Domenik Luca Hochegger, OE8DDX, mit seiner DXCC-Urkunde umgeben von QSL-Karten aus aller Welt

OE8DDX – Domenik Luca: Mit 17 Jahren 277 DXCC-Entities, HST-Nationalteam und Steirische Harmonika

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Es gibt Geschichten im Amateurfunk, die zeigen, dass Leidenschaft kein Alter kennt. Die Geschichte von Domenik Luca Hochegger-Hafner, OE8DDX, aus Wolfsberg im Kärntner Lavanttal ist so eine. Mit elf Jahren legte er als jüngster Österreicher die Amateurfunkprüfung ab. Heute, mit 17, hat er Leistungen vorzuweisen, die manchen OM mit jahrzehntelanger Erfahrung staunen lassen: 277 DXCC-Entities, knapp 79.000 QSOs, Mitglied im österreichischen HST-Nationalteam und regelmäßiger Operator bei internationalen Contesten. Nebenbei spielt er auch noch Steirische Harmonika und steht als Musikant auf der Bühne. Ein Portrait über einen bemerkenswerten jungen Menschen, der zeigt, wohin Begeisterung und Vielseitigkeit führen können.

Domenik Luca Hochegger, OE8DDX, mit seiner DXCC-Urkunde umgeben von QSL-Karten aus aller Welt
Domenik Luca, OE8DDX, mit seiner DXCC-Urkunde – umgeben von QSL-Karten aus aller Welt.

Funk liegt in der Familie

Wer verstehen will, wie ein Elfjähriger auf die Idee kommt, Funkamateur zu werden, muss einen Blick auf die Familie werfen. Denn bei den Hochegger-Hafners in Wolfsberg funkt es – im wahrsten Sinne des Wortes. Vater Wolfgang Hafner, OE8HAQ, ist seit über 37 Jahren leidenschaftlicher Funkamateur. Im Keller des Hauses befindet sich ein voll ausgestatteter Funkraum mit Yaesu FTDX-3000, FTDX-101D und Icom IC-9700. Vor dem Haus ragt ein 20-Meter-Gittermast in den Himmel, bestückt mit einer Force12-6BA für 10 bis 40 Meter und einer Create CD-78 für 80 Meter.

Der Antennenturm der Station OE8DDX in Wolfsberg mit Force12-6BA Beam
Die beeindruckende Antennenanlage in Wolfsberg: Force12-6BA Beam auf 20-Meter-Gittermast.

Mutter Michaela Hochegger, OE8YXK, steht dem in nichts nach: Sie ist mehrfache Gewinnerin des All Austrian AOEC Contest und als Ortsstellenleiterin der AMRS ADL 084 Wolfsberg auch organisatorisch aktiv. Dass Domenik Luca – von allen nur „Luca“ genannt – zum Mikrofon und zur Morsetaste greifen würde, war fast unvermeidlich.

Seit November 2024 trägt Luca auch selbst Verantwortung im Verein: Bei der AMRS-Hauptversammlung am 16. November 2024 im Fliegerhorst Vogler in Hörsching wurde ein eigenes Jugendreferat geschaffen – und Luca zum Jugendreferenten der AMRS auf Bundesebene ernannt. Damit vertritt er die Interessen junger Funkamateure im gesamten Dachverband der militärischen Funkgruppen Österreichs. Mit 16 Jahren im Vorstand einer bundesweiten Organisation – auch das passt ins Bild.

Schon vor seiner Lizenzierung machte Luca erste Erfahrungen on air. Beim International Kids Day am 5. Januar 2019 funkte er als Zehnjähriger unter dem Rufzeichen seines Vaters OE8HAQ – und schaffte 182 QSOs in 35 Ländern auf 20m, 17m und 80m. Seine „perfekte Betriebstechnik“ wurde von den anwesenden OMs ausdrücklich vermerkt. Sogar der blinde Bergsteiger Andy Holzer, OE7AJH, der 2017 den Mount Everest bestiegen hatte, führte ein QSO mit dem jungen Operator und wurde in der Folge zum Freund der Familie.

Der 10-jährige Domenik Luca beim International Kids Day 2019 am Yaesu FTDX-3000 mit QSL-Karten
International Kids Day 2019: Der 10-jährige Luca am Funkplatz der Familie – 182 QSOs in 35 Ländern. (Foto: ADL 084)

Österreichs jüngster Funkamateur

Der 11-jährige Domenik Luca mit seinem Amateurfunkzeugnis – Österreichs jüngster Funkamateur
Stolzer Moment: Der 11-jährige Luca mit seinem Amateurfunkzeugnis – Österreichs jüngster staatlich geprüfter Funkamateur. (Foto: ÖVSV)

Am 20. November 2019 war es dann soweit: Domenik Luca legte in Klagenfurt die Amateurfunkprüfung ab – mit gerade einmal elf Jahren. Er wurde damit Österreichs jüngster staatlich geprüfter Funkamateur. Die Nachricht machte Wellen: Der ÖVSV berichtete auf seiner Website, die Kleine Zeitung und MeinBezirk im Lavanttal widmeten der Familie einen Artikel, und sogar der DARC Deutschland-Rundspruch 48/2019 erwähnte den jungen Österreicher.

