KiwiSDR: Das weltweite Netzwerk offener HF-Empfänger

AmateurfunkTechnik

Stellt euch vor, ihr könntet von eurem Wohnzimmer aus auf einen Kurzwellenempfänger in Neuseeland zugreifen, gleichzeitig einen zweiten in Japan öffnen und mit einem dritten in Skandinavien ein Signal triangulieren — alles im Browser, kostenlos und in Echtzeit. Genau das ermöglicht KiwiSDR: ein weltweites Netzwerk webbasierter HF-Empfänger, die rund um die Uhr frei zugänglich sind. Beim Stand dieses Artikels — 27. August 2026, 08:49 UTC — waren es 858 öffentliche Empfänger, davon 404 bereits vom Typ KiwiSDR 2.

Was ist KiwiSDR?

KiwiSDR ist ein dedizierter Software Defined Radio-Empfänger für die Kurzwelle, entwickelt von John Seamons, ZL4VO, aus Neuseeland. Im Gegensatz zu einem RTL-SDR oder einem HackRF PortaPack ist der KiwiSDR kein Allzweck-SDR, sondern ein spezialisiertes Gerät mit einem klaren Ziel: den gesamten HF-Bereich von 10 kHz bis 30 MHz gleichzeitig empfangen und über das Internet als Web-Interface bereitstellen.

Die Hardware basiert auf dem BeagleBone-Einplatinencomputer und bringt alles mit, was für hochwertigen KW-Empfang nötig ist:

  • 14-Bit Analog-Digital-Wandler (ADC): Deutlich bessere Dynamik als die 8 Bit eines RTL-SDR — das bedeutet weniger Übersteuerung durch starke Sender und feinere Auflösung schwacher Signale
  • Xilinx Artix-7 FPGA: Ein leistungsfähiger Feldprogrammierbarer Logikbaustein übernimmt die Signalverarbeitung in Echtzeit, einschließlich DDC (Digital Down Converter) für vier unabhängige Empfangskanäle
  • GPS-Empfänger: Integriertes GPS mit eigener Antenne liefert eine präzise Zeitreferenz — unverzichtbar für die TDoA-Geolokalisierung (dazu später mehr)
  • Frequenzbereich: 10 kHz bis 30 MHz — vom Längstwellenbereich über Mittelwelle bis zum gesamten Kurzwellenspektrum
  • 4 gleichzeitige Nutzer: Jeder KiwiSDR kann von vier Personen gleichzeitig genutzt werden, jeder auf einer anderen Frequenz

Der gesamte Empfänger wird über eine Weboberfläche im Browser bedient — keine Software-Installation erforderlich, kein Plugin, kein Java. Einfach URL eingeben und hören.

Das KiwiSDR-Netzwerk: rund 860 Empfänger weltweit

Die wahre Stärke des KiwiSDR liegt nicht im einzelnen Gerät, sondern im Netzwerk. Auf rx.kiwisdr.com findet sich eine interaktive Weltkarte aller öffentlich zugänglichen Empfänger. Die Karte zeigt den Standort, die aktuelle Nutzerzahl, den Antennentyp und sogar das lokale Rauschen (SNR) jedes Empfängers. Wer die Liste lieber ohne Klick-Abfrage sehen will, findet dieselben Daten auf der unabhängigen Karte rx.linkfanel.net, die zusätzlich WebSDR- und OpenWebRX-Stationen mit einblendet.

Ein Klick auf einen Punkt öffnet den Empfänger direkt im Browser. Innerhalb von Sekunden hört man Kurzwelle — ob aus einer Wohnung in Tokio, einer Farm in Argentinien oder einem Amateurfunkclub in Schweden. Diese Zugänglichkeit macht das KiwiSDR-Netzwerk zu einem der demokratischsten Werkzeuge im Amateurfunk.

Für DX-Enthusiasten eröffnet das Netzwerk völlig neue Möglichkeiten: Man kann die eigene Aussendung von der anderen Seite der Welt überprüfen, Ausbreitungsbedingungen in Echtzeit auf verschiedenen Pfaden beobachten oder gezielt nach seltenen Stationen suchen, die am eigenen Standort nicht hörbar sind. Mehr zum Thema DX beschreibt unser Artikel über DX-Betrieb.

