KW 44 / 2026 | 26. Oktober bis 1. November | SFI aktuell 93 (24. Oktober), 90-Tage-Mittel 114 | SSN 25, Fleckenfläche 150 Millionstel | Kp höchstens 2 in den letzten 24 Stunden | Sonnenwind rund 350 km/s, Bt unter 5 nT | Letzter M-Flare am 19. Oktober, seit dem 24. Oktober nur noch B-Klasse | G1-Fenster laut NOAA für 31. Oktober bis 1. November | Quelle: NOAA SWPC, Stand 25. Oktober 18:00 UTC
Zusammenfassung
Diese Woche ist das Gegenstück zur letzten: wenig Sonne, wenig Wind, und am Ende ein Termin, den man sich vormerken sollte.
Der Flux ist abgestürzt. Am 18. Oktober standen wir bei 137, am 24. Oktober nur noch bei 93. Das 90-Tage-Mittel liegt bei 114, wir sind also deutlich unter dem Durchschnitt, und das ist kein Ausreißer, sondern der Rückfall auf das Niveau von Ende September (damals 92 bis 95). Die beiden großen Regionen der letzten Wochen, 4551 und 4557, sind über den Westrand verschwunden. Übrig ist Region 4560 (N13W84, Fao, 12 Flecken, 150 Millionstel), und sie steht bereits am Westrand und verlässt die Scheibe im Lauf des Montags. Daneben gibt es zwei fleckenlose Plage-Gebiete, eines im Nordosten, eines im Südwesten, die NOAA noch nicht nummeriert hat. Die SDF-Vorhersage vom 24. Oktober sagt für die nächsten drei Tage 92, 92 und 88.
Das Magnetfeld bleibt ruhig, bis es am Wochenende nicht mehr ist. NOAA erwartet für Montag und Dienstag ruhige bis leicht unruhige Bedingungen (Kp bis 3), keine G1-Sturmwarnung. Der Sonnenwind liegt bei rund 350 km/s, das Gesamtfeld unter 5 nT, die Lage ist entspannt. Der Haken kommt am 31. Oktober und 1. November: Die 27-Tage-Tabelle sieht dort A 30 und A 25 mit Kp 5, und der Wochentext von NOAA nennt G1 für genau diese beiden Tage, ausgelöst durch einen schnellen Sonnenwindstrom aus einem koronalen Loch. Das ist die Wiederkehr des Sturms vom 4. Oktober (A 36), genau 27 Tage später.
Dazu passt der Blick auf die Sonne: Im Osten der Scheibe steht ein dunkler Komplex aus koronalen Löchern, nach unserer Lesart des Bildes etwa 40 Grad vor dem Zentralmeridian. Bei rund 13 Grad Drehung pro Tag erreicht er die Mitte der Scheibe in drei bis vier Tagen. Ein Sonnenwindstrom braucht dann üblicherweise zwei bis drei Tage zur Erde. Das passt zum Halloween-Wochenende.
Kalendarisch: Der Montag ist der Nationalfeiertag, in der Nacht auf heute ist Österreich auf Normalzeit zurückgegangen (MEZ, UTC+1), und der Sonntag ist Allerheiligen. Es gibt also zwei freie Tage in einer Woche, die auf der Sonnenseite wenig bietet, aber auf den Low Bands eine Menge.

Der Fleckenbestand: eine Region, und die geht
NOAA führt zum Wochenende genau eine nummerierte Region:
- 4560 (N13W84, Fao, beta-gamma, 12 Flecken, 150 Millionstel) ist bereits am Westrand und zeigt Zerfall in den mittleren Flecken. Sie produzierte zuletzt nur einzelne B-Flares, am 25. Oktober um 04:33 UTC ein B4.3. Am Dienstag ist sie weg.
Das heißt: Nach Montag steht die Sonne nach NOAA-Liste ohne Fleck da, und der Flux stützt sich fast nur noch auf das Grundniveau der Aktivitätsgebiete ohne Flecken. Das Risiko für größere Flares ist gering: M-Klasse 10 Prozent pro Tag, X 1 Prozent, Funkausfälle R1 bis R2 10 Prozent täglich, R3 oder mehr 1 Prozent. Am 25. Oktober gab es zwei Auswürfe über den Nordostrand, die laut NOAA nicht auf die Erde gerichtet sind.
