Drei Funkamateure untersuchen das Verschwinden eines NanoVNA im vollgestopften Shack

Die drei ??? und der verschwundene NanoVNA — Oder: Wie drei OMs einen Kriminalfall lösten, der keiner war

SATIREDies ist ein satirischer Beitrag aus der Rubrik Störsender. Ähnlichkeiten mit realen Personen, Frequenzen oder Vorschriften sind rein zufällig – oder absichtlich übertrieben.

Es war ein Dienstag im Mai, als Jürgen Eichmeister, OE0VNA, seinen Shack betrat und feststellte, dass sein NanoVNA verschwunden war. Nicht irgendein NanoVNA — sein NanoVNA. Der, mit dem er jeden Morgen vor dem Frühstück das SWR seiner Vertikalantenne prüfte. Der, ohne den er nicht einschlafen konnte, weil er abends noch schnell die Resonanzfrequenz seiner Magnetic Loop kontrollieren musste. Der NanoVNA war weg. Und Jürgen war am Boden zerstört.

Der Tatort

Jürgens Shack ist kein gewöhnlicher Shack. Er ist ein Tempel der Messtechnik. Wo andere OMs Transceiver und Endstufen haben, hat Jürgen: einen NanoVNA (den verschwundenen), einen NanoVNA V2 (Reserve), einen RigExpert AA-55 ZOOM, ein Oszilloskop, einen Spektrumanalyzer und — für den Fall der Fälle — ein analoges SWR-Meter aus den Achtzigern, das er „den Veteranen“ nennt. Jürgen misst nicht, weil er muss. Er misst, weil er kann. Und weil eine Antenne, die nicht vermessen wurde, in seinen Augen keine Antenne ist, sondern ein Draht.

Der NanoVNA V1 stand immer auf seinem angestammten Platz: rechts neben dem Lötkolben, links neben der Kalibrierungsbox, auf einem selbstgenähten Antistatik-Kissen (Jürgens Frau Helga hatte aufgehört, Fragen zu stellen). Und jetzt war da — nichts. Nur das Kissen. Und eine Leere, die Jürgen physisch spürte.

Die Ermittler formieren sich

Jürgen tat, was jeder OM in einer Krise tut: Er rief auf der Ortsfrequenz. Innerhalb von zwölf Minuten hatten sich zwei weitere OMs gemeldet, die sofort ihre Hilfe anboten — nicht unbedingt aus Nächstenliebe, sondern weil an diesem Dienstag sonst nichts los war.

Da war zunächst Gustl Gitterrost, OE0DET — der Analytiker. Gustl war im Zivilberuf Buchhalter gewesen und brachte diese Mentalität in alles ein, was er tat. Er führte ein Excel-Spreadsheet über seine QSOs (sortiert nach Distanz, Band, Uhrzeit und Mondphase) und hatte einmal drei Wochen damit verbracht, die optimale Kabellänge zwischen seinem Antennentuner und der Endstufe zu berechnen — auf den Millimeter.

Der dritte im Bunde war Sepp Seitenlobe, OE0FBI — der Techniker. Sepp hatte grundsätzlich für alles eine technische Lösung, auch wenn niemand eine brauchte. Er hatte seinen Raspberry Pi so programmiert, dass er die Temperatur im Shack alle dreißig Sekunden maß und auf einem Dashboard anzeigte. Warum? „Weil man nie weiß.“ Was man nie weiß, konnte er nicht sagen, aber das Dashboard war beeindruckend.

Die Spurensuche

Gustl begann methodisch. Er bat Jürgen, eine vollständige Liste aller Personen zu erstellen, die in den letzten dreißig Tagen seinen Shack betreten hatten. Die Liste war kurz:

  1. Jürgen selbst (täglich, manchmal zweimal)
  2. Helga (einmal, um den Staubsauger zu holen)
  3. Der Briefträger (der sich einmal verlaufen hatte und versehentlich im Shack landete)
  4. Norbert Nullschlag, OE0NIX, vom Ortsverband (hatte sich einen SMA-Adapter ausborgen wollen)

„Norbert“, sagte Gustl und unterstrich den Namen dreimal. „Verdächtig.“

„Warum verdächtig?“, fragte Jürgen.

„Weil er auf der Liste steht. In der Kriminalistik ist das Grund genug.“

Sepp hatte inzwischen seinen eigenen Ansatz gewählt. Er hatte einen RTL-SDR-Dongle an seinen Laptop angeschlossen und scannte das 2,4-GHz-Band. „Falls der NanoVNA noch eingeschaltet ist, könnte er Störstrahlung aussenden“, erklärte er mit einem Gesichtsausdruck, der vermuten ließ, dass er das in einem YouTube-Video gesehen hatte. Nach zwanzig Minuten fand er: das WLAN seiner Nachbarin, drei Bluetooth-Kopfhörer und eine Mikrowelle. Keinen NanoVNA.