Funktionsumfang: Weit mehr als nur Empfang

Das Web-Interface des KiwiSDR bietet einen beeindruckenden Funktionsumfang, der weit über einfaches Zuhören hinausgeht:

Grundfunktionen:

  • Wasserfall-Darstellung: Farbige Echtzeit-Spektrumansicht mit einstellbarer Bandbreite und Zoom — das gesamte KW-Spektrum von 0–30 MHz auf einen Blick
  • Demodulationsmodi: AM, SAM (synchrones AM), USB, LSB, CW, NFM, IQ und DRM
  • Passband-Filter: Stufenlos einstellbare Filterbandbreite per Mausklick — schmale Filter für CW, breitere für SSB oder AM
  • Frequenzskala und Bandmarkierungen: Übersichtliche Anzeige der Amateurfunkbänder, Rundfunkbänder und Utility-Frequenzen

Integrierte Decoder:

  • FT8 und WSPR: Die wichtigsten digitalen Betriebsarten werden direkt im Browser dekodiert — ideal, um die Bandaktivität zu beobachten. Mehr zu diesen Modi in unseren Artikeln über FT8 und WSPR
  • CW-Decoder: Automatische Morsezeichen-Erkennung
  • Wetterfax (WEFAX): Empfang und Dekodierung von Seewetterdienstkarten
  • HFDL: Dekodierung des High Frequency Data Link — Datenverbindung zwischen Flugzeugen und Bodenstationen über Kurzwelle
  • SSTV: Empfang von Slow-Scan-Television-Bildern
  • STANAG, Navtex, FSK und weitere: Zahlreiche Utility-Decoder für maritime, aeronautische und militärische Signale
Die Decoder in der Praxis: Wetterfax, RTTY, NAVTEX und Amateurfunk über einen KiwiSDR im Browser (DE)

TDoA-Geolokalisierung: Die Killer-Funktion

Die einzigartigste Funktion des KiwiSDR-Netzwerks ist die Time Difference of Arrival (TDoA)-Geolokalisierung. Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung genial: Wenn ein Sender ein Signal aussendet, erreicht es verschiedene KiwiSDR-Empfänger zu leicht unterschiedlichen Zeiten — abhängig von der Entfernung. Dank der GPS-synchronisierten Zeitbasis jedes KiwiSDR lässt sich aus diesen Zeitdifferenzen der Standort des Senders berechnen.

So funktioniert es in der Praxis:

  1. Signal auf einem KiwiSDR einstellen (z.B. einen unbekannten Sender)
  2. TDoA-Extension öffnen und mindestens drei weitere KiwiSDR-Empfänger auswählen
  3. Die Software berechnet aus den Laufzeitunterschieden den wahrscheinlichen Standort
  4. Das Ergebnis wird als Heatmap auf einer Weltkarte angezeigt

Die Genauigkeit hängt von der Anzahl und geometrischen Verteilung der verwendeten Empfänger ab — bei guter Konstellation sind Lokalisierungen auf 10–50 km genau möglich. Amateurfunker nutzen TDoA, um Störer zu lokalisieren, Piratensender zu finden oder einfach aus Neugier den Standort eines gehörten Signals zu bestimmen. Behörden und Regulierungsstellen setzen das System ebenfalls ein.

KiwiSDR 2: Die nächste Generation

John Seamons hat mit dem KiwiSDR 2 keine Neuentwicklung vorgelegt, sondern gezielt die Schwachstellen der ersten Version abgeräumt. Die Platinenmaße blieben identisch, die Änderungen stecken im Detail:

  • Digitaler Abschwächer: 0 bis 31,5 dB in Schritten von 0,5 dB, softwaregesteuert statt fest verdrahtet — damit lässt sich der Pegel an jede Antenne anpassen
  • Überspannungsschutz am Antenneneingang: Gasentladungsableiter plus TVS-Dioden und statische Ableitwiderstände (100 kΩ) — das war beim Vorgänger der häufigste Ausfallgrund
  • Symmetrischer Antenneneingang: Einspeisung über einen Balun-Übertrager
  • Externer ADC-Takt: über eine dritte SMA-Buchse zuführbar, etwa für einen GPSDO
  • Neuer GNSS-Chip (der alte war nicht mehr lieferbar) und Verpolungsschutz am 5-V-Eingang
  • BeagleBone Green im Aluminiumgehäuse, Debian 11 „Bullseye" vorinstalliert — das Gerät läuft out of the box, das erste Software-Update holt es sich nachts zwischen 01:00 und 05:00 Ortszeit

Ein häufiger Irrtum: Der KiwiSDR 2 sitzt nicht auf einem BeagleBone AI-64 oder einem anderen Hochleistungsboard. Es ist nach wie vor ein BeagleBone Green, die Rechenarbeit macht das FPGA.

