PMR446 vs. CB-Funk vs. Freenet: Welcher Jedermann-Funk passt zu dir?

AmateurfunkFunkbetrieb

Funken ohne Lizenz, geht das? Ja, mit mehreren Funkdiensten, die in Österreich und Europa für jedermann zugänglich sind. Die Auswahl verwirrt allerdings: PMR446, CB-Funk, LPD433, Freenet. Was davon ist in Österreich überhaupt legal, welcher Dienst bietet die beste Reichweite, und wann lohnt sich der Schritt zum Amateurfunk? Dieser Artikel vergleicht die gängigen Jedermann-Funkdienste aus österreichischer Sicht, nennt die geltenden Grenzwerte und räumt mit den häufigsten Irrtümern auf.

Überblick: Jedermann-Funk in Österreich

Jedermann-Funk bezeichnet Funkdienste, die ohne Prüfung, ohne Lizenz und ohne Anmeldung genutzt werden dürfen. Die Frequenzen sind allgemein zugeteilt, jeder darf sie mit zugelassenen Geräten nutzen. In Österreich sind drei Dienste legal: PMR446 auf 446 MHz, CB-Funk auf 27 MHz und LPD433 auf 433 MHz. Freenet auf 149 MHz ist ausschließlich in Deutschland zugelassen, ein häufiger und teurer Irrtum.

Drei Grundregeln gelten für alle drei Dienste:

  • Nur zugelassene Geräte: CE-Kennzeichnung und Konformität für genau diesen Dienst, keine umprogrammierten Amateurfunk- oder Betriebsfunkgeräte
  • Keine Veränderung am Gerät: weder Leistung erhöhen noch Antenne tauschen, wo die Antenne fest vorgeschrieben ist
  • Kein Schutz vor Störungen: Jedermann-Funk hat keinen Vorrang. Wer gestört wird, muss das hinnehmen, und wer selbst stört, muss abschalten

Rechtsgrundlage ist das Telekommunikationsgesetz (TKG 2021) samt den Zuteilungen der Fernmeldebehörde. Verstöße sind Verwaltungsübertretungen, die Funküberwachung kann Geräte beschlagnahmen.

Video-Tipp: Ein praxisnaher Überblick, was CB-Funk, PMR446 und Freenet in der Notfallkommunikation leisten und was nicht:

PMR446: Der Allrounder für Freizeit und Beruf

PMR446 (Private Mobile Radio, 446 MHz) ist der mit Abstand populärste Jedermann-Funkdienst in Europa. Die Geräte sind kompakt, günstig und sofort einsatzbereit: auspacken, einschalten, funken.

Technische Eckdaten

  • Frequenzbereich: 446,0 bis 446,2 MHz (UHF)
  • Kanäle: 16 analoge Kanäle im 12,5-kHz-Raster, dazu digitale Kanäle (dPMR446 im 6,25-kHz-Raster, DMR Tier 1 im 12,5-kHz-Raster)
  • Sendeleistung: maximal 500 mW ERP
  • Antenne: fest eingebaute Antenne vorgeschrieben, keine externe Antenne erlaubt
  • Bauform: nur Handsprechfunkgeräte, keine Feststationen und keine Relais
  • Modulation: FM (analog), dPMR oder DMR Tier 1 (digital)
  • Reichweite: 1 bis 5 km in bebautem Gebiet, 5 bis 12 km bei freier Sicht, Gipfel zu Gipfel deutlich mehr

Die Kanalzahl hat eine Geschichte: Die ERC-Entscheidung (98)25 gab 1998 den Bereich 446,0 bis 446,1 MHz für acht analoge Kanäle frei, die ECC-Entscheidung (05)02 fügte 2005 den oberen Bereich für digitale Nutzung hinzu, und die ECC-Entscheidung (15)05 verdoppelte 2015 die analogen Kanäle auf 16. Deshalb haben ältere Geräte nur acht Kanäle. Wer ein altes und ein neues Gerät koppelt, sollte die Kanäle 1 bis 8 nutzen, dort funktionieren beide.

