Gleitschirme und Segelflieger empfangen: OGN-Station und OpenWebRX+ auf einem Raspberry Pi

TechnikAmateurfunk

Wer im Sommer am Ossiacher See steht und zur Gerlitzen hinaufschaut, sieht ab dem späten Vormittag die ersten Schirme in der Thermik kreisen. Was man nicht sieht: Die meisten davon senden dabei. Alle paar Sekunden geht ein kurzes Datenpaket auf 868 MHz hinaus, mit Position, Höhe, Steigen und einer Kennung. Segelflieger machen dasselbe mit FLARM, Motorsegler und Ultraleichte zunehmend mit ADS-L, und ein paar Bastler mit selbstgebauten ESP32-Trackern.

Empfangen wird das von Bodenstationen, die Funkamateure, Vereine und Flugplätze freiwillig betreiben. Das Netz dahinter heißt Open Glider Network, kurz OGN, und besteht aus nichts anderem als vielen kleinen Linux-Rechnern mit einem SDR-Stick und einer Antenne. Wer schon einen Mast hat, kann so eine Station an einem Nachmittag aufbauen. Und weil ein Raspberry Pi heute mehr kann, als die eine Aufgabe auszulasten, lässt sich auf demselben Gerät gleich noch ein eigener WebSDR betreiben. Genau darum geht es hier: was da oben eigentlich fliegt, warum sich das Mitmachen lohnt, und wie man OGN und OpenWebRX+ sauber nebeneinander auf ein Gerät bekommt.

Was da oben eigentlich sendet

Das Band, um das es geht, ist das europäische SRD-Band bei 868 MHz. Es ist lizenzfrei, leistungsbegrenzt und beherbergt neben Funksensoren, Smart-Metern und LoRa-Mesh-Netzen eben auch die Luftfahrt-Kleinelektronik. Vier Systeme sind dabei relevant.

FLARM ist der Klassiker im Segelflug. Ursprünglich als Kollisionswarnung zwischen Segelflugzeugen gebaut, sendet es Position und Flugvektor an die Umgebung, damit die Geräte im Cockpit warnen können. Diese Aussendungen sind es, die OGN aufgefangen und damit das Netz überhaupt erst interessant gemacht hat.

FANET ist das Pendant für Gleitschirm und Drachen. Es setzt auf LoRa im selben Band und stammt vom Vario-Hersteller Skytraxx, das Protokoll ist offen dokumentiert. Verbreitet ist es in den Geräten von Skytraxx, Syride, Naviter und in den Beacons rund um die burnair-Plattform. FANET kann zwei Dinge, die es besonders machen: Die Piloten sehen einander direkt, ohne jede Infrastruktur, und es überträgt zusätzlich Wetterstationsdaten und Thermikmeldungen.

ADS-L ist der neue, offizielle Weg. Die EASA hat die technische Spezifikation für das SRD-860-Band Anfang 2023 veröffentlicht, sie nutzt 868,2 und 868,4 MHz sowie 869,525 MHz und ist bewusst so gestaltet, dass bestehende Hardware mitspielen kann. Für Funkamateure ist daran vor allem interessant, dass hier zum ersten Mal ein offener, behördlich abgesegneter Standard für elektronische Sichtbarkeit in der Kleinluftfahrt existiert.

Selbstbau-Tracker schließlich laufen auf ESP32-Boards, typischerweise einem LilyGO T-Beam mit SX1276-Funkchip und GPS, für unter 40 Euro. Die Firmware dafür ist Open Source und kann je nach Projekt OGN, FANET, ADS-L und PilotAware aussenden. Wichtig für Nachbauer: Das viel verlinkte Repository esp32-ogn-tracker wird seit Jahren nicht mehr gepflegt, aktuell ist pjalocha/ogn-tracker, alternativ SoftRF. Und die Bandvariante muss stimmen, in Europa 868 MHz.

