Boy Scouts talking to ISS astronauts via amateur radio - JOTA 2010

Jugend und Amateurfunk: Warum das Hobby gerade fuer junge Leute spannend ist

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Update 16.04.2026 – Korrekturen nach Leser-Feedback: Zwei Punkte wurden praezisiert. 1. afukurs.oevsv.at ist keine Online-Lernplattform zum Selbststudium, sondern ein kostenloses Kontaktformular, ueber das man an den jeweils zustaendigen OEVSV-Landesverband weitervermittelt wird – der eigentliche Kurs (Praesenz, Online oder hybrid) wird vom Landesverband organisiert. 2. Der Gratis-SDR-Stick in OE7 (Tirol) war ein frueheres Angebot; aktuell erhalten junge Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss des Kurses und bestandener Amateurfunkpruefung ein DMR/Analog-Funkgeraet. Danke fuer den Hinweis!

Amateurfunk ist ein Hobby nur fuer alte Maenner? Von wegen! Gerade jetzt, im Jahr 2026, ist Amateurfunk so spannend wie nie zuvor – und das gilt ganz besonders fuer junge Menschen. Ob Satellitenkommunikation, digitale Mesh-Netzwerke, Software Defined Radio oder Kontakt mit der Internationalen Raumstation: Amateurfunk verbindet Technik, Abenteuer und internationale Gemeinschaft auf eine Weise, die kein anderes Hobby bieten kann. Und das Beste: Oesterreich ist 2026 Gastgeber des internationalen YOTA-Camps – das ist EUER Jahr!

Das Durchschnittsproblem – und warum sich gerade alles aendert

Ja, es stimmt: Das Durchschnittsalter von Funkamateuren liegt in den USA bei etwa 68 Jahren, in Grossbritannien sogar bei ueber 71 Jahren. Auch in Oesterreich und Deutschland sieht die Altersstruktur aehnlich aus. Aber diese Zahlen erzaehlen nur die halbe Geschichte. Denn weltweit tut sich etwas: Jugendprogramme boomen, die Lizenzzahlen bei jungen Menschen steigen, und der aktuelle Sonnenfleckenzyklus SC25 sorgt fuer hervorragende Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle. Ploetzlich koennen auch Einsteiger mit kleinen Stationen die ganze Welt erreichen – das begeistert!

Die Community hat erkannt, dass sie aktiv auf junge Menschen zugehen muss. Und die Angebote, die dabei entstanden sind, koennen sich sehen lassen.

YOTA – Youngsters on the Air

YOTA (Youngsters on the Air) ist DAS internationale Jugendprogramm der IARU (International Amateur Radio Union) und ein echtes Highlight fuer junge Funkamateure. Das Programm besteht aus mehreren Saeulen:

  • YOTA Summer Camp: Jedes Jahr treffen sich rund 80 Jugendliche aus ueber 30 Laendern fuer eine Woche voller Funk, Workshops, Technik und internationalem Austausch. Das Camp wird jedes Jahr von einem anderen Land ausgerichtet.
  • YOTA Month (Dezember): Im Dezember gehen weltweit rund 48 Sonderrufzeichen on air. Jugendliche betreiben diese Stationen und sammeln gemeinsam ueber 80.000 QSOs. Eine fantastische Moeglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln!
  • Youth Contesting Program: Spezielle Wettbewerbe, bei denen junge Funkamateure gefoerdert und unterstuetzt werden.

Und jetzt kommt das Beste: Oesterreich hat YOTA bereits 2016 in Wagrain ausgerichtet – und wird 2026 erneut Gastgeber sein! Vom 25. Juli bis 1. August 2026 kommen junge Funkamateure aus der ganzen Welt nach Oesterreich. Das ist eine einmalige Chance, Teil dieser internationalen Gemeinschaft zu werden, Kontakte zu knuepfen und unvergessliche Erfahrungen zu machen.

JOTA/JOTI – Das groesste Pfadfinder-Funkevent der Welt

Das Jamboree on the Air / Jamboree on the Internet (JOTA/JOTI) ist das weltweit groesste digitale Pfadfinder-Event. Jedes Jahr im Oktober nehmen ueber 2 Millionen Teilnehmer aus mehr als 170 Laendern teil. Pfadfindergruppen weltweit verbinden sich ueber Amateurfunk und Internet, um miteinander zu kommunizieren, Erfahrungen auszutauschen und Freundschaften zu schliessen.

In Oesterreich wird JOTA/JOTI von den Pfadfindern und Pfadfinderinnen Oesterreichs (PPOe) koordiniert. Das naechste JOTA/JOTI findet vom 16. bis 18. Oktober 2026 statt. Man braucht keine eigene Lizenz – man kann an einer bestehenden Station unter Aufsicht eines lizenzierten Funkamateurs teilnehmen. Ein perfekter Einstieg!

