D-STAR war das erste digitale Sprachsystem im Amateurfunk und ist bis heute stark verbreitet — auch in Österreich. Ursprünglich von Icom vorangetrieben, verbindet es Sprechfunk mit einer weltweiten Vernetzung über das Internet. Dieser Beitrag erklärt, wie D-STAR funktioniert, was es mit den Reflektoren auf sich hat, wie das österreichische Netz aufgebaut ist und wie man selbst QRV wird.
Wie D-STAR funktioniert
D-STAR überträgt Sprache digital (DV-Modus) und nebenbei langsame Daten. Kernstück ist das Rufzeichen-Routing: Weil jede Aussendung das eigene Rufzeichen mitführt, kann das Netz gezielt einzelne Stationen oder ganze Gruppen adressieren. Vier Felder im Gerät steuern das — kurz UR, RPT1, RPT2 und MYCALL —, in der Praxis genügt für den Reflektorbetrieb aber meist eine gespeicherte Einstellung.
Reflektoren: REF, XRF, DCS und XLX
Wie bei anderen Digitalmodi treffen sich D-STAR-Stationen in Reflektoren — Servern, die verlinkte Umsetzer und Hotspots zu einer gemeinsamen Runde zusammenschalten. Historisch gibt es mehrere Systeme, die sich im Verbindungsprotokoll unterscheiden:
- REF (DPlus) — das klassische, ursprünglich Icom-nahe System.
- XRF (DExtra) — ein offenes Reflektorsystem.
- DCS — Digital Call Server, ebenfalls offen.
- XLX — ein moderner Multiprotokoll-Reflektor, der REF/XRF/DCS unter einem Dach vereint und obendrein Brücken zu C4FM und DMR schlagen kann.
Das D-STAR-Netz in Österreich
Österreich betreibt eigene Reflektoren, an denen die heimischen Umsetzer und Hotspots hängen. Prägend ist der Multiprotokoll-Reflektor XLX905 (aus OE9), der zugleich als C4FM-YSF-Reflektor registriert ist — wer also mit einem Fusion-Gerät dort einsteigt, landet in derselben Runde wie die D-STAR-Stationen. Daneben sind Module auf DCS009 (u. a. für Österreich und Tirol) sowie klassische REF-Anbindungen in Gebrauch. Weil viele dieser Reflektoren modenübergreifend gekoppelt sind, verschwimmt die Grenze zwischen D-STAR, C4FM und DMR zunehmend — praktisch für alle, die mehrere Modi nutzen.
Den jeweils aktuellen Stand — welcher Reflektor mit welchem gekoppelt ist und welche Umsetzer gerade hängen — zeigen die Live-Dashboards der Reflektoren; deshalb verweisen wir dorthin, statt eine Momentaufnahme abzudrucken.
Voraussetzung: die D-STAR-Registrierung
Anders als bei DMR braucht D-STAR eine einmalige Registrierung, damit das Rufzeichen-Routing über die Gateways funktioniert. Sie erfolgt in zwei Schritten: zuerst wird das Rufzeichen bei einem D-STAR-Gateway freigeschaltet, danach ein persönlicher „Terminal"-Eintrag ergänzt. Die Freischaltung macht ein Gateway-Betreiber; wo das in Österreich aktuell läuft, steht im ÖVSV-Wiki. Für den reinen Reflektorbetrieb über einen Hotspot ist die Registrierung nicht zwingend, für das volle Rufzeichen-Routing aber sinnvoll.
Registrierung Schritt für Schritt
- Gateway finden: Die Freischaltung erfolgt über einen D-STAR-Gateway. Wo das in Österreich aktuell läuft, steht im ÖVSV-Wiki.
- Rufzeichen anmelden: Auf der Registrierungsseite des Gateways das eigene Rufzeichen eintragen. Die Freischaltung bestätigt ein Gateway-Betreiber — das kann etwas dauern.
- Terminal ergänzen: Nach der Freischaltung einen persönlichen Eintrag („Terminal") mit einem Leerzeichen und einem Buchstaben hinzufügen — er wird fürs Gateway-Routing gebraucht.
- Ins Gerät eintragen: MYCALL setzen und einen österreichischen Reflektor als Ziel speichern — fertig.
Tipp: Für den reinen Reflektorbetrieb über einen Hotspot ist die Registrierung nicht zwingend — sie lohnt sich aber, sobald du das volle Rufzeichen-Routing nutzen willst.
Geräte und Hotspot
D-STAR-Geräte kommen klassisch von Icom (etwa ID-52, ID-5100 oder der IC-9700). Wer keinen Umsetzer in Reichweite hat, nutzt einen Hotspot — Hardware wie DVMEGA, openSPOT oder Jumbospot, betrieben mit der Software Pi-Star oder WPSD. Der Hotspot wählt sich über das Internet in einen Reflektor ein und erzeugt daheim ein schwaches Funksignal; damit ist man mit dem Handgerät weltweit erreichbar. Auch hier gilt: Lizenz vorausgesetzt, passende Frequenz nach Bandplan, minimale Leistung.
In vier Schritten QRV
- Rufzeichen bei einem D-STAR-Gateway registrieren (einmalig, für das Routing).
- Gerät oder Hotspot einrichten — MYCALL setzen, einen österreichischen Reflektor als Ziel speichern.
- Reflektor verlinken und kurz zuhören, welche Runde läuft.
- Mit vollständigem Rufzeichen aufrufen.
Weiterführende Quellen
- ÖVSV-Wiki – D-Star
- Reflektor-Dashboard XLX905: xlx905.oe9.at
- dstar.at (OE7BSH) – österreichische D-STAR-Infos seit 2018
Passend dazu bei uns: D-STAR erklärt und D-STAR vs. DMR vs. C4FM vs. M17.
Diese Seite ist Teil unserer Digitalfunk-Übersicht — dort findest du alle Modi im Vergleich.
Transparenzhinweis
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) auf Basis öffentlicher Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst — insbesondere ÖVSV-Wiki und öffentliche Reflektor-Dashboards. Alle Inhalte wurden redaktionell geprüft. Fragen oder Korrekturen? Schreib uns an [email protected].