Kompakte Einführung: Was das Open Glider Network ist und was eine Empfangsstation leistet (Caz Yokoyama, EN)

Warum man das machen sollte

Die ehrlichste Antwort zuerst: Weil es Lücken gibt und man sie schließen kann. Das OGN-Netz ist über den Alpen dicht, aber nicht lückenlos, und Lücken liegen typischerweise dort, wo Berge im Weg stehen und niemand einen Empfänger betreibt. Ein Funkamateur mit einem Mast am Hang deckt oft genau das Tal ab, das sonst niemand hört.

Daraus ergeben sich vier handfeste Gründe.

Suche und Rettung. Das ist der Punkt, der zählt. Wenn ein Flugzeug oder ein Schirm vermisst wird, sind die letzten empfangenen Positionen das Wertvollste, was die Einsatzkräfte bekommen können. OGN hält dafür Live-Daten, archivierte Spuren und das FlightBook bereit, über das sich auch nicht registrierte Geräte anhand von Startplatz und Uhrzeit eingrenzen lassen. Das Projekt weist selbst darauf hin, dass diese Daten mehrdeutig sein können und sorgfältig geprüft gehören, bevor man sie an die Einsatzleitung gibt. Trotzdem gilt: Je dichter das Empfängernetz, desto kürzer die letzte Lücke in der Spur. Genau dafür wurde das Netz ursprünglich gebaut.

Nutzen für die Fliegerei vor Ort. Vereine sehen, wer in der Luft ist und wer schon gelandet ist. Fluglehrer können Schulungsflüge nachbesprechen. Gleitschirmpiloten bekommen über FANET Windmeldungen von Bergstationen aufs Vario, was an einem böigen Nachmittag mehr wert ist als jede Vorhersage.

Technischer Erkenntnisgewinn. Eine OGN-Station ist eine dauerhaft laufende Messstelle für die eigene Antennenanlage. Die Reichweitenkarte, die sich nach ein paar Wochen ergibt, zeigt gnadenlos, wo der Standort abschattet, was ein Vorverstärker tatsächlich bringt und wie sehr der Nachbarsender stört. Wer ohnehin schon ADS-B empfängt oder Wettersonden jagt, kennt den Effekt.

Und der niederschwellige Einstieg. Für eine Empfangsstation braucht es keine Lizenz und keine Prüfung. Das macht sie zum idealen Projekt für Einsteiger, für den Nachwuchs im Verein und für alle, die erst einmal hören wollen, bevor sie senden.

Ausführlicher Vortrag zu FLARM und OGN, inklusive Aufbau und Betrieb einer Bodenstation (Colin Sindle, EN)

Die Hardware

Die Einkaufsliste ist kurz und der teuerste Posten ist die Antenne, nicht der Empfänger.

  • Rechner: Raspberry Pi 3 oder 4. Ein Pi 4 ist die vernünftige Wahl, weil FANET und PilotAware zusätzliche Rechenleistung kosten. Ein Pi Zero oder Pi 1 reicht nur für einfachen Empfang mit Abstrichen. Alternativ tut es jeder kleine Linux-Rechner oder Thin Client.
  • SDR-Stick: Der RTL-SDR Blog V3 mit TCXO, SMA-Buchse und schaltbarem Bias-T ist die Empfehlung des Projekts. Achtung, und das überrascht viele: Der neuere V4 wird für OGN derzeit ausdrücklich nicht empfohlen, weil er in dieser Anwendung schlechter abschneidet. Wer nur einen V4 in der Schublade hat, nimmt ihn besser für den WebSDR-Teil.
  • Antenne: Vertikale Rundstrahlantenne für 868 MHz, Kollinear mit 5 bis 9 dBi. Als Referenz gilt die verbreitete 165 cm lange GFK-Antenne der 9-dBi-Klasse. Hauptsache vertikal polarisiert und frei.
  • Optional, aber wirksam: Ein gefilterter Mastvorverstärker von Uputronics bringt rund 3 bis 5 dB, direkt an der Antenne montiert und über Bias-T gespeist. Wer in der Nähe starker Sender wohnt, braucht eher einen Kavitätsfilter für 863 bis 870 MHz, sonst frisst Intermodulation die Reichweite.
  • Kabel: Kurz und gut. Dämpfung vor dem ersten Verstärker geht direkt von der Empfindlichkeit ab. Für die Montage lohnt der Blick in unseren Beitrag zu Masten und Antennenträgern.
  • Strom und Netz: Stabile 5 V, am besten ein ordentliches Netzteil und ein aktiver USB-Hub, sobald zwei Sticks dranhängen. Netzwerk per Kabel, wo es geht.