Preis und Bezug: Ab Werk kostet das Komplettpaket (KiwiSDR-2-Platine, BeagleBone Green, Alugehäuse, GPS-Antenne, Selbsttest-Kabel) 665 NZD im Shop kiwisdr.nz — dort allerdings immer wieder zwischen zwei Fertigungslosen ausverkauft. In der EU ist WiMo exklusiver Distributor und listet den Bausatz zu 497 € inkl. MwSt. Damit entfallen Versand aus Neuseeland, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, und im Reklamationsfall gilt EU-Gewährleistung. Rezensionen gibt es inzwischen auch in der Fachpresse, unter anderem im QST vom Januar 2026 und bei Radio World.

BeagleBone-Einplatinencomputer von oben, Basis des KiwiSDR
Die Basis: ein BeagleBone-Einplatinencomputer, auf den die KiwiSDR-Platine als Cape aufgesteckt wird. Beim KiwiSDR 2 ist es die Green-Variante; abgebildet ist das baugleiche Black. Foto: Gareth Halfacree, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons.
Tech Minds zeigt Anschlüsse, Unterschiede zum Vorgänger und die Inbetriebnahme des KiwiSDR 2 (EN)

Einen eigenen KiwiSDR aufsetzen

Die Einrichtung eines KiwiSDR ist überraschend einfach — Plug-and-Play trifft es ziemlich genau:

  1. Antenne anschließen: Jede KW-Antenne mit SMA-Anschluss funktioniert. Ideal ist eine breitbandige Antenne wie eine T2FD, Mini Whip oder ein Langdraht mit Balun. Je besser die Antenne, desto besser der Empfang — die Grundregeln aus unserem SDR-Vergleich gelten auch hier. Die T2FD ist unter Betreibern besonders beliebt, weil sie über den gesamten Bereich von 10 kHz bis 30 MHz ohne Anpassung arbeitet und dank ihres Abschlusswiderstands wenig Störungen aus der Hausinstallation aufnimmt
  2. Netzwerk verbinden: Ethernet-Kabel anschließen (kein WLAN — Stabilität geht vor)
  3. GPS-Antenne platzieren: Die mitgelieferte GPS-Patchantenne braucht Himmelsblick — am besten ans Fenster oder auf den Dachboden
  4. Einschalten: Das Gerät bootet automatisch und ist nach 1–2 Minuten im lokalen Netzwerk erreichbar
  5. Admin-Interface konfigurieren: Über die Weboberfläche Standort, Frequenzbereich, Nutzerlimit und öffentliche Sichtbarkeit einstellen
Schematischer Aufbau einer T2FD-Antenne mit Abschlusswiderstand und Balun
Die T2FD (Tilted Terminated Folded Dipole): breitbandig über den ganzen KW-Bereich, der Abschlusswiderstand kostet Gewinn, bringt aber einen ruhigen Empfang. Grafik: Spamhog, gemeinfrei via Wikimedia Commons.

Besonders praktisch: KiwiSDR bietet einen integrierten Proxy-Dienst. Jeder registrierte Empfänger erhält automatisch eine Adresse in der Form 2xxxx.proxy.kiwisdr.com. Damit ist der Empfänger weltweit erreichbar, ohne dass Portfreigaben am Router oder ein eigener DynDNS-Dienst nötig wären. Für erfahrene Nutzer ist natürlich auch der Zugriff über eigene Domains oder Reverse-Proxies möglich.

Einsatzszenarien: Mehr als nur Zuhören

Die Vielfalt der Anwendungsfälle macht das KiwiSDR-Netzwerk so wertvoll:

DXing von entfernten Standorten: Warum auf Greyline-Bedingungen am eigenen Standort warten, wenn man über einen KiwiSDR in der richtigen Zeitzone hören kann? Wer eine Station in Zentralafrika arbeiten möchte, öffnet zunächst einen KiwiSDR in der Nähe, um die Frequenz und Signalstärke zu prüfen.

Ausbreitungsbeobachtung in Echtzeit: Durch gleichzeitiges Öffnen mehrerer KiwiSDRs auf derselben Frequenz lässt sich die Ausbreitung entlang verschiedener Pfade beobachten. Welche Bänder sind von Mitteleuropa nach Nordamerika offen? Wie steht es um den Long-Path nach Ozeanien? Diese Fragen beantwortet das Netzwerk in Sekunden. Auch die Auswirkungen des Sonnenzyklus 25 auf die Bänder lassen sich eindrucksvoll beobachten.

WSPR-Monitoring mit WsprDaemon: Das Projekt WsprDaemon nutzt das KiwiSDR-Netzwerk systematisch: Mehrere Empfänger überwachen gleichzeitig die WSPR-Frequenzen aller Bänder und speisen die dekodierten Spots in die globale WSPR-Datenbank ein. Ein einzelner KiwiSDR kann dabei bis zu 14 WSPR-Bänder parallel dekodieren.

Contest-Vorbereitung: Vor einem Contest die Bandöffnungen von verschiedenen Standorten aus beobachten und die Antenne auf die vielversprechendsten Richtungen drehen.

Wetterfax-Empfang: Seewetterkarten von den Küstenstationen der Welt empfangen — DWD Hamburg, NOAA, JMH Tokyo und viele mehr.

KiwiSDR in Österreich

Am 27. August 2026 waren acht öffentliche KiwiSDRs in Österreich in der Liste eingetragen — von Vorarlberg bis ins Wiener Becken:

  • OE9NGH, Langenegg (Vorarlberg) — der westlichste Standort
  • Kufstein / Niederndorferberg (Tirol) auf 950 m Seehöhe, betrieben unter rx1.radio101.de
  • OE5SLN, Mehrnbach (Oberösterreich), acht Nutzerplätze
  • OE3AKB, Oberwölbling (Niederösterreich)
  • OE3GAS, Hollabrunn (Niederösterreich) — gut für Empfang aus östlicher und südöstlicher Richtung
  • Berndorf (Niederösterreich), erreichbar über den Proxy-Dienst
  • OE1XTU, Wien — betrieben vom Amateurfunkclub der TU Wien, 0–32 MHz
  • 4U1A, Wien — die Klubstation im Vienna International Centre, also am UNO-Gelände

Alle acht sind über rx.kiwisdr.com auffindbar — einfach in die Karte nach Österreich zoomen. Die Verfügbarkeit einzelner Empfänger schwankt, weil fast alle privat und ehrenamtlich betrieben werden; die früher gelisteten Standorte OE9 Radiohill Alberschwende und OE5GEL sind derzeit nicht mehr dabei. Wer selbst einen betreibt und in der Liste fehlt: kurze Mail genügt, wir ergänzen ihn.

Vergleich: KiwiSDR vs. OpenWebRX+ vs. WebSDR

KiwiSDR ist nicht die einzige Möglichkeit, über das Internet Kurzwelle zu hören. Ein Vergleich der drei großen Web-SDR-Plattformen:

KiwiSDR:

  • Dedizierte Hardware (BeagleBone + FPGA + 14-Bit ADC)
  • 10 kHz – 30 MHz, 4 gleichzeitige Nutzer
  • GPS-synchronisiert, TDoA-Geolokalisierung
  • 875+ öffentliche Empfänger, integrierte Decoder (FT8, WSPR, CW, FAX)
  • Preis: ~395 USD (KiwiSDR 2 Kit)

OpenWebRX+:

  • Open-Source-Software, läuft auf beliebiger SDR-Hardware (RTL-SDR, SDRplay, Airspy, HackRF)
  • Frequenzbereich abhängig von der Hardware — auch VHF/UHF möglich
  • Kein GPS erforderlich, keine TDoA-Funktion
  • Flexibler durch Hardwarewahl, aber mehr Konfigurationsaufwand
  • Preis: Nur die SDR-Hardware (ab ~30 EUR mit RTL-SDR)

WebSDR (websdr.org):

  • Proprietäre Software von PA3FWM, läuft auf Linux-PCs mit SoftRock oder anderer Hardware
  • Oft breitbandige Mehrkanal-Setups mit hoher Nutzerzahl (bis zu 600+ gleichzeitig)
  • Bekanntester Vertreter: die Universität Twente in den Niederlanden
  • Keine TDoA, keine integrierten Decoder
  • Preis: Hardware variabel, Software kostenlos für nicht-kommerzielle Nutzung
Wo man welche Empfänger findet: Verzeichnisse für WebSDR, OpenWebRX und KiwiSDR im Vergleich (DE)

Als weitere Hardware-Alternative hat sich der RX-888 (Web-888) etabliert — ein 16-Bit Direct-Sampling-Empfänger mit 32 MHz Bandbreite, der mit OpenWebRX+ betrieben werden kann. Für reine KW-Nutzung mit dem besten Gesamtpaket aus Hardware, Software und Netzwerk bleibt der KiwiSDR jedoch die Referenz.

Der Backdoor-Vorfall von 2021

Im Sinne der Transparenz sei ein Vorfall aus dem Jahr 2021 erwähnt: In der KiwiSDR-Firmware wurde ein versteckter Zugang entdeckt, über den der Entwickler ohne Wissen der Betreiber auf die Admin-Oberfläche jedes KiwiSDR zugreifen konnte. Nach Bekanntwerden wurde die Backdoor mit Firmware-Version v1.461 vollständig entfernt. John Seamons entschuldigte sich öffentlich und erklärte, der Zugang sei ursprünglich für Support-Zwecke gedacht gewesen.

Seitdem sind keine weiteren Sicherheitsprobleme bekannt geworden. Die Firmware ist Open Source und auf GitHub einsehbar, was eine unabhängige Überprüfung ermöglicht. Betreiber sollten dennoch regelmäßig Updates einspielen und den KiwiSDR idealerweise in einem eigenen Netzwerksegment (VLAN) betreiben.

Praktische Tipps für Nutzer und Betreiber

Als Nutzer:

  • Nutzt rx.kiwisdr.com als Startpunkt und filtert nach Kontinent, Frequenzbereich oder Antenne
  • Achtet auf das S-Meter und den Noise Floor — ein Empfänger mit -110 dBm Rauschboden ist deutlich besser als einer mit -85 dBm
  • Probiert die TDoA-Extension mit bekannten Sendern (z.B. Zeitzeichensendern wie DCF77 auf 77,5 kHz), um ein Gefühl für die Genauigkeit zu bekommen
  • Nutzt den integrierten FT8-Decoder, um schnell die Bandöffnung zu prüfen — wenn auf 14.074 kHz Stationen aus einem bestimmten Kontinent erscheinen, lohnt sich das Band

Als Betreiber:

  • Investiert in eine gute Antenne — der KiwiSDR ist nur so gut wie seine Antenne. Eine T2FD oder Wellbrook-Loop liefert bessere Ergebnisse als ein kurzer Draht
  • Denkt an den Blitzschutz — der KiwiSDR 2 bringt Gasentladungsableiter und TVS-Dioden am Eingang mit, ein geerdeter Mast und ein Trennschalter in der Antennenleitung ersetzt das aber nicht
  • Haltet die Firmware aktuell — Updates bringen regelmäßig neue Decoder und Verbesserungen
  • Registriert euren Empfänger auf rx.kiwisdr.com, um Teil des Netzwerks zu werden
  • Aktiviert die GPS-Antenne korrekt — sie ist Voraussetzung für die TDoA-Teilnahme und verbessert die Frequenzgenauigkeit

Fazit: Das Fenster zur Kurzwelle

KiwiSDR hat die Art verändert, wie Funkamateure und SWL (Kurzwellenhörer) mit dem HF-Spektrum interagieren. Ob man die Ausbreitungsbedingungen vor einem Contest prüfen, ein WSPR-Signal um die Welt verfolgen oder einen unbekannten Sender auf Kurzwelle lokalisieren möchte — das KiwiSDR-Netzwerk macht es möglich, sofort und kostenlos.

Für den Einstieg genügt ein Browser und die Adresse rx.kiwisdr.com. Wer selbst einen Empfänger betreiben und zum Netzwerk beitragen möchte, erhält mit dem KiwiSDR 2 ein ausgereiftes Paket, das sich in wenigen Minuten in Betrieb nehmen lässt. Ein Vergleich mit anderen SDR-Optionen findet sich in unserem SDR-Empfänger-Vergleich 2026.

73 – eure oeradio.at-Redaktion


Transparenzhinweis

Stand der Angaben: 27. August 2026. Empfängerzahl, Hardware-Anteile und die Liste der österreichischen Standorte stammen aus dem öffentlichen KiwiSDR-Verzeichnis (Datenstand 27.08.2026, 08:49 UTC), Preise und Ausstattung vom Hersteller-Shop kiwisdr.nz sowie vom EU-Distributor WiMo, die technischen Änderungen des KiwiSDR 2 aus der Projektankündigung. Da die Empfänger überwiegend privat betrieben werden, ändert sich die Liste laufend. Das Titelbild zeigt einen Web-SDR-Wasserfall, Foto: Evesiesta, CC BY-SA 4.0; weitere Bildnachweise stehen bei den Abbildungen. Die eingebetteten Videos stammen von Dritten, für ihre Inhalte sind die jeweiligen Kanäle verantwortlich. Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst und von der oeradio.at-Redaktion geprüft. Korrekturen und fehlende Standorte gerne an [email protected].

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