Amateurfunk zum Angreifen: Zwei Aktivitätstage an der HTL Villach

Gute Ideen gehören wiederholt. Christian OE8AGV, Lehrer an der HTL Villach, hat den Amateurfunk heuer wieder im Rahmen der Alternativtage in die Schule geholt und den Schülerinnen und Schülern gezeigt, was hinter unserem Hobby eigentlich steckt. Draus geworden sind zwei schöne Tage am 7. und 8. Juli, mit allem, was dazugehört: Notfunk, SOTA, ein bisschen Selbstbau und jede Menge Betrieb.

Angekündigt hatten wir die Sache ja schon. Wer mag, liest den ursprünglichen Aufruf zu den Aktionstagen nach. So ist es dann tatsächlich gelaufen:

Tag 1: Notfunk, Projekte und der erste Funke

Am Dienstag, dem 7. Juli, bauten der ÖVSV-LV8-Notfunkreferent Daniel OE8OPT, BOS-ARSA-ADL820-ÖVSV-Präsident Wolfgang OE8GWQ sowie Karl OE8JHK, Sergio OE8CXC und Christian OE8CLQ gleich zwei Stationen auf und stellten den Schülerinnen und Schülern den Amateurfunk vor. Vor allem der Notfunk, also der Krisen- und Katastrophenfunk, kam gut an. Dazu die Projekte von Karl OE8JHK und die digitalen Betriebsarten. Das Interesse war groß, und zwar nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei den Lehrerinnen und Lehrern.

Warum Amateurfunk im Krisenfall zählt, haben wir übrigens auch hier aufgeschrieben: Was die neue Notfunk-Empfehlung ITU-R M.1042-4 für uns bedeutet.

Tag 2: vom SOTA-Gipfel bis auf 40 Meter

Damit die Jugendlichen nicht nur zuhören mussten, sondern selbst ans Mikrofon durften, hatten wir vorab eine Sprechfreiheit organisiert. So durften die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht selbst funken und sogar eine Grußbotschaft raussenden.

Am Mittwoch, dem 8. Juli, ging es dann voll in den Funkbetrieb. Auf Kurzwelle und UKW ließen sich SOTA- und viele weitere Stationen arbeiten. OE8DLE war als SOTA-Gegenstation am Hochbirkach QRV und sorgte erst auf 2 m direkt für ordentlich Betrieb, später dann auch auf 40 m.

Ein besonderer Dank geht an Michal HF9MJ. Der machte eigentlich am Weissensee Urlaub und stellte sich kurzerhand als „DX-Lokalstation, hi“ zur Verfügung. Die Schülerinnen und Schüler waren sichtlich begeistert.

40-m-Betrieb live vom Schulgelände der HTL Villach.

Antennen, Geräte und jede Menge Technik

Bei den Antennen kam am zweiten Tag eine Multibandantenne zum Einsatz. Die hatte Daniel OE8OPT schon am ersten Tag gespannt, das Team hat sie einfach weiterverwendet. Dazu ein 2-m-Dipol, vertikal ausgerichtet und auf vier Fiberglasrohren (Polokal) befestigt.

Auf der Geräteseite waren ein FT-991A, ein FT-817, ein paar 2-m-/70-cm-Handfunkgeräte und jede Menge PMR-Geräte dabei. Spätestens beim Verkabeln merkt man: ohne ordentliches Koax läuft nichts. Welches Koaxialkabel wann passt, haben wir übrigens hier zusammengefasst.

Der kleine FT-817, ein Portabel-Klassiker, im Einsatz.

Funkparcours, Basteleien und Outdoorfunk

Mit den PMR-Geräten wurde unter Anleitung von Christina OE8YYY ausgiebig Funkparcours gespielt. Ein spielerischer Einstieg, bei dem man ganz nebenbei lernt, sauber und diszipliniert zu funken. Wie das Tool genau funktioniert und wie man selbst Funkspiele damit macht – auch lizenzfrei mit PMR –, steht in unserem ausführlichen Beitrag FunkParcours: Funkspiele für alle.

Sergio OE8CXC erklärte ausführlich Frequenzen und Ausbreitungsbedingungen. Michi OE8YML erzählte von seinen Basteleien, unter anderem vom kv4p HT (2-m-Funk aus einem alten Smartphone), von WebRX und den digitalen Betriebsarten. Christina steuerte jede Menge zum Outdoorfunk bei, und Christian OE8AGV übernahm gemeinsam mit Christian OE8CLQ die Moderation. Und weil Funken bekanntlich hungrig macht, sorgte Christina nebenbei auch noch für genug Süßigkeitennachschub, damit alle bei Laune blieben.

Fazit

Zum Abschluss wurde ordentlich die Werbetrommel für Amateurfunkkurse gerührt, vom ÖVSV über BOS-ARSA bis zu Kärnten funkt. Dieses vereinsunabhängige Projekt ist voll aufgegangen.

Für uns waren es zwei richtig schöne Tage. Wir hoffen, dass wir bei dem einen oder anderen den Funkvirus geweckt haben, und freuen uns jetzt schon aufs nächste Jahr.

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Gegenstationen und an alle, die es versucht haben. Ihr habt diese zwei Tage erst richtig lebendig gemacht! Und ein besonderes Danke an Christian OE8AGV fürs Organisieren, ohne den diese zwei Tage gar nicht möglich gewesen wären.

vy 73, die HTL-Funk-Crew

Funkmitschnitte

Zum Abschluss noch ein paar Mitschnitte direkt von den Geräten, vom FT-991A auf 40 m bis zum kleinen FT-817. Ton an lohnt sich. 😉

Feinabstimmung am Gerät, Betrieb auf 40 m.
Von der Station zum Fenster, 40-m-Betrieb an der HTL.
Der FT-817 im Einsatz.
40 m, live mitgeschnitten.
Der längere Mitschnitt, entspanntes Zuhören auf Kurzwelle.
Noch ein Blick aufs Portabelgerät.
Kurz reingehört: Betrieb am Gerät.
Und noch ein Funkmitschnitt vom Schulgelände.
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