Unser Flux-Korridor: Montag 88 bis 96, Dienstag 86 bis 94, Mittwoch 86 bis 96, Donnerstag 88 bis 98, Freitag 90 bis 100, Samstag 92 bis 102, Sonntag 94 bis 106. Die NOAA-Tabelle (Stand 19. Oktober) sagt 95, 100 und dann 105 für den Rest der Woche, wir legen uns wegen der fehlenden Flecken zuerst darunter. Zum Ende der Woche steigen wir an: Die Regionen, die um den 5. und 6. Oktober über den Ostrand kamen und den Flux auf über 120 getrieben haben, kehren nach 27 Tagen um den 1. und 2. November zurück. Das ist der Grund, warum wir ab Freitag wieder nach oben gehen.
Bandprognose
10 und 12 Meter: Bei einem Flux um 90 ist das ein Glücksspiel. 12 Meter öffnet in den Mittagsstunden gelegentlich nach Süden und über den Atlantik, 10 Meter ist die meiste Zeit leer, vor allem am Dienstag und Mittwoch, wenn der Flux seinen Tiefpunkt hat. Gegen Ende der Woche, wenn der Flux anzieht, lohnt wieder ein Blick. Einen Rückblick auf das Band gibt es hier: 10-Meter-Band: das vergessene DX-Band lebt wieder auf.
15 und 17 Meter: Die Arbeitsbänder für DX am Tag. Beide tragen weiter, 17 Meter ist die zuverlässigere Wahl, 15 Meter öffnet zu Mittag nach Süden, Südosten und über den Atlantik. Am Dienstag und Mittwoch ist 17 Meter der sicherere Tipp.
20 Meter: Das Standardband für Tag und Abend. Es trägt die ganze Woche und ist auch bei diesem Flux die beste Wahl für DX, am Wochenende mit der Einschränkung der Polwege (siehe unten).
30 und 40 Meter: Mit der Normalzeit rutschen Dämmerung und Dunkelheit eine Stunde früher in die Uhrzeit, 40 Meter ist ab dem späten Nachmittag das Arbeitsband. Eine Stunde nach Sonnenuntergang geht es nach Westen und Nordamerika los. Zur Dämmerungszone gibt es einen Grundlagentext: Gray Line DX.
80 und 160 Meter: Die Woche ist für die Low Bands gemacht: lange Nächte, ein ruhiges Magnetfeld von Montag bis Donnerstag, und mit dem Feiertag am Montag und am Sonntag Zeit zum Aufbleiben. Die besten Nächte sind die auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, weil das Grundrauschen sinkt und die Polwege nicht gedämpft sind. Wer eine Empfangsantenne baut, findet bei uns Anleitungen: Empfangsantennen für Low-Band und Low-Band-DX auf 160 m und 80 m.
VHF: Sporadic-E ist bis zum Frühjahr vorbei. Aurora ist in dieser Woche unwahrscheinlich: Bei Kp 5 am Wochenende reicht es höchstens im hohen Norden, bei uns in Österreich ist es nicht zu erwarten. Wer es doch probieren will, hört in der Nacht auf Sonntag nach Norden. Mehr zur Technik: Aurora-Ausbreitung auf 2 m.
Geomagnetische Vorhersage
Auch hier zwei Quellen mit unterschiedlichem Alter. Die 27-Tage-Tabelle stammt vom 19. Oktober. Die 3-Tage-Prognose und die Forecast Discussion stammen von heute, 12:30 UTC, und gelten für Montag und Dienstag. Zu den heutigen Werten: NOAA erwartete für den Nachmittag Kp 4 durch das koronale Loch und möglichen Streifschuss eines Auswurfs vom 21. Oktober, gemessen wurde bis in den Nachmittag nur Kp 0 bis 1. Wir behandeln den Sonntagabend deshalb als offen.
- Montag, 26. Oktober: NOAA-3-Tage: Kp 3 in der ersten Nachthälfte, sonst 2. Unsere Schätzung: A 5 bis 10.
- Dienstag, 27. Oktober: Kp bis 2, ruhig. Unsere Schätzung: A 3 bis 7.
- Mittwoch, 28. Oktober: NOAA-Tabelle A 5, Kp 2. Unsere Schätzung: A 3 bis 6.
- Donnerstag, 29. Oktober: NOAA-Tabelle A 5, Kp 2. Unsere Schätzung: A 3 bis 7.
- Freitag, 30. Oktober: NOAA-Tabelle A 5, Kp 2. Die Vorlaufphase des Sonnenwindstroms beginnt am späten Abend. Unsere Schätzung: A 5 bis 10.
- Samstag, 31. Oktober: NOAA-Tabelle A 30, Kp 5 (G1). Unsere Schätzung: A 15 bis 30.
- Sonntag, 1. November: NOAA-Tabelle A 25, Kp 5 (G1). Unsere Schätzung: A 12 bis 25.
