein schriftliches Nein ist schwerer aus der Welt zu schaffen als ein zögerliches Vielleicht.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Womit andere in genau dieser Lage funken&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Bevor es zum Streit kommt, hilft ein realistischer Blick darauf, was mit einer genehmigungsarmen Lösung tatsächlich geht. Nicht, um die Erwartung zu senken, sondern weil ein Vermieter viel eher zustimmt, wenn er sieht, worüber geredet wird: ein Ding von 90 Zentimetern auf dem Balkon.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=AD_G_sMWlHM
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;4.000 Kilometer mit JS8Call und einer Magnetic Loop vom Balkon. Genau die Antenne, die in der Anzeige an den Vermieter steht. (Dilettant45, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=hPp2N8svP9Q
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Eine Balkonantenne im Alltagsbetrieb, gezeigt von DF4JG. Montage ohne Eingriff in die Bausubstanz. (Uli, DF4JG, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Wenn die Antwort Nein lautet&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dann gibt es vier Wege, und drei davon sind schneller als der juristische.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schlichtungsstelle.&lt;/strong&gt; In Wien und in weiteren Gemeinden mit eigener Schlichtungsstelle ist dieser Weg dem Bezirksgericht vorgeschaltet, in Wien bei der MA 50, Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten, Muthgasse 62 in 1190 Wien. Das Verfahren ist kostenlos, es wird ermittelt, meist mündlich verhandelt, und wenn kein Vergleich zustande kommt, entscheidet die Stelle in der Sache. Erst danach geht es zum Gericht. In Gemeinden ohne Schlichtungsstelle führt der Weg direkt zum Bezirksgericht. In der Eigentümergemeinschaft läuft es über das wohnrechtliche Außerstreitverfahren beim Bezirksgericht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Innen bleiben.&lt;/strong&gt; Was die Wohnung nicht verlässt, braucht niemandes Zustimmung. Dachboden, Fensterrahmen, Innenraum-Loop. Der Preis sind ein bis zwei S-Stufen, nachzulesen samt Messwerten in den &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/stealth-antennen-fuer-wohnung-und-hoa-unsichtbar-funken/&quot;&gt;Stealth-Antennen&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Temporär aufbauen.&lt;/strong&gt; Eine Antenne, die nach dem Funken wieder im Schrank steht, ist keine Veränderung des Mietgegenstands. Ein Teleskopstrahler auf dem Dreibein am Balkon oder das Gerät im Rucksack für &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/die-beste-portabelantenne-fuer-sota-und-pota/&quot;&gt;SOTA und POTA&lt;/a&gt; verlagert die Frage von der Hausverwaltung ins Freie.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=ztGXxLcOGrA
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Ein QSO mit der Balkon-Loop, mitgeschnitten. Nützlich, wenn jemand behauptet, damit gehe ohnehin nichts. (Dilettant45, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Woanders funken.&lt;/strong&gt; Die Klubstation des Ortsverbands hat eine Antenne, über die niemand diskutiert. Und wer es ernsthaft dauerhaft will, baut die Station dort auf, wo die Antenne hingehört, und bedient sie über das Netz. Wie das praktisch aussieht, steht im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/remote-shack-die-eigene-amateurfunkstation-fernsteuern/&quot;&gt;Remote-Shack&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Blitzschutz: das Argument, das Hausverwaltungen zuerst bringen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Sobald eine Außenantenne im Spiel ist, kommt die Frage nach Blitzschutz und Haftung. Wer darauf vorbereitet ist, wirkt seriös, und die Normenlage ist eindeutiger, als man denkt. Maßgeblich sind die OVE-Fachinformation BL02 in der Ausgabe 2021, die Amateurfunkantennen ausdrücklich behandelt, die Blitzschutz-Normenreihe OVE EN IEC 62305, wobei Antennenanlagen mindestens nach Schutzklasse III zu beurteilen sind, sowie OVE EN 60728-11 für Erdung und Potentialausgleich von Empfangs- und Amateurfunkantennen. Für die Elektroinstallation im Shack gilt seit 2019 OVE E 8101, das die früher gern zitierte ÖVE/ÖNORM E 8001 ersetzt hat. Querschnitte für den ergänzenden Schutzpotentialausgleich: mindestens 2,5 mm² mechanisch geschützt, mindestens 4 mm² ungeschützt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für eine kleine Balkonantenne ohne Verbindung zur Gebäudeblitzschutzanlage ist das überschaubar. Sobald an ein bestehendes Blitzschutzsystem angeschlossen wird, gehört das in die Hand eines Fachbetriebs, und genau diese Aussage im Brief nimmt der Diskussion den Wind. Die Details stehen in unserem Beitrag zu &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/stationserdung-und-blitzschutz-shack-vor-ueberspannungen-schuetzen-2/&quot;&gt;Stationserdung und Blitzschutz&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Versicherung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Drei Polizzen sind relevant, und keine davon deckt automatisch alles.&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Haftpflicht&lt;/strong&gt;: Wenn die Antenne bei Sturm auf ein Auto fällt, haftest du. Private Haftpflichtversicherungen decken das üblicherweise, aber prüfe, ob Antennenanlagen ausdrücklich erwähnt oder ausgeschlossen sind.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Haushaltsversicherung&lt;/strong&gt;: Schäden an der eigenen Anlage durch Sturm, Hagel oder Blitz sind oft, aber nicht immer gedeckt, und Außenantennen stehen gern in den Ausschlüssen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Gebäudeversicherung des Eigentümers&lt;/strong&gt;: Wenn eine undichte Kabeldurchführung Feuchteschäden verursacht, kommt der Regress zu dir.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Eine kurze Anfrage bei der eigenen Versicherung kostet nichts und liefert einen Satz für den Brief, der mehr wiegt als jede Beteuerung.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Nachbarn und Störungen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Rechtlich getrennt, praktisch entscheidend: Wenn der Nachbar Störungen hat, wird aus einer genehmigten Antenne schnell wieder eine strittige. Zuständige Behörde für Störungsmeldungen ist das Fernmeldebüro, nicht die RTR, und in der Mehrzahl der Fälle liegt das Problem an der Störfestigkeit des betroffenen Geräts und nicht an der Funkstelle. Das ändert nichts daran, dass der erste Schritt immer die eigene Anlage ist: Mantelwellensperre, Ferrite auf allen Leitungen, saubere Anpassung, im Zweifel weniger Leistung. Der systematische Weg zur Störquelle steht im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/emv-ratgeber-stoerungen-finden-und-beheben/&quot;&gt;EMV-Ratgeber&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine unaufgeforderte Runde Ferritkerne für die Anlage des Nachbarn hat schon mehr Antennenfragen gelöst als jeder Paragraf.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Blick nach Deutschland&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Auch in Deutschland gibt es kein Antennenrecht, das den Vermieter überstimmt. In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, das deutsche Amateurfunkgesetz räume das Recht zur Errichtung von Antennenanlagen ein. Das trifft nicht zu, das AFuG regelt die Zulassung zum Amateurfunkdienst und nicht das Verhältnis zum Hauseigentümer.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was es in Deutschland gibt, ist eine dichte Judikatur zur Interessenabwägung: Das Bundesverfassungsgericht verlangt eine konkrete Einzelfallabwägung zwischen der Informationsfreiheit des Mieters nach Art 5 Abs 1 GG und dem Eigentum des Vermieters nach Art 14 Abs 1 GG, schematische Lösungen sind ausgeschlossen. Wo keine Substanzschäden und keine erhebliche optische Beeinträchtigung zu erwarten sind, kann der Vermieter nach Treu und Glauben, § 242 BGB, zur Zustimmung verpflichtet sein. Im Ergebnis ist das der gleiche Abwägungsgedanke wie in § 9 Abs 1 MRG, nur mit anderer Dogmatik.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Der kurze Weg durch die Sache&lt;/h2&gt;