Weniger als ein Jahr später, am 30. September 2020, folgte bereits das Upgrade auf Klasse 1 – die höchste Lizenzklasse in Österreich mit allen Rechten einer CEPT-Lizenz. Da Luca aber erst 12 war, durfte er noch nicht selbstständig funken – die österreichische Gesetzgebung erlaubt eigenständigen Funkbetrieb erst ab 14 Jahren. So musste er noch zwei Jahre warten, bis er am 31. Mai 2022 endlich unter seinem eigenen Rufzeichen OE8DDX on air gehen konnte.

DXCC in 527 Tagen – und dann weiter

Was dann folgte, lässt sich nur als Feuerwerk bezeichnen. Ab dem ersten Tag on air jagte Luca systematisch DX-Verbindungen. Und das mit Erfolg: Am 8. November 2023 – nach nur 527 Tagen on air – hielt er seine DXCC-Urkunde #70.744 in Händen. Hundert bestätigte Länder in weniger als anderthalb Jahren aktiver Funkzeit.

DXCC-Urkunde von Domenik Luca Hochegger, OE8DDX, mit Stickern für 150, 200, 250 und 275 Entities
Die DXCC-Urkunde #70.744 mit Stickern für 150, 200, 250 und 275 bestätigte Entities.

Doch Luca dachte gar nicht daran, sich auf diesem Erfolg auszuruhen. In schneller Folge kamen die Sticker: 150, 200, 250 und zuletzt – am 16. August 2025 – der Sticker für 275 bestätigte DXCC-Entities. Mittlerweile steht der Zähler bei 277 – das nächste Ziel hat er bereits fest im Blick: die magische Marke von 300.

Besonders bemerkenswert: Luca arbeitet ausschließlich mit Paper-QSL-Karten. Kein eQSL, kein LoTW – jede einzelne Bestätigung kommt per Post. Die QSL-Karten aus aller Welt, die er mittlerweile gesammelt hat, füllen ganze Ordner. Besonders stolz ist er auf seine Sammlung amerikanischer und japanischer Karten.

Knapp 79.000 QSOs und ein Faible für DXpeditionen

Die Zahlen auf Club Log sprechen eine deutliche Sprache: Bis März 2026 hat Luca knapp 79.000 QSOs geloggt. Für jemanden, der erst seit Mai 2022 selbstständig funken darf, ist das eine beachtliche Quote von über 55 QSOs pro Tag im Durchschnitt.

Besonders eindrucksvoll ist sein Engagement beim DXpedition Super League – dem Ranking der aktivsten DXpeditionsjäger auf Club Log. Luca hat 33 von 46 gewerteten DXpeditionen gearbeitet, mit insgesamt 387 Bandslots. Bei der DXpedition FP5KE (St. Pierre & Miquelon) erzielte er sogar 38 Slots, bei 3B9DJ (Rodrigues) 37 und bei 9U1RU (Burundi) 33.

Club Log Screenshot: OE8DDX hat die J51A DXpedition auf 32 von 33 Bandslots gearbeitet
OE8DDX auf Club Log: 32 von 33 Bandslots der J51A DXpedition gearbeitet – beeindruckende Pile-Up-Arbeit.

Jede DXpedition auf möglichst vielen Bändern und Modi zu arbeiten erfordert nicht nur Ausdauer, sondern auch eine leistungsfähige Station und vor allem: Können im Pile-Up. Wer schon einmal versucht hat, eine seltene DXpedition auf 160m in CW zu arbeiten, weiß, wovon die Rede ist. Luca hat die J51A-DXpedition 2026 auf 32 von 33 möglichen Bandslots gearbeitet – ein Ergebnis, das sich in jedem DX-Cluster sehen lassen kann.

High Speed Telegraphy: Im Nationalteam mit 16

CW – Morsetelegrafie – ist für viele Funkamateure die Königsdisziplin. Luca geht noch einen Schritt weiter: Seit 2024 ist er Teil des österreichischen HST-Nationalteams (High Speed Telegraphy), das über das ÖVSV CW-Referat und die OECWG organisiert wird.

Domenik Luca, OE8DDX, beim HST-Training – im OE8DDX-Shirt mit CW-Kopfhörer
Luca beim HST-Training 2025 – konzentriertes CW-Hören bei hohem Tempo. (Foto: ADL 084)

Bei der 20. IARU HST-Weltmeisterschaft 2024 in Yasmine Hammamet, Tunesien, trat er als 16-Jähriger in der Kategorie B (Youngster Males) an und belegte den 5. Platz mit 96,4 Punkten. Dabei empfing er Buchstaben mit bis zu 80 Zeichen pro Minute und Zahlen mit 80 Zeichen pro Minute fehlerfrei.

