Zeitraum: 21.03.2026 – 27.03.2026 · Kalenderwoche: 12/2026 · SFI: 102 · SSN: 28 · A: 34 · K: 7 · X-Ray: B3.6
Liebe Funkfreunde, diese Woche wird es ruppig – da gibt es nichts zu beschönigen. Ein geomagnetischer Sturm der Stufe G3 hat in der Nacht auf Freitag zugeschlagen, mit Kp-Werten bis 7 und einem A-Index von 34. Der Sonnenwind pfeift mit 468 km/s, das geomagnetische Feld steht auf „Severe Storm“, und wer heute Morgen auf den Bändern gelauscht hat, kennt das Ergebnis: Rauschen, Rauschen und nochmals Rauschen. Der Solar Flux ist auf bescheidene 102 gefallen, die Sonnenfleckenzahl liegt bei mageren 28. Das ist der tiefste Wert seit Wochen – die Sonne macht Pause, und das Magnetfeld macht Party.
Was ist passiert? Ab dem 20. März abends ging es los: Der Kp-Index schoss von 3,3 innerhalb weniger Stunden auf 6,7 (G3) hoch und erreichte in der Nacht zum 21. März seinen Höchststand von Kp 7. Das bedeutet einen starken geomagnetischen Sturm, wie wir ihn seit einiger Zeit nicht mehr erlebt haben. Die Ursache dürfte ein koronaler Massenauswurf (CME) oder ein schneller Sonnenwindstrom sein, der die Erde voll getroffen hat. Das Signal-zu-Rausch-Verhältnis steht auf S9+ – ein klares Zeichen, dass die Ionosphäre massiv gestört ist.
Die Konsequenz für die Kurzwellenbänder ist eindeutig: Alle Bänder stehen aktuell auf „Poor“ – tags wie nachts, von 160 Meter bis 10 Meter. Das haben wir in den letzten Monaten selten so flächendeckend gesehen. Die F2-Schicht der Ionosphäre ist durch den Sturm so durcheinandergewirbelt, dass selbst normalerweise verlässliche Bänder wie 20 Meter massive Absorptionsverluste zeigen. Die MUF (Maximum Usable Frequency) dürfte zeitweise unter 10 MHz gefallen sein – da hilft auch die beste Antenne nichts.
Auf den Lowbands sieht es besonders düster aus. 160 Meter ist bei diesem Störpegel praktisch unbenutzbar, und auch 80 und 40 Meter kämpfen mit extrem hohem atmosphärischem Rauschen. Wer trotzdem QRV sein möchte, sollte es auf 40 Meter versuchen – erfahrungsgemäß erholt sich dieses Band am schnellsten nach einem Sturm. Aber erwartet keine Wunder: Europäische Verbindungen sind möglich, DX wird diese Woche zur Geduldsprobe.
Die höheren Bänder von 17 bis 10 Meter zeigen das gleiche trostlose Bild. Der niedrige Solar Flux von 102 reicht unter normalen Umständen gerade so, um die High Bands tagsüber zu öffnen – aber in Kombination mit dem geomagnetischen Sturm bleibt da wenig übrig. FT8-Enthusiasten mögen vereinzelt kurze Öffnungen erkennen, aber für CW oder SSB wird es knapp. Achtet auf kurze Erholungsphasen, wenn der Kp-Index vorübergehend unter 3 fällt – dann können auf 20 und 17 Meter plötzlich für eine Stunde brauchbare Signale auftauchen.
Ein kleiner Lichtblick: Der Kp-Index wird laut Vorhersage im Laufe des Freitags auf 3-4 zurückgehen, und am Wochenende werden Werte um 4-5 erwartet. Das ist immer noch „unruhig“ bis „aktiv“, aber kein Sturm mehr. Ab Mitte nächster Woche sollte sich die Lage deutlich entspannen, mit Kp-Werten um 2-3. Wer also Geduld hat: Ab Dienstag/Mittwoch dürfte es wieder aufwärts gehen.
Und noch eine gute Nachricht aus dem 27-Tage-Ausblick: Der Solar Flux soll ab Ende März wieder ansteigen – von aktuell 102 auf 125 bis Ende des Monats, und weiter auf 130-140 Anfang April. Das verspricht deutlich bessere Bedingungen auf den oberen Bändern. Die aktuelle Flaute ist also vorübergehend, auch wenn sich das heute Morgen beim Blick auf den Wasserfall nicht so anfühlt.
Was tun in einer solchen Woche? Erstens: Gelassenheit bewahren – geomagnetische Stürme gehen vorbei, die Bänder erholen sich. Zweitens: Die Situation für Antennenarbeit nutzen – wenn man schon nicht funken kann, kann man wenigstens schrauben! Drittens: Auf VHF/UHF und Relaisbetrieb ausweichen – dort stört der Sturm nicht. Viertens: Ab Sonntag/Montag wieder regelmäßig die Bänder checken, denn die Erholung nach einem Sturm bringt manchmal ungewöhnlich gute Öffnungen mit sich – ein Phänomen, das als „post-storm enhancement“ bekannt ist. Fünftens: Wer Aurora-Begeistert ist – bei Kp 7 waren Polarlichter bis Süddeutschland und Österreich möglich! Blick nach Norden werfen und staunen.
In diesem Sinne: Durchhalten, Geduld haben, und die Woche nutzen um die Station für bessere Zeiten vorzubereiten. Die kommen – versprochen!
Bandprognose
| Band | Tag | Nacht |
|---|---|---|
| 160m | Schlecht | Schlecht |
| 80–40m | Schlecht | Schlecht |
| 30–20m | Schlecht | Schlecht |
| 17–15m | Schlecht | Schlecht |
| 12–10m | Schlecht | Schlecht |
Kp-Vorhersage
| Zeitpunkt (UTC) | Kp | Bewertung |
|---|---|---|
| 20.03. 18:00 | 5.7 | Sturm (G2) |
| 20.03. 21:00 | 6.7 | Sturm (G3) |
| 21.03. 00:00 | 7.0 | Sturm (G3) |
| 21.03. 03:00 | 6.0 | Sturm (G2) |
| 21.03. 06:00 | 5.0 | Sturm (G1) |
| 21.03. 09:00 | 5.0 | Sturm (G1) |
| 21.03. 12:00 | 3.3 | unruhig |
| 21.03. 15:00 | 4.0 | aktiv |
| 21.03. 18:00 | 4.7 | Sturm (G1) |
| 22.03. 00:00 | 4.7 | Sturm (G1) |
| 22.03. 06:00 | 4.3 | aktiv |
| 22.03. 12:00 | 2.7 | unruhig |
Live-Daten
| Band | Tag ☀ | Nacht ☾ |
|---|---|---|
| 160m | Schlecht | Schlecht |
| 80–40m | Schlecht | Mäßig |
| 30–20m | Gut | Gut |
| 17–15m | Mäßig | Mäßig |
| 12–10m | Schlecht | Schlecht |
Links
- prop.kc2g.com – Echtzeit-MUF-Karten
- NOAA Space Weather – Offizielle Weltraumwetter-Daten
- HamQSL Solar – Amateurfunk-Propagationsdaten
- DXHeat DX-Cluster – Aktuelle DX-Spots
- SolarHam – Sonnenaktivität und Weltraumwetter
73 de OERadio DX-Wetterredaktion
Dieser Bericht wurde auf Basis aktueller Daten von NOAA SWPC und HamQSL.com erstellt. Die Live-Daten oben aktualisieren sich alle 3 Stunden automatisch.

