SVXLink in Österreich: Reflektor-Funk über jedes FM-Gerät

Digitalfunk

Digitale Sprachnetze wie DMR, D-STAR oder C4FM sind großartig – aber sie setzen ein passendes Digitalfunkgerät voraus. SVXLink geht einen anderen Weg: Es vernetzt Relais und Hotspots über das Internet, bleibt dabei aber komplett analog. Wer ein ganz normales 2-m- oder 70-cm-FM-Handfunkgerät im Schrank hat, ist damit schon dabei. Genau das macht SVXLink für Einsteiger und für die Wiederbelebung ruhiger Bänder so reizvoll.

Was ist SVXLink?

SVXLink ist ein quelloffenes Sprach-Vernetzungssystem, ursprünglich von Tobias Blomberg (SM0SVX) entwickelt. Im Kern ist es eine Software, die einen Repeater oder einen Simplex-Zugang steuert und gleichzeitig übers Internet mit anderen SVXLink-Stationen verbindet. Der Ton bleibt dabei durchgehend FM/analog – die Vernetzung passiert im Hintergrund über einen sogenannten Reflektor.

Man kann sich das wie eine Telefonkonferenz für Relais vorstellen: Mehrere Stationen klinken sich in denselben Reflektor ein, und wer in derselben Gruppe ist, hört sich gegenseitig. Für den Funkamateur am Handfunkgerät ändert sich nichts an der Bedienung – gedrückt wird die PTT wie immer.

Warum SVXLink gerade für Österreich interessant ist

Der große Vorteil: Es braucht kein Spezialgerät. Während ein Einstieg in DMR oder D-STAR schnell ein neues Funkgerät bedeutet, funktioniert SVXLink mit jedem FM-Transceiver. Zwei Wege führen ins Netz:

  • Über ein teilnehmendes Relais: Ist ein SVXLink-fähiges Relais in Reichweite, funkt man es ganz normal in FM an und ist automatisch mit dem Reflektor verbunden.
  • Über einen eigenen Hotspot: Ein kleiner FM-Hotspot (z. B. auf Basis eines SA818-Moduls) erzeugt daheim ein schwaches 2-m- oder 70-cm-Signal und bringt den Reflektor so bis ins eigene Shack – ideal dort, wo kein Relais erreichbar ist.

SVXLink Austria ging 2025 in Vorarlberg in Betrieb und hat sich innerhalb weniger Monate über mehrere Bundesländer ausgebreitet. Wer live sehen will, welche Stationen gerade QRV sind, findet das im österreichischen Dashboard unter svx.oe9hamnet.at.

Reflektor und Sprechgruppen erklärt

Das Bindeglied ist der SvxReflector. Er verbindet die einzelnen SVXLink-Systeme und ordnet den Verkehr in Sprechgruppen (englisch Talk Groups, kurz TG) – ganz ähnlich dem Prinzip, das man von DMR kennt. Alle Teilnehmer derselben Sprechgruppe bilden eine gemeinsame Runde und hören einander; wer eine andere TG gewählt hat, bleibt davon unberührt.

So lässt sich lokaler, regionaler und österreichweiter Betrieb sauber trennen: eine Ortsrunde stört nicht den bundesweiten Verkehr und umgekehrt. In der Praxis ist eine manuelle Umschaltung meist gar nicht nötig – die Vernetzung läuft weitgehend automatisch.

Die österreichischen Sprechgruppen im Überblick

Der SVXLink-Austria-Sprechgruppenplan orientiert sich am schwedischen Vorbild. Die wichtigsten Bereiche:

TGZweck
232Österreichweite Vernetzung aller teilnehmenden Relais – die zentrale „Landesrunde"
301 / 302Ansagen (OE bundesweit bzw. OE1 regional)
400–499Dynamische Gruppen – werden nach einigen Minuten Aktivität automatisch aus TG 232 heraus gebildet
501 / 502Relais-spezifische Gruppen (z. B. einzelne 2-m-/70-cm-Umsetzer)
800–899Lokale und regionale Verbindungen
900–999Experimentierbetrieb – frei nutzbar, ohne Koordination
112Bewusst freigelassen (Verwechslung mit dem Euro-Notruf)

Weitere Nummernbereiche sind für künftige Erweiterungen reserviert. Den jeweils aktuellen, vollständigen Plan pflegt das ÖVSV-Wiki.

