Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Was ist ein Shack-Dashboard?
- HamClock von WB0OEW
- Die wichtigsten Funktionen
- Darstellungsmodi und Anpassbarkeit
- Plattformen und Installation
- Installation auf dem Raspberry Pi
- Datenquellen
- Was 2026 passiert ist, und was ihr tun müsst
- Die drei Wege nach HamClock 4.22
- OpenHamClock: kein Fork, sondern ein Neubau
- Praktischer Einsatz im Alltag
- Einrichtung für österreichische Standorte
- Alternativen zu HamClock
- Hardwarekosten und Aufbau
- Tipps für den optimalen Einsatz
- Fazit: Ein Must-Have für jedes Shack
- Quellen und weiterführende Links
- Bildnachweise
- Korrekturhinweis
- Transparenzhinweis
Wer kennt es nicht: Man sitzt im Shack, will auf Kurzwelle funken und fragt sich — wie sind die Ausbreitungsbedingungen gerade? Wann ist die nächste Gray-Line? Wo gibt es DX-Spots? Wie steht der K-Index? Statt zwischen einem halben Dutzend Websites hin und her zu klicken, gibt es eine elegante Lösung: HamClock. Dieses kostenlose Dashboard zeigt alle relevanten Informationen für Funkamateure auf einen Blick — auf einem dedizierten Bildschirm, direkt neben dem Transceiver.
Das Wichtigste in Kürze
- HamClock-Erfinder Elwood Downey, WB0OEW, ist am 29. Jänner 2026 verstorben. Version 4.22 ist die letzte aus seiner Hand.
- Sein Server bei clearskyinstitute.com ist seit Juni 2026 offline. Ohne Umstellung bleibt eine alte HamClock leer.
- Der Community-Server hamclock.com von W4BAE hat übernommen. Ein Befehl genügt zum Umstellen.
- Zwei Nachfolgeprojekte sind einsatzbereit: HamClock-Next (C++/SDL2) und OpenHamClock (Browser).
- Die Hardware bleibt dieselbe: Raspberry Pi plus 7-Zoll-Display, rund 100 bis 150 Euro.
Was ist ein Shack-Dashboard?
Ein Shack-Dashboard ist ein permanent laufender Informationsbildschirm, der alle für den Funkbetrieb relevanten Daten in Echtzeit anzeigt. Statt einzelne Datenquellen manuell abzufragen, präsentiert das Dashboard eine aggregierte Ansicht: Weltkarte mit Tag-/Nacht-Linie, Sonnendaten, Bandvorhersagen, DX-Cluster-Spots, Satellitenüberflüge und mehr. Das Konzept ist nicht neu — viele Funkamateure hatten schon immer einen zweiten Monitor mit Informationen laufen. HamClock hat dieses Konzept perfektioniert und alles in einer einzigen, hochoptimierten Anwendung vereint.
HamClock von WB0OEW
HamClock wurde von Elwood Downey, WB0OEW, entwickelt, einem erfahrenen Softwareentwickler und Funkamateur. Die Anwendung ist kostenlos und quelloffen. Im Zentrum steht eine Weltkarte (Mercator- oder Azimuthalprojektion) mit Echtzeit-Tag/Nacht-Terminator, auf der zahlreiche Informationsebenen eingeblendet werden können.
Elwood Downey ist am 29. Jänner 2026 verstorben. Version 4.22 ist die letzte, die er veröffentlicht hat. Was er hinterlassen hat, läuft in tausenden Shacks weltweit und ist bis heute das Maß der Dinge. Wie es danach weiterging, steht weiter unten.
Die Grundidee: Man konfiguriert seinen eigenen Standort (DE — „Home QTH") und optional einen Zielstandort (DX). HamClock zeigt dann permanent den Great-Circle-Pfad zwischen beiden Standorten, die aktuelle Gray-Line, Sonnenauf- und -untergangszeiten und die optimalen Funkbedingungen für diese Strecke.
