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Es gab eine Zeit, da herrschte im Bezirk Hermagor Funkstille. Funkamateure gab es zwar, die Ortsstelle ADL805 aber existierte praktisch nur noch auf dem Papier. Eine Organisationseinheit ohne Leben, ein Eintrag in den Unterlagen des ÖVSV, mehr nicht.
Dass das heute anders ist, geht auf einen Einzelnen zurück: Christopher Kommetter, OE8CKK, aus Waidegg. Im Hauptberuf Lehrer für Informatik und Physik, im Funkbetrieb jemand, der sich ein klares Ziel gesetzt hatte: die Funkamateure des Bezirks wieder an einen Tisch zu bringen.
Vom Papier zurück auf die Bänder
Was als Idee begann, wurde 2023 sichtbar. Zum ersten Clubabend in Kirchbach kamen nicht eine Handvoll, sondern gleich rund 25 Funkerinnen und Funker, darunter Gäste aus anderen Kärntner Ortsstellen und sogar aus anderen Bundesländern. Aus einem Versuch wurde ein Auftakt: monatliche Treffen, Pläne für gemeinsame Aktivitäten und nicht zuletzt die fast tägliche Dobratschrunde über das Relais. Jeden Dienstag fand zusätzlich eine DMR-Dobratschrunde auf Talkgroup 2328 statt.
Chris schaffte es auch, die Leute wieder zum AOEE — dem All-OE-Amateurfunk-Wettbewerb am 1. Mai — zu bewegen und sorgte so dafür, dass Hermagor auch überregional kein Funkloch mehr ist.
Unter seiner Leitung fanden zudem etliche Funkamateure wieder zurück, die ihre Lizenz seit Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten, kaum noch genutzt hatten. Dank seines Einsatzes sind sie heute wieder auf den Bändern zu hören und beleben den Funkbetrieb neu mit.
Das ist die eigentliche Leistung. Eine Ortsstelle wiederzubeleben heißt nicht, einen Eintrag zu ändern. Es heißt, Menschen zu erreichen, Vertrauen aufzubauen und einen Grund zu schaffen, überhaupt wieder zusammenzukommen. Genau das hat OE8CKK getan, mit Eigeninitiative, Hartnäckigkeit und einer guten Portion Begeisterung für das Hobby.
Mein erstes QSO
Ich erinnere mich noch gut an meine eigenen Anfänge: als Newcomer auf den Repeatern, die ersten Rufe, und mein Erst-QSO ausgerechnet mit OE8CKK. Daraus wurde weit mehr als ein einzelner Funkkontakt. Es folgte viel gemeinsamer Funkbetrieb, gebastelt wurde, gelacht ohnehin. Genau dieser Mix aus Technik, Lernen und Gaudi ist es, der eine Ortsstelle lebendig macht, und den OE8CKK von Anfang an vorgelebt hat.
Ein Thema hat er dabei besonders geprägt: SOTA auf dem 2-m-Band. Mit seinen präzisen, durchdachten Vorträgen hat er Summits On The Air für viele von uns überhaupt erst greifbar gemacht und gezeigt, dass es dafür keine Kurzwellen-Großstation braucht. Ein Gipfel, ein Handfunkgerät und etwas Antennenwissen genügen.
Was bleibt
Christopher Kommetter ist heute nicht mehr Ortsstellenleiter. Sein Vermächtnis ist trotzdem unüberhörbar, im wahrsten Sinn des Wortes: 2-m-SOTA lebt in OE8. Eine aktive Gemeinschaft entsteht nicht von selbst, und sie verschwindet auch nicht über Nacht, wenn das Fundament einmal steht. Wer eine Struktur aufbaut, die ohne ihn weiterläuft, hat richtig gute Arbeit geleistet. Echte Aufbauarbeit erkennt man nämlich daran, dass sie den Erbauer überdauert.
Und die Verbindung reißt nicht ab: Mit Chris, OE8CKK, bin ich nach wie vor gemeinsam aktiv, ganz unabhängig von einer Vereinszugehörigkeit. Gutes Funken und echte Funkfreundschaft brauchen keine Mitgliedskarte. Schön, dass das gemeinsame Funken weitergeht.
Deshalb an dieser Stelle ein aufrichtiges Danke an OE8CKK: für die Idee, für den Anstoß und für eine Ortsstelle, die es in dieser Form ohne ihn heute vielleicht gar nicht gäbe.
Amateurfunk verbindet: echt, authentisch und nicht nur, weil es ein schöner Slogan ist.
73 de Michael, OE8YML
Hintergrund und Quelle zur Neugründung der Ortsstelle: Wilfried Buchacher, „Amateurfunk verbindet die ganze Welt“, Gailtal Journal, 13. März 2023, gailtal-journal.at.


