Inhaltsverzeichnis
- Was ist POTA?
- POTA in Österreich
- So funktioniert eine POTA-Aktivierung
- Vorbereitung
- Vor Ort
- Nach der Aktivierung
- Ausrüstung für POTA
- Betriebsarten für POTA
- POTA vs. SOTA vs. WWFF
- Tipps für erfolgreiche POTA-Aktivierungen
- Punkte und Auszeichnungen
- Als Hunter mitmachen
- Erste POTA-Aktivierung planen
- Weiterlesen auf oeradio.at
- Videos: POTA in Aktion
- POTA in Zahlen (Stand 2026)
- Quellen und weiterführende Links
- Bildnachweise
Ein sonniger Nachmittag in einem Nationalpark, die Antenne zwischen zwei Bäumen gespannt, der Transceiver auf dem Picknicktisch — und Funkamateure aus aller Welt rufen dich an. Das ist Parks On The Air (POTA): ein internationales Programm, das Amateurfunk mit Naturerlebnis verbindet. Seit dem Start in Nordamerika hat POTA auch in Europa und speziell in Österreich rasant an Beliebtheit gewonnen.

Was ist POTA?
Parks On The Air ist ein weltweites Aktivitätsprogramm, bei dem Funkamateure aus geschützten Naturgebieten — Nationalparks, Naturparks, Landschaftsschutzgebieten, Wildnisgebieten — Funkbetrieb machen. Das Konzept ist einfach:
- Aktivierer (Activator) besuchen einen registrierten Park und machen mindestens 10 QSOs
- Jäger (Hunter) arbeiten die Aktivierer von daheim oder unterwegs
- Beide sammeln Punkte und können Auszeichnungen erwerben
Im Gegensatz zu SOTA, wo man auf Berggipfel steigen muss, sind POTA-Referenzen oft leicht zugänglich — manchmal reicht ein Spaziergang vom Parkplatz. Das macht POTA besonders einsteigerfreundlich und für alle Altersgruppen und Fitnesslevel geeignet.
POTA in Österreich
Österreich bietet mit seinen Nationalparks, Naturparks und Schutzgebieten eine Fülle von POTA-Referenzen. Die Koordination des österreichischen POTA-Programms liegt bei OE1IAH, der als nationaler Koordinator die Registrierung neuer Parks vorantreibt und Ansprechpartner für die Community ist.
Registrierte POTA-Parks in Österreich umfassen unter anderem:
- Nationalpark Hohe Tauern (AT-0039): Der größte Nationalpark Österreichs — ein DX-Magnet für Aktivierer
- Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel (AT-0040): Flach, leicht zugänglich, ideal für Einsteiger
- Nationalpark Donau-Auen (AT-0041): Vor den Toren Wiens — perfekt für einen spontanen Nachmittag
- Nationalpark Gesäuse (AT-0044): Wilde Schluchten und spektakuläre Kulisse
- Nationalpark Kalkalpen (AT-0042): Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete
- Nationalpark Thayatal (AT-0043): An der tschechischen Grenze, ruhig und naturbelassen
- Zahlreiche weitere Naturparks und Landschaftsschutzgebiete in allen Bundesländern
Wer auch WWFF-Gebiete (World Wide Flora & Fauna) kennt, wird viele Überschneidungen finden — manche Gebiete sind sowohl als POTA als auch als WWFF registriert, und eine Aktivierung kann für beide Programme zählen.



So funktioniert eine POTA-Aktivierung
Vorbereitung
- Account erstellen auf pota.app — kostenlos, nur Rufzeichen und E-Mail
- Park auswählen: Auf der POTA-Karte einen Park in deiner Nähe suchen und die Referenznummer notieren
- Aktivierung planen: Optional vorab als „Scheduled Activation“ eintragen — Hunter sehen dann, wann und wo du aktiv bist
- Genehmigungen prüfen: In manchen Schutzgebieten gibt es Einschränkungen — vorab bei der Parkverwaltung nachfragen
Vor Ort
- Standort wählen: Ein Platz mit Bäumen für die Antenne, ohne andere Besucher zu stören
- Antenne aufbauen: EFHW zwischen Bäumen oder eine Portabelantenne mit Teleskopmast
- Sich spotten: Über die POTA-App oder pota.app deine Frequenz melden — wie Spotting funktioniert, erklärt unser Spotten-Guide
- CQ POTA rufen: „CQ CQ CQ Parks On The Air, [Rufzeichen], [Park-Referenz]“
- 10 QSOs loggen: Das Minimum für eine gültige Aktivierung
Nach der Aktivierung
Das Log im ADIF-Format auf pota.app hochladen — oder direkt im Feld mit Wavelog loggen — das war’s. Die Hunter bekommen ihre Credits automatisch gutgeschrieben.
