Wir schreiben das Jahr 2025, OE8LUA ist frisch gebackener Funkamateur und der volle Rookie auf dem Gebiet von wegen mit welchem Equipment starten…..
Im Mai war OE8KSM so nett und borgte mir ein RT-95 und über andre Kanäle kam dann eine Diamond X300 in meinen Besitz.
Anfangs besorgte ich mir um 70 Euro ein Labornetzteil, in der Meinung des Zeug wird schon den nötigen Dampf liefern. Gesagt getan, Antenne provisorisch am Gartenzaun befestigt, RG316 durch den Fensterrahmen ins innere des Hauses geleitet und mit dem RT95 verbunden. Netzteil auf ca. 14,8 Volt und 5 Ampere justiert. Danach KSM via 600 kontaktiert, dass er auf der S22 QRV ist…
Das erste QSO — graucht und stunken
so ersteres QSO… KSM meldet sich rein und ich wollte mich sogleich mit meinem Rufzeichen zurückmelden und drückte die PTT Taste… plötzlich Netzteil flackert – RT95 kracht und knistert und um den Werbespot aus den 70kern richtig zu zitieren entkam mir ein „graucht und stunken => Telefunken“. – ich verdammt net mal mei Gerät… na ja – nachdem sich alles wieder eingeschalten hat – Erleichterung und ich reduzierte die Leistung vom RT95 auf 5 Whiskey runter… danach war das QSO mit KSM möglich. Trotzdem blieb da ein ungutes Gefühl… was is da aufgraucht??
Man probiert und testet… geht soweit alles.. bis ich mir dann das Menu vom Gerät vorgeknöpft hatte und die Lautsprechereinstellungen, weg vom Mikro auf das Gerät gelegt hab… – da blieb alles Stumm.
Fehlersuche
OK – Gehen wir der Sache einfach mal nach… Funkgerät mit Erlaubnis von KSM geöffnet und die Fehlersuche gestartet. Lautsprecher durchgemessen… war soweit OK… zusätzlich noch über eine Ersatzschaltung mit dem Audioausgang vom PC verbunden, funktioniert. Ich dann verd… ich werde doch mit dem zu schwachen Netzteil nicht doch die Audioendstufe vom Funkgerät gekillt haben?
Es folgte eine längere Suche im Internet bez. Schalt- und Bestückungsplan vom RT95. Nachdem dies alles vorhanden war ging die Suche auf der Platine weiter… Mit Lupenlampe und Verlass auf die eigene Nase…. und…

Ersatzteilbeschaffung und Ausbau
So… wo bekommst das Ersatzteil her?… KSM hat dann bei Ali Express gleich 10 Stück von den ICs nachbestellt… weil ansonsten keine Lieferung nach Österreich, wenn die mind Bestellmenge 10 Stück nicht eingehalten wurde… Kostenpkt. 7 Euro plus Versand. Ich drauf… so gut und schön… wenn des Zeug so empfindlich ist, dann bestell ich extra noch die passenden IC Sockel dazu.
Nun begann der Kampf mit dem Ausbau… Vermutung, dass das Gehäuse via Wärmeleitpaste mit den zu kühlenden Bauteilen verbunden ist – d. h. wir brauchen auch eine frische Wärmeleitpaste auch noch. Nachdem nun wirklich alles vorhanden war, begann ich endlich mit dem Ausbau der Platine… Hauptproblem war die Buchse für die Antenne, welche so dermaßen fett eingelötet war, dass ich mir dann extra noch Rat vom JHK holen musste.. erst nach seinem Hinweis konnte die Platine endlich aus dem Gehäuse gelöst werden.

Dank der Tipps vom JHK gestaltete sich der Prozess des Aus- und Einlötens dann doch als sehr einfach, wenn man halt Wissen eines eingefleischten OMs berücksichtigt


Zusammenbau und der bange Moment
Nachdem alles eingelötet war, wurde die alte überschüssige Wärmeleitpaste beidseitig entfernt und danach die neue wieder aufgebracht – nicht zuviel und nicht zuwenig – war irgendwie voll nach Gefühl und Erfahrungswerten aus dem PC Selbstbau.

Jetzt kam noch der Bange Moment…. tut des Ding noch oder hab ichs jetzt endgültig vernichtet???
Jetzt kam der Moment der Inbetriebnahme…. – sind 130,– Euro, die nicht mal meine sind durch den Kamin?
In der Zwischenzeit hab ich mir auch auf Anraten von JHK a gscheides Einsteiger Netzteil um ca 180,– mit 55 Ampere zugelegt ….
Wird das Gerät starten?…

So es war bereits 3 Uhr in der Nacht UTC +1… – Konfig auf Lautsprecher im Gerät eingestellt und drauf gewartet, ob die Gerlitze mit X-Reh November Kilo rein kommt…

Fazit
Obwohl mein erstes QSO sich in Rauch aufgelöst hat, hab ich dadurch wieder viel gelernt bez. wie helf ich mir selbst und im Nachhinein betrachtet hats auch wieder Spaß gemacht 20 Jahre nach dem Studium das im Labor Erlernte auch mal praktisch für mich mit Erfolg anzuwenden.
73 de OE8LUA
Dies ist ein Gastbeitrag von Andreas, OE8LUA. Der Text wurde im Original belassen. Du hast auch eine Geschichte aus dem Shack oder vom Fieldday? Schreib uns an [email protected]!