PMR446-Handfunkgerät mit fest eingebauter Antenne
Typisches PMR446-Handgerät: Die Antenne ist fest verbaut, genau das schreibt die Zulassung vor. (Foto: Jonas Laurs, CC BY-SA 3.0 DE, Wikimedia Commons)

Kanalkonventionen: Anruf, Prepper, Übung

Offizielle Kanalzuweisungen gibt es bei PMR446 nicht, aber eingespielte Konventionen:

  • Kanal 1 (446,00625 MHz): Anrufkanal, auf den meisten Geräten Werkseinstellung
  • Kanal 3 (446,03125 MHz): der in der Vorsorge-Szene verbreitete Notfunkkanal mit der Dreier-Regel, also alle drei Stunden für drei Minuten hören
  • Kanal 8 (446,09375 MHz): in Kärnten der Übungskanal der Initiative KÄRNTEN FUNKT, jeden zweiten Samstag im Monat um 12:00 Uhr, ohne CTCSS

Wer testen will, ob die eigenen Geräte etwas taugen, hat mit so einem Termin die einfachste Gelegenheit: reale Gegenstelle, reale Entfernung, kein Werbeprospekt.

CTCSS und DCS: Kein Datenschutz

Viele PMR446-Geräte bieten sogenannte Subcodes oder Privat-Codes, technisch CTCSS (Continuous Tone-Coded Squelch System) und DCS (Digital-Coded Squelch). Das ist keine Verschlüsselung. Diese Codes öffnen nur die Rauschsperre des eigenen Geräts für bestimmte Töne. Jeder andere Empfänger auf demselben Kanal hört mit, egal welchen Code er eingestellt hat. Die Bezeichnung Privat-Code in der Bedienungsanleitung ist schlicht irreführend, es handelt sich um einen Komfortfilter.

Der Filter hat sogar einen Nachteil: Wer CTCSS aktiviert, hört die anderen Nutzer auf dem Kanal nicht mehr und sendet ihnen munter dazwischen. Bei Funkrunden und im Notfall gehört CTCSS deshalb ausgeschaltet.

Verschlüsselung ist im Jedermann-Funk generell nicht vorgesehen. Wer vertrauliche Kommunikation braucht, ist hier falsch.

Video-Tipp: Was hinter den angeblichen Privat-Codes steckt und warum Verschlüsselung im Jedermannfunk nichts verloren hat:

Digitale PMR446: dPMR und DMR Tier 1

Neben den analogen Kanälen gibt es digitale Betriebsarten: dPMR446 (FDMA, 6,25 kHz) und DMR Tier 1 (TDMA, 12,5 kHz). Vorteile sind eine gleichmäßigere Sprachqualität bis knapp an die Empfangsgrenze, effizientere Bandnutzung und kurze Textnachrichten. In der Praxis sind digitale PMR446-Geräte wenig verbreitet und teurer, und sie sind nicht mit analogen Geräten kompatibel. Für eine Gruppe, die sich neu ausstattet, kann Digital sinnvoll sein. Wer zu bestehenden Geräten dazukaufen will, bleibt besser analog.

Reichweite: Warum Höhe mehr bringt als Leistung

Die Herstellerangaben auf der Verpackung, oft 10 km und mehr, gelten für optische Sichtverbindung ohne jedes Hindernis. Auf 446 MHz breiten sich die Wellen quasioptisch aus, Häuser, Wald und Geländekanten dämpfen stark. Deshalb gilt:

  • Stadt, Wald, Tal: 500 m bis 2 km, im Gebäude oft weniger
  • Offenes Gelände: 2 bis 5 km
  • Berg zu Tal oder Gipfel zu Gipfel: 10 km und mehr, mit Sichtverbindung auch deutlich darüber

Ein Meter mehr Höhe bringt bei UHF mehr als jede erlaubte Leistungssteigerung. Wer im Tal steht, kommt mit 500 mW nicht weiter, wenn ein Hang dazwischen liegt. Der Trick ist der Standort, nicht das Gerät.

