UKW-Relaisfunkstellen in Österreich: Netzwerk, Technik und Nutzung

Relaisfunkstellen sind das Rückgrat der UKW-Kommunikation im Amateurfunk. Dank ihrer erhöhten Standorte auf Bergen und Gebäuden ermöglichen sie Funkverbindungen weit über die direkte Sichtlinie hinaus. Österreich verfügt über ein dichtes Netz an 2-m- und 70-cm-Relais, das von engagierten Funkamateuren ehrenamtlich betrieben wird. Dieser Artikel erklärt, wie das System funktioniert und wie man es nutzt.

So funktioniert ein Relais

Ein Relais empfängt auf einer Frequenz (Eingabe) und sendet gleichzeitig auf einer anderen Frequenz (Ausgabe) — daher der Name „Umsetzer". Der Frequenzversatz (Shift) beträgt auf 2 m standardmäßig -600 kHz und auf 70 cm -7,6 MHz. Das Relais steht auf einem erhöhten Standort und überbrückt damit Hindernisse, die eine direkte Verbindung zwischen zwei Bodenstationen unmöglich machen würden.

Um ein Relais zu aktivieren, muss das Funkgerät einen CTCSS-Subaudioton (typischerweise 88,5 Hz in Österreich) oder einen DCS-Code mitsenden. Dieser Ton verhindert, dass Störsignale das Relais unbeabsichtigt öffnen.

Die Funktionsweise einer Relaisfunkstelle im Video kurz zusammengefasst:

Das Relaisnetz in Österreich

Österreich bietet dank seiner Topographie ideale Standorte für Relaisfunkstellen. Auf praktisch jedem bedeutenden Berggipfel und vielen Hochhäusern stehen Amateurfunk-Relais:

  • 2-m-Band (144–146 MHz): FM-Relais im Bereich 145,600–145,800 MHz (Ausgabe), mit -600 kHz Shift. Reichweiten von 50–150 km je nach Standorthöhe.
  • 70-cm-Band (430–440 MHz): FM-Relais im Bereich 438,200–439,400 MHz (Ausgabe), mit -7,6 MHz Shift. Etwas kürzere Reichweite, aber mehr verfügbare Kanäle.
  • DMR-Relais: Digitale Relais im 70-cm-Band, vernetzt über das BrandMeister-Netzwerk oder IPSC2. Ermöglichen weltweite Verbindungen über Talkgroups.
  • C4FM/Fusion-Relais: Yaesu System Fusion Relais, teilweise mit WIRES-X-Vernetzung.
  • D-STAR-Relais: Icom-basierte digitale Relais, vernetzt über DCS-Reflektoren.

Eine aktuelle Übersicht aller Relais bieten Plattformen wie repeaterbook.com oder hearham.com.

Sendeturm auf der Katrin bei Bad Ischl: Exponierte Bergstandorte wie dieser machen das österreichische Relaisnetz erst möglich. (Foto: AVDLCZ, CC0, via Wikimedia Commons)

Wie man Relais in der eigenen Umgebung findet, zeigt dieses Video:

Relais richtig nutzen

Der korrekte Relaisbetrieb folgt einigen einfachen Regeln:

  • Rufzeichen nennen: Jede Aussendung beginnt und endet mit dem eigenen Rufzeichen — gesetzliche Pflicht.
  • Kurz warten: Nach dem Loslassen der PTT-Taste kurz warten, damit andere Stationen einsteigen können (Stichwort: Kerchunk vermeiden).
  • Runde beachten: Viele Relais haben regelmäßige Runden (z. B. Ortsgruppenrunden). Nicht einfach dazwischenfunken, sondern warten und sich melden.
  • Notverkehr hat Vorrang: Bei Notsituationen hat jede Station das Recht, das Relais zu belegen.
  • Relaisbetreiber respektieren: Die Relais werden ehrenamtlich betrieben und finanziert. Ein freundlicher Umgangston versteht sich von selbst.