Anleitung, Teil 1: die OGN-Station

Basis ist ein frisch aufgesetztes Raspberry Pi OS Lite, SSH aktiviert, System aktuell. Der Ablauf folgt der offiziellen Anleitung im OGN-Wiki, die Kurzfassung sieht so aus.

Pakete installieren. Die Software braucht ein paar Bibliotheken:

sudo apt update && sudo apt full-upgrade -y
sudo apt install -y libconfig9 libjpeg-dev libfftw3-dev procserv telnet lynx ntpsec

Auf neueren Systemen fehlt libjpeg8 in den Paketquellen. Das Wiki beschreibt dafür zwei Wege, entweder libjpeg aus dem Quelltext bauen oder vorbereitete ARM64-Binaries verwenden. Dieser Punkt ist der einzige, an dem die Installation auf aktuellen Images regelmäßig hakt, und der Grund, warum viele Stationen bewusst noch auf einem älteren Raspberry Pi OS laufen.

Software holen und Pipe anlegen. Aus dem Downloadbereich des Projekts kommt das zum Rechner passende rtlsdr-ogn-Paket, für den Pi die GPU-Variante. Danach im Verzeichnis die benannte Pipe erzeugen, über die der Empfangsteil mit dem Dekoder spricht:

cd ~/rtlsdr-ogn
mkfifo ogn-rf.fifo

Frequenzfehler messen. Sticks ohne TCXO laufen ein paar ppm daneben, das kostet Empfindlichkeit. Das mitgelieferte Werkzeug misst den Fehler an GSM-Kanälen:

./gsm_scan --ppm 50 --gain 20

Beim V3 mit TCXO kann man sich das sparen und FreqCorr auf 0 lassen. Im laufenden Betrieb kalibriert die Software ohnehin über GSM nach.

Konfiguration schreiben. Die Datei, hier meinestation.conf, ist übersichtlich. Position und Höhe gehören exakt eingetragen, daraus leitet die Software auch den regionalen Frequenzplan ab:

RF:
{
  FreqCorr    = 0;             # ppm, bei TCXO-Sticks 0
  BiasTee     = 1;             # Speisung fuer den Mastvorverstaerker
  DeviceSerial = "OGN01";      # Stick eindeutig adressieren
  PipeName    = "ogn-rf.fifo";
} ;

Position:
{
  Latitude    =  46.6883;      # Dezimalgrad, Nordost positiv
  Longitude   =  13.9186;
  Altitude    =   900;         # Meter ueber Meer
} ;

APRS:
{
  Call        = "OE8XYZ";      # max. 9 Zeichen, erscheint oeffentlich
} ;

HTTP:
{
  Port        = 8080;          # Statusseite der Station
} ;

Der Name unter Call ist die öffentliche Kennung der Station. Flugplätze verwenden ihren ICAO-Code, private Stationen einen sprechenden Ortsnamen oder das eigene Rufzeichen. Sonderzeichen vermeiden, maximal neun Stellen.

Als Dienst starten. Die Startskripte des Projekts nutzen procserv, eingetragen wird die Konfigurationsdatei in /etc/rtlsdr-ogn.conf:

sudo service rtlsdr-ogn start
lynx http://localhost:8080

Ab jetzt läuft die Station. Die Statusseite auf Port 8080 zeigt Rauschpegel, empfangene Pakete und die Liste der gehörten Geräte, und wenige Minuten später taucht die Station auf der Karte von live.glidernet.org auf. Wer sehen will, was bei einem selbst ankommt: Die dort sichtbaren Empfängernamen sind genau diese Stationen, in Kärnten zum Beispiel LOKF am Ossiacher See.