Video-Tipp: Ein Reichweitentest, der zeigt, was mit PMR446 unter guten Bedingungen wirklich geht:

Baofeng auf PMR446: nicht erlaubt

Ein wichtiger Warnhinweis: Das populäre Baofeng UV-5R und ähnliche China-Handfunkgeräte, auch der Quansheng UV-K5, dürfen nicht auf PMR446-Frequenzen betrieben werden, obwohl sich die Kanäle programmieren lassen. Die Gründe:

  • Abnehmbare Antenne, vorgeschrieben ist eine fest verbaute
  • Bis zu 5 Watt Sendeleistung statt maximal 500 mW ERP
  • Keine Konformitätserklärung für den Dienst PMR446

Dazu kommt ein praktisches Problem: Diese Geräte haben oft eine grobe Sendeaufbereitung und stören Nachbarkanäle. Wer erwischt wird, riskiert Beschlagnahmung und Geldstrafe. Für legalen Betrieb mit einem solchen Gerät führt kein Weg an der Amateurfunkprüfung vorbei. Das ist keine Schikane: Mit Lizenz darf dasselbe Gerät auf den Amateurbändern mit deutlich mehr Leistung betrieben werden.

Baofeng UV-5R mit abnehmbarer Antenne und externem Lautsprechermikrofon
Das Baofeng UV-5R ist ein Amateurfunkgerät: abnehmbare Antenne, bis 5 Watt, keine PMR446-Zulassung. Auf 446 MHz ohne Lizenz ist es illegal. (Foto: Gustavo Belemmi, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons)

Video-Tipp: Warum Amateurfunkgeräte im Jedermannfunk regelmäßig für Ärger sorgen:

Beliebte PMR446-Geräte

  • Motorola Talkabout T82 Extreme: robust, spritzwassergeschützt, inklusive Ladeschale im Doppelpack, der Klassiker für Outdoor-Einsätze (rund 80 Euro)
  • Midland G9 Pro: analog und digital, Vibrationsalarm, hohe Verarbeitungsqualität, eines der leistungsfähigsten PMR446-Geräte (rund 100 Euro)
  • Midland XT70: kompakter Allrounder mit guter Reichweite, ideal für Familien (rund 50 Euro im Doppelpack)
  • Motorola Talkabout T62: Einsteigermodell, einfache Bedienung, günstig (rund 40 Euro im Doppelpack)

Preise sind Richtwerte aus dem österreichischen Handel und schwanken je nach Aktion deutlich.

CB-Funk: Der Klassiker mit Reichweite

CB-Funk (Citizens Band) auf 27 MHz ist der älteste Jedermann-Funkdienst und bietet Eigenschaften, die kein anderer lizenzfreier Dienst hat: hohe Reichweite, SSB-Betrieb und externe Antennen. Zur Geschichte und zur aktuellen Szene gibt es bei uns einen eigenen Beitrag: CB-Funk im Jahr 2026.

Technische Eckdaten in Österreich

  • Frequenzbereich: 26,965 bis 27,405 MHz (11-Meter-Band, Kurzwelle)
  • Kanäle: 40 Kanäle in Österreich
  • Sendeleistung: 4 Watt AM und FM, 12 Watt PEP in SSB
  • Antenne: externe Antennen erlaubt, keine Richtantennen
  • Modulation: AM, FM und SSB
  • Reichweite: 5 bis 30 km Bodenwelle, bei Überreichweiten hunderte bis tausende Kilometer

Achtung bei Multinorm-Geräten: Deutschland und Tschechien erlauben 80 FM-Kanäle, Österreich nicht. Viele Geräte haben eine Länderumschaltung. Wer sein Gerät in Österreich im Deutschland-Modus betreibt, sendet auf hier nicht zugeteilten Frequenzen und begeht damit eine Übertretung, selbst wenn er nur zuhört und versehentlich die Sendetaste drückt. Vor dem ersten Einschalten also die Ländereinstellung prüfen und auf AT stellen.

