Wer als Funkamateur seine QSOs (Funkverbindungen) sauber dokumentieren will, kommt um ein Logbuch nicht herum. Doch die Zeiten handgeschriebener Eintraege sind laengst vorbei: Moderne Web-Logbuecher bieten DXCC-Tracking, automatische QSL-Verwaltung, ADIF-Im- und -Export und API-Schnittstellen fuer die Integration mit Transceiver-Software. Wavelog hat sich dabei als der fuehrende Nachfolger des etablierten Cloudlog positioniert und wird aktiv weiterentwickelt. In diesem Artikel zeigen wir, was Wavelog kann, wie ihr es mit Docker in wenigen Minuten aufsetzen koennt und warum auch wir bei oeradio.at auf Wavelog setzen.
Was ist Wavelog?
Wavelog ist eine webbasierte Open-Source-Logbuch-Software fuer Funkamateure. Sie ermoeglicht es, QSOs ueber den Webbrowser von jedem Geraet mit Internetzugang zu loggen — egal ob vom Desktop-PC im Shack, vom Tablet am Fieldday oder vom Smartphone auf einer SOTA-Aktivierung. Die Software ist in PHP geschrieben und nutzt MySQL oder MariaDB als Datenbank-Backend.
Die aktuelle Version 2.4 (März 2026) bringt zahlreiche Verbesserungen gegenueber dem Vorgaenger Cloudlog mit: schnellere Performance, bessere Fehlerbehandlung und eine modernisierte Benutzeroberflaeche. Mit ueber 19.000 Commits und 94 aktiven Entwicklern ist Wavelog eines der am aktivsten gepflegten Open-Source-Projekte im Amateurfunkbereich.
Von Cloudlog zu Wavelog: Die Geschichte
Wavelog ist ein Fork des bewaehrten Cloudlog von MM9SQL (ehemals 2M0SQL). Ende 2023 begann das Core-Team — bestehend aus LA8AJA, DF2ET, DJ7NT und HB9HIL — mit der Entwicklung, und am 1. Februar 2024 wurde die erste offizielle Version veroeffentlicht. Das Ziel war klar: das erfolgreiche Konzept von Cloudlog weiterfuehren, aber mit konsequentem Fokus auf Stabilitaet, Benutzerfreundlichkeit und Skalierbarkeit.
Waehrend Cloudlog weiterhin existiert, hat sich die aktive Entwickler-Community weitgehend zu Wavelog verlagert. Bestehende Cloudlog-Installationen koennen dank kompatibler Datenbankstrukturen relativ einfach auf Wavelog migriert werden.
Die wichtigsten Features im Ueberblick
DXCC- und Award-Tracking
Wavelog bietet integriertes Tracking fuer DXCC (DX Century Club), WAS (Worked All States), WAZ (Worked All Zones), IOTA (Islands On The Air), SOTA, POTA, WWFF und weitere Award-Programme. Interaktive Karten zeigen auf einen Blick, welche Laender und Zonen bereits bestaetigt sind und wo noch Bedarf besteht. Ein Datumsfilter erlaubt die Analyse nach Zeitraeumen.
QSL-Management
Die QSL-Verwaltung in Wavelog unterstuetzt sowohl traditionelle Papier-QSL-Karten als auch elektronische Bestaetigung ueber LoTW (Logbook of The World), eQSL, QRZ.com und ClubLog. QSO-Uploads koennen automatisch im Hintergrund erfolgen (Cron-Manager), und der Status jedes QSOs wird uebersichtlich angezeigt. Zusaetzlich gibt es eine integrierte QSL-Etiketten-Druckfunktion fuer physische Karten.
Multi-User und Multi-Station
Wavelog unterstuetzt mehrere Benutzerkonten mit fein granularer Rechte-Verwaltung — ideal fuer Clubs und Ortsverbands-Stationen. Jeder Benutzer kann mehrere Stationsstandorte verwalten und einfach zwischen ihnen wechseln. So laesst sich beispielsweise die Heimstation, eine Portabel-Station und eine Contest-Station separat fuehren, aber zentral auswerten.
ADIF Import und Export
Das Amateur Data Interchange Format (ADIF) ist der Industriestandard fuer den Austausch von Logdaten zwischen verschiedenen Programmen. Wavelog unterstuetzt den vollstaendigen Import und Export im ADIF-Format sowie den Cabrillo-Export fuer Contest-Auswertungen. Das erleichtert die Migration von anderen Logprogrammen erheblich.
API und CAT-Integration
Wavelog bietet eine umfangreiche REST-API, ueber die externe Programme QSOs eintragen, Logdaten abfragen und Stationsparameter setzen koennen. Mit WaveLogGate — einer Electron-basierten Companion-Applikation — laesst sich WSJT-X, FLRig und Hamlib (rigctld) direkt an Wavelog anbinden. So werden Frequenz, Betriebsart und Leistung automatisch vom Transceiver uebernommen, und digitale QSOs aus WSJT-X werden direkt ins Logbuch geschrieben.
Weitere Features
- Interaktive Karten (Gridsquare, DXCC, CQ-Zonen)
- Satelliten-Tracking mit Pass-Vorhersage
- Contest-Kalender-Integration
- Ueber 40 Sprachversionen
- Responsive Design fuer Mobile-Nutzung
- Integrierte Statistiken und Auswertungen
- DX-Cluster-Anbindung
- Widgets zum Einbetten auf der eigenen Homepage
Wavelog mit Docker aufsetzen: Schritt fuer Schritt
Docker ist der einfachste Weg, Wavelog in Betrieb zu nehmen. Ihr braucht weder einen Webserver manuell konfigurieren noch PHP installieren — alles ist im Docker-Image bereits enthalten. Im Folgenden zeigen wir das Setup mit Docker Compose.
Voraussetzungen
- Ein Linux-Server, NAS (z. B. Synology) oder ein Raspberry Pi 4/5
- Docker und Docker Compose installiert
- Mindestens 1 GB RAM und 2 GB freier Speicherplatz
- Optional: ein Reverse-Proxy (z. B. Nginx Proxy Manager, Traefik oder Cloudflare Tunnel) fuer HTTPS-Zugriff
Die docker-compose.yml
Erstellt ein neues Verzeichnis und legt darin eine Datei namens docker-compose.yml an:
version: "3.8"
services:
wavelog-db:
image: mariadb:11.3
container_name: wavelog-db
restart: unless-stopped
environment:
MARIADB_RANDOM_ROOT_PASSWORD: "yes"
MARIADB_DATABASE: wavelog
MARIADB_USER: wavelog
MARIADB_PASSWORD: euer_sicheres_passwort
volumes:
- wavelog-dbdata:/var/lib/mysql
wavelog-main:
image: ghcr.io/wavelog/wavelog:latest
container_name: wavelog-main
restart: unless-stopped
depends_on:
- wavelog-db
ports:
- "8086:80"
environment:
CI_ENV: docker
volumes:
- wavelog-config:/var/www/html/application/config/docker
- wavelog-uploads:/var/www/html/uploads
- wavelog-userdata:/var/www/html/userdata
volumes:
wavelog-dbdata:
wavelog-config:
wavelog-uploads:
wavelog-userdata:
Wichtig: Ersetzt euer_sicheres_passwort durch ein starkes Passwort. Das Root-Passwort wird von MariaDB zufaellig generiert (MARIADB_RANDOM_ROOT_PASSWORD), was die Sicherheit erhoeht.
Container starten
docker compose up -d
Nach dem Start sind beide Container aktiv: die MariaDB-Datenbank und die Wavelog-Anwendung. Wavelog ist nun unter http://euer-server:8086 erreichbar.
Erstkonfiguration ueber den Setup-Wizard
Beim ersten Aufruf von Wavelog im Browser startet automatisch der Installations-Wizard. Hier gebt ihr die Datenbankverbindung ein:
- Database Host:
wavelog-db(der Container-Name des Datenbank-Services) - Database Name:
wavelog - Database User:
wavelog - Database Password: euer vergebenes Passwort
- Table Prefix: kann auf dem Standard belassen werden
Anschliessend legt ihr euer Admin-Konto an und konfiguriert die grundlegenden Stationsparameter: Rufzeichen, Locator (Gridsquare), DXCC-Entity und Standard-Betriebsart.
Stationen und Standorte einrichten
Nach dem ersten Login richtet ihr eure Stationsstandorte ein. Unter Station Setup koennt ihr beliebig viele Standorte anlegen — zum Beispiel:
- Heimstation: euer QTH mit dem primaeren Rufzeichen
- Portabel: mit /P-Suffix und variablem Locator
- Contest: mit speziellen Contest-Einstellungen
Jeder Standort kann einem eigenen Logbuch zugeordnet werden, und ihr koennt mit einem Klick zwischen den Standorten wechseln.
