DMR, D-STAR und C4FM sind etabliert — aber sie haben eine Gemeinsamkeit, die vielen sauer aufstößt: Ihr Sprach-Codec (AMBE) ist proprietär und steckt als lizenzpflichtiger Chip in jedem Gerät. M17 macht es anders. Es ist ein von Grund auf quelloffener Digital-Voice-Modus — freier Codec, freie Software, offene Spezifikation. Und er ist in Österreich bereits aktiv.
Was M17 ausmacht
M17 wird seit 2019 von einer internationalen Community rund um Wojciech Kaczmarski (SP5WWP) entwickelt. Technisch überträgt es Sprache und Daten per 4-FSK; die Sprache steckt im offenen Codec2, den man auch von FreeDV kennt. Die Klangqualität ist mit den AMBE-Codecs der anderen Modi mindestens ebenbürtig — nur eben ohne Lizenzgebühren und ohne geschlossene Blackbox. Jedes Sende-Paket führt das Rufzeichen direkt mit, eine separate ID-Registrierung wie bei DMR entfällt.
Warum das zählt
Offen heißt: nachvollziehbar, erweiterbar, unabhängig von einem einzelnen Hersteller. Wer will, kann den Codec, die Firmware und die Reflektor-Software selbst anschauen, anpassen und weiterentwickeln. Das macht M17 zum spannendsten Experimentierfeld im digitalen Sprechfunk — und zu einem echten Amateurfunk-Projekt im ursprünglichen Sinn.
M17 in Österreich: der OE-Reflektor
Österreich ist von Anfang an dabei: Ein österreichischer M17-Reflektor ist aktiv. Wie bei M17 üblich ist er in Module (Buchstaben) gegliedert — Modul B dient dem heimischen OE-Verkehr, Modul A dem internationalen. Weltweit gibt es inzwischen über 130 M17-Reflektoren; mit M17Web lässt sich der Verkehr sogar direkt im Browser mithören.
Wie du QRV wirst
- Hotspot: Über einen MMDVM-Hotspot mit der WPSD-M17-Software. Hintergrund: Die klassische MMDVM-Firmware hat M17 im Juli 2025 fallen gelassen — die WPSD-M17-Community-Fork bringt es auf bestehende Hotspots zurück.
- Dedizierte Hardware: das offene Module17-Board, das aus einem FM-Gerät einen M17-Transceiver macht.
- Freie Firmware: passende Handfunkgeräte lassen sich mit der quelloffenen OpenRTX-Firmware auf M17 umflashen.
Auch hier gilt: gültige Amateurfunklizenz vorausgesetzt, eine passende Frequenz nach ÖVSV-Bandplan und maßvolle Leistung.
Einordnung
M17 ist noch jung — weniger Geräte, kleinere Runden als bei DMR oder C4FM. Dafür bekommst du den einzigen komplett offenen Modus, aktive OE-Beteiligung und ein Projekt mit Zukunft. Wie sich M17 gegen die etablierten Systeme schlägt, zeigt unser Vergleich D-STAR vs. DMR vs. C4FM vs. M17; den Gesamtüberblick gibt die Digitalfunk-Übersicht. Und wer einen Hotspot dafür aufsetzen will, findet den Weg im Beitrag Pi-Star-/MMDVM-Hotspot einrichten.
Transparenzhinweis
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) auf Basis öffentlicher Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst — insbesondere des M17-Projekts, des ÖVSV-Wikis und öffentlicher Reflektor-Informationen. Alle Inhalte wurden redaktionell geprüft. Fragen oder Korrekturen? Schreib uns an [email protected].