CB-Funk-Mobilgerät mit Direkttasten für Kanal 9 und 19
CB-Mobilgerät mit Direkttasten für Kanal 9 und 19, den beiden wichtigsten Kanälen im CB-Funk. Rechts der SO239-Anschluss für die externe Antenne. (Foto: Zuzu, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons)

Stärken des CB-Funks

Der größte Vorteil gegenüber PMR446 ist die Reichweite. Auf 27 MHz breiten sich Funkwellen als Bodenwelle aus und umgehen Hügel und leichte Hindernisse besser als die quasioptischen 446-MHz-Signale. Mit einer guten Mobilantenne auf dem Autodach sind 20 bis 30 km realistisch, mit einer Stationsantenne auf dem Hausdach auch mehr.

Dazu kommt die Überreichweite. Im Maximum des Sonnenzyklus 25 öffnet sich das 11-Meter-Band regelmäßig für Verbindungen über hunderte oder tausende Kilometer. SSB-Betrieb mit 12 Watt PEP bringt gegenüber AM und FM noch einmal einen spürbaren Sprung, weil die Leistung in einem schmaleren Signal steckt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Notfallkonvention: Kanal 9 ist Anruf- und Notrufkanal, Kanal 19 der Ausweichkanal, wenn Kanal 9 gestört ist. In Österreich baut das Projekt notfunknetz.at darauf ein CB-Notfunknetz auf, das für die Blackout-Vorsorge gedacht ist. Mehr zum Thema im Artikel PMR, CB und LPD im Notfall.

Video-Tipp: Eine Einführung in den CB-Funk, von den Kanälen bis zum ersten QSO:

Nachteile des CB-Funks

Die längere Wellenlänge hat einen Preis: Die Antennen sind groß. Eine Viertelwellenantenne für 27 MHz misst rund 2,75 Meter, auf dem Autodach auffällig und zu Fuß unpraktisch. Handfunkgeräte für CB haben zwangsläufig stark verkürzte Antennen mit entsprechend schwacher Abstrahlung, ein CB-Handgerät kommt im Zweifel weniger weit als ein PMR446-Gerät.

Dazu ist das 27-MHz-Band anfällig für hausgemachte Störungen. Schaltnetzteile, LED-Treiber, PV-Wechselrichter und Ladegeräte heben den Störpegel oft so weit an, dass schwache Stationen untergehen. Wer eine Feststation plant, sollte die Antenne möglichst weit weg von diesen Quellen aufbauen.

CB-Funkgerät aus den späten 1960er-Jahren
CB-Transceiver aus den späten 1960ern: Der Dienst ist der älteste Jedermann-Funk und lebt bis heute. (Foto: R. Henrik Nilsson, CC BY 4.0, Wikimedia Commons)

Beliebte CB-Geräte

  • President Bill II: AM und FM, kompakt, ideales Einstiegsgerät (rund 70 Euro)
  • President McKinley III: AM, FM und SSB, SWR-Meter, Störaustaster, das Flaggschiff (rund 170 Euro)
  • Albrecht AE 6110: ultrakompakt im DIN-Schacht-Format, FM, 40 Kanäle (rund 60 Euro)
  • Midland Alan 42 DS: Handgerät mit 40 Kanälen, AM und FM, für den portablen Einsatz (rund 80 Euro)

Bei allen Mehrnorm-Geräten gilt: Ländereinstellung auf Österreich, sonst ist der Betrieb nicht gedeckt.