Online-Dienste anbinden
Unter Settings koennt ihr die Anbindung an externe Dienste konfigurieren:
- LoTW (Logbook of The World): ARRL-Zertifikat (.p12 oder .tq8) hochladen und automatischen Upload aktivieren
- eQSL: Benutzername und Passwort hinterlegen
- QRZ.com Logbook: API-Key aus dem QRZ.com-Profil eintragen
- ClubLog: E-Mail und Passwort eintragen fuer automatische Uploads
- HRDLog: Upload-Code hinterlegen
Der integrierte Cron-Manager (bei Docker standardmaessig aktiviert) sorgt dafuer, dass QSO-Uploads im Hintergrund ablaufen, ohne dass ihr manuell eingreifen muesst.
WaveLogGate: Die Bruecke zum Transceiver
Fuer die direkte Anbindung eures Transceivers an Wavelog gibt es WaveLogGate — eine Desktop-Anwendung, die als Bruecke zwischen Hardware und Web-Logbuch dient. WaveLogGate unterstuetzt:
- WSJT-X / JTDX: Automatisches Loggen von FT8/FT4-QSOs direkt in Wavelog
- FLRig: Frequenz- und Modusuebertragung vom Transceiver
- Hamlib / rigctld: Universelle CAT-Steuerung fuer nahezu jeden Transceiver
- FlexRadio SmartSDR: Direkte Integration ueber das SmartSDR-Protokoll
Die Einrichtung ist denkbar einfach: WaveLogGate installieren, die Wavelog-URL und euren API-Key eintragen, und die gewuenschte CAT-Methode auswaehlen. Ab sofort werden Frequenz, Betriebsart und Sendeleistung automatisch in jedes neue QSO uebernommen.
Vergleich mit alternativen Logprogrammen
Wavelog ist nicht das einzige Logbuch-Programm — aber es hat klare Staerken gegenueber den Alternativen. Hier ein Ueberblick:
Log4OM (Windows)
Log4OM ist ein leistungsfaehiges Windows-Desktop-Programm mit umfangreicher Award-Verwaltung und CAT-Integration. Der groesste Nachteil: Es laeuft nur unter Windows und ist nicht webbasiert. Fuer Stationen, die ausschliesslich von einem Windows-PC loggen, ist Log4OM eine solide Wahl. Wer jedoch von mehreren Geraeten oder unterwegs loggen moechte, ist mit Wavelog besser bedient.
HAMRS
HAMRS ist eine moderne, plattformuebergreifende Logging-App, die besonders bei POTA-Aktivierern beliebt ist. Sie ist einfach zu bedienen und fokussiert sich auf schnelles Loggen im Feld. Allerdings fehlen fortgeschrittene Features wie DXCC-Tracking, Multi-User-Support und die breite Palette an Online-Integrationen, die Wavelog bietet.
N1MM Logger+ (Windows)
N1MM Logger+ ist der de-facto-Standard fuer Contest-Logging unter Windows. Mit Echtzeit-Scoring, Multiplier-Tracking und Netzwerk-Support fuer Multi-Operator-Stationen ist es im Contest unerreicht. Fuer den taeglichen Logbuch-Betrieb ist es jedoch ueberdimensioniert, und es laeuft nur unter Windows. Wavelog ergaenzt N1MM perfekt: Contest-Logs koennen via Cabrillo oder ADIF importiert und dann in Wavelog zentral verwaltet werden.
CQRLOG (Linux)
CQRLOG ist ein etabliertes Open-Source-Logprogramm fuer Linux mit guter Hamlib-Integration. Es zeigt, dass die Linux-Amateurfunk-Community aktiv ist, bietet aber kein webbasiertes Interface. Wavelog kann hier als zentrale Sammelstelle dienen, in die CQRLOG-Logs per ADIF exportiert werden.
Warum webbasiertes Logging die Zukunft ist
Die Vorteile eines webbasierten Logbuchs liegen auf der Hand: Zugriff von ueberall, keine Installation auf dem Endgeraet noetig, plattformunabhaengig (Windows, macOS, Linux, iOS, Android), automatische Backups auf dem Server, und Multi-User-Faehigkeit fuer Clubs und Gruppen. Gerade fuer Funkamateure, die sowohl eine Heimstation als auch portable Aktivitaeten betreiben, ist ein zentrales Web-Logbuch Gold wert.