Ein Protonenereignis ist nicht in Sicht (S1 oder mehr: 1 Prozent). Die Elektronenflüsse über 2 MeV am geostationären Orbit sind hoch, das betrifft Satelliten, nicht die Kurzwelle.
Der 27-Tage-Takt: Halloween ist ein Termin
Die Sonne dreht sich von der Erde aus gesehen in gut 27 Tagen einmal, und koronale Löcher überleben oft mehrere Umläufe. Das ist die Grundlage der Wiederkehrprognose.
Die Rechnung für diese Woche. 27 Tage vor dem 26. Oktober bis 1. November liegt der 29. September bis 5. Oktober. Die planetaren A-Werte dort: 4, 3, 4, 3, 7, 36 und 24. Die ersten fünf Tage sind ruhig, und das passt zur ruhigen Wochenhälfte. Der 4. Oktober mit A 36 und der 5. Oktober mit A 24 fallen auf Samstag, 31. Oktober, und Sonntag, 1. November. Die NOAA-Tabelle setzt dort A 30 und A 25, und der Wochentext nennt G1. Alle drei Quellen sagen dasselbe, und das ist selten genug, um es ernst zu nehmen.
Das war schon letzte Woche markiert. In der Ausgabe zu KW 43 haben wir den 31. Oktober als nächsten Termin genannt. Die Tabelle hat ihn seither behalten, und das aktuelle Bild der Sonne zeigt auch das passende koronale Loch.
Wann der Flux zurückkommt. Die Zeitreihe zeigt auch, wann der Flux zurückkommt: Am 5. Oktober stand er bei 100, am 6. Oktober bei 113. Wenn dieselben Regionen im selben Takt zurückkehren, rechnen wir ab dem 1. November mit steigendem Flux, ab dem 2. November eher mit Werten Richtung 105.
Contests der Woche
Nach dem CQ WW DX SSB vom letzten Wochenende ist die Woche ruhig. Laut WA7BNM-Kalender (alle Zeiten UTC):
- Unter der Woche: CWops Test (CWT) am Mittwoch zu den Zeiten 13:00 bis 14:00, 19:00 bis 20:00 und am Donnerstag 03:00 bis 04:00 sowie 07:00 bis 08:00, außerdem Mini-Test 40 (Mittwoch 17:00 bis 17:59) und Mini-Test 80 (18:00 bis 18:59), UKEICC 80-m-Contest (Mittwoch 20:00 bis 21:00).
- Am Wochenende: UK/EI DX Contest SSB (Samstag 12:00 UTC bis Sonntag 12:00 UTC) und Russian WW MultiMode (gleiche Zeiten). Beide stehen im Kalender mit dem Hinweis „historisch aktiv, aber unbestätigt“, vor Beginn also Ausschreibung prüfen. Dazu der ARRL EME Contest von Samstag 00:00 UTC bis Sonntag 23:59 UTC. Zu EME haben wir einen Grundlagentext: EME auf 2 m und 70 cm.
Das Wetter dazu: Samstagvormittag und -mittag ist das Feld noch ruhig, im Lauf des Tages und besonders in der Nacht auf Sonntag kann die Störung einsetzen. Wer an den SSB-Contests teilnimmt, sollte die Polwege am Samstagabend nicht überschätzen und 40 Meter nach Süden und Westen vorziehen. Einstieg ins Contesten: Conteste für Einsteiger.
Empfehlungen für die kommende Woche
- Montag (Nationalfeiertag): Das Magnetfeld ist ruhig, der Flux niedrig. 17 und 20 Meter am Tag, am Abend 40 Meter, in der Nacht 80 Meter. Die Nacht auf Dienstag ist die erste gute Low-Band-Nacht.
- Dienstag bis Donnerstag: Die ruhigsten Tage der Woche. Wer 160 oder 80 Meter DX probieren will, hat hier die besten Nächte. Oben auf 10 Meter keine Wunder erwarten.
- Freitag: Letzter Tag vor der möglichen Störung. Die guten Wege (Nordamerika, Südamerika) jetzt arbeiten, nicht auf das Wochenende schieben.
- Samstag und Sonntag: Störung wahrscheinlich. 20 und 40 Meter sind die Rückfallbänder, Polwege meiden, Süd- und Westwege bevorzugen. Der Sonntag ist wegen Allerheiligen frei und der bessere Tag für VHF-Beobachtung nach Norden.
- Normalzeit beachten. Seit der Nacht auf heute gilt MEZ (UTC+1). Wer Termine, Skeds oder Bakenzeiten nach Ortszeit plant, rechnet ab sofort eine Stunde anders.