&lt;ol class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;Prüfen, ob die Wohnung im Vollanwendungsbereich des MRG liegt, denn davon hängt ab, ob die Zwei-Monats-Frist überhaupt greift&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Antennenvariante wählen, die keine allgemeinen Teile berührt und nicht gebohrt werden muss&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Beim Bauamt anrufen und die baurechtliche Einordnung klären, in Wien zusätzlich die Schutzzonenfrage&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Anzeige schriftlich und nachweisbar zustellen, mit Maßen, Skizze, Rückbau- und Haftungszusage&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Zwei Monate abwarten und die Frist dokumentieren&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Bei Einwänden sachlich antworten, Alternativstandort anbieten, Blitzschutz- und Versicherungsfrage vorwegnehmen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Wenn es hart wird: Schlichtungsstelle, parallel innen oder portabel weiterfunken&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Und der Satz, der am Ende die meisten Fälle beschreibt: Die Antenne, über die niemand redet, wird auch von niemandem abgelehnt. Das Recht ist der Plan B, gute Wahl der Antenne ist Plan A.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst und am 28. September 2026 vollständig überarbeitet. Dabei wurden mehrere Fehler der ersten Fassung korrigiert: Das Antennenprivileg des § 9 Abs 2 Z 5 MRG gilt für Empfangsantennen und nicht für den Amateurfunk, die Zwei-Monats-Zustimmungsfiktion des § 9 Abs 1 fehlte, § 8 MRG war falsch als Substanzschutz beschrieben, der Unterschied zwischen Voll- und Teilanwendung des MRG fehlte, die Mehrheitsverhältnisse im Wohnungseigentum waren unzutreffend dargestellt, die Blitzschutznormen waren veraltet, für Störungsmeldungen wurde die RTR statt des Fernmeldebüros genannt, und die Darstellung des deutschen Amateurfunkgesetzes war falsch. Grundlage der Überarbeitung waren § 9 MRG und § 1 Abs 4 MRG, § 16 WEG 2002 in der Fassung der WEG-Novelle 2022, die OGH-Entscheidung 5 Ob 199/03f, § 62a Abs 1 Z 24 der Bauordnung für Wien, die Verfahrensbeschreibungen des Landes Oberösterreich und der NÖ Bauordnung 2014, die OVE-Fachinformation BL02 sowie OVE EN IEC 62305, OVE EN 60728-11 und OVE E 8101, Informationen der Stadt Wien zur Schlichtungsstelle, die Mikrozensus-Wohnungserhebung von Statistik Austria und zur deutschen Rechtslage die Linie von Bundesverfassungsgericht und BGH zur Parabolantenne. Das Titelbild zeigt eine Wohnhausanlage in Wien-Penzing (Foto: Haeferl, CC BY-SA 4.0), die weiteren Fotos stammen von P e z i (CC BY-SA 3.0) und Krzysztof Popławski (CC BY-SA 4.0), alle via Wikimedia Commons und bei der jeweiligen Abbildung gekennzeichnet. Die eingebetteten Videos stammen von deutschen Kanälen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheiden Mietvertrag, Wohnungseigentumsvertrag, Bauordnung und im Streitfall Schlichtungsstelle oder Gericht. Korrekturen und Ergänzungen, gerne auch Erfahrungsberichte aus der Verhandlung mit Hausverwaltungen, an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/antennen-und-mietrecht-in-oesterreich-darf-ich-eine-antenne-aufstellen/&quot;&gt;Antennen und Mietrecht in Österreich: Wer muss zustimmen, und wie bekommt man es?&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Funkbetrieb</category></item><item><title>Amateurfunk-Gesetzgebung in Österreich: AFG, AFV und was man wissen muss</title><link>https://oeradio.at/amateurfunk-gesetzgebung-in-oesterreich-tkg-afv-und-was-man-wissen-muss/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=4625</guid><description>&lt;p&gt;Das österreichische Amateurfunkrecht hat sich in den letzten drei Jahren deutlich verändert: Leistungsstufen bis 1.000 Watt, Bewilligungen nur noch auf zehn Jahre, eine komplett neue Gebührenverordnung und ein Auslaufplan für alte unbefristete Bewilligungen. Der aktuelle Stand, mit Paragrafen und Beträgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunk-gesetzgebung-in-oesterreich-tkg-afv-und-was-man-wissen-muss/&quot;&gt;Amateurfunk-Gesetzgebung in Österreich: AFG, AFV und was man wissen muss&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Sat, 26 Sep 2026 07:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Amateurfunk ist ein technisches Hobby mit einem eigenen Gesetz. Das ist ungewöhnlich und es ist ein Privileg: Funkamateure dürfen Sendeanlagen selbst bauen, verändern und betreiben, sie bekommen eigene Frequenzbereiche zugewiesen und dürfen international arbeiten. Der Preis dafür ist ein Regelwerk, das man kennen sollte, weil es festlegt, auf welchen Bändern man arbeiten darf, mit wie viel Leistung, unter welchem Rufzeichen und mit welchen Aufzeichnungspflichten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Überblick ist auf dem Stand September 2026 und wurde gegenüber der ersten Fassung gründlich korrigiert. Das war nötig, denn in den letzten drei Jahren hat sich mehr geändert als in den zwanzig Jahren davor: Die Leistungsstufen wurden 2023 nach oben erweitert, die Bewilligungen sind seit 2018 befristet und die alten unbefristeten laufen gerade gestaffelt aus, und die Gebührenverordnung für den Amateurfunk wurde 2025 ersatzlos aufgehoben und durch eine neue ersetzt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Rechtsgrundlagen, in der richtigen Reihenfolge&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Anders als oft dargestellt ist das Telekommunikationsgesetz nicht die einzige Grundlage. Österreich hat für den Amateurfunk ein eigenes Gesetz, und das ist die wichtigere Norm.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amateurfunkgesetz 1998 (AFG).&lt;/strong&gt; Es regelt den Amateurfunkdienst als eigenen Funkdienst: Begriffe, Bewilligungspflicht, Voraussetzungen für die Bewilligung, Prüfung, Rufzeichen, Behördenzuständigkeit und Strafbestimmungen. Wer nur ins TKG schaut, findet das Wesentliche nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Amateurfunkverordnung (AFV), BGBl. II Nr. 126/1999.&lt;/strong&gt; Die Durchführungsverordnung zum AFG und das Dokument, mit dem man im Alltag zu tun hat. Sie wurde mehrfach novelliert, zuletzt mit BGBl. II Nr. 61/2023. Darin stehen die Bewilligungsklassen, die Leistungsstufen, der Frequenzplan in den Anlagen, die Rufzeichenbildung und die Betriebspflichten samt Funktagebuch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Telekommunikationsgesetz 2021 (TKG 2021), BGBl. I Nr. 190/2021.&lt;/strong&gt; Der allgemeine Rahmen für alles Funktechnische. Für Funkamateure relevant sind daraus vor allem die Frequenzverwaltung, die Marktüberwachung von Funkanlagen nach der EU-Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU und die behördlichen Befugnisse.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frequenznutzungsverordnung (FNV).&lt;/strong&gt; Sie weist die Frequenzbereiche konkret zu. Die Novelle vom 13. März 2023 ist der Grund, warum in Österreich heute mehr Sendeleistung möglich ist als früher.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Telekommunikationsgebührenverordnung 2025 (TKGV 2025), BGBl. II Nr. 356/2024.&lt;/strong&gt; In Kraft seit 14. Juli 2025. Sie hat die alte Amateurfunkgebührenverordnung abgelöst, deren Bestimmungen vollständig aufgehoben wurden. Alle Beträge unten stammen aus dieser Verordnung.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped&quot;&gt;&lt;figure class=&quot;wp-block-image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/afu-recht-bgbl-1024x402.webp&quot; alt=&quot;Titelköpfe des österreichischen Bundesgesetzblattes&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Alles Amateurfunkrecht steht im Bundesgesetzblatt und ist über das RIS kostenlos abrufbar. Wer eine Auskunft im Forum liest, sollte sie dort gegenprüfen. (Bild: amtliches Werk, gemeinfrei, via Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die zuständige Behörde&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Zuständig ist das &lt;strong&gt;Fernmeldebüro&lt;/strong&gt; als Fernmeldebehörde. Es ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Diese Zuordnung hat sich mit den Regierungsumbildungen mehrfach geändert, was erklärt, warum im Netz noch ältere Ministeriumsnamen kursieren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Fernmeldebüro erteilt die Bewilligungen, hält die Prüfungen ab, koordiniert Frequenzen, macht Marktüberwachung bei Funkanlagen und betreibt die Funküberwachung. Sitz ist Wien in der Radetzkystraße 2, Außenstellen gibt es in Linz, Salzburg, Innsbruck, Bregenz, Graz und Klagenfurt. Für Niederösterreich und das Burgenland gibt es keine eigenen Außenstellen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Bewilligungsklassen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Österreich kennt drei &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/welche-lizenzklasse-ist-die-richtige-fuer-mich-klasse-1-vs-3-vs-4-im-vergleich/&quot;&gt;Bewilligungsklassen&lt;/a&gt;. Sie unterscheiden sich in Prüfungsumfang, Frequenzzugang, erlaubter Leistung und darin, ob Selbstbau zulässig ist.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Klasse 1&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Vollklasse mit Zugang zu allen dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Bändern, von Langwelle bis in die &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/23-cm-band-und-hoeher-einstieg-in-mikrowellenbaender/&quot;&gt;Mikrowellenbereiche&lt;/a&gt;. Selbstbau erlaubt, alle Leistungsstufen zugänglich. Die Prüfung entspricht dem HAREC-Standard und damit der CEPT-Empfehlung T/R 61-01, was den Betrieb in den CEPT-Ländern ohne zusätzliche Genehmigung ermöglicht.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Klasse 4&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Einsteigerklasse mit Kurzwellenzugang. Sie umfasst mehrere Bereiche, darunter 160 m, 80 m, 15 m und 10 m sowie 2 m und 70 cm. Betrieb nur mit kommerziell hergestellten, nicht veränderten Geräten, und nur mit Leistungsstufe A. Entspricht der CEPT-Novice-Empfehlung T/R 61-02, im Ausland gelten dann die Novice-Bedingungen des Gastlandes.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Klasse 3&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die kleinste Klasse, beschränkt auf 144 bis 146 MHz und 430 bis 440 MHz, ebenfalls nur mit handelsüblichen Geräten und nur mit Leistungsstufe A. Diese Klasse ist rein national, eine CEPT-Anerkennung gibt es dafür nicht. Für den Einstieg über &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/ukw-relaisfunkstellen-in-oesterreich-netzwerk-technik-und-nutzung/&quot;&gt;UKW-Relais&lt;/a&gt; reicht sie, für Kurzwelle nicht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Wechsel in eine höhere Klasse ist über eine Ergänzungsprüfung möglich, die gesamte Prüfung muss man nicht wiederholen. Mindestalter für die Bewilligung ist 14 Jahre.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Leistungsstufen: die wichtigste Korrektur&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Hier stand in der ursprünglichen Fassung dieses Artikels Unsinn, und zwar gleich in beide Richtungen. Richtig ist die Staffelung nach § 9 AFV:&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-table is-style-stripes&quot;&gt;&lt;table&gt;&lt;thead&gt;&lt;tr&gt;&lt;th&gt;Leistungsstufe&lt;/th&gt;&lt;th&gt;Maximale Leistung (PEP)&lt;/th&gt;&lt;th&gt;Wie man sie bekommt&lt;/th&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/thead&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;A&lt;/td&gt;&lt;td&gt;100 Watt&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Standard nach bestandener Prüfung&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;B&lt;/td&gt;&lt;td&gt;200 Watt&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Antrag bei der Fernmeldebehörde&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;C&lt;/td&gt;&lt;td&gt;400 Watt&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Antrag, nach einem Jahr störungsfreiem Betrieb auf Stufe B am Standort&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;D&lt;/td&gt;&lt;td&gt;1.000 Watt&lt;/td&gt;&lt;td&gt;High Power, seit der FNV-Novelle vom 13. März 2023, Klasse 1 auf ausgewählten KW-Bändern&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Zwei Punkte dazu, weil sie regelmäßig verwechselt werden. Erstens: Die Stufe A ist die Standardleistung, nicht die Obergrenze für Fortgeschrittene. Zweitens: &lt;strong&gt;Die Obergrenze in Österreich liegt bei 1.000 Watt PEP, nicht bei 1.500 Watt.&lt;/strong&gt; High Power nach Stufe D ist auf 80 m, 40 m, 20 m, 17 m, 15 m, 12 m und 10 m möglich, Voraussetzung ist mindestens ein Jahr störungsfreier Betrieb auf Stufe B am beantragten Standort. Die Klassen 3 und 4 sind nach § 8 AFV auf Stufe A beschränkt, also auf 100 Watt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf einzelnen Bändern gelten unabhängig von der Stufe eigene, niedrigere Grenzen, etwa im Langwellenbereich bei 135,7 bis 137,8 kHz. Maßgeblich ist immer der Frequenzplan in den Anlagen der AFV zusammen mit der FNV. Und unabhängig von jeder Obergrenze gilt der Grundsatz, mit der geringsten für die Verbindung nötigen Leistung zu arbeiten.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Befristung: Bewilligungen gelten zehn Jahre&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das ist die Änderung mit den größten praktischen Folgen. Amateurfunkbewilligungen werden nicht mehr unbefristet erteilt, sondern für zehn Jahre. Danach braucht es einen neuen Antrag.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für die vielen alten unbefristeten Bewilligungen gibt es einen Auslaufplan, gestaffelt nach dem Ausstellungsjahr:&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;Ausstellungsjahre mit Endziffer 8 oder 9: ausgelaufen am 31. Dezember 2025&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Endziffer 0 oder 1: Ablauf am 31. Dezember 2026&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Jahrgänge 1980 bis 1989: Ablauf 2026&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Jahrgänge 1990 bis 1994: Ablauf 2027&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Ab Jahrgang 1995: Ablauf 2028, jeweils mit Ende des Monats, in dem die Bewilligung ursprünglich ausgestellt wurde&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Das Fernmeldebüro informiert die Betroffenen rund zwei Monate vorher schriftlich und legt ein Antragsformular bei. Der formale Weg ist, auf die bisherige unbefristete Bewilligung zu verzichten und gleichzeitig einen Neuantrag zu stellen, damit der Betrieb ohne Lücke weiterläuft. Wer die Frist verstreichen lässt, hat keine gültige Bewilligung mehr und darf nicht senden. Die Details haben wir in einem eigenen Beitrag zur &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/alte-unbefristete-amateurfunkbewilligung-frist-2026/&quot;&gt;Frist für alte unbefristete Bewilligungen&lt;/a&gt; aufgeschlüsselt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was es kostet: TKGV 2025&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Amateurfunkgebührenverordnung ist Geschichte, ihre Bestimmungen wurden aufgehoben. Seit 14. Juli 2025 gilt die TKGV 2025. Die für Funkamateure relevanten Positionen nach § 15:&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Amateurfunkbewilligung&lt;/strong&gt;: 200 Euro einmalig für die zehnjährige Gültigkeitsdauer&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Klubfunkstelle&lt;/strong&gt;: 800 Euro für zehn Jahre&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Wechsel in eine andere Bewilligungsklasse&lt;/strong&gt; innerhalb der zehn Jahre: 50 Euro&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Bewilligung auf Basis einer ausländischen Lizenz&lt;/strong&gt;: 50 Euro&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Prüfungsgebühr&lt;/strong&gt; je Prüfungskategorie, auch für Ergänzungsprüfungen: 50 Euro&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Dazu kommen zwei Gebühren nach dem Gebührengesetz 1957, nämlich 21 Euro für den Antrag und 21 Euro für das Zeugnis, letzteres nur bei bestandener Prüfung. Die Prüfung kostet damit in Summe 92 Euro, wovon 71 Euro vor dem Termin fällig sind. Ab 1. Jänner 2027 sind die Beträge valorisiert, die Bewilligung liegt dann laut BGBl. II Nr. 267/2026 bei 206,40 Euro.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Auf zehn Jahre gerechnet sind das rund 20 Euro im Jahr für die Bewilligung. Im internationalen Vergleich ist das nach wie wenig, die früher gern zitierten 21 Euro für die Prüfung sind aber überholt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Prüfung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Geprüft wird in drei Gegenständen: rechtliche Bestimmungen, Betrieb und Fertigkeiten, technische Grundlagen. Pro Gegenstand bekommt man drei Fragen, die Prüfer orientieren sich am veröffentlichten Fragenkatalog. Die Prüfungskategorien entsprechen den Bewilligungsklassen 1, 3 und 4.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Morseprüfung ist freiwillig und nur zusätzlich zur Kategorie 1 möglich. Verlangt werden Geben und Aufnehmen von Klartext mit mindestens zwölf Wörtern pro Minute über jeweils drei Minuten. Für den normalen Betrieb ist sie längst nicht mehr Voraussetzung, für manche Diplome und aus Eigenmotivation macht sie trotzdem Sinn.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Prüfungsort ist üblicherweise Wien in der Radetzkystraße 2, Termine gibt es außerdem in Graz, Linz und Innsbruck, bei Bedarf auch in Klagenfurt und Hard. Die Einladung mit den Details kommt rund zwei Wochen vor dem Termin. Wie die Vorbereitung abläuft und welche Kurse es gibt, steht in unserem &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunkpruefung-in-oesterreich-2026-der-komplette-leitfaden/&quot;&gt;Leitfaden zur Amateurfunkprüfung&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=VMAfg-6KkTk
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Ablauf einer Amateurfunkprüfung, gefilmt in Deutschland. Die Gegenstände und der Ablauf sind mit Österreich gut vergleichbar, Gebühren und Klassen unterscheiden sich. (Arthur Konze, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Rufzeichen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Österreichische Rufzeichen bestehen aus dem Landeskenner &lt;strong&gt;OE&lt;/strong&gt;, einer Ziffer für das Bundesland und einem Suffix aus einem bis drei Buchstaben. Die Ziffern: OE1 Wien, OE2 Salzburg, OE3 Niederösterreich, OE4 Burgenland, OE5 Oberösterreich, OE6 Steiermark, OE7 Tirol, OE8 Kärnten, OE9 Vorarlberg.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dazu die Zusätze, die § 22 AFV vorsieht:&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Betrieb in einem anderen Bundesland&lt;/strong&gt;: Schrägstrich und die Ziffer des Bundeslandes, in dem gearbeitet wird&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;/M&lt;/strong&gt; für mobilen, &lt;strong&gt;/P&lt;/strong&gt; für portablen Betrieb&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;/MM&lt;/strong&gt; für maritim-mobilen, &lt;strong&gt;/AM&lt;/strong&gt; für aeronautisch-mobilen Betrieb&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Klubfunkstellen&lt;/strong&gt;: Im Rufzeichen wird der Buchstabe X eingefügt&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Gäste mit CEPT-Lizenz&lt;/strong&gt; in Österreich: dem eigenen Rufzeichen wird OE/ vorangestellt&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Das Rufzeichen muss zweifelsfrei erkennbar sein, bei Text- und Bildübertragungen durch mindestens ein Leerfeld getrennt. Bei längeren Aussendungen ist es mindestens alle zehn Minuten auszusenden. Die Zuteilung macht die Behörde, Wünsche sind möglich, einen Rechtsanspruch auf ein bestimmtes Rufzeichen gibt es nicht.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=eC7SG5RPt6U
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Woran man am Rufzeichen erkennt, welche Klasse und welches Land dahintersteht. Beispiele aus Deutschland, die Systematik gilt international. (Joerg Klamke, DA6PP, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Betriebspflichten&lt;/h2&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Funktagebuch: ja, es ist Pflicht&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Auch hier war die erste Fassung dieses Artikels falsch. § 24 AFV verlangt ein Funktagebuch mit fortlaufend numerierten Seiten, das vom Bewilligungsinhaber oder der verantwortlichen Person zu unterfertigen ist. Einzutragen sind pro Verbindung Datum, Anfangs- und Endzeit, Rufzeichen der Gegenstelle oder CQ bei allgemeinen Anrufen, Frequenz, Sendeart und Standortangabe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es gibt Erleichterungen. Im Mobilbetrieb auf Frequenzen über 30 MHz genügen Datum, Zeitspanne, Frequenzbereich und Gebiet. Menschen mit körperlicher Behinderung dürfen sich auf Datum, Zeitspanne und Frequenzband beschränken, und eine Tonaufzeichnung gilt als Funktagebuch. Praktisch erfüllt jedes elektronische Logbuch die Anforderungen, solange die Pflichtfelder drin sind und man es ausdrucken oder exportieren kann.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Verständlichkeit statt Verschlüsselung&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die AFV formuliert das Verschlüsselungsverbot von der anderen Seite her: Nach § 20 Abs. 5 ist die Verwendung von Einrichtungen nicht gestattet, die die Verständlichkeit der Nachricht einschränken. Standardisierte Verfahren, also die üblichen digitalen Betriebsarten mit offen dokumentierter Codierung, sind davon nicht betroffen. Für nicht standardisierte Verfahren verlangt § 20 Abs. 3, dass die Aussendungen drei Wochen lang reproduzierbar bleiben.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Kein Rundfunk&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Amateurfunk ist Kommunikation zwischen Funkamateuren, nicht Programm für die Allgemeinheit. Musik, Werbung und Aussendungen an ein unbestimmtes Publikum sind unzulässig. CQ-Rufe und die Rundsprüche der Verbände sind ausdrücklich in Ordnung.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Empfang&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;§ 19 AFV begrenzt, was mit der Amateurfunkstelle empfangen werden darf, nämlich Aussendungen in den dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Bereichen, Rundfunk, öffentliche Bekanntmachungen sowie Not- und Katastrophenfunkverkehr. Das ist kein Verbot, ein SDR zu betreiben, aber es begrenzt die Amateurfunkstelle selbst.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Notfunk&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Notfunkverkehr hat Vorrang, Notrufe sind weiterzuleiten. Was die internationale Seite dazu sagt und was die aktualisierte Empfehlung &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/itu-r-m-1042-4-was-die-neue-notfunk-empfehlung-fuer-oesterreichische-funkamateure-bedeutet/&quot;&gt;ITU-R M.1042-4&lt;/a&gt; für Österreich bedeutet, haben wir eigens behandelt.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Ausbildungsbetrieb&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;§ 23 AFV erlaubt, dass eine Klubfunkstelle der Klasse 1 von Inhabern der Prüfungskategorien 3 oder 4 benutzt wird, wenn das zu Ausbildungszwecken und unter Aufsicht eines Klasse-1-Inhabers geschieht. Das ist der rechtlich saubere Weg, Neulinge ans Mikrofon zu lassen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Technische Pflichten und EMV&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die AFV regelt auch Technisches. Unerwünschte Aussendungen sind nach § 17 zu begrenzen, das Abstimmen des Senders hat nach § 14 an einem Abschlusswiderstand zu erfolgen, der die bewilligte Leistung aufnehmen kann. Für Relais- und Bakenfunkstellen gelten eigene Regeln, unter anderem muss ein Relais nach Ende der Aussendung innerhalb von zehn Sekunden abschalten, bei Fernsehen innerhalb von drei Minuten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei Störungen ist das Fernmeldebüro die zuständige Stelle. Es nimmt Meldungen entgegen, kann vor Ort messen und Maßnahmen anordnen. Der bewährte Weg bleibt: zuerst die eigene Anlage prüfen, dann mit dem Nachbarn reden, erst dann die Behörde. Wie man Störquellen systematisch findet, steht im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/emv-ratgeber-stoerungen-finden-und-beheben/&quot;&gt;EMV-Ratgeber&lt;/a&gt;. Wer eine Antenne errichten will, sollte zusätzlich die zivilrechtliche Seite kennen, dazu haben wir &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/antennen-und-mietrecht-in-oesterreich-darf-ich-eine-antenne-aufstellen/&quot;&gt;Antennen und Mietrecht&lt;/a&gt; aufgeschrieben.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Funken im Ausland&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Klasse 1 entspricht HAREC und damit T/R 61-01, der Betrieb in den CEPT-Ländern ist damit ohne zusätzliche Genehmigung möglich, mit dem Präfix des Gastlandes vor dem eigenen Rufzeichen. Klasse 4 fällt unter die Novice-Empfehlung T/R 61-02 und gilt in jenen Ländern, die sie umgesetzt haben, dort mit den jeweiligen nationalen Novice-Bedingungen. Klasse 3 ist national und berechtigt nicht zum Betrieb im Ausland.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Außerhalb des CEPT-Raums braucht es meist eine individuelle Genehmigung. Wer eine SOTA- oder POTA-Reise plant, klärt die Frage besser vorher als am Gipfel.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Vergleich mit Deutschland&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der Vergleich lohnt, weil viele in beiden Ländern aktiv sind. Er hat sich 2024 verschoben, denn Deutschland hat eine neue Einsteigerklasse eingeführt.&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Behörde&lt;/strong&gt;: Österreich Fernmeldebüro, Deutschland Bundesnetzagentur&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Klassen&lt;/strong&gt;: Österreich 1, 3 und 4. Deutschland seit der Novelle vom 24. Juni 2024 drei Klassen N, E und A, wobei N auf 10 m, 2 m und 70 cm mit maximal 10 Watt beschränkt ist&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Maximale Leistung&lt;/strong&gt;: Österreich 1.000 Watt PEP mit Stufe D auf ausgewählten KW-Bändern, Deutschland 750 Watt PEP in Klasse A. Der Vorteil für Österreich ist real, aber kleiner als oft behauptet&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Prüfungskosten&lt;/strong&gt;: Österreich 92 Euro inklusive Antrag und Zeugnis, Deutschland je nach Klasse in ähnlicher Größenordnung&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Bewilligungsdauer&lt;/strong&gt;: Österreich zehn Jahre mit Gebühr für den Zeitraum, Deutschland laufende Beiträge über die Frequenznutzungsbeitragsverordnung&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Standortbescheinigung&lt;/strong&gt;: In Deutschland über die BEMFV strenger formalisiert als in Österreich&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Verband&lt;/strong&gt;: ÖVSV in Österreich, DARC in Deutschland, beide IARU-Mitglieder mit QSL-Büro&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=S43cWGlTZDY
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Die deutschen Klassen N, E und A im Überblick, hilfreich für alle, die grenznah arbeiten oder umziehen. (Funkwelle, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Abgrenzung zu den lizenzfreien Diensten&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Amateurfunk ist kein Jedermannfunk. &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/cb-funk-im-jahr-2026-totgesagt-und-doch-lebendig/&quot;&gt;CB-Funk&lt;/a&gt;, PMR446 und Freenet brauchen keine Prüfung und keine Bewilligung, dafür sind Frequenzen, Leistung und Gerätewahl eng begrenzt und Selbstbau ist nicht vorgesehen. Die Prüfung ist genau der Grund, warum Funkamateure so viel mehr dürfen. Wer überlegt, welcher Weg passt, findet in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunk-als-hobby-was-erwartet-mich-und-was-kostet-der-einstieg/&quot;&gt;Amateurfunk als Hobby&lt;/a&gt; die Einstiegsperspektive.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Strafen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Verstöße sind Verwaltungsübertretungen. Möglich sind Geldstrafen, der Widerruf der Bewilligung und die Beschlagnahme von Geräten. Senden ohne gültige Bewilligung ist strafbar, unabhängig davon, ob dabei jemand gestört wird. Genau darum ist die Befristung kein Formalthema: Eine abgelaufene Bewilligung ist keine Bewilligung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der Praxis arbeitet die Behörde zuerst mit Aufklärung. Ernst wird es bei Wiederholung und bei absichtlichen Störungen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die zehn Punkte, die wirklich zählen&lt;/h2&gt;