Anleitung, Teil 2: OpenWebRX+ daneben

OpenWebRX+ ist der Fork von Marat Fayzullin, der dem ursprünglichen OpenWebRX eine ganze Reihe Dekoder spendiert hat: SSTV, FAX, AIS, POCSAG, FLEX, RDS, CW, RTTY, dazu ADS-B, ACARS, VDL2 und HFDL. Installiert wird aus dem Projekt-Repository, hier für Debian Bookworm, auf dem die aktuellen Pi-Images basieren:

curl -s https://luarvique.github.io/ppa/openwebrx-plus.gpg \
  | sudo gpg --yes --dearmor -o /etc/apt/trusted.gpg.d/openwebrx-plus.gpg
sudo tee /etc/apt/sources.list.d/openwebrx-plus.list <<<"deb [signed-by=/etc/apt/trusted.gpg.d/openwebrx-plus.gpg] https://luarvique.github.io/ppa/bookworm ./"
sudo apt update
sudo apt install openwebrx

Zwei Fallstricke: Das Repository des ursprünglichen OpenWebRX darf auf Bookworm nicht zusätzlich eingetragen sein, dort liegen Bullseye-Pakete. Und für die digitalen Sprachbetriebsarten ist einmalig sudo install-softmbe.sh nötig. Wer lieber bei null anfängt, nimmt eines der fertigen SD-Karten-Images des Projekts, muss aber wissen, dass das 32-Bit-Image den Pi 5 nicht bedient und das 64-Bit-Image Pi 1, Pi 2 und Zero 1 ausschließt.

Danach einen Admin-Benutzer anlegen, das Webinterface auf Port 8073 öffnen und im Gerätebereich den zweiten Stick eintragen, adressiert über seine Seriennummer statt über den Index. Wer den Empfänger auch von außerhalb erreichbar machen will, findet den DSGVO-freundlichen Weg ohne offenen Port in unserem Beitrag zu Cloudflare Tunnels.

OpenWebRX+ auf dem Raspberry Pi einrichten, Schritt für Schritt (Kevin O'Reilly, EN)

Die Kombination: warum zwei Sticks Pflicht sind

Der naheliegende Gedanke, beide Dienste aus einem Stick zu bedienen, funktioniert nicht, und zwar aus drei Gründen.

Erstens belegt ein RTL-SDR-Stick immer genau einen Prozess. Es gibt keine Mehrfachnutzung auf Treiberebene. Zweitens tut die OGN-Software genau das, was einen geteilten Betrieb endgültig ausschließt: Sie stimmt den Stick periodisch ins GSM-Band um, um den Oszillatorfehler nachzuführen. Ein Wasserfall, der alle paar Minuten wegspringt, ist kein Wasserfall. Drittens, und das wird oft übersehen: OpenWebRX+ hat keinen OGN-Dekoder. Der eingebaute ISM-Zweig basiert auf rtl_433 und liest Funksensoren, er kann kein LoRa und damit kein FANET. Auf 868 MHz sieht man im Wasserfall also die Bursts, dekodieren lässt sich daraus nichts.

Die Lösung ist unspektakulär: zwei Sticks. Damit beide Dienste nach einem Neustart wieder das richtige Gerät greifen, bekommen sie eindeutige Seriennummern:

rtl_eeprom -d 0 -s OGN01
rtl_eeprom -d 1 -s WEBRX1

Danach wird in der OGN-Konfiguration DeviceSerial = "OGN01" gesetzt und in OpenWebRX+ der zweite Stick über WEBRX1 ausgewählt. Der Rest ist Betriebspraxis, und die drei Punkte sind bekannt: Die USB-Ports des Pi liefern für zwei Sticks nicht zuverlässig genug Strom, ein aktiver Hub gehört dazu. Unter Dauerlast wird es warm, also Kühlkörper oder besser ein leiser Lüfter. Und die beiden Sticks sollten nicht direkt nebeneinander stecken, eine kurze USB-Verlängerung entkoppelt sie spürbar.

Übrigens lässt sich dasselbe Muster erweitern. Das OGN-Wiki beschreibt ausdrücklich den Betrieb mehrerer Empfänger auf einem Vierkern-Pi, jeder mit eigener Pipe, eigener Konfiguration und eigenem HTTP-Port. Wer also OGN, ADS-B und WebSDR auf einem Gerät will, kann das tun, muss aber bei der Stromversorgung und beim Kühlkonzept ernst machen. Was sonst noch alles auf einem Pi im Shack läuft, haben wir in Raspberry Pi im Shack zusammengetragen.