Funkgerät einrichten

Für den Einstieg in den Relaisfunk braucht man kein teures Equipment. Ein einfaches Handfunkgerät wie das Quansheng UV-K5 reicht für erste QSOs über das Ortsrelais. Wichtig beim Programmieren:

  • Ausgabefrequenz des Relais einstellen (das ist die Frequenz, auf der man hört)
  • Shift korrekt setzen (-600 kHz auf 2 m, -7,6 MHz auf 70 cm)
  • CTCSS-Ton aktivieren (für Senden — typisch 88,5 Hz)
  • Leistung anpassen — mit einem nahen Relais reicht oft Low-Power

Wer gerade die Amateurfunkprüfung bestanden hat, findet über Relais den einfachsten Einstieg in den praktischen Funkbetrieb.

Worauf es beim CTCSS-Ton ankommt, erklärt dieses Video:

Vernetzte Relais: EchoLink, HAMNET und Co.

Viele österreichische Relais sind über IP-basierte Netze vernetzt:

  • EchoLink und AllStarLink: Verbinden Relais weltweit über das Internet. Ein QSO über das Ortsrelais kann mit einer Station auf der anderen Seite der Erde stattfinden.
  • HAMNET: Das Highspeed-Datennetz der Funkamateure — einige Relais nutzen HAMNET-Backbone für die Vernetzung statt des kommerziellen Internets.
  • DMR-Netzwerke: BrandMeister und IPSC2 vernetzen digitale Relais über Talkgroups — von der Ortsgruppe bis zur weltweiten Verbindung.

Antennen für den Relaisbetrieb

Wer mehr Reichweite zum Relais braucht, sollte in eine gute Antenne investieren:

  • Rundstrahler: Vertikale Groundplane oder J-Pole für Feststation — gleichmäßige Abstrahlung in alle Richtungen
  • Yagi-Antenne: Richtantenne für schwer erreichbare Relais — hoher Gewinn, aber gerichtete Abstrahlung
  • Mobilantennen: Magnetfußantennen für den Fahrzeugbetrieb — deutlich besser als die Stummelantenne am Handfunkgerät
VHF/UHF-Yagi-Antennen einer Amateurfunkstation: Richtantennen bringen Gewinn in Richtung weiter entfernter Relais. (Foto: Ian Booth, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons / geograph.org.uk)

DX auf UKW: Sporadic-E und mehr

Normalerweise ist die Reichweite auf UKW auf die Sichtlinie beschränkt. Aber es gibt Ausnahmen: Bei Sporadic-E-Bedingungen können plötzlich Relais aus Hunderten Kilometern Entfernung hörbar werden. Wer auf solche Öffnungen vorbereitet ist, erlebt spannende DX-Momente auf 2 m und 6 m. Auch EME (Erde-Mond-Erde) ermöglicht auf VHF/UHF Verbindungen über Kontinente hinweg — dann allerdings nicht über Relais, sondern direkt.

Relais und APRS

Das APRS-Netz in Österreich nutzt eine eigene Infrastruktur aus Digipeatern, die ähnlich wie Relais auf erhöhten Standorten stehen. APRS-Digipeater leiten Positionspakete, Wetterdaten und Kurznachrichten weiter — ein automatisches Netz, das auch bei Notfunk-Einsätzen wertvolle Dienste leistet.

Selbst ein Relais betreiben?

Wer ein eigenes Relais aufbauen möchte, braucht eine Genehmigung der Fernmeldebehörde und die nötige Frequenzkoordination. Die technischen Anforderungen umfassen: Duplexfilter (Hohlraumresonatoren), stabile Stromversorgung, wetterfestes Gehäuse, Blitzschutz und eine gute Antennenanlage. Der Betrieb ist ehrenamtlich — die Kosten für Standortmiete, Strom und Wartung tragen die Betreiber selbst.

Ein Duplexer aus abstimmbaren Hohlraumfiltern (hier von Celwave) trennt Sende- und Empfangssignal an einer gemeinsamen Antenne — das Herzstück jeder Relaisfunkstelle. (Foto: Fil22plm, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Relaisfunkstellen sind nach wie vor die meistgenutzte Infrastruktur im Amateurfunk. Sie bieten den einfachsten Zugang zum Hobby und verbinden Funkamateure vom Nebeltal bis zum Berggipfel.

73 – eure oeradio.at-Redaktion


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein — wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an [email protected].

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