Die wichtigsten Funktionen
HamClock bietet eine beeindruckende Fülle an Informationen, die über konfigurierbare Panels rund um die Weltkarte angeordnet sind:
- Weltkarte mit Tag/Nacht-Terminator: Echtzeit-Darstellung der beleuchteten und dunklen Erdhälfte. Die Gray-Line-Zone — der Übergangsbereich zwischen Tag und Nacht, in dem besonders gute DX-Bedingungen herrschen — wird deutlich hervorgehoben.
- Sonnendaten (Space Weather): SFI (Solar Flux Index), SSN (Sunspot Number), K-Index, A-Index, Bz-Komponente des interplanetaren Magnetfelds — alle Werte, die man für die Einschätzung der Ausbreitungsbedingungen braucht, werden von NOAA in Echtzeit bezogen.
- Bandvorhersagen: Farbcodierte Anzeige der VOACAP-Vorhersagen für jedes Amateurfunkband zwischen DE und DX — so sieht man sofort, welches Band gerade offen sein sollte.
- DX-Cluster-Spots: Live-Spots aus dem DX-Cluster werden direkt auf der Weltkarte angezeigt. Man sieht auf einen Blick, wo gerade welche Stationen gearbeitet werden — ideal für den DX-Betrieb.
- Great-Circle-Pfad: Der kürzeste Funkweg zwischen DE und DX wird als Linie auf der Karte eingezeichnet — mit Entfernung, Bearing und Signallaufzeit. Short Path und Long Path werden dargestellt.
- Satellitenüberflüge: Echtzeit-Tracking von Amateurfunksatelliten mit Überflugzeiten, Elevation und Frequenzen — basierend auf aktuellen TLE-Daten.
- POTA- und SOTA-Spots: Aktive POTA- und SOTA-Aktivierungen werden direkt auf der Karte oder in einem eigenen Panel angezeigt.
- Mond und Sonne: Position, Phase und Auf-/Untergangszeiten — relevant für EME (Erde-Mond-Erde) und Gray-Line-Timing.
- Wetterdaten: Lokales Wetter am eigenen Standort und am DX-Standort.
- UTC- und Lokalzeit: Immer im Blick — für den Funkbetrieb unverzichtbar.

Darstellungsmodi und Anpassbarkeit
HamClock unterstützt verschiedene Auflösungen — von 800x480 Pixel (perfekt für ein 7-Zoll-RPi-Display) bis hin zu 3200x1920 für große Monitore. Die Panels um die Karte herum können individuell konfiguriert werden: Man wählt aus, welche Informationen in welchem Panel angezeigt werden sollen. Einige Nutzer verwenden zwei oder drei HamClock-Instanzen nebeneinander auf einem Widescreen-Monitor.
Die Kartenprojektion kann zwischen Mercator und Azimuthal umgeschaltet werden. In der Azimuthal-Ansicht ist der eigene Standort im Zentrum — ideal, um Richtungen und Entfernungen intuitiv zu erfassen. Verschiedene Kartenstile (politisch, topographisch, dunkel) stehen zur Auswahl.
Plattformen und Installation
HamClock läuft auf einer Vielzahl von Plattformen:
- Raspberry Pi mit 7-Zoll-Touchscreen: Das beliebteste Setup. Ein RPi 4 oder 5 mit dem offiziellen 7-Zoll-Display ergibt ein kompaktes, dediziertes Shack-Dashboard. Touchscreen-Bedienung macht Maus und Tastatur überflüssig. Gesamtkosten: ca. 100 Euro.
- Linux (Desktop): Auf jedem Linux-System kompilierbar. Ideal, wenn man einen Zweitmonitor am Shack-PC nutzen will.
- macOS: Native Anwendung, läuft auf Intel- und Apple-Silicon-Macs.
- Windows: Über die mitgelieferte Windows-Version oder via WSL (Windows Subsystem for Linux).
- ESP8266 mit kleinem TFT: So hat HamClock ursprünglich angefangen. Mit Version 4 hat Elwood die Mikrocontroller-Unterstützung aber fallen gelassen, aktuelle Versionen laufen nur noch auf Linux, macOS und Windows.
Installation auf dem Raspberry Pi
Die Installation auf dem Raspberry Pi ist unkompliziert:
- Raspberry Pi OS installieren (Lite oder Desktop — HamClock bringt seine eigene Grafik mit)
- HamClock herunterladen: Nicht mehr von clearskyinstitute.com, die Seite ist offline. Das Paket gibt es heute über hamclock.com.