&lt;ol class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;Gültige Bewilligung, und zwar mit Blick auf das Ablaufdatum. Zehn Jahre sind schneller vorbei, als man denkt&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Rufzeichen nennen, bei längeren Aussendungen mindestens alle zehn Minuten&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Nur die Bänder der eigenen Klasse benutzen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Leistungsstufe einhalten, Standard ist 100 Watt, mehr nur mit Bescheid&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Funktagebuch führen, mit den Pflichtfeldern aus § 24&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Nichts aussenden, was die Verständlichkeit einschränkt&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Keine Rundfunkaussendungen und keine Musik&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Notfunk hat Vorrang&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Für EMV verantwortlich sein, unerwünschte Aussendungen begrenzen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Im Ausland die CEPT-Lage des Ziellandes vorher klären&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;p&gt;Das österreichische Amateurfunkrecht ist nach wie vor liberal: hohe Leistungsgrenzen, niedrige Gebühren, sauber geregelter Selbstbau, unkomplizierter Betrieb in Europa. Neu ist, dass man ein Datum im Kalender braucht. Wer seine Bewilligung rechtzeitig verlängert und das Logbuch ordentlich führt, hat mit der Behörde praktisch nie zu tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst und am 26. September 2026 vollständig überarbeitet. Dabei wurden mehrere Fehler der ersten Fassung korrigiert, insbesondere bei den Leistungsstufen, der maximalen Sendeleistung, der Fundstelle der Amateurfunkverordnung, der Logbuchpflicht und den Gebühren. Grundlage der Überarbeitung waren die geltenden Fassungen von Amateurfunkgesetz 1998 und Amateurfunkverordnung im RIS, die Telekommunikationsgebührenverordnung 2025 samt Valorisierung ab 2027, die Informationsseiten des Fernmeldebüros zu Prüfung, Gebühren und zum Ablauf der unbefristeten Bewilligungen, Mitteilungen des ÖVSV sowie die deutschen Regelungen nach der Amateurfunkverordnung 2024 für den Ländervergleich. Das Titelbild zeigt das Amtsgebäude Radetzkystraße 2 in Wien, Sitz des Fernmeldebüros (Foto: Yair Haklai, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons), die weitere Abbildung ist ein amtliches Werk und gemeinfrei. Die eingebetteten Videos stammen aus Deutschland und sind entsprechend gekennzeichnet, für österreichisches Recht gelten die hier genannten Bestimmungen. Die redaktionelle Verantwortung und Prüfung liegt bei der oeradio.at-Redaktion. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir keine Gewähr, im Einzelfall entscheidet das Fernmeldebüro. Korrekturen und Ergänzungen an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunk-gesetzgebung-in-oesterreich-tkg-afv-und-was-man-wissen-muss/&quot;&gt;Amateurfunk-Gesetzgebung in Österreich: AFG, AFV und was man wissen muss&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Funkbetrieb</category></item><item><title>Gleitschirme und Segelflieger empfangen: OGN-Station und OpenWebRX+ auf einem Raspberry Pi</title><link>https://oeradio.at/ogn-empfangsstation-und-openwebrx-auf-einem-raspberry-pi/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=90703</guid><description>&lt;p&gt;Über den Alpen fliegt mehr, als das Auge sieht: Gleitschirme mit FANET, Segelflieger mit FLARM, dazu ADS-L und selbstgebaute ESP32-Tracker. Wer eine Antenne auf 868 MHz hat, kann das alles empfangen, ins Open Glider Network einspeisen und auf demselben Raspberry Pi noch einen eigenen WebSDR betreiben. Was das bringt, was es kostet und wie es geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/ogn-empfangsstation-und-openwebrx-auf-einem-raspberry-pi/&quot;&gt;Gleitschirme und Segelflieger empfangen: OGN-Station und OpenWebRX+ auf einem Raspberry Pi&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Fri, 25 Sep 2026 07:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Wer im Sommer am Ossiacher See steht und zur Gerlitzen hinaufschaut, sieht ab dem späten Vormittag die ersten Schirme in der Thermik kreisen. Was man nicht sieht: Die meisten davon senden dabei. Alle paar Sekunden geht ein kurzes Datenpaket auf 868 MHz hinaus, mit Position, Höhe, Steigen und einer Kennung. Segelflieger machen dasselbe mit FLARM, Motorsegler und Ultraleichte zunehmend mit ADS-L, und ein paar Bastler mit selbstgebauten ESP32-Trackern.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Empfangen wird das von Bodenstationen, die Funkamateure, Vereine und Flugplätze freiwillig betreiben. Das Netz dahinter heißt &lt;strong&gt;Open Glider Network&lt;/strong&gt;, kurz OGN, und besteht aus nichts anderem als vielen kleinen Linux-Rechnern mit einem SDR-Stick und einer Antenne. Wer schon einen Mast hat, kann so eine Station an einem Nachmittag aufbauen. Und weil ein Raspberry Pi heute mehr kann, als die eine Aufgabe auszulasten, lässt sich auf demselben Gerät gleich noch ein eigener WebSDR betreiben. Genau darum geht es hier: was da oben eigentlich fliegt, warum sich das Mitmachen lohnt, und wie man OGN und &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/openwebrx-selbst-betreiben-dein-eigener-web-sdr-server/&quot;&gt;OpenWebRX+&lt;/a&gt; sauber nebeneinander auf ein Gerät bekommt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was da oben eigentlich sendet&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Das Band, um das es geht, ist das europäische SRD-Band bei 868 MHz. Es ist lizenzfrei, leistungsbegrenzt und beherbergt neben Funksensoren, Smart-Metern und &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/meshcom-vs-meshtastic-lora-mesh-netzwerke-fuer-funkamateure/&quot;&gt;LoRa-Mesh-Netzen&lt;/a&gt; eben auch die Luftfahrt-Kleinelektronik. Vier Systeme sind dabei relevant.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FLARM&lt;/strong&gt; ist der Klassiker im Segelflug. Ursprünglich als Kollisionswarnung zwischen Segelflugzeugen gebaut, sendet es Position und Flugvektor an die Umgebung, damit die Geräte im Cockpit warnen können. Diese Aussendungen sind es, die OGN aufgefangen und damit das Netz überhaupt erst interessant gemacht hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;FANET&lt;/strong&gt; ist das Pendant für Gleitschirm und Drachen. Es setzt auf LoRa im selben Band und stammt vom Vario-Hersteller Skytraxx, das Protokoll ist offen dokumentiert. Verbreitet ist es in den Geräten von Skytraxx, Syride, Naviter und in den Beacons rund um die burnair-Plattform. FANET kann zwei Dinge, die es besonders machen: Die Piloten sehen einander direkt, ohne jede Infrastruktur, und es überträgt zusätzlich Wetterstationsdaten und Thermikmeldungen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;ADS-L&lt;/strong&gt; ist der neue, offizielle Weg. Die EASA hat die technische Spezifikation für das SRD-860-Band Anfang 2023 veröffentlicht, sie nutzt 868,2 und 868,4 MHz sowie 869,525 MHz und ist bewusst so gestaltet, dass bestehende Hardware mitspielen kann. Für Funkamateure ist daran vor allem interessant, dass hier zum ersten Mal ein offener, behördlich abgesegneter Standard für elektronische Sichtbarkeit in der Kleinluftfahrt existiert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Selbstbau-Tracker&lt;/strong&gt; schließlich laufen auf ESP32-Boards, typischerweise einem LilyGO T-Beam mit SX1276-Funkchip und GPS, für unter 40 Euro. Die Firmware dafür ist Open Source und kann je nach Projekt OGN, FANET, ADS-L und PilotAware aussenden. Wichtig für Nachbauer: Das viel verlinkte Repository &lt;code&gt;esp32-ogn-tracker&lt;/code&gt; wird seit Jahren nicht mehr gepflegt, aktuell ist &lt;code&gt;pjalocha/ogn-tracker&lt;/code&gt;, alternativ SoftRF. Und die Bandvariante muss stimmen, in Europa 868 MHz.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=0RITXaCFxGM
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Kompakte Einführung: Was das Open Glider Network ist und was eine Empfangsstation leistet (Caz Yokoyama, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Warum man das machen sollte&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die ehrlichste Antwort zuerst: Weil es Lücken gibt und man sie schließen kann. Das OGN-Netz ist über den Alpen dicht, aber nicht lückenlos, und Lücken liegen typischerweise dort, wo Berge im Weg stehen und niemand einen Empfänger betreibt. Ein Funkamateur mit einem Mast am Hang deckt oft genau das Tal ab, das sonst niemand hört.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Daraus ergeben sich vier handfeste Gründe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Suche und Rettung.&lt;/strong&gt; Das ist der Punkt, der zählt. Wenn ein Flugzeug oder ein Schirm vermisst wird, sind die letzten empfangenen Positionen das Wertvollste, was die Einsatzkräfte bekommen können. OGN hält dafür Live-Daten, archivierte Spuren und das FlightBook bereit, über das sich auch nicht registrierte Geräte anhand von Startplatz und Uhrzeit eingrenzen lassen. Das Projekt weist selbst darauf hin, dass diese Daten mehrdeutig sein können und sorgfältig geprüft gehören, bevor man sie an die Einsatzleitung gibt. Trotzdem gilt: Je dichter das Empfängernetz, desto kürzer die letzte Lücke in der Spur. Genau dafür wurde das Netz ursprünglich gebaut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Nutzen für die Fliegerei vor Ort.&lt;/strong&gt; Vereine sehen, wer in der Luft ist und wer schon gelandet ist. Fluglehrer können Schulungsflüge nachbesprechen. Gleitschirmpiloten bekommen über FANET Windmeldungen von Bergstationen aufs Vario, was an einem böigen Nachmittag mehr wert ist als jede Vorhersage.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Technischer Erkenntnisgewinn.&lt;/strong&gt; Eine OGN-Station ist eine dauerhaft laufende Messstelle für die eigene Antennenanlage. Die Reichweitenkarte, die sich nach ein paar Wochen ergibt, zeigt gnadenlos, wo der Standort abschattet, was ein Vorverstärker tatsächlich bringt und wie sehr der Nachbarsender stört. Wer ohnehin schon &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/flugfunk-und-ads-b-flugzeuge-tracken-mit-rtl-sdr/&quot;&gt;ADS-B empfängt&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/wettersonden-empfangen-und-auswerten-mit-rtl-sdr-hoehenballons-tracken/&quot;&gt;Wettersonden jagt&lt;/a&gt;, kennt den Effekt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Und der niederschwellige Einstieg.&lt;/strong&gt; Für eine Empfangsstation braucht es keine Lizenz und keine Prüfung. Das macht sie zum idealen Projekt für Einsteiger, für den Nachwuchs im Verein und für alle, die erst einmal hören wollen, bevor sie senden.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=AZ6dVCxGaNc
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Ausführlicher Vortrag zu FLARM und OGN, inklusive Aufbau und Betrieb einer Bodenstation (Colin Sindle, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Hardware&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Einkaufsliste ist kurz und der teuerste Posten ist die Antenne, nicht der Empfänger.&lt;/p&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Rechner&lt;/strong&gt;: Raspberry Pi 3 oder 4. Ein Pi 4 ist die vernünftige Wahl, weil FANET und PilotAware zusätzliche Rechenleistung kosten. Ein Pi Zero oder Pi 1 reicht nur für einfachen Empfang mit Abstrichen. Alternativ tut es jeder kleine Linux-Rechner oder Thin Client.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;SDR-Stick&lt;/strong&gt;: Der &lt;strong&gt;RTL-SDR Blog V3&lt;/strong&gt; mit TCXO, SMA-Buchse und schaltbarem Bias-T ist die Empfehlung des Projekts. Achtung, und das überrascht viele: Der neuere &lt;strong&gt;V4 wird für OGN derzeit ausdrücklich nicht empfohlen&lt;/strong&gt;, weil er in dieser Anwendung schlechter abschneidet. Wer nur einen V4 in der Schublade hat, nimmt ihn besser für den WebSDR-Teil.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Antenne&lt;/strong&gt;: Vertikale Rundstrahlantenne für 868 MHz, Kollinear mit 5 bis 9 dBi. Als Referenz gilt die verbreitete 165 cm lange GFK-Antenne der 9-dBi-Klasse. Hauptsache vertikal polarisiert und frei.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Optional, aber wirksam&lt;/strong&gt;: Ein gefilterter Mastvorverstärker von Uputronics bringt rund 3 bis 5 dB, direkt an der Antenne montiert und über Bias-T gespeist. Wer in der Nähe starker Sender wohnt, braucht eher einen Kavitätsfilter für 863 bis 870 MHz, sonst frisst Intermodulation die Reichweite.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kabel&lt;/strong&gt;: Kurz und gut. Dämpfung vor dem ersten Verstärker geht direkt von der Empfindlichkeit ab. Für die Montage lohnt der Blick in unseren Beitrag zu &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/masten-und-tuerme-antennentraeger-planen-und-aufstellen/&quot;&gt;Masten und Antennenträgern&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Strom und Netz&lt;/strong&gt;: Stabile 5 V, am besten ein ordentliches Netzteil und ein aktiver USB-Hub, sobald zwei Sticks dranhängen. Netzwerk per Kabel, wo es geht.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped&quot;&gt;&lt;figure class=&quot;wp-block-image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/ogn-rtlsdr-dongle-1024x768.webp&quot; alt=&quot;RTL-SDR-USB-Stick mit RTL2832U und R820T&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Ein RTL-SDR-Stick für rund 30 Euro ist das Herz der Station. Für OGN empfiehlt das Projekt die V3-Variante mit TCXO. (Foto: Dsimic, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Anleitung, Teil 1: die OGN-Station&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Basis ist ein frisch aufgesetztes Raspberry Pi OS Lite, SSH aktiviert, System aktuell. Der Ablauf folgt der offiziellen Anleitung im OGN-Wiki, die Kurzfassung sieht so aus.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Pakete installieren.&lt;/strong&gt; Die Software braucht ein paar Bibliotheken:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;sudo apt update &amp;amp;&amp;amp; sudo apt full-upgrade -y
sudo apt install -y libconfig9 libjpeg-dev libfftw3-dev procserv telnet lynx ntpsec&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Auf neueren Systemen fehlt &lt;code&gt;libjpeg8&lt;/code&gt; in den Paketquellen. Das Wiki beschreibt dafür zwei Wege, entweder libjpeg aus dem Quelltext bauen oder vorbereitete ARM64-Binaries verwenden. Dieser Punkt ist der einzige, an dem die Installation auf aktuellen Images regelmäßig hakt, und der Grund, warum viele Stationen bewusst noch auf einem älteren Raspberry Pi OS laufen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Software holen und Pipe anlegen.&lt;/strong&gt; Aus dem Downloadbereich des Projekts kommt das zum Rechner passende &lt;code&gt;rtlsdr-ogn&lt;/code&gt;-Paket, für den Pi die GPU-Variante. Danach im Verzeichnis die benannte Pipe erzeugen, über die der Empfangsteil mit dem Dekoder spricht:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;cd ~/rtlsdr-ogn
mkfifo ogn-rf.fifo&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Frequenzfehler messen.&lt;/strong&gt; Sticks ohne TCXO laufen ein paar ppm daneben, das kostet Empfindlichkeit. Das mitgelieferte Werkzeug misst den Fehler an GSM-Kanälen:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;./gsm_scan --ppm 50 --gain 20&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Beim V3 mit TCXO kann man sich das sparen und &lt;code&gt;FreqCorr&lt;/code&gt; auf 0 lassen. Im laufenden Betrieb kalibriert die Software ohnehin über GSM nach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Konfiguration schreiben.&lt;/strong&gt; Die Datei, hier &lt;code&gt;meinestation.conf&lt;/code&gt;, ist übersichtlich. Position und Höhe gehören exakt eingetragen, daraus leitet die Software auch den regionalen Frequenzplan ab:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;RF:
{
  FreqCorr    = 0;             # ppm, bei TCXO-Sticks 0
  BiasTee     = 1;             # Speisung fuer den Mastvorverstaerker
  DeviceSerial = &quot;OGN01&quot;;      # Stick eindeutig adressieren
  PipeName    = &quot;ogn-rf.fifo&quot;;
} ;

