SOTA in Österreich: Funken von Gipfel zu Gipfel

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Summits on the Air — kurz SOTA — verbindet zwei Leidenschaften: Wandern und Amateurfunk. In Österreich, einem Land voller Berge, ist SOTA besonders populär. Von der sanften Koralpe bis zum hochalpinen Großglockner-Massiv bietet das SOTA-Programm für jeden Fitnesslevel den passenden Gipfel.

Was ist SOTA?

SOTA ist ein internationales Diplom- und Aktivierungsprogramm, bei dem Funkamateure von Berggipfeln aus Amateurfunk betreiben. Jeder registrierte Gipfel hat eine bestimmte Punktzahl, die von der Prominenz (Schartenhöhe) abhängt — je exponierter der Gipfel, desto mehr Punkte. Um einen Gipfel gültig zu aktivieren, muss man mindestens vier QSOs aus der Aktivierungszone führen.

Die Aktivierungszone umfasst die obersten 25 Höhenmeter eines Gipfels. Man muss also nicht exakt am Gipfelkreuz stehen, aber nah genug dran sein.

SOTA-Regionen in Österreich

Österreich ist in der SOTA-Datenbank als OE registriert und in neun Regionen unterteilt, die den Bundesländern entsprechen:

  • OE/OO: Oberösterreich — Dachsteingruppe, Totes Gebirge, Höllengebirge
  • OE/SB: Salzburg — Hohe Tauern, Steinernes Meer, Tennengebirge
  • OE/TI: Tirol — Stubaier Alpen, Ötztaler Alpen, Karwendel
  • OE/VB: Vorarlberg — Rätikon, Silvretta, Verwall
  • OE/KT: Kärnten — Karawanken, Karnische Alpen, Nockberge
  • OE/ST: Steiermark — Dachstein, Hochschwab, Koralpe
  • OE/NO: Niederösterreich — Schneeberg, Rax, Ötscher
  • OE/WI: Wien — ja, auch Wien hat SOTA-Gipfel (z.B. Hermannskogel)
  • OE/BL: Burgenland — Geschriebenstein und andere Erhebungen

Insgesamt sind in Österreich über 2.000 Gipfel registriert — vom 542 Meter hohen Hermannskogel in Wien bis zu Dreitausendern in Tirol und Salzburg.

Ausrüstung für SOTA

Bei SOTA zählt jedes Gramm. Die Ausrüstung muss leicht, robust und möglichst einfach sein. Eine typische SOTA-Station wiegt zwischen 1 und 3 Kilogramm — inklusive Antenne und Batterie.

Transceiver

Beliebte SOTA-Transceiver sind:

  • Yaesu FT-818: Der Klassiker. 6 Watt auf KW/VHF/UHF, solide und bewährt, aber mit knapp 1 kg nicht der Leichteste.
  • Elecraft KX2/KX3: Premium QRP-Transceiver mit exzellentem Empfänger. Der KX2 wiegt nur 370 Gramm.
  • Xiegu G90/G106: Günstige Alternative mit brauchbarer Leistung.
  • Handfunkgeräte: Für 2 m/70 cm reicht ein einfaches Handfunkgerät — auch ein Quansheng UV-K5 tut seinen Dienst.
  • tr-uSDX: Ultraleichter QRP-Transceiver (unter 200 Gramm) für CW und SSB auf mehreren Bändern.

Antennen

Die Antenne ist bei SOTA mindestens so wichtig wie der Transceiver:

  • Drahtdipol: Leicht, billig, effektiv. Ein halbwelliger Dipol für 40 m passt in jede Jackentasche.
  • EFHW (End-Fed Half-Wave): Besonders beliebt, da nur ein Aufhängepunkt nötig ist. Ein 20/40-m-EFHW ist die meistgenutzte SOTA-Antenne.
  • Linked Dipol: Ein Dipol mit abnehmbaren Verlängerungen für verschiedene Bänder.
  • Teleskop-Vertikalantenne: Für 2 m/70 cm oft die einfachste Lösung.