Ausrüstung für POTA
POTA funktioniert mit jeder Amateurfunk-Ausrüstung, aber Portabel-Equipment macht den Spaß erst perfekt. Ein typisches POTA-Setup:
- Transceiver: Icom IC-705, Elecraft KX2, Xiegu X6100 oder jedes andere KW-Gerät (auch 100 W mit Autobatterie). Wer mit wenig Leistung unterwegs sein will, findet im QRP-Ratgeber alles Wissenswerte
- Antenne: EFHW (leicht, schnell aufgebaut), Linked Dipol, Vertikalantenne mit Radials
- Stromversorgung: LiFePO4-Akku (3–6 Ah reichen für einen Nachmittag), alternativ Autobatterie für höhere Leistung
- Zubehör: Faltbarer Tisch/Stuhl, Kopfhörer, Logbuch oder Tablet mit Logging-App
Mehr zum Thema Portabelantennen für Outdoor-Aktivitäten findest du in unserem Antennen-Vergleich für SOTA und POTA.
Betriebsarten für POTA
POTA ist betriebsartenunabhängig — alles ist erlaubt:
- SSB: Der Klassiker, besonders auf 40 m und 20 m beliebt. Sozialer Aspekt: man kann mit den Huntern plaudern
- CW: Effizient, braucht weniger Leistung, QSOs gehen schneller — ideal für QRP-Aktivierungen
- FT8: Wenn die Bänder schlecht sind oder man als QRP-Station mehr Reichweite braucht. Aber: braucht Laptop, ist langsamer, weniger „Outdoor-Feeling“
- VHF/UHF: Für Einsteiger mit Handfunkgerät — FM-Relais in Reichweite nutzen, zählt ebenfalls
POTA vs. SOTA vs. WWFF
Die drei großen Outdoor-Programme im Vergleich:
- SOTA: Bergbezogen, erfordert Aufstieg zum Gipfel, 4 QSOs minimum — sportlicher, anspruchsvoller
- POTA: Parkbezogen, oft leicht erreichbar, 10 QSOs minimum — familienfreundlicher, entspannter
- WWFF: Naturschutzbezogen, ähnlich wie POTA aber mit europäischem Fokus, 44 QSOs für eine gültige Aktivierung
Viele Aktivierer kombinieren die Programme: Eine Aktivierung im Nationalpark Gesäuse kann gleichzeitig als POTA und WWFF (und bei einem Gipfel auch als SOTA) gewertet werden. Drei Fliegen mit einer Klappe!
Tipps für erfolgreiche POTA-Aktivierungen
- Spot dich selbst: Ohne Spot auf pota.app wissen die Hunter nicht, dass du aktiv bist. Ein Spot bringt innerhalb von Minuten die ersten Anrufer.
- Wähle das richtige Band: 40 m für Europa tagsüber, 20 m für interkontinentales DX, 80 m am Abend
- Sei geduldig am Anfang: Die ersten 2–3 Minuten nach dem Spot sind oft ruhig, dann kommen die Anrufer
- Wochentags aktivieren: Am Wochenende ist die Konkurrenz unter Aktivierern größer — unter der Woche bekommst du mehr Aufmerksamkeit
- Park-to-Park (P2P): Wenn zwei Aktivierer gleichzeitig aus verschiedenen Parks funken, zählt der Kontakt als besonderer P2P-Kontakt — besonders begehrt!
- Nature first: Hinterlasse keine Spuren, respektiere Flora und Fauna, beachte die Parkordnung
Punkte und Auszeichnungen
POTA belohnt sowohl Aktivierer als auch Jäger:
- Aktivierer erhalten Punkte pro gültige Aktivierung und können Meilenstein-Auszeichnungen verdienen (10, 25, 50, 100+ Aktivierungen)
- Hunter sammeln Parks und erhalten Auszeichnungen für die Anzahl verschiedener Parks (100, 250, 500, 1.000+)
- Repeat Offender: Manche Aktivierer haben hunderte Aktivierungen — der Park wird zum zweiten Shack
Alle Statistiken und Auszeichnungen sind kostenlos auf pota.app einsehbar.