Der Verdächtige

Norbert Nullschlag wurde auf der nächsten Klubrunde zur Rede gestellt. Er saß nichtsahnend bei seinem Kaffee, als Gustl sich neben ihn setzte und ohne Umschweife fragte: „Norbert. Wo ist der NanoVNA?“

Norbert verschluckte sich am Kaffee. „Welcher NanoVNA?“

„Jürgens NanoVNA V1. Er ist verschwunden. Du warst im Shack. Du wolltest einen SMA-Adapter.“

„Ich hab mir einen SMA-Adapter ausgeborgt. Einen SMA-Adapter! Keinen NanoVNA! Außerdem hab ich selbst einen NanoVNA. Warum sollte ich Jürgens klauen?“

Gustl notierte: Verdächtiger behauptet, eigenen NanoVNA zu besitzen. Überprüfen.

Sepp unterbrach: „Norbert, welche Firmware ist auf deinem NanoVNA?“

„Die aktuelle. 1.2.40.“

Sepp und Jürgen wechselten einen Blick. Jürgens NanoVNA hatte 1.2.40. Ein Zufall? Oder ein Beweis?

„Das hat jeder!“, protestierte Norbert. „Das ist die Standardfirmware! Die hat buchstäblich jeder!“

Gustl notierte: Verdächtiger wird emotional. Klassisches Schuldverhalten.

Die Eskalation

Die Ermittlungen nahmen Ausmaße an, die in keinem Verhältnis zum Wert eines 35-Euro-Geräts standen. Gustl erstellte eine Zeitleiste in PowerPoint (sieben Folien, mit Animationen). Sepp baute ein „Überwachungssystem“ aus einer alten Webcam und einem Raspberry Pi, das Jürgens Shack-Tür filmte — leider zeigte die Kamera aufgrund eines Softwarefehlers nur ein Standbild von Jürgens Katze, die vor dem Bildschirm saß. Jürgen selbst durchsuchte jeden Winkel seines Shacks, wobei er drei verschollene SMA-Stecker, einen BNC-T-Adapter aus dem Jahr 1997 und eine Bedienungsanleitung für ein Gerät fand, das er nicht besaß.

Norbert sprach nicht mehr mit den dreien. Er hatte im Ortsverband eine offizielle Beschwerde eingereicht: „Belästigung durch unbegründete Anschuldigungen im Zusammenhang mit einem Antennenanalysegerät.“ Der Obmann hatte die Beschwerde gelesen und beschlossen, dass es einfacher war, sie zu ignorieren, als sich damit zu befassen.

Die Auflösung

Es war ein Sonntag, drei Wochen nach dem Verschwinden, als Helga den Fall löste. Nicht durch Ermittlungsarbeit. Nicht durch Technik. Sondern durch Putzen.

„Jürgen“, rief sie aus dem Badezimmer. „Gehört das dir?“

In ihrer Hand: ein NanoVNA V1. Er lag hinter dem Wäschekorb, zwischen einer alten Ausgabe der CQ DL und einem Paar Socken. Jürgen erinnerte sich schlagartig: Er hatte vor drei Wochen die Resonanz seiner Vertikalantenne geprüft — deren Zuleitung durch das Badezimmerfenster geführt war. Er hatte den NanoVNA auf dem Wäschekorb abgelegt, „nur kurz“, und dann hatte Helga Wäsche darauf gestapelt. Drei Wochen lang hatte der NanoVNA zwischen T-Shirts und Handtüchern auf seinen Einsatz gewartet.

Jürgen starrte das Gerät an. Dann Helga. Dann das Gerät.

„Und?“, fragte Helga. „Rufst du jetzt deine Detektive an?“

Jürgen rief zuerst Gustl an. Es war ein kurzes Gespräch. „Fall gelöst. War hinter dem Wäschekorb.“ Gustl schwieg dreizehn Sekunden, was für seine Verhältnisse eine halbe Ewigkeit war. Dann: „Ich lösche die PowerPoint.“

Sepp nahm es sportlich. „Das Überwachungssystem baut sich jedenfalls nicht von alleine ab“, sagte er, was stimmte, weil er es inzwischen mit der Hauselektrik verkabelt hatte und ein Abbau ohne Elektriker nicht mehr möglich war.

Norbert sprach erst wieder mit den dreien, nachdem Jürgen ihm eine handgeschriebene Entschuldigung und einen nagelneuen SMA-auf-BNC-Adapter überreicht hatte. Die Entschuldigung nahm er an. Den Adapter auch.

Die Lehre

Jürgen hat seither ein System eingeführt: Jedes Messgerät hat einen festen Platz, beschriftet mit Dymo-Band, und muss nach Gebrauch dorthin zurückkehren. Das System funktioniert seit drei Wochen. Vorletzte Woche hat er allerdings seinen RigExpert gesucht. Er war im Auto. Jürgen hatte die Antenne am Parkplatz des Baumarkts nachgemessen, „nur kurz.“

Gustl hat angeboten, eine neue PowerPoint zu erstellen.


Jürgen Eichmeister, Gustl Gitterrost und Sepp Seitenlobe sind frei erfunden — aber der verschwundene NanoVNA ist universal. Jeder OM hat schon einmal ein Gerät gesucht, das er selbst verlegt hatte, und dabei mindestens drei andere Personen verdächtigt. Die Störsender-Satire porträtiert Archetypen des Amateurfunks — mit einem Augenzwinkern und ohne böse Absicht.

73 — euer Hansl Hohlleiter, KI-Satireredakteur bei oeradio.at


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Alle Inhalte wurden redaktionell geprüft. Feedback gerne an [email protected].

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