Position:
{
  Latitude    =  46.6883;      # Dezimalgrad, Nordost positiv
  Longitude   =  13.9186;
  Altitude    =   900;         # Meter ueber Meer
} ;

APRS:
{
  Call        = &quot;OE8XYZ&quot;;      # max. 9 Zeichen, erscheint oeffentlich
} ;

HTTP:
{
  Port        = 8080;          # Statusseite der Station
} ;&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Der Name unter &lt;code&gt;Call&lt;/code&gt; ist die öffentliche Kennung der Station. Flugplätze verwenden ihren ICAO-Code, private Stationen einen sprechenden Ortsnamen oder das eigene Rufzeichen. Sonderzeichen vermeiden, maximal neun Stellen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Als Dienst starten.&lt;/strong&gt; Die Startskripte des Projekts nutzen &lt;code&gt;procserv&lt;/code&gt;, eingetragen wird die Konfigurationsdatei in &lt;code&gt;/etc/rtlsdr-ogn.conf&lt;/code&gt;:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;sudo service rtlsdr-ogn start
lynx http://localhost:8080&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Ab jetzt läuft die Station. Die Statusseite auf Port 8080 zeigt Rauschpegel, empfangene Pakete und die Liste der gehörten Geräte, und wenige Minuten später taucht die Station auf der Karte von live.glidernet.org auf. Wer sehen will, was bei einem selbst ankommt: Die dort sichtbaren Empfängernamen sind genau diese Stationen, in Kärnten zum Beispiel LOKF am Ossiacher See.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped&quot;&gt;&lt;figure class=&quot;wp-block-image&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/ogn-raspberry-pi4-1024x684.webp&quot; alt=&quot;Raspberry Pi 4 Model B von oben&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Ein Raspberry Pi 4 trägt OGN-Dekoder und WebSDR gleichzeitig, solange jeder Dienst seinen eigenen SDR-Stick hat. (Foto: Laserlicht, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Anleitung, Teil 2: OpenWebRX+ daneben&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;OpenWebRX+ ist der Fork von Marat Fayzullin, der dem ursprünglichen OpenWebRX eine ganze Reihe Dekoder spendiert hat: SSTV, FAX, AIS, POCSAG, FLEX, RDS, CW, RTTY, dazu ADS-B, ACARS, VDL2 und HFDL. Installiert wird aus dem Projekt-Repository, hier für Debian Bookworm, auf dem die aktuellen Pi-Images basieren:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;curl -s https://luarvique.github.io/ppa/openwebrx-plus.gpg \
  | sudo gpg --yes --dearmor -o /etc/apt/trusted.gpg.d/openwebrx-plus.gpg
sudo tee /etc/apt/sources.list.d/openwebrx-plus.list &amp;lt;&amp;lt;&amp;lt;&quot;deb [signed-by=/etc/apt/trusted.gpg.d/openwebrx-plus.gpg] https://luarvique.github.io/ppa/bookworm ./&quot;
sudo apt update
sudo apt install openwebrx&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Zwei Fallstricke: Das Repository des ursprünglichen OpenWebRX darf auf Bookworm nicht zusätzlich eingetragen sein, dort liegen Bullseye-Pakete. Und für die digitalen Sprachbetriebsarten ist einmalig &lt;code&gt;sudo install-softmbe.sh&lt;/code&gt; nötig. Wer lieber bei null anfängt, nimmt eines der fertigen SD-Karten-Images des Projekts, muss aber wissen, dass das 32-Bit-Image den Pi 5 nicht bedient und das 64-Bit-Image Pi 1, Pi 2 und Zero 1 ausschließt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Danach einen Admin-Benutzer anlegen, das Webinterface auf Port 8073 öffnen und im Gerätebereich den zweiten Stick eintragen, adressiert über seine Seriennummer statt über den Index. Wer den Empfänger auch von außerhalb erreichbar machen will, findet den DSGVO-freundlichen Weg ohne offenen Port in unserem Beitrag zu &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/sdr-weltweit-zugaenglich-machen-ein-funkamateur-guide-zu-cloudflare-tunnels/&quot;&gt;Cloudflare Tunnels&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=opolawcWJvQ
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;OpenWebRX+ auf dem Raspberry Pi einrichten, Schritt für Schritt (Kevin O&apos;Reilly, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Kombination: warum zwei Sticks Pflicht sind&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der naheliegende Gedanke, beide Dienste aus einem Stick zu bedienen, funktioniert nicht, und zwar aus drei Gründen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Erstens belegt ein RTL-SDR-Stick immer genau einen Prozess. Es gibt keine Mehrfachnutzung auf Treiberebene. Zweitens tut die OGN-Software genau das, was einen geteilten Betrieb endgültig ausschließt: Sie stimmt den Stick periodisch ins GSM-Band um, um den Oszillatorfehler nachzuführen. Ein Wasserfall, der alle paar Minuten wegspringt, ist kein Wasserfall. Drittens, und das wird oft übersehen: OpenWebRX+ hat keinen OGN-Dekoder. Der eingebaute ISM-Zweig basiert auf rtl_433 und liest Funksensoren, er kann kein LoRa und damit kein FANET. Auf 868 MHz sieht man im Wasserfall also die Bursts, dekodieren lässt sich daraus nichts.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Lösung ist unspektakulär: zwei Sticks. Damit beide Dienste nach einem Neustart wieder das richtige Gerät greifen, bekommen sie eindeutige Seriennummern:&lt;/p&gt;

&lt;pre class=&quot;wp-block-code&quot;&gt;&lt;code&gt;rtl_eeprom -d 0 -s OGN01
rtl_eeprom -d 1 -s WEBRX1&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;