Standort, Reichweite, Erwartungshaltung

Auf 868 MHz gilt kompromisslos die Sichtlinie. Die Antenne gehört so hoch und so frei wie möglich, jeder Meter Höhe zahlt sich mehr aus als jedes Dezibel Verstärkung. An einem ruhigen Standort sind 50 bis 100 Kilometer erreichbar, bei Sichtverbindung über ein Tal auch mehr. In der Nähe von Mobilfunk- oder Rundfunksendern kann die Reichweite dagegen auf wenige Kilometer einbrechen, weil der Empfänger in Intermodulation läuft. Dagegen hilft nur Filterung, nicht mehr Verstärkung.

Für den Alpenraum heißt das konkret: Gute Standorte sind Hanglagen und Bergstationen mit Blick ins Tal, nicht die Talsohle. Wer ohnehin einen Mast für APRS oder ein Relais betreibt, hat den halben Aufbau schon stehen. Die Kombination aus einem exponierten Standort und einer FANET-tauglichen Station ist für die lokale Gleitschirmszene deutlich mehr wert als eine weitere Station im ohnehin gut abgedeckten Flachland.

Datenschutz und Rechtslage

Der wichtigste Punkt zuerst, weil er in der Fliegerszene emotional diskutiert wurde und heute sauber gelöst ist: Tracking ist abwählbar. Wer nicht sichtbar sein will, setzt in der OGN-Gerätedatenbank DDB das entsprechende Flag oder aktiviert im FLARM-Gerät ab Firmware 6.x die No-Tracking-Option. Dann wird die Position weder angezeigt noch aufgezeichnet. Wer als Stationsbetreiber gefragt wird, sollte das erklären können, es nimmt der Diskussion sofort die Schärfe.

Zum Empfang selbst: Eine Empfangsstation sendet nicht, braucht also keine Bewilligung. Die Aussendungen im SRD-Band sind unverschlüsselte Positionsbaken, deren Zweck gerade darin besteht, von anderen gehört zu werden. Beim Weiterverbreiten gilt trotzdem Augenmaß, das Fernmeldegeheimnis kennt keine Ausnahme für interessante Daten, und OGN hat eigene Nutzungsregeln für die Weitergabe. Wer die Daten ins offizielle Netz einspeist, bewegt sich innerhalb dieser Regeln. Wer eigene Auswertungen veröffentlicht, sollte sie kennen. Einen Überblick über den rechtlichen Rahmen in Österreich gibt unser Beitrag zur Amateurfunk-Gesetzgebung.

Und eine Klarstellung, die in jede Stationsbeschreibung gehört: OGN ist kein Sicherheitssystem. Die Kollisionswarnung passiert im Cockpit, zwischen den Geräten, in Echtzeit. Das Bodennetz sieht nur, was zufällig in Reichweite einer Station war, mit Verzögerung und mit Lücken. Es ist ein Werkzeug für Nachbetrachtung, Livetracking und im Ernstfall für die Suche, nicht für die Sekunde, in der es darauf ankommt.

Was es kostet

  • Raspberry Pi 4 mit Netzteil, Gehäuse und Karte: rund 90 bis 120 Euro
  • RTL-SDR Blog V3: etwa 35 Euro, der zweite Stick für den WebSDR nochmals so viel
  • 868-MHz-Kollinearantenne: je nach Ausführung 40 bis 120 Euro
  • Kabel, Stecker, Mastmaterial: 30 bis 80 Euro
  • Optional Mastvorverstärker oder Filter: 40 bis 90 Euro

Unter dem Strich landet eine solide Doppelstation bei etwa 250 bis 400 Euro, wobei der Mast in der Regel schon steht. Zum Vergleich: Ein fertiges Vario mit FANET kostet mehr. Wer nur schnuppern will, fängt mit einem einzelnen RTL-SDR-Stick und einer improvisierten Antenne an und schaut, was überhaupt ankommt.