SVXLink bedienen: die wichtigsten DTMF-Befehle

Die Sprechgruppe wählst du am Gerät per DTMF. SVXLink nutzt dafür ein einfaches Schema: ein Präfix (im Standard die 9), dann die Sprechgruppe und ein abschließendes #. Der genaue Präfix kann je nach Knoten abweichen — im Zweifel beim Sysop oder in der Telegram-Gruppe nachfragen.

DTMFFunktion
9 <TG> #Sprechgruppe wählen — z. B. 91232# für die österreichweite TG 232
9#Verbindung trennen bzw. zurück zur Standardgruppe
9*#Status anzeigen (aktuelle Sprechgruppe)
91#Zur zuvor gewählten Sprechgruppe zurück

Zusatzmodule wie Parrot (spielt deine Aussendung zum Selbsttest zurück) oder EchoLink aktivierst du über ihre Modul-Nummer und beendest sie mit #. Für den Zugang zu Relais und Hotspots im SVXLink-Austria-Netz meldest du dein Rufzeichen einmalig über das Freischalt-Formular an.

Ganz ohne Gerät: SVXLink per Smartphone

Man muss nicht einmal ein Funkgerät besitzen, um reinzuhören oder mitzureden: Für SVXLink gibt es Smartphone-Apps wie HamLink und Latry, die sich über das Internet in eine Sprechgruppe einwählen. Das ist ideal, um das Netz erst einmal kennenzulernen, unterwegs QRV zu sein oder einfach zu hören, was gerade läuft — die passende Sprechgruppe (etwa die österreichweite TG 232) wählt man direkt in der App.

SVXLink im größeren Bild

SVXLink ist Teil einer wachsenden europäischen Landschaft: Nachbarnetze bestehen unter anderem in Deutschland, Südtirol, Schweden, Rumänien, Frankreich, Polen und Großbritannien. Verwandt ist SVXLink mit anderen VoIP-Vernetzungen wie EchoLink und AllStarLink – wie diese zusammenspielen, haben wir in EchoLink, AllStarLink und SVXLink: Weltweiter Relaisfunk über VoIP beschrieben. Wer wissen will, welche Umsetzer es in Österreich überhaupt gibt, findet in unserem Relaisblick eine interaktive Karte und im Beitrag zu den UKW-Relaisfunkstellen in Österreich die Hintergründe.

Einstieg leicht gemacht

Für den ersten Kontakt reicht ein FM-Gerät und ein erreichbares SVXLink-Relais: Rufzeichen nennen, kurz zuhören, welche Sprechgruppe gerade aktiv ist, und mitmachen. Wer keinen Umsetzer in Reichweite hat, baut sich mit einem SA818-Hotspot den eigenen Zugang – ein Thema, das wir in einem eigenen Beitrag Schritt für Schritt aufbereiten. So oder so gilt: SVXLink ist einer der günstigsten Wege, analoge Relais wieder mit Leben zu füllen.

Danke an die SVXLink-Austria-Truppe

Das SVXLink-Austria-Netz wird von einem engagierten Team am Leben gehalten – rund um Michi (OE8VIK) und Klaus (OE9PKV), der den Reflektor XLX905 betreibt. Danke für die Aufbauarbeit und den laufenden Betrieb. Wer Fragen hat oder mitreden möchte, ist in der SVXLink-Austria-Telegram-Gruppe gut aufgehoben – dort bekommt man schnell und freundlich Hilfe.

Diese Seite ist Teil unserer Digitalfunk-Übersicht — dort findest du alle Modi im Vergleich.


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) auf Basis öffentlicher Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst – insbesondere auf Grundlage des ÖVSV-Wikis und der offiziellen SVXLink-Dokumentation. Alle Inhalte wurden redaktionell geprüft. Fragen, Korrekturen oder Ergänzungen? Schreib uns an [email protected].

Häufige Fragen

Brauche ich ein Digitalfunkgerät für SVXLink?Nein. SVXLink bleibt analog und funktioniert mit jedem ganz normalen 2-m- oder 70-cm-FM-Gerät — das ist der größte Vorteil gegenüber DMR, D-STAR oder C4FM.
Was ist ein Reflektor bei SVXLink?Der SvxReflector verbindet die einzelnen SVXLink-Systeme und ordnet den Verkehr in Sprechgruppen — ähnlich dem Prinzip, das man von DMR kennt.
Welche Sprechgruppe ist Österreich?TG 232 ist die österreichweite Landesrunde. Regionale und experimentelle Gruppen liegen in eigenen Nummernbereichen.
Wie komme ich rein?Über ein teilnehmendes Relais in FM — oder über einen eigenen Hotspot auf SA818-Basis, der den Reflektor bis ins Shack bringt.
Wie findest du diesen Artikel?
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