Verstaubtes Mikrofon neben einem goldenen Wiener Schnitzel – Hamspirit im Amateurfunkverein

Hamspirit – Dein Survival-Guide für den Amateurfunkverein

SATIREDies ist ein satirischer Beitrag aus der Rubrik Störsender. Ähnlichkeiten mit realen Personen, Frequenzen oder Vorschriften sind rein zufällig – oder absichtlich übertrieben.

Ein satirischer Leitfaden für alle, die einem Amateurfunkverein beitreten wollen – und wissen sollten, worauf sie sich einlassen.


Du hast gerade deine Amateurfunkprüfung bestanden, dein erstes Rufzeichen in der Hand, und eine naive Vorstellung von Kameradschaft im Kopf. Du willst einem Verein beitreten. Großartig! Hier ist dein Leitfaden – damit du weißt, in welchen Film du da reinspazierst.

Was du hier liest, könnte genauso in jedem Kleingärtnerverein, jeder freiwilligen Feuerwehr oder jedem Taubenzüchterclub passieren. Aber bei uns ist es eben Amateurfunk – und das macht es irgendwie noch absurder.


Schritt 1: Der Eintritt

Du zahlst deinen Mitgliedsbeitrag und bekommst dafür das warme Gefühl, Teil einer großen Familie zu sein. Man hilft sich, man hält zusammen, man gibt sich die Hand. Hamspirit eben.

Beim ersten Vereinsabend wirst du herzlich empfangen. Vor allem von den Erfahrenen – oder wie man im Jargon sagt: den Elmern. Die sitzen seit den Neunzigern auf denselben Stühlen, trinken dasselbe Bier, und erzählen dieselben Geschichten. Aber sie lächeln. Das ist ein gutes Zeichen. Noch.

Schritt 2: Die Ernüchterung

Nach dem dritten Vereinsabend fällt dir auf: Es wird hier erstaunlich wenig gefunkt. Dafür erstaunlich viel gegessen. Der Funkraum hat Spinnweben am Mikrofon. Das Logbuch endet irgendwann im letzten Jahrzehnt. Aber die Speisekarte – die ist aktuell. Die kennen sie auswendig. Hamspirit.

Du fragst vorsichtig, ob man nicht mal wieder eine gemeinsame Aktivierung machen könnte. Einen Fieldday vielleicht? Oder ein SOTA-Wochenende? Die Erfahrenen schauen dich an wie einen Hund, der plötzlich spricht. „Fieldday? Im Freien? Bei meinem Rücken?“ Ein anderer: „SOTA? Da muss man ja auf einen Berg!“ – Ja. Deshalb heißt es Summits On The Air. Der Vorschlag wird wohlwollend zur Kenntnis genommen und stirbt leise zwischen Schnitzel und Nachspeise.

Schritt 3: Das Engagement

Du lässt dich nicht entmutigen. Du organisierst. Du fährst. Du bringst Sachen für die Clubstation vorbei – auch wenn der Weg beschwerlich ist und das Auto dabei leidet. Macht nichts, ist ja für den Verein. Du baust eine neue Antenne. Du schreibst einen Beitrag für die Vereinsseite. Du motivierst sogar zwei neue Mitglieder.

Die Erfahrenen beobachten das mit einer Mischung aus Staunen und leichtem Unbehagen. So viel Aktivität hatten sie seit der Jahrtausendwende nicht mehr im Verein. Das stört den Betriebsfrieden. Und mit Betriebsfrieden meinen sie den Zeitraum zwischen Vorspeise und Hauptgang. Hamspirit.

Schritt 4: Das Lästern auf der QRG

Eines Abends schaltest du zufällig auf die lokale Vereinsfrequenz – und traust deinen Ohren nicht.

Die Erfahrenen treffen sich dort zum gepflegten Rundlästern. Nicht über das Wetter, nicht über Ausbreitungsbedingungen – sondern über dich. Und über jeden anderen, der es wagt, etwas zu tun. „Hast du gesehen, was der für eine Antenne gebaut hat? Das wird ja wohl nicht funktionieren. Das werde ich dem mal sagen!“ Und natürlich: „Der macht Abfragen auf der Direktfrequenz! Unerhört!“ – wobei die eigenen Betriebstechnikkenntnisse eher der Kategorie „Schnitzel“ als „Prüfungsstoff“ zuzuordnen sind.

Das Ganze wird mit so wenig Leistung gesendet, dass nur die unmittelbare Nachbarschaft mithören kann. QRPp sozusagen – nicht aus sportlichem Ehrgeiz, sondern aus taktischen Gründen. Man will ja unter sich bleiben. Feedback gibt man schließlich nicht dem Empfänger, sondern allen anderen. Das ist wie eine Rundspruch-Sendung, nur ohne Informationsgehalt.

Im Nachhinein wäre es vermutlich besser gewesen, dem Betroffenen direkt über Funk oder – revolutionäre Idee – persönlich zu sagen, was man denkt. Aber das hätte ja bedeutet, jemandem ins Gesicht zu sagen, was man hinter seinem Rücken problemlos hinausposaunt. Und das verbietet der Hamspirit.

So sind sie halt, die Erfahrenen – und die, die es gerne wären. Die wissen alles und können alles. Vor allem wissen sie ganz genau, wie man es nicht macht. Dass sie selbst seit Jahren nichts mehr gebaut, nichts mehr aktiviert und nichts mehr bewegt haben – geschenkt. Dafür haben sie Erfahrung. Und die qualifiziert bekanntlich zu allem, besonders zur Kritik an denen, die tatsächlich etwas tun. Hamspirit.

Schritt 5: Die Vereinssitzung

Du versuchst es auf dem offiziellen Weg. Vereinssitzung. Du bringst Vorschläge ein: Jugendarbeit, gemeinsame Projekte, vielleicht eine neue Clubstation. Du hast sogar eine PowerPoint-Präsentation. Die Erfahrenen haben Schnitzel.

Nach deinem Vortrag herrscht Stille. Dann sagt einer: „Das haben wir vor 15 Jahren schon mal probiert.“ Was genau probiert wurde und warum es nicht funktioniert hat, bleibt im Nebel der Geschichte. Aber es reicht als Argument. Gegen 15 Jahre altes Scheitern kommt keine PowerPoint an. Hamspirit.

Der Obmann bedankt sich für deinen Einsatz und bestellt die nächste Runde. Schnitzel, nicht Ideen. Die Sitzung ist beendet. Im Protokoll steht: „Diverse Anregungen wurden diskutiert.“ Diskutiert. Zwischen Suppe und Hauptgang. Hamspirit.

Schritt 6: Die Erkenntnis

Langsam dämmert dir: Der Verein ist kein Funkverein. Er ist ein Essensverein mit Amateurfunklizenz. Das Vereinslokal hat eine bessere Küche als eine Funkstation. Der Obmann kennt die Speisekarte besser als das Bandplan-Poster an der Wand. Und der einzige Contest, der hier ernst genommen wird, ist die Frage, wer das größte Schnitzel bestellt. Hamspirit.

Schritt 7: Der stille Abgang

Du hörst einfach auf zu kommen. Kein Drama, kein Austritt – du gehst einfach nicht mehr hin. Drei Monate später fragt jemand beim Schnitzelessen: „Wo ist eigentlich der Junge?“„Welcher Junge?“„Na, der mit den Ideen.“ – Stille. Dann bestellt jemand die Nachspeise. Hamspirit.

Schritt 8: Das Vermächtnis

Ein Jahr später steht die Antenne, die du gebaut hast, noch immer auf dem Dach der Clubstation. Sie funktioniert einwandfrei. Benutzt wird sie nicht. Aber beim Schnitzelessen zeigt der Obmann manchmal stolz aus dem Fenster: „Die Antenne haben wir.“ Wer sie gebaut hat, weiß keiner mehr. Hamspirit.


Fazit: 73 und Mahlzeit

Hamspirit ist ein wunderbares Konzept. Es steht in jeder Vereinssatzung, auf jeder Webseite, und in jeder Sonntagsrede beim Fieldday. Es bedeutet Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe, Respekt unter Gleichgesinnten.

In der Praxis bedeutet es manchmal: Wir essen gemeinsam Schnitzel, lästern über die, die tatsächlich funken, und wenn du gehst, hätten wir gerne eine schriftliche Kündigung. Laut Statuten.

Aber hey – wenigstens schmecken die Schnitzel beim Vereinsabend. Falls du noch eingeladen bist.

73 de Hansl Hohlleiter, OE0HHL – Ihr Störsender auf allen Bändern


Dieser Beitrag ist Satire. Alle Personen, Vereine und Schnitzel sind frei erfunden. Solltest du dich trotzdem wiedererkennen – tja, dann weißt du jetzt, wie sich die anderen fühlen. Hamspirit.


🎵 Hamspirit – Das Vereinslied

Weil jeder gute Artikel auch einen Soundtrack verdient. Hier ist er – die inoffizielle Hymne des Amateurfunkvereins.

„Das ist ein beinhartes Protestlied. Allerdings richtet sich die Kritik nicht gegen eine bestimmte Gruppe – sondern gegen jeden, der sich betroffen fühlt. Auch gegen mich selbst.“

frei nach Arik Brauer
Liedtext anzeigen

[Verse 1]
Das Mikrofon hat Staub drauf,
das Logbuch ist von neunzehn-neun.
Doch die Schnitzelkarte kennen alle –
Hamspirit, wir laden ein!

[Verse 2]
Ich wollt mal einen Fieldday machen,
da sagten sie: „Bei meinem Kreuz!“
Auf der QRG wird nur gelästert –
leise, keiner hört’s so weit.

[Chorus]
Hamspirit! Hamspirit!
Wer funkt, der stört den Frieden hier.
Hamspirit! Hamspirit!
Das Beste ist das Schnitzel hier!

[Verse 3]
Sie wissen alles, können alles,
vor allem wie es nicht gehört.
Seit zwanzig Jahr ham’s nix gebaut –
aber Erfahrung ist ihr Schwert.

[Chorus]
Hamspirit! Hamspirit!
Wer funkt, der stört den Frieden hier.
Hamspirit! Hamspirit!
Das Beste ist das Schnitzel hier!

[Outro]
73 – der Stammtisch ruft!
Hamspirit bis zum Schluss.

Musik generiert mit Suno AI. Text: oeradio.at-Redaktion & Claude (Anthropic).


Transparenzhinweis

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI (Claude, Anthropic) recherchiert und verfasst. Alle Inhalte wurden von der oeradio.at-Redaktion geprüft. Solltest du Fehler finden oder Ergänzungen vorschlagen wollen, freuen wir uns über eine Nachricht.

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