- Kompilieren: Mit make die gewünschte Version bauen (z. B. hamclock-fb0 für Framebuffer ohne Desktop-Umgebung oder hamclock-web für Web-Interface)
- Konfigurieren: Beim ersten Start Rufzeichen, Grid-Locator (z. B. JN77 für Kärnten oder JN78 für Wien) und Zeitzone eingeben
- Netzwerk: HamClock benötigt eine Internetverbindung, um Daten von NOAA, DX-Cluster, VOACAP und anderen Quellen zu beziehen
Nach der Erstkonfiguration startet HamClock automatisch und aktualisiert alle Daten zyklisch. Der Raspberry Pi läuft rund um die Uhr mit etwa fünf Watt, perfekt als Always-on-Dashboard.

Video-Tipp: Eine Installationsanleitung auf dem Stand von 2026, also mit dem neuen Server.
Datenquellen
HamClock aggregiert Daten aus einer Vielzahl von Quellen — automatisch und ohne manuelle Konfiguration:
- NOAA Space Weather Prediction Center: SFI, SSN, K-Index, A-Index, Bz, Proton Flux, Röntgenstrahlung — die Grundlage für die Beurteilung der Sonnenzyklus-Aktivität
- DX-Cluster via Telnet: Live-Spots von DX-Stationen weltweit, direkt auf der Karte dargestellt
- PSKReporter: Zeigt, wo digitale Signale (FT8, FT4, CW) gerade dekodiert werden — eine Echtzeit-Propagationskarte
- VOACAP: Ausbreitungsvorhersagen für die Strecke DE–DX, bandweise und stundenweise
- POTA/SOTA APIs: Aktive Aktivierungen von Parks on the Air und Summits on the Air
- Satellite TLE: Aktuelle Bahndaten für Amateurfunksatelliten (CelesTrak)
- Wetterdienste: Lokales Wetter via Open-Meteo oder ähnliche APIs
Was 2026 passiert ist, und was ihr tun müsst
Hier kommt der Teil, der jede ältere Anleitung im Netz überholt.
HamClock holt seine Daten nicht selbst von NOAA, DX-Cluster und Co. Dazwischen sitzt ein Server, der alles einsammelt, aufbereitet und an die Clocks ausliefert. Dieser Server lief bei Elwood Downey am Clear Sky Institute. Nach seinem Tod im Jänner 2026 war klar, dass ihn niemand mehr bezahlt, und im Juni 2026 ging er endgültig offline.
Eine HamClock, die noch auf die alte Adresse zeigt, zeigt seitdem eine leere Karte. Die Software läuft, nur die Daten kommen nicht mehr an.
Die Lösung heißt hamclock.com. W4BAE hat einen Ersatz-Backend aufgesetzt, der dieselben Daten liefert. Zwei Wege führen hin:
- Automatisch:
curl -fsSL https://hamclock.com/tools | sudo bash - Von Hand: beim Start
-b hamclock.com:80an den Aufruf anhängen
Danach läuft die alte HamClock weiter, als wäre nichts gewesen. Der Betrieb kostet laut Betreiber echtes Geld pro Monat; HamClock Classic bleibt kostenlos, finanziert wird das über eine kostenpflichtige Fire-TV-App und Spenden. Wer das Dashboard täglich nutzt, darf sich angesprochen fühlen.
Die drei Wege nach HamClock 4.22
Wer heute neu anfängt, hat drei Möglichkeiten. Alle drei sind kostenlos und quelloffen.
- HamClock Classic 4.22 plus hamclock.com. Das Original von Elwood, unverändert, mit neuem Backend. Vorteil: exakt die bekannte Oberfläche, jede ältere Anleitung passt wieder. Nachteil: der Code wird nicht mehr weiterentwickelt.
- HamClock-Next. Eine Neufassung in C++20 mit SDL2, gepflegt von K4DRW. Sie beansprucht volle Funktionsgleichheit mit 4.22, also alle 82 Funktionen des Originals, und legt Mehrschirm-Betrieb, Webansicht und erweiterte Wetterdaten obendrauf. Läuft auf Linux, macOS, Windows und im Browser, vom Raspberry Pi 3 aufwärts. Für den Grundbetrieb braucht sie keinen eigenen Server.