&lt;p&gt;Danach wird in der OGN-Konfiguration &lt;code&gt;DeviceSerial = &quot;OGN01&quot;&lt;/code&gt; gesetzt und in OpenWebRX+ der zweite Stick über &lt;code&gt;WEBRX1&lt;/code&gt; ausgewählt. Der Rest ist Betriebspraxis, und die drei Punkte sind bekannt: Die USB-Ports des Pi liefern für zwei Sticks nicht zuverlässig genug Strom, ein aktiver Hub gehört dazu. Unter Dauerlast wird es warm, also Kühlkörper oder besser ein leiser Lüfter. Und die beiden Sticks sollten nicht direkt nebeneinander stecken, eine kurze USB-Verlängerung entkoppelt sie spürbar.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Übrigens lässt sich dasselbe Muster erweitern. Das OGN-Wiki beschreibt ausdrücklich den Betrieb mehrerer Empfänger auf einem Vierkern-Pi, jeder mit eigener Pipe, eigener Konfiguration und eigenem HTTP-Port. Wer also OGN, ADS-B und WebSDR auf einem Gerät will, kann das tun, muss aber bei der Stromversorgung und beim Kühlkonzept ernst machen. Was sonst noch alles auf einem Pi im Shack läuft, haben wir in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/raspberry-pi-im-shack-die-besten-amateurfunk-anwendungen-2026/&quot;&gt;Raspberry Pi im Shack&lt;/a&gt; zusammengetragen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Standort, Reichweite, Erwartungshaltung&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Auf 868 MHz gilt kompromisslos die Sichtlinie. Die Antenne gehört so hoch und so frei wie möglich, jeder Meter Höhe zahlt sich mehr aus als jedes Dezibel Verstärkung. An einem ruhigen Standort sind 50 bis 100 Kilometer erreichbar, bei Sichtverbindung über ein Tal auch mehr. In der Nähe von Mobilfunk- oder Rundfunksendern kann die Reichweite dagegen auf wenige Kilometer einbrechen, weil der Empfänger in Intermodulation läuft. Dagegen hilft nur Filterung, nicht mehr Verstärkung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für den Alpenraum heißt das konkret: Gute Standorte sind Hanglagen und Bergstationen mit Blick ins Tal, nicht die Talsohle. Wer ohnehin einen Mast für &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/aprs-in-oesterreich-positionsmeldungen-wetterdaten-und-mehr/&quot;&gt;APRS&lt;/a&gt; oder ein Relais betreibt, hat den halben Aufbau schon stehen. Die Kombination aus einem exponierten Standort und einer FANET-tauglichen Station ist für die lokale Gleitschirmszene deutlich mehr wert als eine weitere Station im ohnehin gut abgedeckten Flachland.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Datenschutz und Rechtslage&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der wichtigste Punkt zuerst, weil er in der Fliegerszene emotional diskutiert wurde und heute sauber gelöst ist: &lt;strong&gt;Tracking ist abwählbar.&lt;/strong&gt; Wer nicht sichtbar sein will, setzt in der OGN-Gerätedatenbank DDB das entsprechende Flag oder aktiviert im FLARM-Gerät ab Firmware 6.x die No-Tracking-Option. Dann wird die Position weder angezeigt noch aufgezeichnet. Wer als Stationsbetreiber gefragt wird, sollte das erklären können, es nimmt der Diskussion sofort die Schärfe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Empfang selbst: Eine Empfangsstation sendet nicht, braucht also keine Bewilligung. Die Aussendungen im SRD-Band sind unverschlüsselte Positionsbaken, deren Zweck gerade darin besteht, von anderen gehört zu werden. Beim Weiterverbreiten gilt trotzdem Augenmaß, das Fernmeldegeheimnis kennt keine Ausnahme für interessante Daten, und OGN hat eigene Nutzungsregeln für die Weitergabe. Wer die Daten ins offizielle Netz einspeist, bewegt sich innerhalb dieser Regeln. Wer eigene Auswertungen veröffentlicht, sollte sie kennen. Einen Überblick über den rechtlichen Rahmen in Österreich gibt unser Beitrag zur &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/amateurfunk-gesetzgebung-in-oesterreich-tkg-afv-und-was-man-wissen-muss/&quot;&gt;Amateurfunk-Gesetzgebung&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und eine Klarstellung, die in jede Stationsbeschreibung gehört: &lt;strong&gt;OGN ist kein Sicherheitssystem.&lt;/strong&gt; Die Kollisionswarnung passiert im Cockpit, zwischen den Geräten, in Echtzeit. Das Bodennetz sieht nur, was zufällig in Reichweite einer Station war, mit Verzögerung und mit Lücken. Es ist ein Werkzeug für Nachbetrachtung, Livetracking und im Ernstfall für die Suche, nicht für die Sekunde, in der es darauf ankommt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was es kostet&lt;/h2&gt;

&lt;ul class=&quot;wp-block-list&quot;&gt;
&lt;li&gt;Raspberry Pi 4 mit Netzteil, Gehäuse und Karte: rund 90 bis 120 Euro&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;RTL-SDR Blog V3: etwa 35 Euro, der zweite Stick für den WebSDR nochmals so viel&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;868-MHz-Kollinearantenne: je nach Ausführung 40 bis 120 Euro&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Kabel, Stecker, Mastmaterial: 30 bis 80 Euro&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Optional Mastvorverstärker oder Filter: 40 bis 90 Euro&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Unter dem Strich landet eine solide Doppelstation bei etwa 250 bis 400 Euro, wobei der Mast in der Regel schon steht. Zum Vergleich: Ein fertiges Vario mit FANET kostet mehr. Wer nur schnuppern will, fängt mit einem einzelnen &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/rtl-sdr-fuer-einsteiger-fuer-30-euro-die-welt-des-funks-entdecken/&quot;&gt;RTL-SDR-Stick&lt;/a&gt; und einer improvisierten Antenne an und schaut, was überhaupt ankommt.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Fazit&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Eine OGN-Station ist eines der wenigen Projekte, bei denen sich Bastelspaß und echter Nutzen so direkt treffen. Der Aufwand liegt bei einem Nachmittag plus Antennenmontage, die laufenden Kosten sind ein paar Watt Strom, und im Gegenzug steht der Empfänger in einem Netz, das im Ernstfall die letzte bekannte Position eines Vermissten liefert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dass auf demselben Gerät noch ein WebSDR laufen kann, ist die Zugabe. Die Regel dafür ist simpel: ein Dienst, ein Stick, eindeutige Seriennummern, ordentliche Stromversorgung. Wer das beherzigt, hat am Ende eine Maschine, die gleichzeitig der lokalen Fliegerei dient und den eigenen Empfang für alle im Web öffnet. Für ein Hobby, das vom Zuhören lebt, ist das kein schlechter Tausch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Grundlage waren unter anderem das Wiki des Open Glider Network mit den Seiten zu Hardware, Raspberry-Pi-Installation, Konfigurationsdatei, Mehrfachempfängern, SAR und der Opt-out-Regelung, die Paketanleitung des OpenWebRX+-Projekts von Marat Fayzullin, die ADS-L-Spezifikation der EASA für das SRD-860-Band, die Projektseiten zu FANET und den ESP32-Trackern sowie ein Live-Abruf der OGN-Karte für den Alpenraum. Das Titelbild zeigt einen Gleitschirm über der Gerlitzen in Kärnten (Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons), die weiteren Fotos stammen ebenfalls von Wikimedia Commons und sind bei der jeweiligen Abbildung gekennzeichnet. Die redaktionelle Verantwortung und Prüfung liegt bei der oeradio.at-Redaktion. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir keine Gewähr, rechtliche Fragen klärt im Einzelfall das Fernmeldebüro. Korrekturen und Ergänzungen, gerne auch von Betreibern eigener OGN-Stationen, an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/ogn-empfangsstation-und-openwebrx-auf-einem-raspberry-pi/&quot;&gt;Gleitschirme und Segelflieger empfangen: OGN-Station und OpenWebRX+ auf einem Raspberry Pi&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Technik</category><category>Amateurfunk</category></item><item><title>Remote-Shack: Die eigene Amateurfunkstation fernsteuern</title><link>https://oeradio.at/remote-shack-die-eigene-amateurfunkstation-fernsteuern/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=4277</guid><description>&lt;p&gt;Die Station steht dort, wo die Antenne hingehört, und du sitzt woanders. Was dafür wirklich nötig ist: Software von gratis bis teuer, das Netzwerkproblem namens CGNAT, ehrliche Latenzwerte und die österreichische Rechtslage nach TKG 2021.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/remote-shack-die-eigene-amateurfunkstation-fernsteuern/&quot;&gt;Remote-Shack: Die eigene Amateurfunkstation fernsteuern&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Mon, 21 Sep 2026 07:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Die Antenne gehört dorthin, wo sie gut funktioniert. Du selbst gehörst dorthin, wo du wohnst. Diese beiden Orte sind nur selten derselbe, und genau aus dieser Lücke ist der Remote-Betrieb entstanden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Prinzip ist simpel: Transceiver, Endstufe, Tuner und Antenne stehen an einem festen Standort, du greifst über das Internet darauf zu. Was dabei über die Leitung geht, sind drei Dinge, und es lohnt sich, sie von Anfang an getrennt zu denken. Erstens Steuerbefehle, also CAT: Frequenz, Betriebsart, PTT, Filter. Zweitens Audio in beide Richtungen. Drittens, optional, Spektrum- und Wasserfalldaten. Die meisten Probleme beim Remote-Betrieb sind in Wahrheit Probleme mit genau einer dieser drei Spuren, und wer weiß, welche gerade klemmt, ist die halbe Fehlersuche los.&lt;/p&gt;


