Funkdiplome kennt man vor allem aus dem Amateurfunk: Man sammelt Verbindungen, erfüllt bestimmte Bedingungen und erhält eine Urkunde. Wer keine Amateurfunklizenz hat, schaut dabei normalerweise durch die Finger. Ein neues Diplom-Programm aus Kärnten macht das anders — und öffnet die Tür ausdrücklich auch für CB-Funk und PMR-446.
Sechs Diplome, null Hürden
Auf der Plattform Kärnten Funkt sind seit kurzem sechs Funkdiplome verfügbar, die eines gemeinsam haben: Amateurfunk, CB-Funk und PMR-446 sind gleichberechtigt. Weder Lizenz noch Prüfung noch Mindestalter sind erforderlich. PMR-Nutzer melden sich einfach mit ihrem Funknamen an — ein Rufzeichen ist nicht nötig.
Die Diplome im Überblick
- Kärntner Seen-Diplom: Funkverbindungen von oder zu Kärntner Seen. Drei Stufen: Bronze, Silber, Gold.
- Kärntner Bezirke-Diplom: Alle zehn Kärntner Bezirke per Funk erreichen — als Aktivierer vor Ort oder als Jäger von daheim.
- Dreiländereck-Diplom: Funkverbindungen über die Grenzen hinweg — Österreich, Italien und Slowenien.
- Kärntner Gipfel-Diplom: Portabelbetrieb von Kärntner Berggipfeln, ähnlich dem SOTA-Programm — mit Stufen von Bronze bis Platin.
- Aktivitäts-Diplom: Punkte sammeln bei Veranstaltungen von Kärnten Funkt.
- Notfunk-Diplom: Die eigene Notfunk-Bereitschaft dokumentieren und nachweisen.
Warum das für Jedermann-Funker interessant ist
Wer mit einem PMR-Handfunkgerät oder CB-Funk unterwegs ist, kennt das Problem: Es gibt kaum strukturierte Aktivitäten oder Ziele. Man funkt, aber es fehlt der Anreiz, gezielt rauszugehen oder neue Verbindungen zu suchen. Genau hier setzen diese Diplome an.
Das Seen-Diplom beispielsweise motiviert dazu, mit dem PMR-Gerät an einen Kärntner See zu wandern und von dort eine Verbindung herzustellen. Das Gipfel-Diplom bringt Outdoor-Funk und Wandern zusammen — ohne die Einstiegshürde einer Amateurfunklizenz. Und das Dreiländereck-Diplom macht die Grenzregion Kärnten–Friaul–Slowenien zum Funkspielfeld.
Für Familien und Einsteiger senkt das die Schwelle erheblich: Ein PMR-Gerät kostet ab etwa 25 Euro, ist lizenzfrei und sofort einsatzbereit.
Gerade bei den Gipfel- und Seen-Diplomen wird die sonst begrenzte PMR-Reichweite zum sportlichen Anreiz: Im Flachland kommt man mit 500 mW oft nur ein bis zwei Kilometer weit. Aber von einem Berggipfel aus — mit freier Sicht — sind auf PMR plötzlich 10, 20 oder sogar 30 Kilometer möglich. Das Diplom motiviert dazu, genau diese Situationen zu suchen: den richtigen Standort wählen, ein zweites Gerät am Gegenhang oder am See platzieren, und schauen, ob die Verbindung gelingt. Funkverbindung als kleines Abenteuer.
Aktivierer und Jäger
Das Konzept kennt man aus SOTA und POTA: Aktivierer gehen raus — an den See, auf den Gipfel, in den Bezirk — und funken von dort. Jäger arbeiten die Aktivierer von zu Hause oder unterwegs. Beide Seiten können Punkte sammeln und Diplome erarbeiten. Ein Mischbetrieb ist ebenfalls möglich.
Wie man teilnimmt
Die Teilnahme ist unkompliziert: Verbindungen durchführen, dokumentieren und über das Kontaktformular auf Kärnten Funkt oder per E-Mail einreichen. Es gibt keine Teilnahmegebühr.
Einordnung
Die Idee, Funkdiplome auch für lizenzfreie Funkdienste zu öffnen, ist nicht alltäglich. In der Amateurfunk-Welt sind Diplomprogramme wie SOTA, POTA oder WWFF seit Jahren etabliert — aber sie setzen eine Lizenz voraus. Der Ansatz aus Kärnten geht bewusst einen anderen Weg und spricht damit eine Zielgruppe an, die bisher kaum strukturierte Aktivitäten hatte.
Ob sich das Konzept über Kärnten hinaus durchsetzt, wird sich zeigen. Die Grundidee — Funken mit Ziel, ohne bürokratische Hürden — hat jedenfalls Potenzial.
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