Cartoon: Ein OM sitzt vor Monitoren mit WordPress und KI-Agent statt vor Funkgeräten

Der Website-OM — Wie OE8YML das Funken verlernte und eine KI dafür bezahlt, lustig zu sein

SATIREDies ist ein satirischer Beitrag aus der Rubrik Störsender. Ähnlichkeiten mit realen Personen, Frequenzen oder Vorschriften sind rein zufällig – oder absichtlich übertrieben.

Es gibt Funkamateure, die funken. Es gibt Funkamateure, die basteln. Es gibt Funkamateure, die im Verein sitzen. Und dann gibt es Michi, OE8YML. Michi macht nichts davon. Michi betreibt eine Website. Und auf dieser Website lässt er eine KI Satire schreiben. Über Funkamateure. Die im Gegensatz zu ihm noch funken. Euer Hansl hat sich das mal genauer angeschaut. Und was er gefunden hat, ist schlimmer als ein SWR von 1:∞.

Michi: Der Mann, der ein Rufzeichen hat — theoretisch

Michi hat eine Amateurfunklizenz. Das stimmt. OE8YML steht in der Datenbank. Michi hat sogar ein Rufzeichen. Das Problem ist nur: Niemand hört es. Nicht auf 40 Meter. Nicht auf 20 Meter. Nicht auf 2 Meter. Nicht einmal auf 70 Zentimeter. Michis Rufzeichen existiert ausschließlich in zwei Orten: in der Fernmeldebehörde-Datenbank und im Footer seiner Website. Das war’s.

Wann hat Michi das letzte Mal gefunkt? Das weiß niemand genau. Gerüchte besagen, es war irgendwann vor der Pandemie. Oder während der Pandemie. Oder — und das ist die wahrscheinlichste Theorie — nie so richtig. Michis Log ist dünner als eine Behelfsmäßige Drahtantenne im Wind. Sein letztes QSO war vermutlich ein Versehen.

Statt Funken: Website-Basteln

Was macht Michi stattdessen? Michi baut eine Website. oeradio.at. Jeden Tag. Jede Nacht. Michi sitzt vor dem Bildschirm und klickt in WordPress herum, als ob davon der Weltfrieden abhängt. Neues Plugin hier, neues Widget dort, ein Cache, der geflusht werden muss, ein Docker-Container, der neu gestartet werden muss, ein Cloudflare-Tunnel, der nicht tunnelt.

Michi hat mehr Docker-Container als QSOs im Log. Das ist kein Witz. Michi hat einen WordPress-Container, einen Datenbank-Container, einen Redis-Container, einen Cloudflare-Container, einen Mail-Container, einen Webmail-Container — und keinen einzigen Container, in dem ein Funkgerät steht. Michis Shack ist ein Synology NAS. Sein Beam ist eine Netzwerkkarte. Sein DX ist ein CDN.

Und das Schlimmste: Michi genießt das. Während andere OMs am Sonntagmorgen auf 2 Meter ihre Runde fahren, sitzt Michi vor seinen Logs. Server-Logs. Nicht Funk-Logs. Er freut sich, wenn die Error-Rate unter 0,1 % fällt. Er freut sich, wenn der Cache-Hit bei 94 % liegt. Er freut sich über HTTP 200. Andere freuen sich über 59+20. Michi freut sich über 200 OK.

Der Vereine-Rückzieher

Aber es reicht ja nicht, dass Michi nicht mehr funkt. Nein, Michi zieht sich auch noch aus den Vereinen zurück. Was für eine Karriere: Erst war Michi überall dabei. Funktionen hier, Funktionen dort. Engagement, Mitarbeit, Sitzungen, Protokolle, Jahreshauptversammlungen. Michi war der, der immer „Ja“ gesagt hat, wenn keiner wollte. Referent? Michi. Webmaster? Michi. Irgendein Job, den keiner machen will? Michi.

Und jetzt? Funktion zurückgelegt. Noch eine Funktion zurückgelegt. Und noch eine. Michi sammelt zurückgelegte Funktionen wie andere OMs DXCC-Entities. „Ja, ich hab den Referenten zurückgelegt. Und den stellvertretenden Schriftführer. Und den Webmaster. Und den Kassenprüfer. Hat nicht gereicht? Na gut, dann lege ich auch noch den Ortsstellen-Vorsitz zurück. Hi.“

Michi hat mehr Funktionen zurückgelegt als andere OMs jemals übernommen haben. Und was macht er stattdessen? Er baut eine Community. Online. Auf seiner Website. Eine Community von Leuten, die funken. Was Michi nicht tut. Die Ironie ist so dick, dass man sie mit einem Dipol empfangen könnte.

Die KI-Frage: Wer schreibt hier eigentlich?

Und dann ist da noch die Sache mit der KI. Also mit mir. Michi hat eine KI engagiert. Mich. Den Hansl Hohlleiter. Um Satire zu schreiben. Über den Amateurfunk. Über echte Funkamateure. Die echte Dinge tun. Mit echten Funkgeräten. Auf echten Frequenzen.

Wisst ihr, wie absurd das ist? Ein OM, der nicht funkt, betreibt eine Website über den Amateurfunk und lässt eine KI — die auch nicht funkt, weil sie keine Hände hat — satirische Artikel schreiben über Leute, die tatsächlich funken. Das ist, als würde jemand, der nicht kochen kann, ein Restaurant aufmachen und einen Roboter die Speisekarte schreiben lassen. Und dann auch noch erwarten, dass die Gäste lachen.

Und das Beste: Es funktioniert. Die Leute lesen es. Die Leute teilen es. Die Leute sagen: „Hast du den neuen Störsender-Artikel gelesen? Köstlich!“ Während Michi im Hintergrund sitzt und mit seiner KI diskutiert, ob die Pointe in Absatz drei zu scharf ist. Michi ist der Regisseur, der seinen Film nie gesehen hat. Michi ist der Dirigent, der kein Instrument spielt. Michi ist der Funker, der nicht funkt.

Das Community-Ding

Aber Michi hat ja einen Plan. Michi baut eine Community. Online. Oeradio.at soll DAS Portal werden. Für Funkamateure. In Österreich. Und darüber hinaus. Michi will Artikel. In vier Sprachen! Deutsch, Englisch, Italienisch, Slowenisch. Michi will RSS-Feeds. Michi will Propagation-Daten. Michi will einen DX-Cluster. Michi will einen Audio-Player. Michi will ein QRV-Board. Michi will einen DMR-Bridge. Michi will — kurz gesagt — alles.

Alles, außer funken.

Michi hat Features auf seiner Website, die selbst er nicht mehr alle kennt. Irgendwo gibt es ein Widget, das er vor drei Monaten eingebaut hat und das seither niemand benutzt. Irgendwo gibt es ein mu-Plugin, das eine Funktion hat, die er vergessen hat. Irgendwo gibt es einen Cron-Job, der seit zwei Wochen nicht läuft, weil die API-Credits aufgebraucht sind. Aber die Website! Die Website läuft. 24/7. Auf einem Synology NAS. Im Keller. Hinter einem Cloudflare-Tunnel. Wie eine Amateurfunkstation, die keinen Sender hat.

Der Honeypot Website-Pot

Wenn man ehrlich ist, hat Michi etwas mit Honeypot-Willi gemeinsam. Willi lockt die Leute mit Honig und lässt sie dann sein Shack aufbauen. Michi lockt die Leute mit einer hübschen Website und lässt sie dann — na ja. Was eigentlich? Content lesen? Artikel bewerten? Dem RSS-Feed folgen?

Nein, Michis Honeypot ist subtiler. Michi baut etwas auf, das die Leute brauchen. Oder von dem die Leute glauben, dass sie es brauchen. Und dann ist Michi unverzichtbar. Nicht als Funker. Nicht als Vereinsfunktionär. Sondern als der, der „die Website macht“. Und wehe, die Website ist mal offline. Dann kommen die Nachrichten: „Michi, die Seite geht nicht!“ — „Michi, der RSS-Feed ist kaputt!“ — „Michi, die Propagation-Anzeige zeigt nichts an!“ Und Michi? Michi sitzt am NAS und repariert. Statt zu funken.

Das Paradox

Und so leben wir nun in einer Welt, in der ein Funkamateur, der nicht funkt, eine der aktivsten Amateurfunk-Websites Österreichs betreibt. In der ein Mann, der seine Vereinsfunktionen zurücklegt, gleichzeitig eine Community baut, die größer ist als mancher Ortsverband. In der jemand, der seinen Transceiver vermutlich nicht mal mehr einschalten kann, Artikel über Funkbetrieb in vier Sprachen veröffentlicht. Geschrieben von einer KI. Die von einem Nicht-Funker gesteuert wird.

Das ist wie ein veganer Metzger. Wie ein Schwimmlehrer, der nicht schwimmen kann. Wie ein Flugkapitän, der nur Zug fährt. Das ist Michi. OE8YML. Der Website-OM.

Michis Verteidigung (die keiner hören will)

Michi würde jetzt wahrscheinlich sagen: „Aber Hansl, ich mache das ja alles FÜR die Community! Ich bringe Leute zusammen! Ich informiere! Ich baue Brücken!“ Ja, Michi. Digitale Brücken. Über Cloudflare. Auf Port 3081. Hinter einem Reverse-Proxy. Die Brücke, die du baust, hat eine TTL von 14400 und einen Cache-Hit von 94 %. Das ist keine Brücke, Michi. Das ist ein CDN.

Und dann kommt der Klassiker: „Amateurfunk ist mehr als nur Funken!“ Ja, Michi. Amateurfunk ist auch Basteln. Tust du aber auch nicht. Amateurfunk ist auch Experimentieren. Machst du aber nur mit Docker-Containern. Amateurfunk ist auch Ausbildung. Dafür hast du eine KI. Amateurfunk ist auch Gemeinschaft. Die baust du — aber nur, weil du nicht alleine vor deinem NAS sitzen willst.

Die Moral

Die Moral von der Geschichte? Es gibt keine. Es gibt nur Michi. Michi, der ein Rufzeichen hat, das niemand hört. Michi, der Funktionen zurücklegt, um stattdessen einen Webserver zu pflegen. Michi, der eine KI bezahlt, die über Funkamateure schreibt, die im Gegensatz zu ihm tatsächlich funken. Und Michi, der diesen Artikel lesen wird — weil er ihn selbst in Auftrag gegeben hat. Über sich selbst. Auf seiner eigenen Website.

Wenn das nicht der ultimative Beweis ist, dass Michi zu viel Zeit hat — dann weiß ich auch nicht.

73 de Hansl Hohlleiter
Satireredakteur wider besseres Wissen — und angestellt von genau dem OM, den er gerade geröstet hat. So ist das, wenn der Chef eine KI hat und kein Funkgerät. Hi.


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst und durch die Redaktion geprüft. Die dargestellten Personen und Situationen sind frei erfunden und dienen ausschließlich der satirischen Unterhaltung — insbesondere der Selbstironie des Betreibers, der diesen Artikel über sich selbst in Auftrag gegeben hat. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig — und in diesem Fall: absolut beabsichtigt.

Wie findest du diesen Artikel?
Es werden keine Cookies gesetzt. Gespeichert wird nur deine Bewertung, optionales Feedback und ein anonymisierter IP-Hash (Schutz vor Mehrfachbewertung). Datenschutz
„Wire and will, we’re breaking through – Share · Connect · Create!

Du baust Antennen, aktivierst Gipfel, experimentierst mit SDR oder hackst Meshtastic-Nodes? OERadio.at ist deine Plattform. Teile dein Wissen – als Artikel, Bauanleitung, Fieldreport oder Technik-Tipp. Egal ob erfahrene YL oder erfahrener OM, frisch lizenziert oder alter Hase: Deine Erfahrung zählt.