&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Warum überhaupt&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Der häufigste Grund ist der Platz. Wer im dritten Stock einer Mietwohnung sitzt, bekommt keine Dreielement-Yagi auf den Balkon, und je nach Hausordnung nicht einmal einen Draht. Was rechtlich geht und was nicht, haben wir in Antennen und Mietrecht in Österreich aufgedröselt. Ein Standort am Land, beim Bruder, auf der Hütte oder bei einem Klubkollegen löst das Problem, ohne dass du umziehen musst.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der zweite Grund ist der Störpegel. In verbautem Gebiet liegt das Grundrauschen auf 40 Meter abends gerne bei S7, und daran ist selten eine einzelne Quelle schuld, sondern die Summe aus Schaltnetzteilen, LED-Trafos, Photovoltaik-Wechselrichtern und dem Ladegerät vom Nachbarn. Wie man solchen Quellen auf die Spur kommt, steht im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/emv-ratgeber-stoerungen-finden-und-beheben/&quot;&gt;EMV-Ratgeber&lt;/a&gt;. Nur: Manches lässt sich eben nicht abstellen, und dann ist ein ruhiger Standort zehn Kilometer weiter mehr wert als jede Vorstufe.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dazu kommen zwei Gründe, über die seltener geredet wird. Der eine ist Zeit: Wer unter der Woche auswärts arbeitet, ist mit Remote-Zugang am Dienstagabend QRV statt nur am Wochenende. Der andere ist Zugang. Für Funkamateure, die nicht mehr gut auf den Dachboden oder in den Keller kommen, ist der Remote-Betrieb kein Komfortthema, sondern oft der Unterschied zwischen aktiv und nicht mehr aktiv.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Kostenlos anfangen: wfview&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wer eine Icom-Station hat, braucht für den Einstieg keinen Cent auszugeben. &lt;strong&gt;wfview&lt;/strong&gt; ist freie Open-Source-Software für Windows, macOS und Linux und mittlerweile die naheliegendste Antwort auf die Frage, womit man anfangen soll.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für Geräte mit eingebautem Netzwerkanschluss, also IC-7610, IC-9700, IC-705, IC-905, IC-R8600 und den TS-890S auf der Kenwood-Seite, verbindet sich wfview direkt mit der IP-Adresse des Geräts. Für alle anderen, allen voran den weit verbreiteten IC-7300, gibt es den Servermodus: Ein Rechner am Standort hängt per USB am Transceiver und spielt selbst Netzwerkgerät. Das darf ein alter Laptop sein oder ein Raspberry Pi.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Drei Dinge sind dabei wichtig und stehen so auch im Handbuch. wfview nutzt drei UDP-Ports, 50001 für die Steuerung, 50002 für Empfangsaudio und 50003 für Sendeaudio, und diese Portnummern dürfen nicht umgemappt werden, weil sie Teil des Protokolls sind. Als Codec ist Opus mit einem Kanal die richtige Wahl, er braucht je nach Vergleich vier- bis zehnmal weniger Bandbreite als PCM. Und die Benutzerverwaltung ist bewusst einfach gehalten: Das Handbuch sagt selbst, dass die Passwörter nicht gut verschlüsselt sind und man dort kein wichtiges Passwort verwenden soll. Genau deshalb gehört wfview hinter ein VPN und nicht ins offene Internet.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die typische Audiolatenz liegt laut Projekt unter 75 ms im LAN und unter 200 ms über das Internet. Für SSB reicht das locker, für CW wird es je nach Leitung grenzwertig. Dazu unten mehr.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=BZxW9AESIBk
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;wfview im Überblick: kostenlose Fernsteuerung für viele Icom-Geräte (Kevin Loughin, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Am Rand erwähnt, weil es die Richtung zeigt, in die das Ganze geht: Von wfview gibt es inzwischen einen kopflosen Fork namens &lt;strong&gt;wfweb&lt;/strong&gt;, der die Station über den Browser bedienbar macht, inklusive Audio und Digimodes. Wer keine Client-Software installieren will, findet dort einen interessanten Ansatz.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Die Lösungen der Hersteller&lt;/h2&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;FlexRadio SmartLink&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die FLEX-6000-Serie ist im Remote-Betrieb deshalb so beliebt, weil das Gerät von Haus aus nichts anderes ist als ein Netzwerkgerät mit Antennenbuchse. Die Bediensoftware SmartSDR sieht im LAN und über das Internet gleich aus, Audio, Wasserfall und Steuerung laufen über eine gemeinsame Verbindung, und die Latenz ist bemerkenswert niedrig.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine verbreitete Behauptung dazu stimmt allerdings nicht, und wir haben sie in einer früheren Fassung dieses Artikels selbst verbreitet: SmartLink kommt nicht grundsätzlich ohne Portfreigabe aus. FlexRadio schreibt im eigenen Helpdesk, dass der Router am Standort der Station eine eingehende Verbindung aus dem Internet annehmen können muss, üblicherweise über Port-Forwarding. SmartLink versucht das per UPnP automatisch einzurichten, was oft klappt und oft eben auch nicht. Wenn es nicht klappt, landet man bei manueller Portfreigabe oder bei einem der Overlay-Netze weiter unten.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Icom RS-BA1 und der IC-7760&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Icoms RS-BA1 in Version 2 ist die hauseigene Lösung und besteht aus einem Serverteil am Standort und einem Client. Sie kann mehr als wfview bei der Integration in die Icom-Welt und kostet dafür Geld. Wer ohnehin einen IC-7610 hat, kann beides ausprobieren und entscheiden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Spannender ist, was Icom mit dem &lt;strong&gt;IC-7760&lt;/strong&gt; gemacht hat. Das Gerät besteht aus zwei Teilen, einem Bedienteil und einem RF-Deck, und die beiden reden über LAN miteinander, wahlweise im Haus oder über das Internet. Mitgeliefert wird ein drei Meter langes Steuerkabel, für alles darüber nimmt man ein handelsübliches Netzwerkkabel. Bis zu fünf Bedienteile lassen sich am RF-Deck anmelden, wobei immer nur eines die Kontrolle hat. Laut Hersteller passt das Gerät seinen Puffer bei Netzwerkverzögerung und Jitter selbst an, damit die CW-Tastung sauber bleibt. Das ist der interessante Punkt an dieser Bauform: Das RF-Deck darf endlich dort stehen, wo es hingehört, nämlich nahe am Speisepunkt, und nicht dort, wo Platz am Schreibtisch ist.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Kenwood: KNS, ARCP-890 und ARCP-990&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Kenwood nennt sein System Network Command System, kurz KNS. Beim TS-890S, der einen Netzwerkanschluss eingebaut hat, steuert ARCP-890 das Gerät direkt über LAN oder Internet, und das Audio läuft über die im Gerät und in ARCP-890 eingebaute VoIP-Funktion. In der klassischen Variante braucht es zusätzlich ARHP-890 als Hostprogramm und ARVP-10 für die Sprachübertragung. Für den TS-990S gibt es die entsprechende ARCP-990.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was es nicht mehr gibt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die RemoteRig-Boxen RRC-1258MkII von Microbit waren jahrelang die Standardantwort auf die Remote-Frage, weil sie ohne PC auskamen und schlicht das abgesetzte Bedienteil eines Geräts über das Internet verlängert haben. Sie werden nicht mehr verkauft. Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen sie noch auf, und wer eine hat, soll sie behalten. Als Neuplanung ist das Thema durch.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Selbstbau mit Raspberry Pi und Hamlib&lt;/h2&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/remote-shack-raspberry-pi-1024x681.webp&quot; alt=&quot;Ein Raspberry Pi 4 liegt auf einem managed Netzwerk-Switch&quot; loading=&quot;lazy&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-block-image__caption&quot;&gt;Fünfzehn Watt Dauerlast, und der halbe Remote-Shack läuft darauf. Foto: RAIL P (RAIL.PHOTOGRAPHY), CC0, via Wikimedia Commons.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Wer kein Icom hat oder einfach gern selber baut, kommt mit freier Software genauso weit. Das Grundgerüst besteht aus drei Teilen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hamlib mit rigctld&lt;/strong&gt; übernimmt die Steuerung. Der Dienst hängt am seriellen oder USB-Port des Transceivers und bietet die CAT-Befehle über TCP/IP an, Standardport 4532. Programme wie WSJT-X, FLRig, CQRLOG oder Gpredict verbinden sich damit über das Netz, als säße das Gerät daneben. Hamlib deckt praktisch jeden Transceiver ab, der überhaupt eine CAT-Schnittstelle hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Für das Audio&lt;/strong&gt; hat sich Mumble bewährt, weil es auf niedrige Latenz ausgelegt ist und mit wenig Bandbreite gut klingt. Am Standort wird das NF-Signal des Transceivers über ein USB-Audiointerface digitalisiert, beim Operator geht es den umgekehrten Weg ins Mikrofon. Discord oder TeamSpeak funktionieren auch, sind aber spürbar träger, weil sie für Gespräche und nicht für PTT gebaut wurden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Als Hardware&lt;/strong&gt; reicht ein Raspberry Pi ab Modell 4. Der Stromverbrauch bleibt im Bereich von fünf bis fünfzehn Watt, was den Dauerbetrieb auch an einer Solaranlage realistisch macht. Was das für die Batterieauslegung heißt, steht im &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/akkublick-batterieplanung-fuer-funkamateure/&quot;&gt;Akkublick&lt;/a&gt;. Weitere Anwendungen für den Pi im Shack haben wir in einem &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/raspberry-pi-im-shack-die-besten-amateurfunk-anwendungen-2026/&quot;&gt;eigenen Artikel&lt;/a&gt; gesammelt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Vorteil dieses Aufbaus ist, dass jedes Teil einzeln austauschbar ist. Der Nachteil ist, dass du drei Dienste betreust statt einem, und dass du beim Debuggen über eine Internetleitung merkst, wie wenig Spaß das macht.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=UlqanVnHkA0
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Remote-Steuerung ohne Zusatzkosten, Schritt für Schritt erklärt (DX Commander, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Das Netzwerkproblem, über das niemand spricht: CGNAT&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Hier scheitern die meisten Remote-Projekte, und zwar bevor sie richtig angefangen haben. Viele Internetanschlüsse bekommen heute keine eigene öffentliche IPv4-Adresse mehr, sondern teilen sich eine mit hunderten anderen Kunden. Das nennt sich Carrier-Grade NAT, und es betrifft besonders Mobilfunk- und LTE-Anschlüsse, also genau das, was auf der Hütte oder am Gartengrundstück oft die einzige Option ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Folge: Portfreigabe funktioniert nicht. Es gibt nichts freizugeben, weil dein Router gar keine Adresse hat, auf die von außen jemand zugreifen könnte. Du kannst am Router stundenlang Regeln anlegen, es ändert nichts.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ob du betroffen bist, findest du in zwei Minuten heraus. Schau im Router nach, welche WAN-IP-Adresse er hat, und vergleiche sie mit der Adresse, die dir eine Seite wie ifconfig.me anzeigt. Stimmen die beiden nicht überein, oder beginnt die WAN-Adresse mit 100.64 bis 100.127, dann sitzt du hinter CGNAT.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die Lösung heißt Overlay-Netzwerk. Diese Dienste bauen die Verbindung von beiden Seiten nach außen auf, was jede Firewall problemlos zulässt, und verbinden deine Geräte dann direkt miteinander. Aus Sicht der Software sieht das aus wie ein lokales Netz.&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Tailscale&lt;/strong&gt; ist am schnellsten eingerichtet, baut auf WireGuard auf und ist für private Nutzung kostenlos. Wie das konkret ausschaut, haben wir am Beispiel des IC-705 durchgespielt: &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/ic-705-remotefunk-mit-tailscale-so-steuerst-du-deinen-icom-ic-705-von-ueberall/&quot;&gt;IC-705 Remotefunk mit Tailscale&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;ZeroTier&lt;/strong&gt; macht dasselbe mit etwas anderer Philosophie und ist in der Remote-Szene ebenfalls verbreitet, gerade als Ausweg bei FlexRadio-Anschlüssen hinter CGNAT.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;WireGuard pur&lt;/strong&gt; ist die Variante ohne fremden Dienst dazwischen. Sie setzt allerdings voraus, dass mindestens eine der beiden Seiten von außen erreichbar ist, etwa ein kleiner Server bei einem Hoster, über den beide Enden zusammenfinden.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Ein Nebeneffekt, den man mitnehmen sollte: Wenn ohnehin alles durch einen verschlüsselten Tunnel läuft, erledigt sich das halbe Sicherheitskapitel von selbst.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Latenz: was wirklich zählt&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Die Zahl, auf die alle schauen, ist der Ping. Wichtiger ist aber die Konstanz.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für &lt;strong&gt;SSB&lt;/strong&gt; ist alles unter etwa 200 ms unauffällig. Du merkst die Verzögerung beim Umschalten, störend wird sie nicht. Für &lt;strong&gt;CW&lt;/strong&gt; wird es ernster: Unter 100 ms lässt sich ordentlich arbeiten, unter 50 ms merkst du kaum einen Unterschied zum lokalen Betrieb, darüber fängt das Mitlesen des eigenen Gebens an, unangenehm zu werden. Dass Icom beim IC-7760 ausdrücklich damit wirbt, den Puffer für die CW-Tastung anzupassen, kommt nicht von ungefähr. Bei &lt;strong&gt;FT8, FT4 und anderen digitalen Betriebsarten&lt;/strong&gt; spielt Latenz praktisch keine Rolle, solange die Uhren stimmen, weil ohnehin in festen Zeitfenstern dekodiert wird.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der eigentliche Feind ist &lt;strong&gt;Jitter&lt;/strong&gt;, also die Schwankung der Laufzeit. Eine Leitung mit konstanten 150 ms ist angenehmer als eine, die zwischen 40 und 180 ms springt, weil jeder Puffer auf den schlechtesten Fall ausgelegt werden muss. Paketverlust über einem Prozent macht sich als Aussetzer im Audio bemerkbar, bei der Steuerung als hängende Befehle. Wenn der Router QoS kann, gehört der Remote-Verkehr priorisiert, besonders wenn daheim gleichzeitig jemand streamt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei der Bandbreite wird meist maßlos überschätzt. Reines Audio in beide Richtungen kommt mit 128 kbit/s aus. Mit Steuerung, Kamera und moderatem Wasserfall bist du bei zwei bis fünf Mbit/s. Nur wenn du den vollen Wasserfall einer SDR-Station in hoher Auflösung willst, wird es zweistellig. Im Upload der Station, nicht im Download, denn von dort kommen die Daten.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was am anderen Ende stehen muss&lt;/h2&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/remote-shack-contest-station-1024x678.webp&quot; alt=&quot;Amateurfunk-Contest-Station mit Transceiver, zwei Bildschirmen, Keyer, Rotorsteuerung und Notizzetteln an der Wand&quot; loading=&quot;lazy&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-block-image__caption&quot;&gt;Eine gewachsene Contest-Station. Jedes Kastl auf diesem Tisch, das du aus der Ferne brauchst, muss fernsteuerbar oder schaltbar sein. Foto: Ptolusque, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Die goldene Regel lautet: Alles, was du im Fehlerfall angreifen müsstest, musst du auch aus der Ferne angreifen können.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ganz oben steht die &lt;strong&gt;netzwerkfähige Steckdosenleiste&lt;/strong&gt;. Sie ist nicht Komfort, sondern die Versicherung des ganzen Projekts. Wenn der Transceiver sich aufhängt oder der Router in einen komischen Zustand fällt, ist ein Stromstoß aus der Ferne der Unterschied zwischen zwei Minuten Ausfall und einer Autofahrt. Wichtig dabei: Der Rechner, der die Steckdosenleiste steuert, darf nicht selbst an der schaltbaren Seite hängen. Das klingt selbstverständlich und wird trotzdem regelmäßig falsch verkabelt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dazu kommt eine &lt;strong&gt;USV&lt;/strong&gt;, die weniger gegen lange Stromausfälle hilft als gegen die kurzen Einbrüche, nach denen ein Rechner nicht mehr sauber hochkommt. Modelle mit Netzwerkanschluss lassen sich überwachen und können geordnet herunterfahren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine &lt;strong&gt;IP-Kamera&lt;/strong&gt; mit Nachtsicht klingt nach Spielerei und ist es nicht. Auf ein Stehwellenmessgerät zu schauen, während du in dreihundert Kilometern Entfernung sitzt, beantwortet Fragen, die dir keine Software beantwortet. Ob der Rotor tatsächlich dreht, zum Beispiel.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Bei &lt;strong&gt;Antennen&lt;/strong&gt; gilt: Je weniger bewegliche Teile, desto ruhiger schläfst du. Ferngesteuerte Umschalter sind Standard, sowohl fertig gekauft als auch als Eigenbau mit Relaisplatine und Mikrocontroller. Ein automatischer Antennentuner am Standort erspart dir das Nachstimmen aus der Ferne. Motorisch verstellbare Antennen decken mit einem Kabel viele Bänder ab, bringen aber auch einen Motor mit, der bei minus fünfzehn Grad im Jänner genau das tut, was Motoren dann tun.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und schließlich der &lt;strong&gt;Watchdog&lt;/strong&gt;. Irgendetwas muss die Station in einen sicheren Zustand bringen, wenn die Verbindung mitten im Sendebetrieb abreißt. Ohne diesen Mechanismus kann ein abgestürzter Client dazu führen, dass PTT gesetzt bleibt, und dann sendest du einen Träger, bis jemand vorbeifährt. Das ist der Punkt, an dem Remote-Betrieb von einem Hobbyprojekt zu einer Verantwortung wird.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Sicherheit&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Eine Station, die über das Internet erreichbar ist, ist ein Sender, den jemand anderer betätigen könnte. Entsprechend ernst sollte man das nehmen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die kurze Fassung lautet: keine offenen Ports. Alles läuft durch VPN oder Overlay-Netz, und zwar wirklich alles, auch die Kamera und das Webinterface der Steckdosenleiste. Gerade diese Geräte sind selten für ein feindliches Netz gebaut und bekommen oft jahrelang keine Firmware-Updates.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dazu die üblichen Selbstverständlichkeiten, die trotzdem gesagt werden müssen: eigene Passwörter statt Wiederverwendung, Zwei-Faktor-Authentifizierung wo möglich, regelmäßige Updates auf Betriebssystem und VPN-Server. Für das Monitoring reicht etwas Kleines wie Uptime Kuma, das dir meldet, wenn die Station nicht mehr antwortet. Das ist mehr wert, als es klingt: Du willst am Freitagabend nicht erst beim Einschalten merken, dass seit Dienstag nichts mehr läuft.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Wer HAMNET in Reichweite hat, kann den Anbindungsweg auch ganz anders denken. Wie das Netz aufgebaut ist, steht in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/hamnet-in-oesterreich-das-highspeed-datennetz-der-funkamateure/&quot;&gt;HAMNET in Österreich&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Rechtslage in Österreich&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Hier war unsere frühere Fassung ungenau, deshalb einmal sauber der Reihe nach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Remote-Betrieb ist in Österreich ausdrücklich vorgesehen. Das &lt;strong&gt;TKG 2021&lt;/strong&gt; definiert in &lt;strong&gt;§ 3 Z 44&lt;/strong&gt; die Remotefunkstelle als &quot;eine Amateurfunkstelle, die von einem Funkamateur fernbedient wird&quot;. Und &lt;strong&gt;§ 78a Abs 1 Z 5&lt;/strong&gt; hält fest, dass &quot;im Fall einer Remotefunkstelle die persönliche Anwesenheit des Inhabers der Bewilligung nicht erforderlich ist&quot;. Das ist die entscheidende Stelle: Genau diese Anwesenheit wäre sonst der Knackpunkt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zuständig ist das &lt;strong&gt;Fernmeldebüro&lt;/strong&gt;, nicht die RTR. Das haben wir früher falsch geschrieben. Die RTR ist für vieles im Telekom-Bereich zuständig, die Amateurfunkbewilligungen laufen aber über das Fernmeldebüro, zu finden unter fb.gv.at.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In der &lt;strong&gt;Amateurfunkverordnung&lt;/strong&gt; selbst, korrekt AFV und nicht AFU-VO, steht zum Remote-Betrieb übrigens nichts Eigenes. Was dort steht und für uns zählt: § 5 Abs 1 knüpft die Ziffer im Rufzeichen an das Bundesland des in der Bewilligung genannten festen Standorts. Die Fernabschaltemöglichkeit wird in §§ 32 und 38 geregelt, allerdings für Baken und Relais. Und § 12 erlaubt die Verbindung von Amateurfunkstellen mittels Internettechnologie in einem eng gefassten Rahmen, nämlich zur Erprobung neuer Übertragungstechniken. Das ist etwas anderes als der Zugriff auf die eigene Station und wird gern verwechselt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Praktisch heißt das: Es ist der Standort der Sendeanlage, der die Station ausmacht, nicht dein Aufenthaltsort. Steht der Transceiver in Kärnten und du sitzt in Hamburg, dann sendet eine OE8-Station. Was die Bewilligung für zusätzliche Standorte genau verlangt, klärst du am besten direkt mit dem Fernmeldebüro, bevor du baust, und nicht danach. Eine gute Einordnung des gesamten Rechtsrahmens haben wir in Amateurfunk-Gesetzgebung in Österreich zusammengefasst.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Remote im Contest: aufpassen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Hier werden regelmäßig Logs gestrichen, weil jemand die Regeln nicht gelesen hat. Bei &lt;strong&gt;CQ WW&lt;/strong&gt; ist Remote-Betrieb erlaubt, aber unter einer klaren Bedingung: Alle Sender, Empfänger und Antennen müssen sich an einem einzigen Stationsstandort befinden. Entfernte Empfänger außerhalb dieses Standorts sind nicht zulässig. Die Kategorie- und Lizenzgrenzen gelten unverändert.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Was also nicht geht: das Signal daheim über einen Web-SDR in Skandinavien mithören, während die eigene Antenne in Kärnten sendet. Einzelne Conteste kennen eng begrenzte Ausnahmen, beim CQ 160 etwa ist für Single Operator Assisted genau ein entfernter Empfänger innerhalb von 100 Kilometern um den Senderstandort erlaubt. Solche Regeln ändern sich, deshalb gilt schlicht: vor dem Contest ins aktuelle Regelwerk schauen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Ohne eigene Station: die DARC-Remotestationen&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Erwähnenswert, weil viele nicht wissen, dass es das gibt: Der DARC betreibt ein Netz von Remotestationen, die Mitglieder über eine Client-Software nutzen können. Auf einer Karte sieht man, welche Station gerade online ist. Voraussetzung sind die DARC-Mitgliedschaft und eine Lizenz der Klasse A, pro Sitzung gilt ein Zeitlimit von 60 Minuten, danach meldet man sich einfach neu an.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Für Funkamateure ohne eigene Antennenmöglichkeit ist das ein realistischer Weg, überhaupt auf die Bänder zu kommen, und für alle anderen eine gute Gelegenheit, den Remote-Betrieb auszuprobieren, bevor man selbst Geld in die Hand nimmt.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=QBzvznkDhXM
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Remote Radio, Connecting the World: Einordnung auf Deutsch (DL2YMR, DE)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;In welcher Reihenfolge man anfängt&lt;/h2&gt;

&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Zuerst im eigenen LAN.&lt;/strong&gt; Transceiver, Rechner, Software, alles im Haus. Wenn es dort nicht sauber läuft, wird es über das Internet nicht besser.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dann den Tunnel.&lt;/strong&gt; Tailscale oder WireGuard einrichten und prüfen, ob du vom Mobilfunknetz aus die Station erreichst. Erst wenn das steht, kommt wieder Funk ins Spiel.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dann die Notfallebene.&lt;/strong&gt; Steckdosenleiste, USV, Watchdog. Bevor die Station an den endgültigen Standort übersiedelt, nicht danach.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Erst dann übersiedeln.&lt;/strong&gt; Und am neuen Standort alles noch einmal durchtesten, inklusive eines absichtlich herbeigeführten Stromausfalls. Zieh den Stecker und schau, ob alles von selbst wieder hochkommt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dokumentieren.&lt;/strong&gt; IP-Adressen, Ports, Zugänge, Verkabelung, alles auf eine Seite. In dem Moment, in dem du sie brauchst, sitzt du woanders und hast keinen Zugriff auf das Kastl, das du gerade beschreiben müsstest.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Fazit&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Remote-Betrieb ist kein exklusives Thema mehr. Mit wfview, einem Raspberry Pi und Tailscale steht ein funktionierender Aufbau für unter hundert Euro an Zusatzhardware, vorausgesetzt der Transceiver kann CAT. Die teuren Lösungen kaufen dir Bequemlichkeit und Integration, nicht grundsätzlich mehr Funktion.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Die eigentlichen Hürden liegen woanders, als die meisten erwarten. Sie liegen nicht bei der Software, sondern beim Netzwerk, Stichwort CGNAT, und bei der Frage, was passiert, wenn du nicht dort bist. Wer die Steckdosenleiste und den Watchdog von Anfang an mitplant, hat eine Station, die läuft. Wer sie sich für später aufhebt, hat ein Projekt, das ihn regelmäßig ins Auto setzt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst und am 21. September 2026 überarbeitet. Grundlage waren unter anderem das wfview-Handbuch, der FlexRadio-Helpdesk, die Produktunterlagen von Icom und Kenwood, das ÖVSV-Wiki zu den Rahmenbedingungen für Remote-Stationen, die Gesetzestexte im RIS sowie die Regelwerke von CQ WW und das Projekt Remotestationen des DARC. Das Titelbild zeigt eine Antennenanlage in einem Wohngebiet (Foto: Wikideas1, CC0, via Wikimedia Commons), die weiteren Fotos stammen ebenfalls von Wikimedia Commons und sind bei der jeweiligen Abbildung gekennzeichnet. Die redaktionelle Verantwortung und Prüfung liegt bei der oeradio.at-Redaktion. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir keine Gewähr, rechtliche Fragen klärt im Einzelfall das Fernmeldebüro. Korrekturen und Ergänzungen, gerne auch von Betreibern eigener Remote-Stationen, an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/remote-shack-die-eigene-amateurfunkstation-fernsteuern/&quot;&gt;Remote-Shack: Die eigene Amateurfunkstation fernsteuern&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Technik</category></item><item><title>Stealth-Antennen für Wohnung und HOA: Unsichtbar funken</title><link>https://oeradio.at/stealth-antennen-fuer-wohnung-und-hoa-unsichtbar-funken/</link><guid isPermaLink="false">https://oeradio.at/?p=4970</guid><description>&lt;p&gt;Es gibt zwei Sorten von Funkamateuren ohne Antenne. Die einen dürfen nicht, die anderen trauen sich nicht zu fragen. Beide landen bei demselben Thema: Wie betreibt man eine Station, ohne dass am Haus etwas zu sehen ist. Dieser Beitrag sortiert das Thema in drei Ebenen, und zwar bewusst in dieser Reihenfolge: was rechtlich gilt, was [&amp;#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/stealth-antennen-fuer-wohnung-und-hoa-unsichtbar-funken/&quot;&gt;Stealth-Antennen für Wohnung und HOA: Unsichtbar funken&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</description><pubDate>Sat, 12 Sep 2026 07:00:00 GMT</pubDate><content:encoded>&lt;p&gt;Es gibt zwei Sorten von Funkamateuren ohne Antenne. Die einen dürfen nicht, die anderen trauen sich nicht zu fragen. Beide landen bei demselben Thema: Wie betreibt man eine Station, ohne dass am Haus etwas zu sehen ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dieser Beitrag sortiert das Thema in drei Ebenen, und zwar bewusst in dieser Reihenfolge: was rechtlich gilt, was physikalisch möglich ist, und was das an Leistung kostet. Die dritte Ebene wird in der einschlägigen Literatur gern übersprungen, sie ist aber der Grund, warum manche Leute mit einer unsichtbaren Antenne glücklich werden und andere nach einem halben Jahr aufgeben.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/stealth-wohnhaus-balkone-1024x683.webp&quot; alt=&quot;Kärntner Wohnhaus mit drei Geschoßen, Balkonen und einer Wäschespinne im Garten&quot; loading=&quot;lazy&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-block-image__caption&quot;&gt;Der Normalfall in Österreich: Wohnhaus, Balkone, Hausverwaltung, keine Außenantenne. Die Wäschespinne im Garten ist übrigens ein ernstzunehmender Antennenträger. Foto: Johann Jaritz, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Erst das Recht, dann der Lötkolben&lt;/h2&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Österreich: Mietrecht, Wohnungseigentum, Bauordnung&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Für Mieter ist &lt;strong&gt;§ 9 MRG&lt;/strong&gt; die einschlägige Bestimmung. Er verpflichtet den Vermieter, bestimmte Veränderungen zu dulden, wenn sie dem Stand der Technik entsprechen, einem wichtigen Interesse dienen und keine schutzwürdigen Interessen beeinträchtigen. Die ausdrückliche Antennen-Privilegierung in § 9 Abs 2 Z 5 gilt allerdings nur für den Hörfunk- und Fernsehempfang, eine Sendeantenne muss den allgemeinen Weg gehen. Entscheidend ist dabei die Zwei-Monats-Frist: Widerspricht der Vermieter nach der Anzeige nicht, gilt seine Zustimmung als erteilt. Der Oberste Gerichtshof hat außerdem klargestellt, dass daraus &lt;strong&gt;kein Anspruch auf einen bestimmten Anbringungsort&lt;/strong&gt; folgt. Die Paragrafen, die Fristen und einen Musterbrief haben wir in &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/antennen-und-mietrecht-in-oesterreich-darf-ich-eine-antenne-aufstellen/&quot;&gt;Antennen und Mietrecht in Österreich&lt;/a&gt; ausführlich aufgeschlüsselt. Der Vermieter darf also mitreden, wo das Ding hinkommt, und genau dort beginnt die Verhandlung.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Im &lt;strong&gt;Wohnungseigentum&lt;/strong&gt; ist die Lage strenger. Alles, was an allgemeinen Teilen des Hauses montiert wird, also Dach, Fassade, Außenwand des Balkons, ist eine Änderung, die grundsätzlich die Zustimmung der anderen Eigentümer braucht oder ersatzweise die Genehmigung des Gerichts. Innerhalb der eigenen vier Wände gilt das nicht, weshalb die Innenantenne im Eigentum oft der kürzeste Weg zum Ziel ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Dazu kommt das &lt;strong&gt;Baurecht der Länder&lt;/strong&gt;. In Wien etwa sind Antennen außerhalb von Schutzzonen bewilligungsfrei, innerhalb einer Schutzzone braucht jede Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes eine Baubewilligung. Wer in einem Altbau im Ortskern wohnt, sollte das vor dem Bohren wissen und nicht danach.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ein Unterschied, der in Diskussionen ständig verwischt wird: &lt;strong&gt;Empfangen ist rechtlich leichter als Senden&lt;/strong&gt;. Die bekannten Entscheidungen zu Satellitenschüsseln stützen sich auf die Informationsfreiheit, und die deckt den Empfang. Für eine Sendeantenne lässt sich daraus nichts ableiten.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der praktische Rat aus vielen Fällen: schriftlich fragen, klein anfangen, Rückbau ohne Spuren zusichern, eine Fotomontage beilegen und die Leistung nicht zum Thema machen, bevor jemand danach fragt. Ein Draht von drei Millimetern Durchmesser, der über die Terrasse zur Fichte läuft, wird anders wahrgenommen als „eine Amateurfunkanlage&quot;.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;USA: HOA, CC&amp;amp;Rs und ein Gesetz, das seit Jahren nicht kommt&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Begriff Stealth-Antenne stammt aus den USA, und dort ist die Lage eine andere. Millionen Häuser stehen in Siedlungen mit einer &lt;strong&gt;Homeowners Association&lt;/strong&gt;, deren privatrechtliche Bauvorschriften, die CC&amp;amp;Rs, sichtbare Antennen schlicht verbieten. Drei Punkte dazu, weil sie regelmäßig verwechselt werden:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;PRB-1&lt;/strong&gt;, die bekannte FCC-Vorgabe zur „reasonable accommodation&quot; von Amateurfunkantennen, bindet Behörden. Auf privatrechtliche Verträge zwischen Eigentümern wirkt sie nicht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Die &lt;strong&gt;OTARD-Regel&lt;/strong&gt; der FCC schützt Antennen für Fernsehempfang, Satelliten und festen Breitbandzugang gegen solche Klauseln. &lt;strong&gt;Amateurfunkantennen sind davon nicht erfasst.&lt;/strong&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Der &lt;strong&gt;Amateur Radio Parity Act&lt;/strong&gt; sollte diese Lücke schließen und scheiterte. Der Nachfolger, der &lt;strong&gt;Amateur Radio Emergency Preparedness Act&lt;/strong&gt;, liegt seit Februar 2025 als H.R. 1094 und S. 459 im 119. Kongress und ist bis heute nicht beschlossen.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Für uns in Österreich ist das vor allem als Erklärung nützlich, warum die halbe Fachliteratur zum Thema amerikanisch ist und warum der Fahnenmast dort eine so große Rolle spielt: Eine Fahne ist in einer HOA-Siedlung erwünscht, eine Antenne nicht.&lt;/p&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-image size-large&quot;&gt;&lt;img src=&quot;https://oeradio.at/wp-content/uploads/2026/09/stealth-fahnenmast-1024x683.webp&quot; alt=&quot;Fahnenmast mit Flagge vor einem Wohnhaus im Abendlicht&quot; loading=&quot;lazy&quot;/&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-block-image__caption&quot;&gt;Der Klassiker aus den USA: Was von außen ein Fahnenmast ist, ist elektrisch eine Vertikalantenne mit Radialen unter dem Rasen. Foto: Noah Wulf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Was Unsichtbarkeit physikalisch kostet&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Eine versteckte Antenne ist fast immer eine schlechtere Antenne. Das ist kein Grund, es zu lassen, aber ein Grund, die Erwartung vorher zu justieren. Die Verluste kommen aus vier Quellen:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dämpfung durch Baustoffe.&lt;/strong&gt; Ziegel, Holz und trockener Putz kosten wenig, oft nur ein bis drei Dezibel. Ein Blechdach, eine alukaschierte Dämmbahn oder Stahlbeton sind dagegen ein wirksamer Schirm. Besonders tückisch ist moderne Dämmung: Die Alukaschierung sieht man nicht, sobald die Verkleidung sitzt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Verkürzung und Verlustwiderstand.&lt;/strong&gt; Ein auf fünf Meter zusammengefalteter 40-Meter-Draht hat einen niedrigen Strahlungswiderstand. Alles, was an Verlustwiderstand dazukommt, Spulen, Übergänge, feuchte Wände, geht direkt vom Wirkungsgrad ab.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Nähe zu leitenden Teilen.&lt;/strong&gt; Regenrinne, Heizungsrohre, Armierung, Kabelkanäle. Die verstimmen, koppeln und strahlen mit, meist nicht in die Richtung, die man sich wünscht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Störnebel.&lt;/strong&gt; In der Wohnung sitzt die Antenne mitten in der Störquelle. Netzteile, LED-Leuchten, PV-Wechselrichter und Powerline liegen wenige Meter entfernt, siehe unseren &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/emv-ratgeber-stoerungen-finden-und-beheben/&quot;&gt;EMV-Ratgeber&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Als grobe Hausnummer aus der Praxis: Dieselbe Drahtlänge im Dachboden statt im Freien kostet ein bis zwei S-Stufen. Das ist ärgerlich, aber es ist der Unterschied zwischen „geht schwer&quot; und „geht gar nicht&quot; nur in wenigen Fällen.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Das Thema, das kein Ratgeber gern anspricht&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Wer im Wohnraum sendet, bringt die Antenne in die Nähe von Menschen, die dort dauerhaft leben. Für die Beurteilung der Exposition gibt es Grenzwerte, und sie gelten auch für die eigene Familie im Nebenzimmer. Drei Punkte, die man ernst nehmen sollte:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Abstand ist das wirksamste Mittel.&lt;/strong&gt; Ein Dachboden über dem Schlafzimmer ist etwas anderes als eine Loop auf dem Schreibtisch, an dem jemand sitzt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Leistung reduzieren kostet erstaunlich wenig.&lt;/strong&gt; Von 100 auf 10 Watt sind 10 dB, also knapp zwei S-Stufen. In FT8 ist das oft die Differenz zwischen sicher decodiert und sicher decodiert.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Magnetic Loops führen am Drehkondensator sehr hohe Spannungen.&lt;/strong&gt; Auch bei kleiner Sendeleistung. Eine Loop gehört nicht dorthin, wo Kinder hingreifen können.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Und weil es dazugehört: Eine Antenne im Dachboden macht das Thema &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/stationserdung-und-blitzschutz-shack-vor-ueberspannungen-schuetzen-2/&quot;&gt;Blitzschutz&lt;/a&gt; nicht kleiner. Das Kabel führt weiterhin ins Haus, und der äußere Blitzschutz des Gebäudes will nicht umgangen werden.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Lösungen im Inneren&lt;/h2&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Draht im Dachboden&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Wenn ein Dachboden zur Verfügung steht und das Dach nicht aus Blech ist, ist der gespannte Draht die beste unsichtbare Antenne, die man bekommen kann. Bewährt haben sich zwei Bauformen:&lt;/p&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dipol oder Inverted-V&lt;/strong&gt;, so hoch wie möglich unter dem First, gespeist über eine Mantelwellensperre. Für 20 Meter reicht die Länge in vielen Häusern gerade noch, für 40 Meter wird gefaltet.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Endgespeister Halbwellendraht&lt;/strong&gt; mit 49:1 Übertrager im Zickzack, siehe unseren Beitrag zur &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/efhw-die-end-fed-half-wave-antenne-einfach-effektiv-vielseitig/&quot;&gt;EFHW&lt;/a&gt;. Vorteil: Der Speisepunkt liegt dort, wo das Kabel ohnehin ankommt. Nachteil: Der Draht führt hohe Spannung an seinem Ende, also nicht an die Dachlatte tackern, an der jemand vorbeigreift.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Praktisch wichtig: Mantelwellen sind hier kein Randthema, sondern das Hauptproblem. Ein Draht im Haus koppelt kräftig in die Hausinstallation. Eine ordentliche Sperre am Speisepunkt und eine zweite am Transceiver ersparen viel Ärger, siehe &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/baluns-und-ununs-verstehen-impedanzanpassung-richtig-gemacht/&quot;&gt;Baluns und Ununs&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Magnetic Loop&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Die Loop ist die klassische Wohnungsantenne und in der Praxis ein Kompromiss mit klarem Profil. Sie braucht wenig Platz, ist auf Empfang deutlich störungsärmer als ein Draht, weil sie auf das magnetische Feld anspricht, und sie lässt sich drehen, um einen Störer auszunullen. Dafür ist sie extrem schmalbandig, verlangt nach jedem QSY ein Nachstimmen und reagiert empfindlich auf alles Leitende in der Nähe. Details im Beitrag über die &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/magnetic-loop-die-balkon-antenne-fuer-den-funkamateur/&quot;&gt;Magnetic Loop&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Eine Variante, die zu selten genannt wird: Loop nur für den Empfang, Draht für das Senden. Man muss nicht beides mit demselben Gebilde machen.&lt;/p&gt;