- Die aktuellen Werte statt der Wochenprognose stehen im Bandblick. Wie sich SFI, A- und K-Index lesen lassen, erklärt der Artikel Ausbreitungsbedingungen verstehen. Zur Einordnung des aktuellen Zyklus: Sonnenzyklus 25.
Rückblick KW 43
Beim Flux haben wir die Woche zu hoch angesetzt, und zwar an jedem Tag. Unser Korridor lag bei 125 bis 135 am Montag, abfallend auf 100 bis 118 am Sonntag. Gemessen wurden 121, 121, 115, 106, 101 und 93 von Montag bis Samstag. Alle sechs Tage lagen unter dem Korridor: um 4, 1, 3, 8, 9 und 13 Punkte. Der Grund ist der schnelle Zerfall der Region 4551: Die Fleckenfläche fiel von 590 Millionstel am 21. Oktober auf 270 am 22. Oktober und 189 am 23. Oktober. Wir hatten bei 4551 den Zerfall angesprochen, aber nicht in dieser Geschwindigkeit eingeplant. Die NOAA-Tabelle (19. Oktober: 100, 100, 105, 100, 100, 95) lag in den ersten drei Tagen weit zu tief (um 21, 21 und 10 Punkte), ab Donnerstag aber näher dran als wir (um 6, 1 und 2 Punkte). Für diese Woche gehen wir deshalb anfangs unter die Tabelle und nicht darüber.
Beim Magnetfeld war der Dienstag die Fehlprognose. Wir hatten für den 19. Oktober A 8 bis 14 erwartet, gemessen wurde A 3. Für den 20. Oktober hatten wir A 15 bis 30 und das G1 laut Watch vorhergesagt, gemessen wurde A 8 bei Kp 3. Die Watch ist am Dienstag nicht eingetreten, NOAA hat sie auf den Mittwoch verschoben, und dort kam der Sturm: A 19 am 21. Oktober, mit Alarm für Kp 5 (G1) um 23:59 UTC. Donnerstag A 20 (unsere Schätzung 15 bis 22), Freitag A 11 (10 bis 18), Samstag A 5 (7 bis 12). Der Mittwoch und der Donnerstag lagen also im Rahmen, das G1 kam nur einen Tag später als angesagt.
Die 27-Tage-Rechnung hat gehalten. Wir hatten die Wiederkehr der Störung vom 24. bis 26. September auf Mittwoch bis Freitag gelegt. Tatsächlich fielen die höchsten A-Werte der Woche auf den 21. und 22. Oktober (19 und 20). Der Haken, den wir genannt hatten, nämlich ein Sonnenwindstrom, der in der Tabelle nicht steht, hat sich dagegen als der kleinere Teil herausgestellt: Er brachte am Dienstag keinen Sturm.
Zum CQ WW DX SSB: Wir hatten ein ruhiges Magnetfeld für das Wochenende angekündigt. Das Feld war am Samstag und Sonntag ruhig (A 5 am Samstag), allerdings bei einem Flux von nur noch 93 am Samstag. Die Voraussetzung für 10 und 15 Meter war damit schlechter, als wir es bei einem Korridor von 106 bis 122 beschrieben hatten. Für die Low Bands und 20 Meter passte die Prognose.
vy 73 und gud DX — eure DX-Wetterredaktion
Transparenzhinweis
Diese Vorausschau wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) auf Basis öffentlicher Weltraumwetter-Daten erstellt: NOAA SWPC 27-Tage-Ausblick und Weekly Highlights (beide vom 19. Oktober), 3-Tage-Prognose und Forecast Discussion vom 25. Oktober 12:30 UTC, der Report of Solar-Geophysical Activity (SDF) vom 24. Oktober 22:00 UTC, die täglichen Sonnen- und geomagnetischen Indizes bis einschließlich 24. Oktober, die planetare Kp-Reihe, die Warn- und Alarmmeldungen bis 25. Oktober sowie die Regionsliste und die Ereignisse vom 25. Oktober. Die Rückrechnung auf den 27-Tage-Takt stützt sich auf die Archivreihe der planetaren A-Indizes von SWPC. Die Lage des koronalen Lochs ist unsere eigene Lesart des SUVI-Bildes und keine NOAA-Angabe. Die Contest-Termine stammen aus dem WA7BNM-Contest-Kalender. Das Titelbild stammt von NOAA/NASA GOES-19 SUVI (195 Ångström, 25. Oktober 18:12 UTC) und ist gemeinfrei. Die Inhalte wurden von der oeradio.at-Redaktion geprüft. Hinweise und Korrekturen gerne an [email protected].