Fazit

Eine OGN-Station ist eines der wenigen Projekte, bei denen sich Bastelspaß und echter Nutzen so direkt treffen. Der Aufwand liegt bei einem Nachmittag plus Antennenmontage, die laufenden Kosten sind ein paar Watt Strom, und im Gegenzug steht der Empfänger in einem Netz, das im Ernstfall die letzte bekannte Position eines Vermissten liefert.

Dass auf demselben Gerät noch ein WebSDR laufen kann, ist die Zugabe. Die Regel dafür ist simpel: ein Dienst, ein Stick, eindeutige Seriennummern, ordentliche Stromversorgung. Wer das beherzigt, hat am Ende eine Maschine, die gleichzeitig der lokalen Fliegerei dient und den eigenen Empfang für alle im Web öffnet. Für ein Hobby, das vom Zuhören lebt, ist das kein schlechter Tausch.

73 – eure oeradio.at-Redaktion


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Grundlage waren unter anderem das Wiki des Open Glider Network mit den Seiten zu Hardware, Raspberry-Pi-Installation, Konfigurationsdatei, Mehrfachempfängern, SAR und der Opt-out-Regelung, die Paketanleitung des OpenWebRX+-Projekts von Marat Fayzullin, die ADS-L-Spezifikation der EASA für das SRD-860-Band, die Projektseiten zu FANET und den ESP32-Trackern sowie ein Live-Abruf der OGN-Karte für den Alpenraum. Das Titelbild zeigt einen Gleitschirm über der Gerlitzen in Kärnten (Foto: Superbass, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons), die weiteren Fotos stammen ebenfalls von Wikimedia Commons und sind bei der jeweiligen Abbildung gekennzeichnet. Die redaktionelle Verantwortung und Prüfung liegt bei der oeradio.at-Redaktion. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen wir keine Gewähr, rechtliche Fragen klärt im Einzelfall das Fernmeldebüro. Korrekturen und Ergänzungen, gerne auch von Betreibern eigener OGN-Stationen, an [email protected].

Häufige Fragen

Brauche ich eine Amateurfunklizenz für eine OGN-Station?Nein. Eine OGN-Empfangsstation sendet nichts, sie hört nur zu und leitet die empfangenen Positionsmeldungen ins Netz weiter. Damit ist keine Sendebewilligung nötig. Funkamateure haben trotzdem einen Startvorteil, weil Mast, Erdung, Blitzschutz und ein brauchbarer Standort meist schon vorhanden sind.
Kann ein einziger RTL-SDR-Stick gleichzeitig OGN dekodieren und in OpenWebRX+ laufen?Nein. Die OGN-Software belegt den Stick exklusiv und stimmt ihn zusätzlich regelmäßig in das GSM-Band um, weil sie darüber den Frequenzfehler des Oszillators nachkalibriert. Ein Wasserfall auf demselben Gerät wäre unbrauchbar. Die saubere Lösung sind zwei Sticks mit unterschiedlichen Seriennummern an einem Raspberry Pi.
Welche Protokolle empfängt eine OGN-Station?Je nach Frequenzplan und verfügbarer Rechenleistung parallel FLARM, OGN-Tracker, FANET, ADS-L und PilotAware. FANET ist das, womit die meisten Gleitschirme unterwegs sind. Für FANET und PilotAware empfiehlt das Projekt mindestens einen Raspberry Pi 3, besser einen Pi 4.
Kann ich damit Piloten tracken, die das nicht wollen?Nein. Wer nicht sichtbar sein will, setzt in der OGN-Gerätedatenbank oder direkt im FLARM-Gerät das No-Tracking-Flag, und die Position wird weder angezeigt noch gespeichert. Das gehört zum Projekt dazu und ist der Grund, warum OGN in der Szene akzeptiert ist.
Welche Reichweite schafft eine Station?An einem störungsarmen, freien Standort sind 50 bis 100 Kilometer realistisch, im Alpenraum mit Sichtverbindung ins Tal auch mehr. In der Nähe starker Sender bricht die Reichweite durch Intermodulation deutlich ein, dann hilft ein Kavitätsfilter für das 868-MHz-Band.
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