Als Mast dient oft ein leichter Angelrutenblank (Sotabeams-Mast oder ähnlich) oder ein Trekkingstock.

Stromversorgung

LiFePO4-Akkus haben sich als Standard durchgesetzt. Ein 3 Ah-Akku reicht für eine mehrstündige Aktivierung mit QRP-Leistung. Wichtig: Im Winter bei Kälte den Akku körpernah tragen, damit er warm bleibt und seine volle Kapazität behält.

Eine typische SOTA-Aktivierung

Der Ablauf einer SOTA-Aktivierung sieht typischerweise so aus:

  1. Planung: Gipfel auswählen, Route planen, Wetter checken. Auf SOTAwatch eine Aktivierung ankündigen (Alert posten).
  2. Aufstieg: Wanderung zum Gipfel mit der Funkausrüstung im Rucksack.
  3. Station aufbauen: Antenne spannen, Transceiver anschließen, auf SOTAwatch einen Spot absetzen (via SMS oder Handy-App).
  4. Funken: CQ SOTA rufen und mindestens 4 QSOs machen. Auf den SOTA-Frequenzen (z.B. 7.090 MHz, 14.285 MHz) trifft man meist schnell auf Jäger (Chasers).
  5. Abbau und Abstieg: Station einpacken und sicher absteigen.
  6. Loggen: QSOs in die SOTA-Datenbank eintragen.

Summit-to-Summit: Das besondere QSO

Eines der schönsten SOTA-Erlebnisse ist ein S2S-QSO (Summit-to-Summit): Zwei Aktivierer auf verschiedenen Gipfeln, die sich gegenseitig arbeiten. Das gibt Bonuspunkte für beide Seiten und ist ein besonderes Erlebnis — man weiß, dass der andere gerade ebenfalls auf einem Berg steht und die gleiche Begeisterung teilt.

Punkte und Diplome

SOTA verwendet ein Punktesystem. Gipfel geben je nach Höhe und Prominenz 1 bis 10 Punkte. Winterbonus (3 zusätzliche Punkte in den Wintermonaten) belohnt die Hartgesottenen, die auch bei Schnee und Kälte aktivieren.

Wichtige Meilensteine für Aktivierer:

  • Shack Sloth: 1.000 Punkte als Jäger
  • Mountain Goat: 1.000 Punkte als Aktivierer — das ist das erklärte Ziel vieler SOTA-Enthusiasten
  • Super Sloth / Trail Goat: Höhere Stufen für die ganz Ambitionierten

Sicherheit am Berg

SOTA führt Funkamateure in alpines Gelände — Sicherheit geht immer vor. Einige wichtige Punkte:

  • Wetterbericht vor jeder Tour prüfen
  • Angemessene Bergausrüstung mitnehmen (auch wenn die Tour einfach aussieht)
  • Jemandem Bescheid geben, wohin man geht
  • Gewittersituationen ernst nehmen — eine aufgebaute Antenne auf einem Gipfel ist ein Blitzableiter
  • Die eigenen Grenzen kennen — es gibt genug leichte SOTA-Gipfel
  • Notrufnummer 140 (Bergrettung Österreich) im Handy gespeichert haben

Einstieg leicht gemacht

Der Einstieg in SOTA ist unkompliziert:

  1. Auf sota.org.uk registrieren
  2. Einen einfachen Gipfel in der Nähe auswählen (z.B. auf SOTAwatch oder SOTLAS nachschauen)
  3. Mit vorhandener Ausrüstung starten — ein Handfunkgerät auf 2 m reicht für die erste Aktivierung
  4. Aktivierung auf SOTAwatch ankündigen, damit Jäger bereit sind
  5. Gipfel besteigen, funken, genießen

SOTA ist eine der bereicherndsten Aktivitäten im Amateurfunk. Man ist draußen in der Natur, hat Bewegung und macht gleichzeitig Amateurfunk. Die Kombination aus Bergwandern und Funken schafft Erlebnisse, die man allein am Schreibtisch nie hätte. Und die Aussicht vom Gipfel gibt es gratis dazu.

73 – eure oeradio.at-Redaktion


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein — wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an [email protected].

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