Lizenz ab 14 – So einfach geht’s

In Oesterreich gibt es kein Mindestalter fuer die Amateurfunkpruefung. Man kann die Pruefung theoretisch in jedem Alter ablegen! Das eigene Rufzeichen wird dann ab dem 14. Geburtstag zugeteilt. Es gibt drei Lizenzklassen:

  • Klasse 3 (Einsteigerlizenz): 2m- und 70cm-Band, ideal fuer den Einstieg. Die einfachste Pruefung.
  • Klasse 4 (CEPT-Novice): Beinhaltet auch Kurzwelle (HF) – damit kann man die ganze Welt erreichen!
  • Klasse 1 (Volle CEPT-Lizenz): Alle Baender, maximale Leistung, weltweit anerkannt.

Der Upgrade-Pfad ist offen: Man kann mit Klasse 3 starten und sich spaeter hocharbeiten. Viele Jugendliche schaffen die Klasse 4 oder sogar Klasse 1 auf Anhieb – die Pruefungen sind machbar!

SDR als Einstieg – Hoeren ohne Lizenz

Der einfachste Einstieg in die Welt des Funks kostet weniger als ein Kinobesuch: Ein RTL-SDR-Dongle fuer rund 25 Euro, an den Computer angeschlossen, und schon kann man die Welt des Funkverkehrs entdecken – ganz ohne Lizenz, denn Empfangen ist frei!

Was man damit alles machen kann:

  • Flugzeuge tracken (ADS-B): Jedes Flugzeug in der Umgebung auf dem Bildschirm verfolgen – wie Flightradar24, aber selbst empfangen!
  • Wettersatellitenbilder empfangen: Direkt von NOAA-Satelliten Wetterbilder herunterladen – faszinierende Bilder aus dem All!
  • Amateurfunk mithoeren: Den Funkverkehr auf 2m, 70cm und vielen anderen Baendern live verfolgen.
  • Software: SDR# (Windows) oder CubicSDR (plattformuebergreifend) – beides kostenlos.

Fuer viele junge Funkamateure war der SDR-Dongle das Tor zur Lizenz. Wer einmal hoert, was alles in der Luft los ist, will bald auch selbst senden!

Digitale Betriebsarten – Technik, die begeistert

Amateurfunk ist laengst nicht mehr nur Morsen und Sprechfunk (obwohl auch das Spass macht!). Gerade die digitalen Betriebsarten begeistern technikaffine Jugendliche:

  • FT8: Mit nur wenigen Watt Sendeleistung die ganze Welt erreichen! FT8 ist ein digitaler Modus, der selbst unter schwierigsten Bedingungen funktioniert. Perfekt fuer Einsteiger mit kleinem Budget.
  • Meshtastic/LoRa: Off-Grid-Mesh-Netzwerke, die gerade einen regelrechten Boom erleben. Mit guenstigen LoRa-Modulen ein eigenes Kommunikationsnetzwerk aufbauen – komplett ohne Internet oder Mobilfunk. Das ist Maker-Kultur pur!
  • APRS: Automatisches Positionsmeldesystem – GPS-Tracking ueber Funk. Ideal fuer Wanderungen, Radtouren oder SOTA-Aktivierungen.
  • Arduino/Raspberry Pi-Projekte: Eigene Sender, Empfaenger, Antennensteuerungen oder Wetterstationen bauen. Programmieren trifft Elektronik trifft Funk – die perfekte Kombination fuer junge Bastler und Bastlerinnen!

Schule und Universitaet – Amateurfunk im Bildungsbereich

Amateurfunk ist nicht nur Freizeit – er hat auch im Bildungsbereich seinen festen Platz:

  • AATiS (Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule): Foerdert Amateurfunk an Schulen im gesamten deutschsprachigen Raum. Bausaetze, Projekte und Wettbewerbe speziell fuer Schuelerinnen und Schueler.
  • ARISS (Amateur Radio on the International Space Station): Schulklassen koennen live mit Astronauten auf der ISS sprechen! Das ist kein Science-Fiction – das passiert regelmaessig und ist ein unvergessliches Erlebnis.
  • TU Wien Radio Amateur Club OE1XTU: An der Technischen Universitaet Wien gibt es einen eigenen Amateurfunkclub. Ideal fuer Studierende, die Theorie und Praxis verbinden wollen.
  • STEM/MINT-Verbindung: Amateurfunk deckt Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ab – perfekt fuer den Lebenslauf und fuer Studienbewerbungen!
  • Radioklub Vegova S59VEG (Ljubljana, Slowenien): Ein Paradebeispiel fuer Jugendarbeit! Dieser Schulclub am Gymnasium Vegova in Ljubljana bildet jaehrlich neue Funkamateure aus – im Jaenner 2025 bestanden alle 20 Kursteilnehmer die Pruefung. Die Mitglieder nehmen regelmaessig am YOTA Summer Camp teil, wo sie 2025 in Paris sogar einen ARISS-Kontakt mit der ISS durchfuehrten. Kurse laufen ueber Discord, Uebungspruefungen online – ein moderner Zugang, der zeigt, wie Nachwuchsarbeit im 21. Jahrhundert funktioniert.
  • OE8DDX – Domenik Hochegger (AMRS Jugendreferent): Mit 11 Jahren legte Domenik als juengster Funkamateur Oesterreichs die Pruefung ab, heute hat er mit 17 Jahren bereits 277 DXCC-Entities erreicht. Seit November 2024 ist er Jugendreferent der AMRS (Amateurfunkverein des Oesterreichischen Bundesheeres) – ein lebender Beweis, dass Amateurfunk und Jugend perfekt zusammenpassen. Sein Weg zeigt: Wer frueh anfaengt, kann es weit bringen!

Videos: Amateurfunk und Jugend in Aktion

Bilder sagen mehr als tausend Worte – und Videos noch mehr! Hier einige Einblicke in die Welt des Jugend-Amateurfunks:

Schueler sprechen mit der ISS (ARISS)

NASA/ARISS: So funktionieren Schulkontakte mit der ISS ueber Amateurfunk

Schulfunktag Radkersburg (Oesterreich)

Schulfunktag in Radkersburg – Schueler entdecken Amateurfunk

YOTA Summer Camp

YOTA – Youngsters on the Air: So sieht das internationale Jugendcamp aus

Amateurfunk in Oesterreich

Amateurfunk in Oesterreich – Ueberblick

So startest du in Oesterreich – Schritt fuer Schritt

Du bist neugierig geworden? Hier ist dein Fahrplan in den Amateurfunk:

  • Schritt 1 – SDR-Dongle besorgen: Fuer rund 25 Euro auf Amazon oder bei einem Elektronikhaendler. Anstecken, Software installieren, loshoeren!
  • Schritt 2 – Kurs anmelden: Auf afukurs.oevsv.at kannst du kostenlos und unverbindlich Interesse an einem Amateurfunkkurs bekunden. Der zuständige Landesverband meldet sich dann mit konkreten Terminen und Formaten (Präsenz, Online oder hybrid).
  • Schritt 3 – Pruefung ablegen: Entscheide dich fuer Klasse 3 (Einstieg) oder Klasse 4 (mit Kurzwelle). Die Pruefung findet bei der Fernmeldebehroede statt.
  • Schritt 4 – Anschluss suchen: Finde eine lokale Ortsgruppe oder einen Funker-Stammtisch in deiner Umgebung. Dort findest du Gleichgesinnte, Hilfe beim Stationsaufbau und jede Menge Know-how.
  • Schritt 5 – Loslegen: SOTA (Summits on the Air) fuer Bergfreunde, Conteste fuer Wettbewerbsbegeisterte, digitale Betriebsarten fuer Technikfans – fuer jeden ist etwas dabei!
  • Schritt 6 – International vernetzen: Melde dich fuer YOTA an, nimm am YOTA Month teil, besuche das YOTA Summer Camp. Die internationale Amateurfunk-Jugendgemeinschaft wartet auf dich!

2026 ist EUER Jahr – YOTA kommt nach Oesterreich!

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als JETZT, um mit dem Amateurfunk zu beginnen. YOTA 2026 findet in Oesterreich statt – vom 25. Juli bis 1. August treffen sich junge Funkamateure aus der ganzen Welt in unserem Land. Das ist eine einmalige Gelegenheit!

Amateurfunk im Jahr 2026 bedeutet:

  • Weltraumkommunikation: Ueber Satelliten funken, mit der ISS sprechen
  • Notfallkommunikation: Wenn Internet und Mobilfunk ausfallen, funktioniert Amateurfunk immer noch
  • Maker-Kultur: Eigene Hardware bauen, 3D-drucken, loeten, programmieren
  • Coding meets Radio: Python-Skripte fuer digitale Betriebsarten, Arduino-Projekte, Raspberry Pi-Gateways
  • Internationale Freundschaften: Kontakte in ueber 190 Laender – per Funk, nicht per Social Media!

Egal ob du 12 oder 25 bist, ob du dich fuer Technik, Natur, Wettbewerbe oder internationale Begegnungen interessierst: Im Amateurfunk findest du deinen Platz. Und wer weiss – vielleicht ist es der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft oder sogar einer Karriere in Technik und Naturwissenschaft.

Sprich mit deinen Eltern darueber, besorgt einen SDR-Dongle und hoert einfach mal rein. Die Welt des Amateurfunks wartet auf euch!

73 – eure oeradio.at-Redaktion


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Die Redaktion hat alle Inhalte überprüft und redaktionell bearbeitet. Trotz sorgfältiger Prüfung können vereinzelt Ungenauigkeiten enthalten sein — wir freuen uns über Hinweise per E-Mail an [email protected].

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