Die Kombination aus Docker-Deployment und Web-Interface macht Wavelog besonders attraktiv: Ein einmal aufgesetzter Container laeuft zuverlaessig ueber Monate und Jahre, Updates sind mit docker compose pull && docker compose up -d in Sekunden erledigt, und die Daten liegen sicher auf eurem eigenen Server.
Wavelog bei oeradio.at
Auch wir bei oeradio.at betreiben eine eigene Wavelog-Instanz unter wavelog.oeradio.at. Sie laeuft als Docker-Container auf unserem Synology NAS, gesichert hinter einem Cloudflare-Tunnel mit HTTPS-Verschluesselung. Die Einrichtung war mit der oben beschriebenen docker-compose.yml in weniger als 30 Minuten erledigt.
Unsere Erfahrungen nach mehreren Monaten im Betrieb: Wavelog laeuft stabil, die automatischen QSO-Uploads zu LoTW und eQSL funktionieren zuverlaessig, und die mobile Nutzung ueber das responsive Webinterface hat sich besonders bei Portabel-Aktivierungen bewaehrt. Der Ressourcenverbrauch ist moderat — auf einem Synology NAS mit 4 GB RAM laeuft Wavelog problemlos neben anderen Docker-Containern.
Tipps fuer den Betrieb
- Regelmaessige Backups: Sichert das MariaDB-Volume regelmaessig mit
docker exec wavelog-db mariadb-dump -u wavelog -p wavelog > backup.sql - HTTPS einrichten: Nutzt einen Reverse-Proxy oder Cloudflare-Tunnel fuer verschluesselten Zugriff, besonders wenn ihr von unterwegs loggt
- Updates: Prueft regelmaessig auf neue Wavelog-Versionen und aktualisiert mit
docker compose pull && docker compose up -d - Cron-Manager: Stellt sicher, dass der Cron-Manager aktiv ist (bei Docker standardmaessig der Fall), damit QSO-Uploads automatisch laufen
- API-Key schuetzen: Behandelt euren Wavelog-API-Key wie ein Passwort und gebt ihn nicht weiter
Weiterführende Artikel auf oeradio.at
Wavelog spielt in vielen Bereichen des Amateurfunks eine zentrale Rolle. Hier findet ihr verwandte Artikel auf oeradio.at:
- Wavelog – das Online-Logbuch für den portablen Funkbetrieb – unser erster Artikel zu Wavelog mit Fokus auf SOTA/POTA-Aktivierungen
- DXCC, WAZ, WPX: Die großen Amateurfunk-Diplome erklärt – die Award-Programme, die Wavelog automatisch trackt
- SOTA in Österreich: Funken von Gipfel zu Gipfel – Portabelbetrieb mit Wavelog als Logbuch
- POTA in Österreich: Funken aus Parks – Park-Aktivierungen direkt in Wavelog loggen
- WWFF Österreich: Flora & Fauna-Aktivierungen – WWFF-Tracking in Wavelog nutzen
- FT2 und WSJT-X Modi – die Digitalmodi, die über WaveLogGate direkt in Wavelog geloggt werden
- Conteste für Einsteiger – Contest-Logs via Cabrillo/ADIF in Wavelog importieren
- SOTA→ADIF Converter – CSV-Exporte von SOTA.org ins ADIF-Format für den Wavelog-Import
Quellen und weiterführende Links
- Wavelog – Offizielle Website
- Wavelog Dokumentation
- Wavelog auf GitHub (MIT-Lizenz)
- WaveLogGate auf GitHub – Companion-App für CAT-Integration
- Wavelog Demo-Instanz (Login: demo/demo)
- Wavelog Übersetzungen (Weblate) – in über 30 Sprachen
- Docker-Installationsanleitung
- wavelog.oeradio.at – unsere eigene Wavelog-Instanz
Fazit
Wavelog ist das derzeit beste webbasierte Logbuch fuer Funkamateure. Die Kombination aus umfangreichen Features, aktiver Entwicklung, Docker-Support und einer hilfsbereiten Community macht es zur ersten Wahl fuer alle, die ihre QSOs modern und zukunftssicher verwalten wollen. Ob als Einzelperson oder im Club — Wavelog skaliert mit euren Anforderungen.
Der Einstieg mit Docker ist denkbar einfach: Eine einzige docker-compose.yml, ein docker compose up -d, und nach dem Setup-Wizard seid ihr bereit fuer euer erstes QSO im neuen Logbuch. Probiert es aus!
73 – eure oeradio.at-Redaktion
Transparenzhinweis
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Alle Inhalte wurden redaktionell geprüft.