Freenet: Nur in Deutschland legal

Freenet ist ein Jedermann-Funkdienst auf 149 MHz (VHF) mit sechs analogen Kanälen im Bereich 149,025 bis 149,1125 MHz, Kanalraster 12,5 kHz, maximal 500 mW ERP. Seit 2016 sind auf denselben Frequenzen auch digitale Sprachübertragung und zusätzliche Kanäle im 6,25-kHz-Raster zugelassen. Die Reichweite liegt dank der günstigen VHF-Ausbreitung typisch bei 3 bis 8 km, also zwischen PMR446 und CB.

Der Haken: Freenet ist ausschließlich in Deutschland zugeteilt. In Österreich, der Schweiz, Italien, Slowenien und allen anderen Nachbarländern ist der Betrieb verboten, die 149-MHz-Frequenzen sind dort anderen Nutzern zugewiesen, teilweise behördlich oder militärisch. Genau deshalb ist ein Verstoß hier heikler als ein falsch eingestellter CB-Kanal.

Ein häufiger Fehler: Wer ein Freenet-Gerät im deutschen Onlinehandel kauft, darf es in Österreich nicht benutzen. Das gilt auch in Grenzregionen, die Zuteilung hängt am Staatsgebiet, nicht am Kaufort. Fazit: Finger weg von Freenet, wenn ihr in Österreich funken wollt. Die Geräte sind auch nicht als Empfänger sinnvoll, weil auf dem Band hier ohnehin nichts los ist, was für Hobbyfunker interessant wäre.

LPD433: Klein, schwach, fast vergessen

LPD433 (Low Power Device, 433 MHz) nutzt 69 Kanäle im 433-MHz-ISM-Band. Mit nur 10 mW Sendeleistung ist die Reichweite extrem begrenzt, in der Praxis 100 bis 500 Meter, unter Idealbedingungen vielleicht ein Kilometer.

Dazu kommt ein grundsätzliches Problem: Das Band wird von unzähligen anderen Geräten genutzt, von Funkthermometern über Garagentoröffner und Funksteckdosen bis zu IoT-Sensoren. Die Störungsrate ist hoch, und als Nutzer dieses Bandes hat man keinerlei Anspruch auf Störungsfreiheit. Für zuverlässige Sprachkommunikation ist LPD433 heute faktisch unbrauchbar. Übrig bleiben Spielzeug-Walkie-Talkies und einfachste Nahbereichskommunikation. Für alle praktischen Zwecke ist PMR446 die bessere Wahl, bei fast identischer Gerätegröße und fünfzigfacher Leistung.

Der große Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die in Österreich legalen Jedermann-Funkdienste zusammen, Freenet steht zum Vergleich daneben:

EigenschaftPMR446CB-FunkLPD433Freenet
Frequenz446 MHz (UHF)27 MHz (HF)433 MHz (UHF)149 MHz (VHF)
Kanäle16 analog plus digital40 (AT)696 analog plus digital
Sendeleistung500 mW ERP4 W AM/FM, 12 W SSB10 mW ERP500 mW ERP
Reichweite (typisch)1 bis 5 km5 bis 30 km100 bis 500 m3 bis 8 km
Externe AntenneNeinJa, keine RichtantenneNeinNein
SSB-BetriebNeinJaNeinNein
Bauformnur HandgerätHand, Mobil, Stationnur Handgerätnur Handgerät
Typische Kosten30 bis 100 Euro (Paar)60 bis 170 Euro plus Antenne15 bis 30 Euro (Paar)80 bis 200 Euro
Legal in ÖsterreichJaJaJaNein
StörungsanfälligkeitGeringMittelHochGering

Empfehlungen nach Einsatzzweck

Wandern, Skifahren, Bergtouren

Empfehlung: PMR446. Kompakt, leicht, robust, und in den Bergen spielt der Dienst seine Stärke aus, weil Sichtverbindung über Täler hinweg häufig gegeben ist. Auf Gipfeln sind 10 bis 12 km keine Seltenheit. Ein Gerät mit Gürtelclip und ordentlichem Akku reicht völlig. Wichtig: Das Funkgerät ersetzt keinen Notruf, im Ernstfall gilt weiterhin das Mobiltelefon oder der Alpinnotruf 140.