Ein Jahr später, bei der 21. HST-WM 2025 in Herceg Novi, Montenegro, war Luca bereits in die härtere Kategorie D (Junior Males) aufgestiegen – und belegte trotzdem erneut den 5. Platz. Sein Fortschritt war beeindruckend: Die Empfangsgeschwindigkeit für Buchstaben stieg auf 120 Zeichen pro Minute fehlerfrei – eine Steigerung von 50% gegenüber dem Vorjahr. Zahlen empfing er mit 100 Zeichen pro Minute ohne Fehler.

Das österreichische Team belegte in beiden Jahren den 5. Platz von 17 Nationen. 2025 sorgte Teamkollege OE3SPR für einen historischen Moment: Er gewann Österreichs erste HST-Medaille überhaupt – Bronze in der Kategorie Männer 40-49.

Contester mit Teamgeist

Auch im Contestbereich ist Luca längst kein Unbekannter mehr. Seit 2022 ist er regelmäßig bei den großen internationalen Wettbewerben am Start:

  • CQ WW DX SSB 2022: Erster Einzelstart unter OE8DDX in der Youth High Power Kategorie – 352.089 Punkte
  • CQ WW CW und SSB: Seit 2023 fester Operator im Multi-Single-Team OE6Z – mit Spitzenscores über 5,8 Millionen Punkte
  • IARU HF Championship: Operator der österreichischen Headquarter-Station OE0HQ – mit Scores über 12 Millionen Punkte

Die Erfahrung bei OE6Z und OE0HQ mit erfahrenen Operatoren wie OE6MMD hat Luca geprägt. In der Multi-Operator-Umgebung lernt man Betriebstechnik, die man allein am heimischen Funkplatz kaum entwickeln kann: Bandwechsel-Strategien, Split-Betrieb, effizientes Loggen unter Zeitdruck.

Unterwegs als 9A/OE8DDX und mehr

Der Funk hört für Luca auch im Urlaub nicht auf – im Gegenteil. Jedes Jahr verbringt er eine Woche in Porec, Kroatien, und funkt dort als 9A/OE8DDX. Die Ausrüstung ist bewusst schlank gehalten: ein Kenwood TS-480S, eine Palm Mini Paddle und eine Langdrahtantenne – alles mit 100 Watt. Trotzdem hat er unter diesem Rufzeichen bereits 18 internationale Awards eingefahren, darunter den „Master of Radio Communication“ für gleich fünf Kontinente.

Auch aus Albanien (ZA/OE8DDX) war er bereits QRV, und portabel unter OE8DDX/P ist er ohnehin regelmäßig unterwegs.

Mehr als Funk: Steirische Harmonika und Musikant

Domenik Luca Hochegger, OE8DDX, spielt Steirische Harmonika in Lederhose bei einem Auftritt
Nicht nur am Mikrofon talentiert: Luca mit seiner Steirischen Harmonika in Lederhose bei einem Auftritt.

Neben dem Amateurfunk hat Luca noch eine zweite große Leidenschaft: die Musik. Er spielt Steirische Harmonika und tritt bei Veranstaltungen und Feiern auf – ein „hervorragender Musikant“, wie es auf der Website seiner Ortsstelle heißt. Wer einmal erlebt hat, wie er bei einer Clubfeier der AMRS Wolfsberg aufspielt, weiß: Auch hier ist Talent und Hingabe am Werk.

Dass ein 17-Jähriger aus dem Lavanttal gleichzeitig bei HST-Weltmeisterschaften antritt, DXpeditionen auf 32 Bandslots jagt und dabei noch Harmonika spielt, zeigt eine bemerkenswerte Vielseitigkeit, die im heutigen Amateurfunk selten geworden ist.

Vorbild für die nächste Generation

Die vielleicht wichtigste Rolle, die Luca im österreichischen Amateurfunk einnimmt, ist die des Vorbilds. In einer Zeit, in der der Altersdurchschnitt in den Funkvereinen stetig steigt und der Nachwuchs vielerorts ausbleibt, zeigt er, dass Amateurfunk auch für junge Menschen faszinierend sein kann.

„Ich genieße es besonders, Bekanntschaften und Freundschaften mit anderen Funkern aus der ganzen Welt zu schließen.“

Domenik Luca, OE8DDX

Dieses Zitat aus einem Interview von 2019, als Luca gerade elf war, hat bis heute nichts an Gültigkeit verloren. Die Faszination, mit einer selbst aufgebauten Antenne und etwas Technik die Welt zu erreichen, treibt ihn an – damals wie heute.

Sein nächstes großes Ziel: 300 DXCC-Entities. Und wer seine bisherige Karriere betrachtet, hat wenig Zweifel, dass er es erreichen wird. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

Wir werden die Erfolge von Domenik Luca, OE8DDX, auf oeradio.at mit Interesse weiterverfolgen. Ein OM, der mit 17 Jahren schon so weit gekommen ist, wird noch für manche Überraschung sorgen.

Links und weiterführende Informationen

73 de OE8YML

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