- OpenHamClock. Der Bruch mit der Vergangenheit, dafür der modernste Ansatz. Dazu gleich mehr.
OpenHamClock: kein Fork, sondern ein Neubau
Ein verbreitetes Missverständnis vorweg: OpenHamClock ist kein Fork von HamClock. Es teilt keine Zeile Code mit dem Original. Es ist eine komplette Neuentwicklung, die ausdrücklich antritt, Elwoods Erbe fortzuführen, nachdem klar war, dass das Original im Juni 2026 stehen bleiben würde.
Technisch liegen Welten dazwischen. Das Original ist ein C++-Programm, das direkt auf den Bildschirm zeichnet. OpenHamClock ist eine Node.js-Anwendung mit React-Oberfläche: Man installiert sie einmal auf einem Raspberry Pi, einem alten PC oder in der Cloud und ruft sie danach im Browser auf. Von jedem Gerät, das im Netz ist: Tablet am Operating-Tisch, Zweitmonitor, Handy, Wanddisplay.
Was OpenHamClock mitbringt:
- DX-Cluster, Weltraumwetter und Ausbreitungsvorhersagen wie das Original
- POTA, SOTA, WWFF und WWBOTA: aktive Aktivierungen aller vier Programme
- PSKReporter und WSJT-X-Anbindung: eigene Dekodierungen fließen direkt ins Dashboard
- Rig-Control: die Frequenz des Transceivers steht im Browser
- Logbuch im Browser und ein eigener Notfunk-Modus
- Satellitenverfolgung mit aktuellen Bahndaten
Der Quellcode liegt auf GitHub. Wir betreiben selbst eine offene Instanz unter openhamclock.oeradio.at, dort könnt ihr ohne Installation hineinschauen. Die ausführliche Anleitung steht in unserem Artikel zu OpenHamClock für Browser und Shack.
Welches nehmen? Wer ein dediziertes Display neben dem Funkgerät will und die gewohnte Optik schätzt, bleibt bei HamClock Classic oder wechselt auf HamClock-Next. Wer das Dashboard auf mehreren Geräten gleichzeitig sehen will und Wert auf Logbuch und Rig-Anbindung legt, nimmt OpenHamClock. Beides parallel zu betreiben ist auch kein Fehler, die Hardware langweilt sich ohnehin.
Praktischer Einsatz im Alltag
HamClock ist mehr als ein hübsches Gadget — es ist ein echtes Betriebswerkzeug. Hier einige typische Szenarien:
- Vor dem Einschalten des Transceivers: Ein Blick auf HamClock zeigt sofort, ob es sich lohnt, auf Kurzwelle aktiv zu werden. Hoher SFI und niedriger K-Index? Die höheren Bänder könnten offen sein. K-Index über 4? Lieber auf den niederfrequenten Bändern bleiben oder gleich auf UKW umsteigen.
- Gray-Line-DX: HamClock zeigt genau, wann der eigene Standort und das DX-Ziel gleichzeitig in der Gray-Line liegen. Diese kurzen Zeitfenster — oft nur 15 bis 30 Minuten — bieten außergewöhnliche DX-Möglichkeiten, besonders auf den niederfrequenten Bändern (80 m, 40 m).
- Contest-Vorbereitung: Vor einem Wettbewerb die optimalen Betriebszeiten für verschiedene Richtungen planen. Wann ist Japan erreichbar? Wann Südamerika? Die Bandvorhersagen und der Terminator helfen bei der Strategie.
- DX-Cluster-Monitoring: Aktive Spots werden auf der Karte dargestellt — man erkennt sofort Cluster-Aktivität in bestimmten Regionen und kann gezielt dorthin drehen.
- POTA- und SOTA-Jäger: Aktive Aktivierungen im Blick haben, ohne ständig die POTA/SOTA-Website prüfen zu müssen.