Konvoi, Offroad, Reisegruppen

Empfehlung: CB-Funk. Im Fahrzeug ist Platz für ein Mobilgerät und eine ordentliche Antenne, und 20 bis 30 km überbrücken auch längere Konvoi-Abstände zuverlässig. Eine Magnetfußantenne genügt für den Anfang, wichtiger als das Gerät ist ein sauber abgeglichenes Stehwellenverhältnis.

Krisenvorsorge und Notfallkommunikation

Empfehlung: CB-Funk plus PMR446. Im Blackout-Szenario arbeiten beide Dienste ohne jede Infrastruktur. CB deckt die Distanz zum Nachbarort ab, PMR446 die Koordination im Nahbereich, etwa innerhalb der Nachbarschaft oder der Familie. Entscheidend ist nicht die Ausrüstung, sondern die Verabredung: fixer Kanal, fixe Uhrzeiten, alle Beteiligten wissen Bescheid. Ohne Absprache sitzen im Ernstfall alle mit eingeschaltetem Gerät auf verschiedenen Kanälen. Wer es ernst meint, sollte zusätzlich über die Amateurfunkprüfung nachdenken.

Familie und Freizeit

Empfehlung: PMR446. Einfache Bedienung, günstige Geräte im Doppelpack, keine Einrichtung nötig, ideal für Kinder am Campingplatz, Familienwanderungen oder den Skiurlaub. Ein Paar Einsteigergeräte für unter 40 Euro genügt.

Baustelle, Veranstaltung, Sicherheitsdienst

Empfehlung: dPMR446 oder DMR Tier 1. Die digitalen Kanäle bieten klarere Sprache am Rand der Reichweite und lassen sich mit Gruppenadressierung sauberer organisieren. Wer regelmäßig professionell funkt, sollte allerdings prüfen, ob eine echte Betriebsfunkzuteilung sinnvoller ist: Die bringt mehr Leistung, eigene Frequenzen und Schutz vor Störungen, kostet aber Gebühr.

Datenübertragung statt Sprache

Wer keine Sprache, sondern Textnachrichten und Positionen über größere Distanzen übertragen will, sollte sich LoRa und Meshtastic ansehen. Wie sich das gegen PMR und CB schlägt, haben wir im Artikel PMR vs. Meshtastic vs. CB-Funk verglichen.

Jedermann-Funk auf Reisen

Die Zuteilungen enden an der Staatsgrenze, die Geräte nicht. Vor der Urlaubsfahrt lohnt daher ein kurzer Blick:

  • PMR446 ist europaweit harmonisiert und der unkomplizierteste Begleiter. In fast allen europäischen Ländern ist der Betrieb ohne Anmeldung möglich
  • CB-Funk ist weitgehend harmonisiert, aber nicht einheitlich: Deutschland und Tschechien haben 80 FM-Kanäle, Österreich 40. In Italien besteht für Ansässige weiterhin eine Meldepflicht samt Gebühr
  • Freenet bleibt auf Deutschland beschränkt
  • Außerhalb Europas gelten völlig andere Regeln, die US-Dienste FRS und GMRS liegen auf anderen Frequenzen und sind hier nicht nutzbar

Im Zweifel gilt die einfache Regel: Gerät mit CE-Kennzeichen, Werkseinstellungen, Ländereinstellung passend zum Aufenthaltsort.

Häufige Fehler und Missverständnisse

  • Amateurfunkgerät für PMR446 nutzen: nicht zulässig, wegen abnehmbarer Antenne, zu viel Leistung und fehlender Zulassung
  • Freenet in Österreich nutzen: nicht zulässig, der Dienst existiert hier nicht
  • CTCSS und DCS als Verschlüsselung verstehen: falsch, es ist nur ein Rauschsperrenfilter
  • PMR446-Reichweite überschätzen: die Herstellerangaben gelten für freie Sicht, nicht für die Stadt
  • CB-Gerät im Deutschland-Modus betreiben: in Österreich sind 40 Kanäle zugeteilt, nicht 80
  • Nachbrenner am CB-Gerät: Leistungsverstärker sind im CB-Funk nicht zulässig und stören die halbe Nachbarschaft
  • Feststation oder Relais auf PMR446: zugelassen sind ausschließlich Handsprechfunkgeräte

Der nächste Schritt: Amateurfunk

Jedermann-Funk ist ein guter Einstieg, aber irgendwann stößt man an Grenzen: 500 mW auf PMR446, 4 Watt auf CB, keine Relais, keine Satelliten, keine digitalen Betriebsarten wie FT8, keine weltweiten Verbindungen auf Kurzwelle. Wer mehr will, braucht eine Amateurfunklizenz.

Die Amateurfunkprüfung in Österreich ist keine unüberwindbare Hürde. Die Einstiegsklasse erlaubt bereits Betrieb auf UKW und ausgewählten Kurzwellenbändern mit spürbar mehr Leistung. Einen Überblick über die Lizenzklassen findest du ebenfalls bei uns.

Was der Amateurfunk gegenüber Jedermann-Funk bietet:

  • Leistung: je nach Klasse bis zu 1.500 Watt statt maximal 12 Watt
  • Frequenzen: Zugang zu Dutzenden Bändern von Langwelle bis Mikrowelle
  • Relais: hunderte UKW-Relais in Österreich vervielfachen die Reichweite
  • Digitale Betriebsarten: FT8, JS8Call, Winlink, APRS, SSTV und mehr
  • Notfunk: organisierter Betrieb mit Anbindung an die Behördenstrukturen
  • Selbstbau: eigene Geräte und Antennen bauen und betreiben, im Jedermann-Funk ausdrücklich verboten
  • Gemeinschaft: weltweite Community, Conteste, Diplome, SOTA, POTA

Video-Tipp: CB-Funk oder Amateurfunk, ein ehrlicher Vergleich der beiden Welten:

Der Übergang muss kein Bruch sein: In Kärnten stehen mehrere Funkdiplome auch CB- und PMR-Nutzern offen, und beim Funkparcours wird bewusst mit PMR-Geräten gearbeitet. Viele heutige Funkamateure haben mit PMR446 oder CB angefangen. Wer Feuer gefangen hat, findet in unserem Artikel Erste Schritte im Amateurfunk den Weg zur eigenen Lizenz.

Fazit

Für die meisten Alltagsszenarien ist PMR446 die richtige Wahl: einfach, günstig, kompakt und in ganz Europa nutzbar. Wer mehr Reichweite braucht, im Fahrzeug, auf Offroad-Touren oder für die Krisenvorsorge, greift zum CB-Funk. Von Freenet sollte man in Österreich die Finger lassen, und LPD433 taugt nur noch für Spielereien. Und wer merkt, dass Funken mehr ist als ein Werkzeug, findet im Amateurfunk eine ganze Welt, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

73 – eure oeradio.at-Redaktion

Quellen und weiterführende Links

Bildnachweis: Titelbild, Reihe lizenzfreier Handfunkgeräte, Foto: CPSGHK, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Weitere Bildnachweise stehen jeweils unter den Abbildungen.


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Die verwendeten Fotos stammen von Wikimedia Commons und stehen unter freien Lizenzen, die Urheber sind bei den jeweiligen Bildern genannt. Angaben zu Zulassungen und Grenzwerten geben den Stand September 2026 wieder und ersetzen keine Rechtsauskunft. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein, wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an [email protected].

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