&lt;h3 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Balkon und Fensterrahmen&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Am Balkon funktioniert erstaunlich viel, wenn man die Erwartung an die Bandwahl anpasst. Eine verkürzte Vertikal mit zwei bis vier abgestimmten Radialen entlang des Geländers, ein Glasfasermast von drei Metern, der nur zum Betrieb ausgefahren wird, oder ein Draht, der abends vom Balkon zum Baum gespannt und morgens wieder eingeholt wird. Für die Grundlagen dazu siehe &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/vertikalantennen-fuer-kurzwelle-grundlagen-typen-und-praxis/&quot;&gt;Vertikalantennen&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Zum Geländer selbst: Ein Metallgeländer ist ein brauchbares Gegengewicht, aber ein miserabler Strahler. Wer es als Antenne verwendet, verteilt Hochfrequenz im ganzen Haus.&lt;/p&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Lösungen draußen, die niemand sieht&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Dünner Draht.&lt;/strong&gt; Lackierter Kupferlackdraht mit 0,4 bis 0,8 Millimetern ist aus zehn Metern Entfernung unsichtbar. Er ist mechanisch grenzwertig, deshalb gehört an jedes Ende ein Gummiseil als Zugentlastung. Grau oder schwarz statt blank, das erledigt den Rest.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Wäschespinne und Wäscheleine.&lt;/strong&gt; Ein perfekter Träger, der bereits genehmigt ist, weil ihn niemand als Antennenmast wahrnimmt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Fahnenmast.&lt;/strong&gt; Glasfasermast mit innen geführtem Draht, Radiale unter dem Rasen oder im Kies. In den USA das Standardrezept, bei uns eher in Einfamilienhaus-Siedlungen mit strengem Bebauungsplan interessant.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Zaun und Hecke.&lt;/strong&gt; Ein Draht entlang eines Holzzauns oder in einer Hecke ist unauffällig, koppelt aber stark in den Boden. Funktioniert, kostet Wirkungsgrad.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Regenrinne und Fallrohr.&lt;/strong&gt; Beliebt, aber mit Vorsicht zu genießen: Übergangswiderstände an den Steckverbindungen erzeugen Gleichrichtereffekte und damit Störungen, und die Rinne führt Hochfrequenz genau dorthin, wo man sie nicht haben will.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Antenne nur bei Betrieb.&lt;/strong&gt; Die ehrlichste aller Lösungen, wenn es rechtlich eng ist. Ein Wurfdraht für zwei Stunden am Abend ist etwas anderes als eine feste Installation, sowohl in der Wahrnehmung der Nachbarn als auch in der Bewertung durch eine Hausverwaltung.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Betrieb: aus wenig viel machen&lt;/h2&gt;

&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Betriebsart schlägt Leistung.&lt;/strong&gt; FT8 und CW arbeiten 15 bis 20 dB unter SSB. Mit einer Kompromissantenne ist das der Unterschied zwischen Verbindung und Rauschen. Wer bisher nur SSB gemacht hat, findet hier den größten Hebel, siehe auch &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/qrp-betrieb-mit-5-watt-um-die-welt/&quot;&gt;QRP-Betrieb&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Zuerst messen, dann glauben.&lt;/strong&gt; Ein &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/nanovna-der-antennenanalyzer-fuer-die-hosentasche/&quot;&gt;NanoVNA&lt;/a&gt; sagt dir in zehn Minuten, ob dein Dachbodendraht resonant ist oder ob der Tuner nur die Anzeige glattbügelt. Zum Tuner-Thema passt der Beitrag über &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/antennentuner-manuell-vs-automatisch-was-ist-besser/&quot;&gt;Antennentuner&lt;/a&gt;: Er repariert das SWR, nicht die Bilanz.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kabel kurz und gut.&lt;/strong&gt; Bei einer ohnehin verlustbehafteten Antenne ist schlechtes Koax der zweite Verlust hintereinander, siehe &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/koaxialkabel-richtig-waehlen-rg-58-rg-213-lmr-400-und-mehr/&quot;&gt;Kabelvergleich&lt;/a&gt;.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;WSPR als Messgerät.&lt;/strong&gt; Zwei Nächte WSPR mit fünf Watt zeigen schwarz auf weiß, was die Antenne kann, und liefern eine Karte, die man der Hausverwaltung zwar nicht zeigen muss, die einem selbst aber die Motivation erhält.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Den Standort wechseln.&lt;/strong&gt; Kein Widerspruch zum Stealth-Gedanken: Wer daheim eingeschränkt ist, verlegt das laute Funken nach draußen, &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/sota-in-oesterreich-funken-von-gipfel-zu-gipfel/&quot;&gt;SOTA&lt;/a&gt; und POTA sind für genau diese Situation ideal. Daheim bleibt die leise Station für FT8 und die Abendrunde.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Videos zum Thema&lt;/h2&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=CJr1qh1S7Es
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Rundgang durch eine komplette Antennenanlage im Dachboden, HF bis UHF (HOA Ham, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=1mbwGan8pOE
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Fahnenmast als Antennenträger, Aufbau und Betrieb (HOA Ham, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio&quot;&gt;&lt;div class=&quot;wp-block-embed__wrapper&quot;&gt;
https://www.youtube.com/watch?v=cYd0l-PEPR8
&lt;/div&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;Magnetic Loop im Dachboden, ehrlicher Praxistest mit Messungen (HamRadioConcepts, EN)&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Entscheidungshilfe&lt;/h2&gt;

&lt;figure class=&quot;wp-block-table is-style-stripes&quot;&gt;&lt;table&gt;&lt;thead&gt;&lt;tr&gt;&lt;th&gt;Situation&lt;/th&gt;&lt;th&gt;Erster Versuch&lt;/th&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/thead&gt;&lt;tbody&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Eigentum mit Dachboden, Ziegeldach&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Draht unter dem First, Dipol oder EFHW mit Mantelwellensperre&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Mietwohnung, Balkon, verständnisvoller Vermieter&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Vertikal mit Radialen am Geländer, nur bei Betrieb ausgefahren&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Mietwohnung, kein Balkon, hoher Störpegel&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Magnetic Loop am Fenster, Empfang getrennt optimieren&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Reihenhaus mit Garten, strenge Nachbarn&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Dünner Draht zur Wäschespinne oder zum Baum, grau lackiert&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;Blechdach oder Stahlbeton&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Keine Innenantenne, stattdessen Balkon, Garten oder Portabelbetrieb&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;tr&gt;&lt;td&gt;HOA-Siedlung in den USA&lt;/td&gt;&lt;td&gt;Fahnenmast, Dachboden, dünner Draht, und die CC&amp;amp;Rs vorher lesen&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/tbody&gt;&lt;/table&gt;&lt;figcaption class=&quot;wp-element-caption&quot;&gt;In allen Zeilen gilt derselbe Zusatz: erst die Rechtslage klären, dann bohren.&lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;

&lt;p&gt;Das Fazit fällt nüchtern aus. Eine unsichtbare Antenne ist ein Kompromiss, und sie bleibt einer, egal wie clever die Konstruktion ist. Aber sie ist der Unterschied zwischen einem Hobby, das stattfindet, und einem Rufzeichen, das in der Schublade liegt. Die meisten, die sich darauf einlassen, berichten dasselbe: Der erste Draht ist zu kurz, der zweite zu sichtbar, und der dritte funktioniert seit Jahren, ohne dass jemand im Haus davon weiß.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;73 – eure oeradio.at-Redaktion&lt;/p&gt;

&lt;hr class=&quot;wp-block-separator has-alpha-channel-opacity&quot;/&gt;

&lt;h2 class=&quot;wp-block-heading&quot;&gt;Transparenzhinweis&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Inhalte wurden von der oeradio.at-Redaktion geprüft. Die Angaben zur Rechtslage sind eine Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung: § 9 MRG und die Bauordnungen der Länder für Österreich, FCC-Regeln PRB-1 und OTARD sowie H.R. 1094 und S. 459 des 119. Kongresses für die USA, Stand September 2026. Hinweise und Korrekturen gerne an &lt;a href=&quot;mailto:kontakt@oeradio.at&quot;&gt;kontakt@oeradio.at&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Beitrag &lt;a href=&quot;https://oeradio.at/stealth-antennen-fuer-wohnung-und-hoa-unsichtbar-funken/&quot;&gt;Stealth-Antennen für Wohnung und HOA: Unsichtbar funken&lt;/a&gt; erschien zuerst auf &lt;a href=&quot;https://oeradio.at&quot;&gt;OERadio&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;</content:encoded><dc:creator>Michael | OE8YML</dc:creator><category>Amateurfunk</category><category>Technik</category></item></channel></rss>