Einrichtung für österreichische Standorte
Für Funkamateure in Österreich ist die Konfiguration besonders interessant. Der Grid-Locator für die meisten österreichischen QTHs liegt im Bereich JN77 (Kärnten, Steiermark) und JN78 (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich). Nach Eingabe des eigenen Locators zeigt HamClock die Gray-Line-Zeiten für den Standort und die optimalen DX-Fenster aus Mitteleuropa.
Typische DX-Fenster aus Österreich:
- Japan/Ostasien: Morgens (06–09 UTC) auf 20 m und 15 m, abends (16–19 UTC) auf 20 m via Long Path
- Nordamerika: Nachmittags bis abends (14–22 UTC) auf 20 m und 15 m, im Sonnenmaximum auch auf 10 m und 12 m
- Australien/Ozeanien: Schwierig, aber möglich via Long Path am Vormittag (08–12 UTC) auf 20 m
- Südamerika: Abends (18–22 UTC) auf 20 m und 15 m, Gray-Line-Öffnungen auf 40 m und 80 m
HamClock visualisiert diese Fenster automatisch — statt sie im Kopf zu berechnen, sieht man auf einen Blick, welche Pfade gerade oder in Kürze offen sind.
Alternativen zu HamClock
HamClock ist das ausgereifteste dedizierte Shack-Dashboard, aber es gibt Alternativen:
- Web-basierte Dashboards: Websites wie dxheat.com (DX-Cluster mit Karte), hamqsl.com/solar (Sonnendaten-Widgets) oder qrz.com können im Browser als permanente Tabs laufen. Vorteil: keine Installation. Nachteil: kein einheitliches, optimiertes Interface.
- Smartphone-Apps: Apps wie „HamAlert" (DX-Spots als Push-Nachrichten), „Solar Ham" (Sonnendaten) oder „ISS Detector" (Satelliten) bieten einzelne Funktionen mobil. Für den Portabelbetrieb bei SOTA oder POTA eine gute Ergänzung.
- Grafana-Dashboards: Technisch versierte Funkamateure bauen eigene Dashboards mit Grafana, das Daten aus verschiedenen APIs (NOAA, DX-Cluster, eigene Sensoren) aggregiert und als schicke Diagramme darstellt. Maximale Flexibilität, aber erheblicher Konfigurationsaufwand.
- DXLab Suite / Log4OM: Einige Logprogramme bieten integrierte Propagationsinformationen — allerdings als Teil einer größeren Anwendung, nicht als dediziertes Dashboard.
Hardwarekosten und Aufbau
Ein dediziertes HamClock-Setup ist überraschend günstig:
- Raspberry Pi 4 oder 5: ca. 50–70 Euro (2 GB RAM reicht für HamClock völlig)
- Offizielles 7-Zoll-Touchscreen-Display: ca. 40–50 Euro
- Gehäuse mit Stand: ca. 10–20 Euro (es gibt spezielle Gehäuse, die RPi und Display integrieren)
- SD-Karte (32 GB): ca. 8–10 Euro
- Netzteil: ca. 10 Euro (offizielles RPi-Netzteil empfohlen)
Gesamtkosten: ca. 100–150 Euro für ein komplettes, dediziertes Shack-Dashboard. Alternativ kann HamClock natürlich auch auf einem vorhandenen PC oder Laptop laufen — dann fallen keine zusätzlichen Kosten an.
Für größere Displays lohnt sich ein HDMI-Monitor ab zehn Zoll. Einige Funkamateure verwenden ausgemusterte Tablets über das Webinterface, das es sowohl beim Original als auch bei den Nachfolgern gibt.
Video-Tipp: Ein komplettes Setup für rund 60 Dollar, Schritt für Schritt.
Tipps für den optimalen Einsatz
- Feste Platzierung: Das Dashboard sollte immer im Blickfeld sein — idealerweise direkt neben oder über dem Transceiver. Viele Funkamateure montieren das RPi-Display mit einer VESA-Halterung oder einem Schwenkarm.
- Automatischer Start: HamClock beim Systemstart automatisch starten lassen (Autostart-Eintrag oder systemd-Service). So ist das Dashboard sofort bereit, wenn man den Raspberry Pi einschaltet.
- Bildschirmschoner deaktivieren: Damit das Display dauerhaft an bleibt und nicht nach einigen Minuten schwarz wird.
- Backend prüfen: Zeigt die Karte keine Daten mehr, hängt die Clock noch am alten Server. Einmal auf hamclock.com umstellen, dann läuft sie wieder. Updates im klassischen Sinn gibt es für 4.22 nicht mehr, dafür bei HamClock-Next und OpenHamClock.
- Web-Interface nutzen: Auch wenn ein dediziertes Display vorhanden ist, erlaubt das Web-Interface den Zugriff vom Smartphone oder Laptop — praktisch, wenn man nicht direkt am Shack sitzt.

Fazit: Ein Must-Have für jedes Shack
HamClock und OpenHamClock sind die besten kostenlosen Shack-Dashboards, die es gibt. Für rund 100 Euro bekommt man mit einem Raspberry Pi und einem kleinen Touchscreen ein dediziertes Informationsdisplay, das alle relevanten Daten für den Funkbetrieb auf einen Blick zeigt. Keine andere Lösung bietet so viele Informationen in einer so kompakten, durchdachten Darstellung — von den Ausbreitungsbedingungen über den DX-Cluster bis zu VOACAP-Vorhersagen und POTA/SOTA-Spots.
2026 war für das Projekt ein hartes Jahr. Der Erfinder ist gestorben, sein Server abgeschaltet, und viele Clocks standen plötzlich still. Dass heute trotzdem drei funktionierende Wege offenstehen, ist das Verdienst von Leuten, die sich hingesetzt und weitergemacht haben: W4BAE mit dem Ersatzserver, K4DRW mit HamClock-Next, das OpenHamClock-Team mit dem Neubau. Elwood Downey hätte das vermutlich gefallen.
Wer einmal mit HamClock gearbeitet hat, will nicht mehr ohne. Es wird schnell zum unverzichtbaren Teil der Station.
73 – eure oeradio.at-Redaktion
Quellen und weiterführende Links
- hamclock.com — Community-Backend von W4BAE, Downloads und Umstellungsbefehl
- Amateur Radio Newsline: Silent Key Elwood Downey, WB0OEW (30. Jänner 2026)
- HamClock-Next auf GitHub (C++20/SDL2, K4DRW)
- OpenHamClock auf GitHub (Node.js/React)
- openhamclock.oeradio.at — unsere offene Instanz zum Ausprobieren
- Dockerisierte HamClock (Multi-Arch-Container)
- NOAA Space Weather Prediction Center — die Datenquelle hinter SFI, K- und A-Index
- PSK Reporter — Echtzeit-Propagationskarte
Bildnachweise
- Koronaler Massenauswurf: NASA Goddard Space Flight Center, CC BY 2.0, Wikimedia Commons
- Raspberry Pi 4 Model B: Laserlicht, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
- Erde bei Nacht: NASA Earth Observatory, gemeinfrei, Wikimedia Commons
Videos: HamTech M0FXB, KM6LYW Radio. Einbettung über YouTube, die Rechte liegen bei den jeweiligen Kanälen.
Korrekturhinweis
Aktualisierung vom 3. Oktober 2026: Die erste Fassung dieses Artikels beschrieb HamClock als Projekt, das „kontinuierlich weiterentwickelt" wird, und verwies für den Download auf clearskyinstitute.com. Beides stimmt seit 2026 nicht mehr: Elwood Downey, WB0OEW, ist am 29. Jänner 2026 verstorben, Version 4.22 ist die letzte von ihm, und sein Server ging im Juni 2026 offline. Der Artikel nennt jetzt den Community-Server hamclock.com samt Umstellungsbefehl und stellt mit HamClock-Next einen zweiten Nachfolger vor. Außerdem war OpenHamClock fälschlich als „Community-Fork" bezeichnet; es ist eine eigenständige Neuentwicklung in Node.js und React ohne gemeinsamen Code. Korrigiert wurde auch die Plattformangabe: Die Mikrocontroller-Unterstützung für ESP8266 ist mit Version 4 entfallen. Das Titelbild ist jetzt ein freies NASA-Foto statt einer KI-Illustration.
Transparenzhinweis
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein — wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an [email protected].