Als Hunter mitmachen
Du musst nicht selbst in den Park gehen, um bei POTA mitzumachen. Als Hunter arbeitest du Aktivierer von zu Hause aus. Auf pota.app siehst du in Echtzeit, welche Parks gerade aktiviert werden. Ein Klick auf den Spot zeigt Frequenz und Betriebsart — einfach hindrehen und anrufen. Jeder bestätigte Kontakt wird automatisch in deinem Hunter-Log gutgeschrieben.
Erste POTA-Aktivierung planen
Der Einstieg ist denkbar einfach: Account auf pota.app erstellen, einen Park in der Nähe auf der Karte suchen, die Referenznummer notieren, am Wochenende mit dem Funkgerät hinfahren und los geht’s. Zehn QSOs sind mit einem Spot auf der POTA-Seite in 30–60 Minuten gut machbar. Das schöne an POTA: Es verbindet das Beste aus Amateurfunk und Naturerlebnis — und nach der Aktivierung schmeckt das Jausenbrot in der Natur doppelt so gut.
Weiterlesen auf oeradio.at
POTA ist nur eines von vielen Outdoor-Programmen. Auf der xOTA Map findest du 34 Outdoor-Programme auf einer interaktiven Karte — inklusive Spots und Feld-Logbuch.
- Wie uns das POTA-Fieber gepackt hat — ein persönlicher Erfahrungsbericht unserer ersten Aktivierungen
- POTA Österreich — Euer Draht zum OE POTA Team — Kontakt und Infos zum österreichischen POTA-Koordinator
- POTA-Aktivierungen Schütt und Dobratsch — zwei Kärntner Parks an einem Tag
- POTA Görtschacher Moos — Parkaktivierung im Obermoos
- SOTA-Aktivierung Danielsberg — SOTA und POTA lassen sich oft kombinieren
- CQ SOTA — Funk, Frost, kalte Finger — was Outdoor-Funk im Winter wirklich bedeutet
- Field Day: Amateurfunk unter freiem Himmel — der nächste Schritt nach der ersten POTA-Aktivierung
- Digirig Mobile — das kompakte Digitalinterface für den Portabelbetrieb
- Notfunk-Koffer — eine portable Station, die auch als POTA-Kit taugt
Videos: POTA in Aktion
SOTA und POTA gleichzeitig aktivieren? Dieses Video zeigt, wie es geht — im Berchtesgadener Nationalpark:
Deine erste POTA-Aktivierung Schritt für Schritt — von der Registrierung bis zum letzten QSO:
So kompakt kann ein POTA-Kit sein — alles in einer Tasche:
Eine komplette POTA-Aktivierung in Echtzeit — ungeschnitten vom Aufbau bis zum Abbau:
POTA in Zahlen (Stand 2026)
- 85.000+ registrierte Parks in 236 DXCC-Entities weltweit
- 84.000+ registrierte Teilnehmer, davon 29.000+ aktive Aktivierer
- 53 Millionen+ QSOs insgesamt geloggt
- 15,2 Millionen QSOs allein im Jahr 2025
- 10.200 verschiedene Parks werden monatlich aktiviert
- 36 % Wachstum bei eingereichten Logs von 2023 auf 2024
POTA ist damit eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Amateurfunk weltweit.
73 – eure oeradio.at-Redaktion
Quellen und weiterführende Links
- pota.app — Offizielle POTA-Plattform
- POTA Activator Guide
- ÖVSV Wiki: POTA
- ÖVSV: POTA-Ankündigung
- POTA-Map — Interaktive Karte (inkl. Österreich)
- Ham Radio Prep: POTA Guide
- Nationalparks Austria
- oeradio.at: RTL-SDR für Einsteiger
Bildnachweise
- POTA Activation: Jeepinjeepin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
- Nationalpark Gesäuse: Carsten Steger, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
- Nationalpark Hohe Tauern: Uoaei1, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
- Nationalpark Donau-Auen: Doronenko, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons





